C8 oder 6" Newton

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Der_Michael

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Ich möchte mir im Sommer ein neues Teleskop kaufen. Ich möchte gerne möglichst einen Allrounder erwerben. Für welches Gerät soll ich mich entscheiden? Bis jetzt habe ich mit einem 114/900er Newton beobachtet und will nun nach sechs Jahren auf was größerees Umsatteln um Astrofotos zu machen. Transportabilität spielt keine Rolle, da ich auf dem Land lebe und einen Garten habe. Kann mir geholfen werden? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Vielen Dank!
Der_Michael
 
Hallo...

Also, Astrofotos, da ist die Frage, CCD oder KB (KleinBild, normaler
Film) ?

Bei CCD würde ich zum C8 raten, das kann man mit Reducern schon halbwegs
schnell hinbekommen, zumindest einen F/5-Newton kann man einholen, und
dank der kleinen CCD-Chips stört dann auch keine Vignettierung...der
verstellbare Hauptspiegel stellt dich vor keine Fokusprobleme, kompakt ist das
Teil auch, also geeignet.

Anderst, wenn du (auch) KB machen willst, da hast du beim C8 das Problem,
das du entweder bei f/10 fotografieren mußt, da hast du Belichtungszeiten von
45-60 Minuten aufwärts, also entweder was für harte Jungs oder nen Autoguider <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ,
oder du machst mit Reducer gemütliche 20 Minuten, hast dann aber eine Vignettierung drin, kannst
also nur die innersten 22mm des KB-Formats (24x36mm) nutzen.

Beim Newton ist das anderst, schaffst du dir einen fotografisch
optimierten an (z.B. einen der Meade Schmidt-Newtons, die haben schön
große Fangspiegel) dann hast du fast keine Vignettierung, trotzdem dank f/4-5 schnelle
Belichtungszeiten (10-15 Minuten bei dunklem Himmel), *und* kannst noch problemlos
CCD machen, wenn du mal Geld übrig hast <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich hab nen C8 und hab mir genau aus letztem Grund einen Meade SN6 (150/750-er Schmidt-Newton)
zugelegt, und ich muß sagen, CCD ist schön und gut (mach ich auch damit), aber nen Dia von Ha+Chi
Perseus in 3x2m an der Wand, das geht ab...und das geht halt nur mit der guten alten Chemie.

P.S: bedenke aber auch, das du für beide Scopes eine gute Montierung drunter pflanzt...für den
Newton (6 Zoll) wirds noch eine GP-DX tun, fürs C8 könnte das knapp werden, da würde ich zu was
größerem (keine EQ6) raten, was dann leider recht teuer wird...das spricht
evtl. auch für den Newton....

 
Hallo...

Also das SC würde ich als etwas "alroundiger" einstufen, aber gerade
für fotografische Zwecke ist der SN auch hart im Rennen...am Newton
geht halt z.B. kein Bino, die Fokuslage ist knapper, beim SC kann
man da sorgloser sein, aber das ist in meinen Augen auch der
einzige Vorteil des SC...wenn fotografischer Einsatz feststeht, würde
ich auf alle Fälle zum (Schmidt-) Newton greifen...eine Barlow ist nacher
immer reingemacht, z.B. um für Planeten mit Webcams ausgerüstet zu sein...

Ein 200/800-er Newton hat f/4, wenn du da ne 3-er Barlow reinmachst,
dann bist bei f/12 und 2,4m Brennweite, das reicht für eine Webcam
genauso wie ein C8...nur ohne Spiegelshifting.

 
Hey Frank!
Wie sieht es denn mit den größeren Vergrößerungen aus? Ich habe gehört, wenn man mit einem kurzbrennweitigem Teleskop so hoch vergrößert, wird das Bild matschig und nicht mehr so brilliant...
Michael
 
Hi!

Das kann man so nicht sagen. Wenn die Qualität stimmt (schneller APO), kannst Du auch damit hoch vergrößern.

Desgleichen bei guten schnellen Newtons.

Gute Optik => hohe theoretische Vergrößerung

Andreas
 
Hallo...

Wie der Kollege schon schrieb, die Fähigkeit zu hoher Vergrößerung
hängt primär von der Güte der Optik ab, sekundär vom Durchmesser (Dawes Limit, z.B.),
aber nicht von der Brennweite an sich.

Der Gag ist nur, wenn ich 2m Brennweite habe, dann kann ich mit einem
relativ einfachen und günstigen 10mm-Plössel-Okular schon 200x erreichen,
habe ich dagegen nur 800mm, dann brauche ich ein 4mm-Oku, das aber
in Plössel-Bauweise u.U. ein schlechteres Einblickverhalten hat und
damit den Beobachtungsgenuß trübt.

In den letzten Jahren sind aber erstens eine Reihe an guten und günstigen
Barlowlinsen auf den Markt gekommen, zweitens gibts erschwingliche, aber
trotzdem vom Einblickverhalten her gute kurzbrnnweitige Okus, z.B.
die Vixen LV oder LVW...daher ist das Argument in der heutigen Zeit
nicht mehr haltbar, das man mit kurzen Brennweiten nicht hoch
vergrößern kann...das war zu Zeiten, als ein Plössel was besonderes war
und man hauptsächlich mit Orthos beobachtete anderst...
(Nix gegen Orthos, für den erfahrenen Beobachter ist ein 4mm Ortho bestimmt ein Gewinn, ein Einsteiger findet das Guckloch daran aber nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

Als konkretes Beispiel, ich hab an meinem SN6 (150/750mm) schon mit
2x Barlow (Celestron Ultima) und den LVs 7 und 5mm beobachtet, das führt
auf Vergrößerungen von (2x750/7=) 214x bzw. (2x750/5=) 300x, bei ersterer
Lösung war das Bild gegenüber meinem C8 nicht schlechter, bei zweiterer Lösung
wurde es dann schlechter, was aber erstens am Seeing gelegen haben kann,
(auch mit dem C8 kann ich 300x nicht immer fahren), zweitens ist 300x
natürlich 2x Durchmesser, also irgendwo auch die Grenze einer 150mm-Optik...

Fazit: Legt man sich eine gute Barlow (2-3x) zu, dann kann man auch mit 800mm
Grundbrennweite und "normalen" Okus auf Planeten oder Mond gehen.

 
Hi Frank!
Also ich habe schon eine Barlow Linse. Ich weiß aber nicht, ob die gut ist. Das ist eine achromatische 2X Barlowlinse von der Firma Dörr. Die Linse ist ziemlich schwer und das Gehäuse ist aus Metall. Also sie macht eigentlich einen sehr guten Eindruck. Aber ist der auch richtig? Die Einschubgröße ist 1 1/4 Zoll.
Könntest du mir da weiterhelfen?
Danke!
Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo...

Also da kann ich aus der Entfernung wenig zu sagen, probiers einfach
aus, probier ob sich das Bild mit Barlow und 20mm-Oku vom Bild mit 10mm-Oku alleine unterscheidet, z.B...

Ich hab bei sowas noch keinen Unterschied gesehen, weder bei der
Celestron Ultima als auch bei der oft günstig angebotenen "China Barlow"...die
Celestron ist apochromatisch und macht halt mechanisch den besseren
Eindruck, optisch merkt man nix...Mechanik ist bei mir aber wichtig,
weil ich gerne die CCD-Cam dranhänge, und dann ist das Kunststoffgehäuse
der "China-Barlow" leicht überlastet...

 
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