Celestron Firstscope "pimpen"

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peternie

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Hallo !

Sohnemann (9 Jahre) ist begeistert, dass er mit bloßen Augen den Orion am Himmel erkennen kann und möchte den Mond und die Planeten anschauen. Bereits vor einem Jahr habe ich schonmal in diesem Forum gestöbert und diskutiert ob ein damals beim Kaffeeroester angebotenes Teleskop was kann, und dann wieder verworfen.

Nun ist es also soweit, der Geldbeutel gibt leider aktuell nicht mehr her und daher gibt es nun ein Celestron Firstscope 76 nebst diesem (von vielen belächelten) Zubehörset. Gleich kommen wieder Schläge von links und rechts die sagen, das Geld könnte man auch zum Fenster rauswerfen, schlechte Okulare usw, ich habe mich jedoch dazu entschieden, nicht noch viel länger auf einer 8" Dobson zu sparen, sondern eben erst einmal allererste Gehversuche mit dem Firstscope (ohne irgendwelche Erwartungen) zu machen und das 8" Dobson im Hinterkopf zu behalten (ich denke, es kommt sowieso über kurz oder lang, wenn es bis dahin nicht wieder vorbei ist mit Juniors Interesse).

An irgendeiner anderen Stelle las ich, dass man das Firstscope mit einem anständigen Plössl Okular schon noch "pimpen" kann (Zitat: als hätte man einen Vorhang beiseite geschoben), um akzeptabel damit zu "arbeiten". Was haltet Ihr davon ? Es soll der Mond und ein paar Planeten angeschaut werden, welches Okular benötigt man dafür und ist es die Investition wert ?

Ich hoffe, dieses Thema wurde hier noch nicht im Detail irgendwo besprochen und ich habe nur die falschen Begriffe gesucht ?

Schoene Gruesse und danke vorab,
Peter (absoluter Laie, noch nie durch ein Fernglas geschaut)
 
Hi!

Schlägereien gab's dazu schon genug, zum Beispiel hier und hier.

Meine Meinung: Es ist ein netter Rich-Fielder - stell ihn dir als Fernglas vor mit der Möglichkeit, höher zu vergrößern. Bei etwa 75x ist aber Schluss (ansonsten klebst Du am Okular, weil Augenabstand und Einblickverhalten bei extrem kurzbrennweitigen Okularen in deiner Preisklasse übel sind), was am Mond schon etwas zeigt, am Planet aber enttäuscht.

Das Gerät gibt es auch als Skywatcher Heritage - das hat bessere Okular, das Celestron die bessere Anleitung, mit Beobachtungstips. Für den Anfänger würde ich daher das Celestron mit seiner besseren Anleitung empfehlen.

Es hat seine Grenzen, ist aber auch nicht die völlige Fehlkonstruktion, als die es gelegentlich dargestellt wird. Denk aber eher in Richtung Fernglas als in Richtung Hubble-Bilder.

Viel Spaß beim Lesen,
Alex
 
Hallo Peter,

Haben bei einem Bekannten der das first Scope nutzt mal mit besseren Okularen gearbeitet. War schon etwas besser das Bild, absolut. Haben dann auch noch den Bereich gegenüber mit Veleorfolie ausgekleidet was auch nochmal ein bischen mehr Kontrast rauskitzelte.

Ist ein nettes kleines Spielzeug mit dem sich durchaus schon was schauen läßt.
Planeten sind allerdings nicht grad die Stärke des first Scopes. Eher größer flächige Objekte.

Viel Spaß mit deinem kleinen ^^


Gruß und CS
Andreas

 
Hi!

Das sind vor allem mal Sternhaufen, von einem dunklen Standort aus auch eine Handvoll Gasnebel. Eine Handvoll Doppelsterne gehen auch. Theoretisch sogar ein paar Galaxien - aber das setzt ebenfalls einen dunklen Standort voraus, und dass Du dich mit einem verwaschenen kleinen Nebelfleck begnügst...

Oculum hat ein paar Bücher zur Astronomie mit dem Fernglas ("Der Fern-Seher"), sowas wäre eine gute Ergänzung zu so einem Gerät.

Wart ihr schon mal auf einer Sternwarte, damit ihr wisst, was euch beim Blick ins Teleskop erwartet? http://www.astronomie.de/gad/

Gruß,
Alex
 
Hallo Peter,

EDIT: Bitte erst unten lesen! Dann oben eher gar nicht mehr...
für den Sohnemann mit 9 ist ein Teleskop mit Einblick hinten noch das Beste und da sich dann in der Preisklasse eigentlich keine besondere Auswahl ergibt, ist die Idee schon richtig.

Was zu verbessern ist, ist nicht leicht zu erkennen. Ich denke am einfachsten kann man noch probieren, ob die Taukappe die Linse drückt. Wenn bei abgekühltem Gerät das Bild bei hoher Vergrößerung ohne Taukappe besser wird, und die Taukappe dabei wirklich stramm geht (ggf. auch nur wenn es kalt ist), dann liegt wohl dieser Fall vor. (Es gibt aber auch angeklebte Taukappen.) Dann muss man bastlerisch zusehen, die Taukappe lockerer zu machen. Zum Beispiel ausschmirgeln und mit einem "schön" verklebten Streifen Isolierband neu befestigen, falls sie dann herunter rutscht. Einen Filzstreifen, der Temperaturunabhängig für sicheren und doch nicht zu strammen Sitz sorgt, dürfte einfach zu dick für nachträglichen Einbau sein.

Ansonsten kann man tatsächlich oft die Qualität noch mit Taiwan-Plössls steigern, die man gebraucht günstig bekommt. Es gibt ganz ganz billige Chinaplössls, die finden wenig Anklang bei Sternfreunden. Die Taiwan-Plössl, die bei vielen Händlern gleich aussehen nur anders beschriftet sind, bekommt man gebraucht günstig. Problem sind die Versandkosten. Wenn man das Okular für nen Zehner nimmt und dann einen teuren Versender für 7 Euro beauftragt...

Clear Skies
Sven

EDIT: Sorry, alles zurück!
Ralf macht mich darauf aufmerksam, dass das gar nicht der kleine Refraktor (Linsenteleskop) ist.
In dem Falle - glaube ich dass ein Refraktor tatsächlich die bessere Wahl wäre.
Das Gerät hat laut schnellem Googlen 300mm Brennweite, also f/4. Das kann man als Einsteigergerät wirklich nicht empfehlen, weil es einen ganzen Haufen Macken schlicht enthalten muss.
Für das Geld waren bisher immer auch 76/750 Newtons zu bekommen, besser aber man schaut nach einem 70/700 Refraktor.
Dieses Firstscope hat f/4, das heißt um ein scharfes Bild zu liefern muss es sehr penibel justiert werden. Dann belastet es immer noch die Okulare sehr stark mit Koma und Bildfeldwölbung, so dass man letztendlich bei vertretbaren Okularen für dieses Teleskop immer im Rand starke Unschärfen sieht. Die kleine Öffnung eignet sich denn eigentlich auch mehr zur Mondbeobachtung und einem Hauch Planetenbeobachtung (Jupiter mit 2 Wolkenbändern und den Monden, Saturn mit Ring und Titan, Venus-Sichel, Merkur-Sichel, Mars erst ab 2018 mehr als nur ein winziger Ball). Aber die nötigen Okularbrennweiten sind sehr klein, kaum erhältlich, von guter Qualität ganz zu schweigen.
Einzig Milchstraßenspaziergänge bei schwächster Vergrößerung kann das Gerät gut, hier ist man mit einem Feldstecher aber viel besser (und mit beiden Augen) unterwegs. Das kann ja ein 10x50 auf Stativ sein.
Dazu stellt sich die Frage, ob bei dem Preis ein Parabolspiegel verbaut ist, oder ob es nur ein Kugelspiegel ist. Ich kann es nicht nachrechnen, ob bei 76mm Öffnung ein Kugelspiegel reicht, aber ich bezweifle es sehr stark, da ein 80/500 Newton (der Kugelspiegel 114/500 mit Hauptspiegel abschneidendem Mini-Fangspiegel) deutliche Schwächen im Bild zeigt. Bei 76/300 muss das nochmal schlimmer sein.

Also: Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen... Bitte!!!

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Sven und alle,

das "Firstscope" hat einen f/4 KUGELSPIEGEL, und um dem Einsteiger die Verlegenheit zu ersparen es penibel justieren zu müssen, ist eine solche Möglichkeit gar nicht erst eingebaut. Die beigelegten "Okulare" stammen designmässig aus dem vorvorigen Jahrhundert und bieten etwa das Gesichtsfeld einer Klorolle.

Mit besseren Okularen, wie sie einem aus jedem anderen Einsteigerscope entgegenkullern, sieht man halt noch mehr Randunschärfe. Aber manche hält nichts zurück, daran ihren Spass zu haben, besonders zu dem Preis.

fröhliches Festen!

lg Tommy
 
Weia, da muss ich aber noch viel lernen. Natürlich ist das Teil schon längst im Haus, warum soll man schließlich vorher fragen, sich beraten lassen und sich nicht nur auf die Bewertungen in anderen Foren und Amazon verlassen... ich bins ja selbst schuld...

Schade, dass ich dieses Forum erst zu spät (wieder)entdeckt habe, das hätte den Omas sicher die Anschaffung erspart. hier geht es jetzt darum einfach das beste draus zu machen und die Zeit bis zum 8'' Dobson zu überbrücken, wenn der (Zitat) Blick durch die Klorolle (Zitat ende) Junior dann wirklich Lust auf mehr macht.

Laie wie ich bin, dachte ich "Plössl" sei ein Hersteller und da gäbe es keine Unterschiede, na toll, fang ich nochmal ganz von vorn an. Das wird ne lange Nacht. Ich schaue mir jetzt über die Feiertage erstmal auf der schwäbischen Alp im Weihnachtsurlaub den Sternenhimmel mit dem Firstscope an, das ist für den kleinen schon beeindruckend genug (auch ohne Teleskop), wenn er mal einen Sternenhimmel jenseits der luftverschmutzen Region um Köln/Düsseldorf sieht.

Danke auch für den Hinweis mit der Sternwarte, wir haben sogar eine hier in Solingen, muss ich mal vorbei gehen....

Euch erst einmal vielen Dank und wenn Ihr noch einen Link für ein bezahlbares sinnvolles Okular für diese Klorolle habt (so bis 50 Euro) wäre ich dankbar.

Schöne Grüße,
Peter
 
hey Peter,

nee ich wollt dirs nicht verderben, es gibt wie gesagt auch Leute die das Ding ganz nett finden und ihren Spass damit haben. Grau ist ja alle Theorie. In Ö hat auch einer kürzlich mit dem Firstscope für seine Kids angefangen, und sich dann einen Dob gekauft, such unter den Benutzern nach ZinglerM.

Simon Plössl war übrigens ein Optiker aus Wien, da gibts auch eine Plösslgasse, und ich habe kürzlich seinen Urenkel kennengelernt. Er ist auch Astroamateur...

lg Tommy
 
Hallo Peter,

Okay, Kind im Brunnen.
Fang mal mit der Sternwarte an. Und bitte, keinen Cent in das Gerät stecken, ist mein Ratschlag. Denk mal einfach, für 50 Euro mehr wäre halt schon wieder ein brauchbares Schüler-Teleskop zu haben gewesen. Bastlerisch kann man das gerne aufpeppen, aber zukaufen sollte man konsequent lassen.

Für's erste: Man sollte damit Mondspaziergänge machen, nun zu Weihnachten steht der Mond wirklich optimal, "Halbmond", das heißt die Berge werfen am Terminator lange Schatten, alles wirkt sehr plastisch. Dann vergrößert so weit, wie ihr das Bild gut findet. (Kleine Okularbrennweite=große Vergrößerung.)
Ansonsten probiert, bei schwacher Vergrößerung mal Sterne anzuschauen. Die Plejaden (M45) sind am Winterhimmel sehr auffällig. Orion ist schon entdeckt - auch der Orionnebel mitten im Schwertgehänge ist ein Objekt für die ganz schwache Vergrößerung. Dann probiert mal, am linken (von uns gesehen rechten) Fuß der Zwillinge den Sternhaufen M35 anzupeilen und zwischen Cassiopeia und Perseus den Doppelsternhaufen H&Chi.
Ich weiß ja nicht, wie es mit weiterer Literatur usw. anschaut, was ihr sonst so an Objekten finden könnt. Jupiter und Mars - da hält man mal drauf, man muss sehen, welche Vergrößerungen das Bild noch verbessern. Größer geht immer, nur wird das nicht unbedingt schärfer und somit kann es sein, dass ihr mehr als 50x (6mm Okular) gar nicht vergrößern wollt. Aber immerhin, auch mit 50x ist Jupiter Life schon etwas besonderes, wenn man noch nie durch ein Teleskop geschaut hat.

Das Problem wird jetzt wirklich sein, dass man erkennt, ob Sohnemann das Hobby nicht mag, oder ob das Teleskop einfach nicht mehr hergibt, um ihn länger zu fesseln. Deshalb möchte man sich wünschen, dass es verboten wäre, mit dem Begriff "Firstscope" den Eindruck zu erwecken, das wäre ein gutes Teleskop um zu probieren, ob einem das Hobby liegt. Das ist es nicht und es gibt etliche bessere Möglichkeiten, wie man das Gerät hätte bauen können, auch in der Preislage. Ein 76/750 Spiegel ist mit Holzstativ und azimutaler Wackelmonti auch für 40 Euro zu haben, mal beim Kaffeeröster, mal bei "Ich bin doch echt blöd". Logisch, dass man für dasselbe Geld auch 76/750 hätte auf so eine kleine Dobsonmonti packen können und dann wäre es ein Firstscope gewesen.

Solche Herstellerpolitik macht mich immer unglaublich sauer.

Clear Skies
Sven
 
Och menno,

Laßt dem Peter doch erstmal seinen Spaß dran haben und nennt Ihm doch nicht schon die ganzen Schwächen ^^ Sonst sieht er sie doch gleich *zwinker*

Kauf erstmal kein Zubehör Peter und guck mal was du mit dem was du hast alles siehst ;-)

Für 50€ isses nen nettes Spielzeug. Mein Kumpel hat z.B. schon viel Spaß mit seinem Miniskope gehabt und nutzt es sogar mitlerweile aufm Stativ hehe

Also nicht traurig sein Peter sondern gucken ^^ Es gibt schöne Sternhaufen zur Zeit.

Gruß und CS
Andreas
 
... noch ein Nachschlag: Wenn der Dobson kommt und keine Sentimentalitäten an dem Teil hängen: Ein Neugerät mag ich dafür nicht kaufen, aber ein Gebrauchtgerät beschaffen, und das mal in einem Testbericht beleuchten, wäre mir die Sache schon wert. Wenn also eins rumliegt...
 
Hallo zusammen,

das 76/300 "Firstscope" mag ich ja irgendwie. Natürlich sind die Schwächen in der Konzeption alle da, die oben schon genannt wurden. Um das zu erkennen, muß man das Gerät nicht mal in der Hand gehabt haben.

ABER das Teil ist irgendwie trotzdem nicht irgendein "Billigfernrohr". Sondern es wirkt originell und sympathisch, nicht nur schon wegen der ganzen aufgedruckten Namen anläßlich des Jahres der Astronomie. Außerdem nimmt es auch wenig Platz weg, sieht irgendwie schick aus, und ist sicherlich wirklich extrem einfach handzuhaben.

Das sind alles so Eigenschaften, denen man nicht mit einer nüchternen Kosten-Nutzen-Analyse beikommen kann. Vielleicht aber helfen diese Eigenschaften über die kleine Optik und andere Macken hinweg. Von so einem Fernrohr erwartet niemand, daß es Höchstleistung bringt, aber es bringt vielleicht für relativ wenig Geld und Aufwand genug Spaß, um neugierig auf "mehr" zu machen.

Es ist zudem sicher trotz seiner Astronomiejahr-Aufdrucke ganz sicher keine Sammler-Wertanlage, aber doch irgendwie auch in Zukunft wenigstens ein Andenken an das Jahr 2009.

ABER!!!

Dieses "Zubehörset" besteht offenkundig aus billigsten Okularen..... und was soll man mit so einem mickerigen Sucher groß anfangen? Billige Winz-Sucherfernrohre nützen fast überhaupt gar nichts (spreche aus Erfahrung) und stören stattdessen nur das klare Konzept und die kompakte Erscheinung des Firstscopes! Außerdem ist das Firstscope mit nur 300 mm Brennweite eh für geringe Vergrößerungen prädestiniert und daher erscheint mir ein Sucher da auch generell nicht besonders wichtig. Wenn überhaupt, dann ein Leuchtpunktsucher.

Ich würde das Geld für das Zubehörset UNBEDINGT sparen und stattdessen davon wenigstens ein vernünftiges einfaches Okular kaufen, ggfls. gebraucht. Im Bereich 20-30 Euro bekommt man doch schon Okulare, die sehr entscheidend besser sind als das Zeug aus dem Zubehörset.

Ohne durch das Fernrohr je durchgesehen zu haben, deuten die optischen Daten (kurze Brennweite... hohes Öffnungsverhältnis) ja doch recht eindeutig darauf hin, daß nichts den Beobachtungsspaß mit diesem Gerät so sehr trüben kann wie schlechte, ungeeignete Okulare.

CS
Thomas
 
Ich sage mal "in den Brunnen gefallen Teil 2", denn auch das Zubehörset wurde flucks bei Amazon bestellt (vor allem wegen der Tasche und des Mondfilters und weil eine andere Oma auch was in der Hand haben wollte).

Zitat von Thomas_John:
Ohne durch das Fernrohr je durchgesehen zu haben, deuten die optischen Daten (kurze Brennweite... hohes Öffnungsverhältnis) ja doch recht eindeutig darauf hin, daß nichts den Beobachtungsspaß mit diesem Gerät so sehr trüben kann wie schlechte, ungeeignete Okulare.

Daher auch meine Frage weiter oben, welches (z.B. Plössl) ich mir denn holen soll, wenn ich (vor allem den Mond und die Planeten) etwas besser sehen möchte als mit dem Standardkram - einen wie auch immer angedeuteten Ring vom Saturn oder Monde vom Jupiter wären ein Traum. Klar will ich in dieses Teil keine hunderte von Euro versenken, aber warum nicht beispielsweise für um die max. 50 Euro ein besseres Okular. Wäre wirklich über jeden Tipp dankbar.

Schöne Grüße von einem Laien, der noch nie durch ein Fernrohr geschaut hat (somit absolut nichts atemberaubendes erwartet) und hofft, dass auf der Schwäbischen Alp morgen nacht ein Stern rauskommt, würde ja zum heiligen Abend passen :-)

Schöne Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,

gestern bei Kodi im Prospekt für 25 Euro das besagte 76/750. Das Ding hat wenigstens von den Paramteren 76mm Öffnung, 750mm Brennweite die Chance normal abzubilden. Das 76/300 kann ja optisch gar nicht sauber funktionieren.

UND @Thomas!
Es geht da nicht um Schwächen in der Konzeption oder schrottiges Zubehör. Es geht um ein Teleskop was optisch gar nicht sauber funktionieren kann und da ändert auch besseres Zubehör nichts.
Um es mal zu erklären: Der Kugelspiegel da hat keine Brennweite, sondern jeder Ring um die Spiegelmitte hat eine eigene Brennweite, die zum Spiegelrand hin kürzer wird. Das heißt man kann das Bild gar nicht wirklich scharf stellen. Man stellt eher so auf einen Mittelwert scharf bei dem die Spiegelfläche mit kürzerer Brennweite gleich der Spiegelfläche mit längerer Brennweite ist und das überlagert sich dann zum kleinsten machbaren Maschfleck, den diese Optik liefern kann. Da beisst ein Okular keinen Faden ab!
Daher sollte man wirklich was anderes erwarten, als das ein optisches ...-Teleskop doch noch gehätschelt wird, weil es NIEDLICH aussieht!!!
Man kann auch niedliche Teleskope bauen, die optisch einwandfrei sind. Da ein 76/750 für 25 Euro komplett zu haben ist, ist nicht im entferntesten einsehbar, warum hier 76/300 gewählt wurde. Und natürlich kostet ein 76/300 Parabolspiegel mehr, aber die Eckwerte 76/300 sind ja für den Einsteiger gar nicht sinnvoll.

Und jetzt stehen wir alle am Brunnen und gucken betreten hinein.

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Ich würde dir irgendein 20-25mm-Plössl von der Schnäppchenliste eines beliebigen Herstellers empfehlen, zum Beispiel http://www.teleskop-express.de/shop/index.php/cat/c180_Schnaepp---Okulare.html ganz unten unter "diverse Hersteller" oder "Einzelstück Schnäppchen" - Restpostenliste gibt's bei fast jedem Händler oder hier im Biete-Board. Das sind die Billigdinger, die den meisten Teleskopen beiliegen, bringen dir für niedrige Vergrößerung aber schon einiges mehr an Gesichtsfeld. Frag mal in Solingen nach, ob jemand eins vom letzten Teleskopkauf über hat, das spart das Porto. Das 4mm-Okular finde ich gar nicht so übel wie das 20mm, aber auch hier könnte sich ein ca. 4mm-Plössl noch lohnen - die sind vom Einblickverhalten her aber auch schon suboptimal. Frag mal in Solingen nach, ob du da das ein oder andere 4mm-Okular testen kannst, ob's dir mehr bringt.

Zugegeben: Um die Optik wirklich auszureizen (maximales Bildfeld bei maximaler Randschärfe), bräuchtest du Okulare für einige 100 Euro - aber das braucht dir den Spaß nicht zu nehmen! Schau auf das, was du im Teleskop siehst, und nicht auf das, was du nicht siehst:-)

Jupitermonde gehen schon mit den Standardokularen, eine Justieranleitung für den kleinen Fangspiegel (der in Okularnähe) ist im Handbuch. Ist ein bisschen ein Fizzelgeschäft, aber machbar. Der Saturnring dauert noch ein Jahr oder zwei - wir sehen gerade genau auf die Kante, anfängerfreundlich wird er erst in einiger Zeit wieder.

Plejaden und Orionnebel dürften gerade von der Alb aus ebenfalls begeistern - wie bei allen Astro-Objekten gilt, dass sie beeindruckender wirken, wenn man weiß, was man da eigentlich beobachtet, ansonsten sieht man auch in einem perfekten Teleskop nur Sterne, und ab dem 5. Sternhaufen sieht alles gleich aus.

Der Sucher ist zwar zwar nichts tolles, aber als Peilhilfe trotzdem hilfreich. Du kannst ihn übrigens scharfstellen, indem du das hintere Ende drehst. Ich finde ihn hilfreich, aber wie heißt es so schön: Your mileage may vary. Sucher und Tasche wären mir das Geld bereits wert, die Okulare sind halt dabei. Ansichtssache, ob es einem das Geld wert ist.

Schreib vielleicht mal, wie deine Erfahrungen als Laie mit dem Teleskop sind.

Gruß,
Alex
 
Hallo Alex,

wirklich, Tommy hat es schon geschrieben, das Teleskop ist optisch eine Fehlkonstruktion, das kann man nur an Anfänger verkaufen und die ärgern sich hinterher oder steigen eh aus dem Hobby wieder aus!

Man sollte keinen Cent mehr in das Gerät stecken, nur wo es schonmal da ist könnte man vielleicht überlegen, ob man insgesamt für 20 Euro irgendein gutes Konzept zur Nutzung hinbekommt. Ein Kinderauge mag vielleicht noch weit genug aufgehen (die Iris) um ein 32mm Plössl zu nutzen, aber das wird am Rand ganz furchtbar unscharf und ich weiß beim besten Willen nicht ob das ein Gewinn gegenüber einem 25mm Plössl oder auch einem beiligenden 25mm Kellner wäre.

Ich steh wirklich traurig vor dem Brunnen und guck runter, aber ich kann da einfach nur ehrlich sagen: Das war Mist.

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Er hier (etwa Seitenmitte, der Beitrag mit den Bildern vom Firstscope auf einem blauen Refraktor) vermutet einen anparabolisierten Spiegel.

Ein 32er-Plössl ist deine Idee, nicht meine.

Gruß,
Alex
 
Moin Alex!

"Anparabolisierter" Spiegel - was bitte soll das sein?! Worauf der Kollege seine Vermutung begründet, schreibt er nicht. Daß Celestron und Skywatcher beide zu Synta gehören, die auch das Konkurrenzprodukt "Heritage 76" (baugleich, mit kleinen Ausstattungsunterschieden, aber wenigstens besseren Okularen) vertreiben, scheint ihm nicht bekannt zu sein.
Bei diesem Zitat des Kollegen "Das ist das Firstscope 76 von Celestron. Ich hatte mir schon vor einiger Zeit ein 6mm Okular aus der LV-Serie von Vixen gekauft, welches ich jetzt beim FistScope einsetze. Mit dem Okular sind die Sterne bis zum Rand hin absolut scharf und die Abbildung ist super!" kann man irgendwie nur den Kopf schütteln.

BTW: Das ominöse "76/750 mm"-Teleskop, von dem hier die Rede ist, ist ein stinknormaler Tchibo-Torpedo 76/700 mm! (Hab' mich schon gewundert!)
 
Hallo Kerste-Alex,

der berliner Alex da drüben begründet seine Vermutung nicht
und das von Winnie gebrachte Zitat dieses Users spricht Bände.
Laßt euch nicht für dumm verkaufen.

CS,Karsten


 
Zitat von Kerste:
Schreib vielleicht mal, wie deine Erfahrungen als Laie mit dem Teleskop sind.

Das tue ich gern. Nachdem wir (Vater und 9jähriger Sohn ohne jegliche Erwartungen und Vorwissen aus der "Grosststadt") am 1. Weihnachtstag einen ersten Blick auf den halben Mond geworfen haben und sehr beeindruckt von den Kratererscheinungen am Rand waren, mussten wir leider bis heute warten, bis die Wolken mal wieder freien Blick nach oben gewährten.

Aktuell befinden wir uns nicht in Solingen, wo durch Lichtverschmutzung zwar an klaren Tagen der große Wagen und Orion sichtbar sind, aber alles weitere meist nur vermutet wird. Wir sind auf der schwäbischen Alb zu Besuch, wo wir zwar sehr wenig Lichtverschmutzung haben, aber durch den fast vollen Mond und eine immer noch sehr präsente Schneedecke auch nicht sooo viel mehr sehen. Aber genug gequatscht. Heute haben wir durch das Firstscope den Orion betrachtet. So banal es klingt, aber wenn man als absoluter Laie zum ersten Mal durch ein Okular schaut, auch wenn es nur das von Euch hier so runtergemachte Celestron Firstscope ist, waren wir schon beeindruckt, dass man bei einer 15fachen Vergrößerung schon weitere Sterne hinter und neben den drei leuchtenden Sternen im Oriongürtel sieht.

Als dann auch noch mit der 75fachen Vergrößerung der Orionnebel gefunden wurde war die Sensation für uns Einsteiger perfekt. Dies ist sicher für Euch nicht nachvollziehbar. Für uns war es gradios. Ok, ich muss zugeben, dass ich es erst nicht als Nebel erkannt habe und erfolglos versuchte, den Nebel als einzelnen Stern scharf zu stellen, bis ich merkte, dass ich ihn wirklich gefunden habe.

Soviel zu unseren allerersten Gehversuchen. Wir freuen uns nun auf die partielle Mondfinsternis am 31.12. und den Neumond Mitte Januar und ich bin nun der Meinung, dass wir das Geld nicht aus dem Fenster geworfen haben. Mein Sohn fragt schon, was er aus seinem Sparschwein geben muss, wenn wir ein richtig großes "Fernrohr" kaufen wollen. Doch zuerst kommt noch das ebenfalls nicht gut bei Euch angekommenen Zubehörset, was die andere Oma noch zu Weihnachten schenkt, wenn wir wieder zu Hause sind und dann werden wir einfach mit unserem kleinen erst einmal Rohr Spass haben. Vielleicht hat ja noch jemand einen Tipp, was sich lohnt mit dem kleinen Teil anzuschauen.

Schönen Abend noch und viele Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,

doch, ich kann es nachvollziehen - lieber in die Sterne schauen als in den Brunnen mit dem Kind drin ;) Habt ihr die (farbige) deutsche Anleitung mit den Sternkarten und der Mondkarte drin erhalten? Da sind ja ein paar Vorschläge drin. Falls nicht, fragt mal beim Händler nach.

Falls nicht, lad dir mal Stellarium (www.stellarium.org) runter und such nach
  • Plejaden oder M45 (offener Sternhaufen, ausgedehnter als der Mond, schon mit bloßem Auge sichtbar)
  • M41 (offener Sternhaufen unterhalb von Sirius)
  • h&Chi Persei (gleich zwei offene Haufen zwischen Cassiopeia und Perseus, groß)
  • M52
  • M36, M37, M38 (drei benachbarte Sternhaufen im Fuhrmann)
  • M44
  • Ny Draconis
  • Kleiderbügel (coathanger/Brocchi's cluster) - ist nicht alles jetzt zu sehen.
Bevor die ganzen Sternhaufen langweilig werden: Nicht nur anschauen, sondern auch beobachten - die sehen tatsächlich alle (etwas) anders aus. Ny Draconis ist ein Doppelstern im Drache. Albireo könnte kurz nach der Abenddämmerung noch gehen (ist der Kopfstern vom Sternbild Schwan), in seiner Nähe ist der Kleiderbügel - eine gerade Sternkette, länger als der Mond, in deren Mitte ein Haken abgeht. Das ganze ähnelt wirklich einem Kleiderbügel.

Du kannst vielleicht auch mal nach Objektlisten fürs Fernglas Ausschau halten. Noch ein Downloadtipp: http://www.philharrington.net/tuba.htm Phil Harrington hat das umfangreichste Buch über Astronomie mit dem Fernglas geschrieben. Die Objekte, die mit dem Fernglas gehen, gehen in den meisten Fällen auch mit dem FirstScope. Aber Vorsicht: Da sind einige Sachen dabei, die entweder sehr groß oder sehr anspruchsvol sind und etwas Beobachtungserfahrung voraussetzen.

Und noch ein Downladtipp, aber schon was fortgeschritteneres: Eye and Telescope (E&T) in der Demoversion mit dem Beobachtungsprojekt "Fern-Seher" könnte einen Versuch wert sein. Gibt's unter http://www.eyeandtelescope.com/ in der Download-Rubrik (Demo-Version und Beobachtungsprojekte). E&T ist vom Handling her etwas gewöhnungsbedürftig, simuliert aber auch den Objektanblick im Okular. Die billigen Huygensokulare werden allerdings nicht unterstützt, da musst Du ein größeres Gesichtsfeld angeben. :Trost:

Ansonsten haben vor allem die Verlage Oculum und Kosmos einiges an guter Einstiegsliteratur, die sich lohnt.

Viel Spaß,
Alex
 
Hallo Peter,

STOP! Ich verfolge das hier schon eine ganze Weile und es läuft ein wenig verquer. ;)
Nicht nur ich, wir ALLE können Deine Begeisterung sehr gut nachvollziehen. Das freut uns auch um so mehr, als diese Begeisterung nun wirklich von einem .....nicht ganz idealen.....Teleskop verursacht wird. Das lässt auf nachhaltiges Interesse hoffen. :)
Auch wenn die Äußerungen den Anschein erweckt haben sollten, keiner hier hat seine eigenen Anfänge vergessen und mein erstes Teleskop z.B. war ein weit schlimmeres "Spielzeug" als dieses "First-Scope". Das hat mich aber eben trotzdem nicht davon abgehalten, richtig in die Amateurastronomie einzusteigen.
Genau diese Gefahr ist aber bei Enttäuschung immer gegeben und für Viele hat so ein "First-Scope" eben genau dieses Enttäuschungspotenzial im Gepäck.
Daher rührt der, eventuell etwas massiv vorgetragene, Rat doch von Beginn an ein geeigneteres Teleskop zu wählen.

Dein Sohn und Du, Ihr seid also schon von dem, was dieses Teleskop zu zeigen in der Lage ist, begeistert.
Das ist schlecht für das Sparschwein, wie schon Sohnemann richtig erkannt hat. Ganz schön clever!

Ihr gehört nun zu diesen Narren, die sich wegen so ein paar nebligen Fuzzelchen und einiger Krater und Rillen auf dem Mond, den Jupiterbändern und den Saturnringen die Nächte um die Ohren schlagen und die Ohren anfrieren.
Herzlich willkommen im Club. :super:

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

ich schließe mich an, habe gerade an Weihnachten noch erlebt, wie sehr man Familienangehörige schon mit einem flüchtigen Blick auf den Mond durch Wolken durch mit lediglich 40x Vergrößerung begeistern kann. Boahhhhh Krater zu sehen .... ist ja völlig unglaublich .... und meinereins steht da und traut sich kaum, wen ans Okular zu lassen, weil man noch nie so einen hoffnungslos schlechten Mond dadurch gesehen hat

:)

Meine Meinung:

Das Firstscope als winzig kleines "niedliches" Teleskop würde natürlich als 76/700er schon nicht mehr funktionieren.

Ehrlich gesagt kann ich persönlich mehr mit so einem kleinen Hingucker-Teleskop anfangen als mit den etwas "ernsthafteren" Einsteiger-Fernrohren wie z.B. dem Lidl 70/700er, der einerseits immer noch nicht gut genug für ein RICHTIG ernsthaftes Fernrohr ist, andererseits aber auch nicht so ultraleicht zu bedienen und auch, wenn der Anfänger sich was Neues gekauft hat, nicht so schön als Wohnungsgegenstand irgendwo in der Ecke hingestellt oder an die Kinder "weitergereicht" werden kann, wie eben so ein Firstscope.

Wenn das Firstscope bei seiner leichten Bedienung einen Einsteiger gleich soweit abschreckt, daß man sich nie wieder mit der Astronomie beschäftigt, dann hat in meinen Augen so jemand eh kein ernsthaftes Interesse.

Wenn wiederum sowas wie ein Lidlteleskop mit der parallaktischen Montierung und eventuell "verklemmtem" Objektiv einen Einsteiger einfach erstmal nur frustriert, weil nichts mit "einfach mal Durchschauen" ist, kann ich das irgendwie schon fast eher verstehen.

Und daß jeder Einsteiger sich, ohne je was anderes probiert zu haben, direkt einen 8 Zoll Dobson hinstellt, halte ich auch für etwas unwahrscheinlich.

LG
Thomas
 
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