Carl Zeiss Jena 8 x 30 - Kaufempfehlung

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Re: Schwärzung der Objektivtuben?

Hallo Frank,

mir kommt es bei Ferngläsern auf die optischen Eigenschaften an. Wenn das Glas scharf abbildet und sich beim Beobachten und Ablegen nicht von selbst verstellt, bin ich zufrieden. In der Nacht spielen Farbstiche von Gläsern keine Rolle.

Für das Geld, das ich seinerzeit auf der ATT für mein Deltrintem "Q1" bezahlt habe, hätte ich bei Ebay eine Menge russischer Ferngläser kaufen können. Natürlich habe ich eine ganze Reihe davon, alle second-hand oder von Ebay:
Sotem, Tento, Helios, Baigish. Außerdem einige ältere Gläser aus Japan. Und dazu noch eine Menge kaputter Gläser aller möglichen Hersteller in einer großen Bastelkiste, für das Studium von Fernglasmechanik und Bauarten, als Materialquelle und zum Üben.

Die kleinen 8 x 30 Gläser sind handlich und robust, in der Regel bekommt man sie bei Ebay in brauchbarem Zustand. Gläser 7 x 50 oder 10 x 50 sind bei Ebay relativ öfter dejustiert oder sonstwie angeknackst. Dafür bekommt man sie preiswert.
Ein wirklich gutes Glas wird wohl kaum jemand über Ebay versteigern, sondern behalten oder für eine nette Summe an einen Bekannten oder das Biete-Forum verkaufen, es sei denn, es stammt aus dem Besitz von Josef Ratzinger.

Man kann ein Fernglas danach beurteilen, was man damit sehen kann oder danach, ob es besser technische Daten hat als andere. Wenn man das letztere wählt, landet man manchmal in endlosen Diskussionen mit Leuten, die ihre Sicht der Dinge für den Maßstab dessen halten, was gute optische Leistung definiert.

Ein guter Himmel ist durch nichts zu ersetzen. Ein gutes Glas macht ihn zu einem Erlebnis. Wer in Hitze darüber gerät, ob das Erlebnis mit Gerät x um 4% schöner ist als mit Gerät y, ist für mein Empfinden am falschen Ort.

Beste Grüße,

Günther

 
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Re: Schwärzung der Objektivtuben?

Hallo Frank,

es ist doch nicht zu fassen. In diesen Zeiten werden die verrücktesten Phantasien Wirklichkeit, kaum dass man sie erfunden hat.

Dass Ratzinger mit diesem Glas nicht zum Astronom wurde, sondern Theologe blieb, ist gut nachzuvollziehen. Von diesen grauslichen Gläsern habe ich nach und nach auch einige über Ebay bezogen: Sind alle in der Bastelkiste gelandet.

Abdeckkappen auf Prismen haben ihre Vorteile und ihre Nachteile. Vorteilhaft ist, dass sie die Prismen gegen störendes Licht abschirmen. Nachteilig ist, dass sie mit den Prismenflächen einen engen Spalt bilden. Wenn da Wasser reinkommt, bleibt es durch Kapillarwirkung darin hängen, und solange fällt die Reflexion an dieser Prismenfäche komplett aus. Später sieht man dann die Schmutzspuren, die zurückbleiben und die man nur beseitigen kann, indem man die Abdeckungen abbaut. Dann ist es mit dem guten Korrekturzustand der Prismen erst mal vorbei.
Aber das kriegt man letzlich mit Geduld und der richtigen Technik auch wieder hin.

Die BAK4-Prismen haben nicht für alle Farben die gleiche Transmission und haben zugleich eine relativ hohe Dispersion. Nicht alle Fernglashersteller schaffen es, Objektive und Okulare so zu fertigen, dass sie in Verbindung mit den eingesetzten Prismen zu einer farbreinen Abbildung führen. Zeiss Jena hat das geschafft. Leider bleibt dann trotzdem noch die manchmal lästige Randunschärfe.

Müde Grüße ...

Günther

Beste Grüße
 
Justierung Deltrintem 8*30

Hallo,

die obigen Bilder der Objektivlinse von Christof finde ich
sehr gut. Man erkennt genau das Gewinde, das man entfernen
muss, um die Linse einzustellen. Bei meinem Deltrintem 8*30 mit der
Seriennummer von etwa 3.900.000 sieht es genau so aus.

Insgesamt habe ich drei Einstellmöglichkeiten gefunden:
Die beiden exzentrischen Linsenfassungen im Objektiv
und eine exzentrische Okularfassung.

Was genau stellt man damit nun ein?
Wenn man die Linsenfassung eines Objektivs rotiert und
dabei durch das Fernglas durchschaut, so bewegt sich
das Bild im Auge des Betrachters. Man kann dadurch erreichen,
dass die Bilder in beiden Fernglashälften nicht vertikal
verschoben sind.

Justiert man immer nur eine Objektivlinse, oder ergibt sich eine
zusätzliche Einstellmöglichkeit, wenn man beide Objektivlinsen
rotiert?
Welchen Effekt hat die exzentrische Okularlinse?

Vielen Dank für Hinweise,

Sascha

PS: In einer vorherigen email wurde beschrieben,
dass bei einer Schwärzung des Objektivtubus von innen möglicherweise
die Linse auch Farbe abbekommt. Um dies zu verhindern,
kann man die Linse vor dem 'Anmalen' herausschrauben.
 
Re: Justierung Deltrintem 8*30

> Was genau stellt man damit nun ein?

Hallo Sascha,

ich hatte hier schon mal was dazu geschrieben. In Ergänzung dazu kurz und knapp:

1. Mit den Exzenterfassungen der Objektive kannst Du die Lage eines Objekts so einjustieren, daß sich ein Stern in beiden Bildhälften exakt mittig befindet. Das bedeutet, Du kannst sowohl einen horizontalen als auch einen vertikalen Versatz der Teilbilder in gewissen Grenzen korrigieren. Man kann das selbst ohnehin nur nach Gefühl machen, wenn man keine speziellen Hilfsmittel hat. Dabei kann es passieren, daß sich die Objektive nach "erfolgreicher" Justierung (also wenn ein Stern links und rechts mittig erscheint) nicht mehr exakt auf der optischen Achse mit den Okularen befinden. Die Folge wäre eine asymmetrische Abnahme der Schärfe von der Mitte zum Bildrand, was aber wegen der ohnehin recht hohen Randunschärfe praktisch kaum auffallen würde.

2. Meine Ferngläser haben keine exzentrisch gelagerten Okulare, daher habe ich die auch nie justiert.

3. Punkt 1 setzt für eine erfolgreiche Justage voraus, daß die Prismen weder verkippt noch verkantet in ihren Fassungen sitzen. Ist das nicht der Fall, so können die Teilbilder (zusätzlich zu ihrem horizontalen oder vertikalen Versatz) noch zueinander um einen bestimmten Winkel verdreht sein. Das kann man mit etwas Augenmaß an vertikalen Strukturen prüfen.

Aus 3 folgt, daß man immer zuerst die Lage der Prismen überprüfen muß, bevor man die Objektive mit ihren Exzenterfassungen justiert.

Das ganze erfordert etwas Zeit und Geduld, mit etwas Übung kann man aber kleinere Fehler ausbügeln. Wenn alles im Eimer ist, bleibt immer noch die Werkstatt ...

Frank.
 
Re: Justierung

Hallo Frank,

vielen Dank für die Antwort, sie hilft mir weiter.

Bezüglich der exzentrischen Okularlinsen kann ich
folgendes hinzufügen: Die dem Auge nächste Linse ist
etwa um 5° bezüglich der horizontalen Fassung geneigt.
Wenn man die Linsenfassung dreht, muss man danach
entsprechend leicht schräg durch das Okular schauen,
um zentral hindurchzuschauen.

Ich habe keine Messgeräte dazu, sondern kann dies nur
etwas unspezifisch beschreiben.

Welchen optischen Fehler kann man durch diese Korrekturmöglichkeit
ausgleichen? Vielleicht eine leichte Fehlstellung der Prismen?

Viele Grüße,

Sascha
 
Re: Justierung

> Die dem Auge nächste Linse ist etwa um 5° bezüglich der horizontalen Fassung geneigt.

Hallo Sascha,

das erscheint mir etwas seltsam. Mit Neigung meinst Du wohl eine Kippung der Linse relativ zur optischen Achse. Bist Du Dir sicher, daß es sich hier um eine Möglichkeit zur Justage handelt? Vielleicht sitzt nur die Linse schief in ihrer Fassung?

> Welchen optischen Fehler kann man durch diese Korrekturmöglichkeit ausgleichen?

Eigentlich keinen, aber man kann einen hinzufügen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Wenn das Okular oder einzelne Linsen davon schief zur optischen Achse sitzen, so ist das in der Regel ungesund und dürfte vom Konstrukteur nicht vorgesehen sein. Im Idealfall sollten Objektiv und Okular schön symmetrisch zu ihrer gemeinsamen optischen Achse angeordnet sein und die Prismen sollten so in ihrer Fassung sitzen, daß auf dem Weg vom Objektiv zum Okular möglichst wenig Schaden angerichtet wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Dann müßte das Fernglas tadellos seinen Dienst tun.

Frank.
 
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Re: Justierung

Hallo Frank,

>das erscheint mir etwas seltsam. Mit Neigung meinst Du wohl eine
>Kippung der Linse relativ zur optischen Achse. Bist Du Dir sicher, daß
>es sich hier um eine Möglichkeit zur Justage handelt? Vielleicht sitzt
>nur die Linse schief in ihrer Fassung?

Nun ja, die Okularlinse (diejenige ohne Dioptrienausgleich, dass heisst
die linke) kann man nach Entfernen einer Haltefassung
wie bei den Objektivlinsen um 360° drehen. Ich weiss aber nicht,
ob das vom Hersteller so gewollt ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> .

Jedenfalls habe ich durch Deinen Hinweis zu den Objektivlinsen
mein Fernglas eingestellt. Bei Tage bin ich jetzt sehr mit der
Optik zufrieden.

Als ich aber gestern Jupiter anschaute (mit Stativ), da erschien
der Planet nicht rund, sondern hatte vier kleine Stachel,
von etwa 1/4 Jupiterdurchmesser. (Dies war auch schon vor
meiner Justierung so.)
Es sah aus wie ein Komafehler, denn beim Blick durch ein
einzelnes Okular sah man zwei diametrale Stachel, die
beim Durchgang des Fokussierpunktes die Position wechselten,
d.h. von Ost-West-Stacheln zu Nord-Süd-Stacheln wurden.
(Ich habe mal gelesen, dass dies charakteristisch für einen
Komafehler ist.)

Die vier Stachel im Gesamtblick ergaben sich aus den jeweils
zwei Stacheln der beiden Fernglashälften.

Ich habe dann eine Objektivlinse sukzessive in ihrer Fassung gedreht,
aber der Fehler verschwand beim Blick durch das entsprechende
Okular dadurch nicht.

Auch Sterne habe ich beim Blick durch ein einzelnes Okular
nicht punktförmig hinbekommen.

Ist das normal beim Deltrintem, oder ist an meinem Glas etwas nicht
in Ordnung?

Noch eine weitere Sache ist mir aufgefallen.
Auch nach meiner Justierung liegen die Austrittspupillen
nicht genau horizontal. Das Fernglas liegt genau horizontal
auf dem Stativ, ich schaue aus ca. 15 cm Entfernung hindurch,
aber die eine Austrittspupille liegt deutlich wahrnehmbar
höher als die andere. Kann es sein, dass die optischen Achsen
nun ausgerichtet sind, aber die beiden Fernglashälften mechanisch
nicht genau parallel sind?

Zum Schluss sei aber betont, dass mich die Lichttransmission
und die Schärfe (abgesehen von der starken Bildfeldwölbung) am Tag
sehr beeindruckt. Einen Farbfehler kann man höchstens erahnen,
wenn man ihn sucht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Grüße, Sascha
 
Re: Justierung

Das Fernglas liegt genau horizontal auf dem Stativ, ich schaue aus ca. 15 cm Entfernung hindurch, aber die eine Austrittspupille liegt deutlich wahrnehmbar höher als die andere.

Hallo Sascha,

liegt die Austrittspupille höher in der Okularlinse oder nur scheinbar höher bzw. ändert sich die Höhe mit dem Neigen des Kopfes?

Ich habe nämlich gestern ein Dekarem eingestellt. Dann überprüfte ich auch die Justierung indem ich mich vom Fernglas entferne und kontrolliere bis zu welcher Entfernung vom Fernglas das Objekt in der Bildmitte mit beiden Augen sichtbar bleibt (bis ca. 30 cm). Dabei habe ich festgestellt, dass durch sehr leichte Kopfneigungen die beiden Austrittspupillen in der Höhe zueinander wandern!

Vielleicht war es dieser Effekt.

Wenn die optischen Achsen von Objektiv und Okular zueinander stimmen, dann muss die AP genau in der Mitte der Okularlinse liegen und dabei kreisrund sein.
 
Re: Justierung

Hallo Dietmar,

>liegt die Austrittspupille höher in der Okularlinse oder nur scheinbar
>höher bzw. ändert sich die Höhe mit dem Neigen des Kopfes?

Ich habe bisher nicht an diese Unterscheidungsmöglichkeit gedacht.
Ob die Austrittspupille exakt mittig in der Okularlinse liegt, kann ich
nur schätzen, da ich nicht weiss, wann ich exakt senkrecht auf
das Okular schaue.

>Ich habe nämlich gestern ein Dekarem eingestellt. Dann überprüfte
>ich auch die Justierung indem ich mich vom Fernglas entferne und
>kontrolliere bis zu welcher Entfernung vom Fernglas das Objekt in der
>Bildmitte mit beiden Augen sichtbar bleibt (bis ca. 30 cm). Dabei habe
>ich festgestellt, dass durch sehr leichte Kopfneigungen die beiden
>Austrittspupillen in der Höhe zueinander wandern!


Exakt! Bei mir tritt der selbe Effekt auf. Allerdings muss ich den Kopf
merklich neigen, sicher 10°. An meinen Augen wird so ein großer
Fehler wohl nicht liegen, da ich sphärisch als auch zylindrisch 0.5
Dioptrien habe. (PS: Beobachtet habe ich am Fernglas ohne Brille.)

Vielleicht kennt jemand den optischen Hintergrund für diesen Effekt.
Und vielleicht hat die leicht gekippte Okularlinse damit etwas zu tun.

Danke für das Feedback
und sommerliche Grüße aus Berlin

Sascha
 
Re: Justierung

Hallo Sascha,

das linke Okular läßt sich nicht nur bei Deinem Fernglas um 360° drehen, das ist weder ein Problem noch eine Justagemöglichkeit. Eine schief in der Fassung sitzende Linse könnte schon eher ein Problem darstellen.

Unter Deinen "Stacheln" kann ich mir nicht viel vorstellen. In meinem Deltrintem sind Sterne im Zentrum punktförmig und Jupi zeigt ein kleines Scheibchen ohne irgendwelche Deformation. Wenn das "in die Länge gezogene" Bild eines Sterns beim Durchlaufen des Fokus seine Orientierung ändert, dann könnte das ein Zeichen von Astigmatismus sein. Wo der konkret herkommt, kann ich Dir auch nicht sagen. Ein gut justiertes Deltrintem hat an sich keine Probleme mit der punktförmigen Abbildung von Sternen in Bildmitte.

Wichtig ist natürlich die exakte Einstellung des Augenabstands am Fernglas (dem Abstand der Augen voneinander entsprechend) und eine möglichst exakte Positionierung der Augen auf der optischen Achse des Fernglases. Bringst Du Deine Augenpupillen und die Austrittspupillen nicht richtig zur Deckung, so kann das ebenfalls zu "verzerrten" Sternen führen. Hast Du die Möglichkeit, andere Ferngläser am Sternhimmel zu testen? Nicht alle Bildfehler muß man seinem Fernglas zuschreiben, die eigenen Augen sind ebenfalls Bestandteil der Abbildung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

Was die zu hoch oder zu niedrig platzierte AP betrifft, so kann man sich ohne optische Hilfsmittel nur auf sein gesundes Augenmaß verlassen. Die AP muß beim Einblick auf der optischen Achse mittig in der Okularlinse liegen und um die AP herum siehst Du evtl. noch einen Kreis, der kleiner wie die Okularlinse aber größer wie die AP ist. Der ganze Spaß sollte eine möglichst symmetrische Erscheinung abliefern.

> Kann es sein, dass die optischen Achsen nun ausgerichtet sind, aber die beiden Fernglashälften mechanisch nicht genau parallel sind?

Das halte ich für unwahrscheinlich. Dazu müsste die Knickbrücke arg locker oder stark verzogen sein.

Klar ist, eine ordentliche Kollimation ist keine leichte Sache. Du hast ja reichlich optische Bestandteile in so einem Fernglas, die dezentriert, verdreht oder irgendwie verkippt im Strahlengang sitzen können. Bei der Gelegenheit wundere ich mich mal wieder, mit welchem Erfolg findige Händler ihrer lieben Kundschaft einreden, mit etwas Schräubchendrehen könne man sein "High-End Fernglas" jederzeit und ohne besondere Kenntnisse im Fall der Fälle selbst richten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Noch eine Ergänzung

Die AP muß beim Einblick auf der optischen Achse mittig in der Okularlinse liegen und um die AP herum siehst Du evtl. noch einen Kreis, der kleiner wie die Okularlinse aber größer wie die AP ist. Der ganze Spaß sollte eine möglichst symmetrische Erscheinung abliefern.
Hallo Sascha,

noch ein paar Worte zu dem "Kreis". Wenn Du aus etwa 30cm Abstand auf das Okular schaust, dann siehst Du die Austrittspupille bei optimaler Justierung exakt mittig hinter der letzten Okularlinse "schweben". Wenn Du etwas genauer hinschaust, wirst Du noch einen "Kreis" oder "Ring" um die AP herum erkennen. Das ist eine runde Begrenzung des Lichtkegels im Innern des Fernglases, welche wie eine Blende wirkt. Da sich die letzte Okularlinse und die AP nicht am selben Ort befinden sondern hintereinander in einem bestimmten Abstand (AP Abstand) auf der optischen Achse "angeordnet" sind, verschieben sie sich bei Kopfbewegungen oder wenn Du das Fernglas neigst relativ zueinander.

Wenn Du mal etwas Zeit hast, dann schau Dir das mit einer Lupe an. Lege das Fernglas dazu auf eine Unterlage oder setze es auf ein Stativ und richte es gegen den Himmel (nicht die Sonne! - logisch) oder eine helle Wand. Dann gehst Du mit einer Lupe soweit ans Okular, daß Du die letzte Linse mit dem immer vorhandenen Staub darauf erkennen kannst. Nun entferne Dich langsam mit der Lupe vom Okular. Du wirst dann die AP scharf sehen und auch die runde Begrenzung im Innern des Fernglases. Im Idealfall sitzen Objektiv, Blenden und Okular exakt symmetrisch zur optischen Achse. Wenn Du bei so einem Deltrintem auf die Okulare schaust, müssen also letzte Okularlinse, Austrittspupille und die begrenzenden "Innereien" schön konzentrisch umeinander angeordnet sein.

Mit etwas Übung kann man sich so einen ersten Eindruck vom Justagezustand eines Fernglases verschaffen und zumindest offensichtliche Ausrutscher erkennen. Ähnlich verhält sich das bei den 50mm Ferngläsern von CZJ, auch hier sollte sich ein symmetrisches Bild von letzter Okularlinse, AP und Blenden ergeben, wenn man entlang der optischen Achse aufs Okular blickt. Das Problem ist nur, die optische Achse mit dem Auge genau zu treffen. Probiere es einfach mal aus ...

Frank.
 
Astigmatismus und Fernglas

Hallo Frank,

danke für den ausführlichen Hinweis. Ich werde es heute
ausprobieren.

Bezüglich der "Stacheln" in meiner vorherigen email ist
der Fehler wahrscheinlich Astigmatismus, wie Du auch meintest.
Es ist das gleiche Bild zu sehen, wie beim Astigmatismus-Fehler
Bild im Fernrohr-Führerschein von Ronald Stoyan, ebenso
wie der Effekt beim Durchgang des Fokussierpunktes.

Nun die Überraschung: Ich habe das Fernglas mit meiner Brille
benutzt, und der optische Fehler war fast vollständig verschwunden.
Albireo konnte ich klar trennen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Die Freude währte aber nicht lang, denn:
Der Astigmatismus lag somit in meinem Auge <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> .
Ich hätte so einen starken Fehler niemals für möglich gehalten,
da meine Brille sphärisch und zylindrisch (nur) +0.5 Dioptrien hat.

Der Fehler ist nun gefunden. Das Problem ist nun:
Es ist viel angenehmer, ohne Brille durch ein Fernglas zu schauen.
Meine Brille trage ich normalerweise nur am Computer.

Als Fernglas wollte ich mir demnächst eigentlich ein
Fujinon 10x50 FMT SX2 kaufen. Ich hatte es aber bisher nur
am Tage ausprobiert.

Nun weiss ich aber, dass ich bei einer Beobachtung ohne Brille
sowieso keine punktförmigen Sterne sehen werde.
Weshalb sollte ich dann viel Geld für eine tolle Optik ausgeben?

Am Mond bin ich mit meinem Deltrintem zufrieden.
Vielleicht sollte man bei Astigmatismus eher flächige Objekte
beobachten?

Über ein kurzes Feedback zum Thema Fernglas und
Brillenträger ohne Brille würde ich mich freuen.

Viele Grüße, Sascha
 
Re: Astigmatismus und Fernglas

> Es ist viel angenehmer, ohne Brille durch ein Fernglas zu schauen.

Hallo Sascha,

das geht mir genauso, gerade bei Astro beobachte ich lieber ohne Brille. Ich habe zwar keinen ausgeprägten Astigmatismus, dafür liege ich beidäugig schon bei -3dpt. Am Ende bleiben zwei Möglichkeiten:

1) ein Fernglas mit Brillenträgerokularen und Drehaugenmuscheln
2) ein spezielles Astroglas mit Korrektur für ohne Brille <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />.

1) hat den Vorteil: man muß die Brille bei Tagbeobachtungen nicht abnehmen. Bei Dir mag es auch ohne Brille gehen, aber mit zunehmender Kurzsichtigkeit wird die Landschaft mit unbewaffnetem Auge in der Ferne immer verschwommener. Und da ist es schon eine tolle Sache, wenn man nach Absetzen des Fernglases noch immer scharf sieht ...

2) ist eine Idee, die ich mal bei einem alten CZJ 10x40 Notarem realisiert hatte. Der Grund war nicht Astigmatismus sondern der zu knappe Überhub des Fernglases. Um ohne Brille auf unendlich fokussieren zu können, habe ich mir von meinem Optiker zwei MC-vergütete, runde Brillengläser schleifen lassen und diese habe ich per Presspassung in die Gummistülpmuscheln des Notarem eingesetzt. Der AP-Abstand war dafür groß genug. Damit konnte ich ohne Brille Sternegucken, hatte aber die Korrektur meines Augenoptikers "im Fernglas integriert".

Im Prinzip könnte man Variante 2 auch für ein Deltrintem nutzen. Für die neueren Gläser gab es Gummiaugenmuscheln zum Aufschrauben (anstelle der Hartplastikvariante), die müsste man noch bei Docter-Optik bestellen können. Ob der AP-Abstand beim Deltrintem für "integrierte Korrekturlinsen" innerhalb dieser Gummiaugenmuscheln reicht, müsste man probieren. Ob sich das am Ende lohnt, das kannst nur Du entscheiden. Aber vielleicht kannst Du eine ähnliche Lösung an einem anderen Fernglas realisieren, was dann hauptsächlich für Astro ohne Brille zum Einsatz kommt.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Noch eine Ergänzung

Hallo Frank, Hallo Dietmar

es ist eine wirklich gute Idee, die kleinen Brillengläser vor
das Fernglas zu setzen. Bei Astigmatismus ist dies nach meiner
Einschätzung ein wenig schwieriger. In die Brillengläser wird
ein zylindrischer Schliff eingefügt, und die Achse dieses Schliffs
muss exakt mit der ungenauen Achse des Auges zusammentreffen.

Der Optiker müsste somit an den Rand jeder Linse ein Markierung
für "oben" machen. Das müsste aber eigentlich funktionieren.

Bezüglich der auch von Dietmar erwähnten nicht-horizontalen
Austrittspupillen beim Betrachten von ca. 30 cm Entfernung vermute
ich, dass es an den eigenen Augen liegt.

Ich habe dazu einen kleinen Test gemacht:
Einen Stift senkrecht in der ausgestreckten Hand halten und die
Augen auf unendlich fokussieren. Die beiden Bilder der Augen
werden dann nicht vom Gehirn übereinandergelegt.

Ich habe dann festgestellt, dass die eine Stiftspitze etwas höher
lag als die andere, und manchmal sogar "wanderte".
Wenn man den Stift langsam in die Horizontale neigt,
werden die beiden Stiftbilder sich der Länge nach übereinanderlegen.
(Dann ist natürlich das eine Stiftbild weiter rechts als das andere).

Die Beobachtung war: der Stift lag dann nicht horizontal, sondern
war um den gleichen Winkel geneigt wie die Bilder der
nicht-horizontalen Austrittspupillen.

Als ich den Test einen Tag später machte, war der Stift dann aber
in einer horizontalen Position.

Eine plausible Folgerung ist:
Eine vertikale Verschiebung der Bilder hängt
von der aktuellen Verfassung der Augen ab
und kann sich ändern.

Vielleicht sollte ich das äußerst günstige Angebot der Justage
für 5 Euro nutzen, wie es im gerade erschienenen thread
angeboten wird.

Viele Grüße,

Sascha
 
Re: Noch eine Ergänzung

Bezüglich der auch von Dietmar erwähnten nicht-horizontalen
Austrittspupillen beim Betrachten von ca. 30 cm Entfernung vermute
ich, dass es an den eigenen Augen liegt.
Hallo Sascha,

wenn Dich zwei Augen in die Irre führen, dann schließe eins und verlaß Dich auf das andere <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Es kann doch nicht so schwer sein, die Lage der Austrittspupillen zu kontrollieren? Wenn Du Deinem Augenmaß nicht traust oder wenn Du vermutest, daß Deine Justierorgie doch nicht erfolgreich war, dann schicke es dem Dirk. Die 5 Euro für Verena sind ja deutlich günstiger wie der Stundensatz einer Zeiss Werkstatt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />. Ob das Ergebnis dem einer Fachwerkstatt entspricht, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Frank.
 
Re: Noch eine Ergänzung

Hallo Frank,

wenn Dich zwei Augen in die Irre führen, dann schließe eins und verlaß Dich auf das andere . Es kann doch nicht so schwer sein, die Lage der Austrittspupillen zu kontrollieren?
Auf die einfachste Lösung bin ich tatsächlich nicht gekommen.....

Ich werde vor weiteren Justierversuchen erstmal beim Augenarzt
vorbeischauen und meine Augen genau prüfen lassen.

Vielen Dank für die Hilfe so weit,

Sascha
 
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