China-Fuji 10x50: Wer hat´s, wie isses?

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Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hi Rolf!

Hallo Stefan, vielen Dank für die Einladung zum Beobachten.

Vielleicht sehen wir uns ja mal auf dem ITV?

Wir begraben das Kriegsbeil (hey, hat´s da ein Kriegsbeil
gegeben?) - ok.?

Nö, ein Kriegsbeil hat es nicht gegeben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/knuddel.gif" alt="" />

Wie Jürgen schreibt: Manches kommt in der schriftlichen Form oft viel schärfer und ernster rüber als es gemeint ist.

Das mit dem <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" /> vor den Preisen von Ferngläsern der Leica-Liga ging und geht mir übrigens ganz ähnlich. Wir hatten hier mal einen Thread, in dem ich ganz ketzerisch gefragt hatte "Wer kauft eigentlich Leica-Gläser?". Ich glaube seit dieser Diskussion, auch und gerade diese superteuren Ferngläser sind ihr Geld unbedingt wert. Weshalb ich mit Fujinon (habe davon 3 Gläser) und Nikon (hiervon 2) aber immer eine Liga darunter blieb, liegt darin begründet, dass ich keine Lust hätte, im Urlaub oder sonstwo immerzu Argusaugen auf dieses Goldstück haben zu müssen. Nicht dass ich mit meinen Fujinons und Nikons weniger sorgsam umginge, aber es ist doch eine andere Preisklasse, bei der man sehr gute Leistung für´s Geld erhält. Meine beiden Nikon-Gläser liegen preislich sogar noch unter Deinem TS-Glas und selbst sie beeindrucken mich nach wie vor.

Hey, jetzt bleibt mir nur noch, Dir einen CS zu wünschen und viel Spass beim Beobachten mit Deinem neuen Fernglas!

CS

Stefan
 
Re: China-Fuji: Zeiss und Leica sind besser!

Ich habe durch bei den letzten ITVs und bei anderer Gelegen-
heit unter gutem Landhimmel durch einige Leicas und wenige Zeiss/West geschaut. Erschreckt hat mich nach anfänglicher
Begeisterung immer der Preis - nicht weil ich das Geld nicht
hätte, sondern weil aus meiner Sicht das Preis-Leistungsver-
hältnis nicht stimmt.

Hallo Rolf,

das wird aus Deiner Sicht richtig sein. Du hast ein Fernglas vorwiegend für die Himmelsbeobachtung gesucht und für diesen Zweck allein kann man abseits von Zeiss, Swarovski oder Leica sicher Ferngläser mit einem deutlich angenehmeren Preis-Leistungs-Verhältnis finden. Wenn ich nur ein Glas zum Sternegucken suche, dann muss ich kein Dachkantglas für 1000 Euro oder mehr kaufen. Auf der anderen Seite lässt sich ein Fernglas wesentlich vielseitiger verwenden als beispielsweise ein Teleskop. Ich hatte es in einem Artikel mal so ausgedrückt:

"Nun geht es zumindest mir so, dass der Kauf eines sehr guten Fernglases für nicht gerade wenig Geld in dem Moment etwas leichter fällt, wenn das Fernglas neben der Himmelsbeobachtung auch für andere Zwecke genutzt werden kann. Sei es zum Wandern, auf Reisen oder im Urlaub, ein gutes Fernglas kann man eigentlich immer gebrauchen. Ein 10x50 mit Porroprismen, Einzelokulareinstellung und 1,4 kg Gewicht hänge ich mir nur ungern um den Hals und so liegt es nahe, ein leichtes Universalglas zu suchen, welches für Beobachtungen am Tag und bei Nacht gleichermaßen gut geeignet ist ..."

Wie die Diskussionen hier im Forum immer wieder zeigen, stehe ich mit dieser Sicht der Dinge nicht allein auf weiter Flur. Der Appetit kommt bekanntlich mit dem Essen und wer ein Fernglas für die Himmelsbeobachtung anschafft, der findet eines Tages vielleicht auch Freude an der Naturbeobachtung. Wenn man sich in so einem Fall Gedanken über das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Zeiss oder Leica Fernglases macht, dann sieht die Welt anders aus. Der Aufwand, der bei diesen Ferngläsern für ein helles, kontrastreiches und naturgetreues Bild mit möglichst großem Sehfeld getrieben wird, schlägt sich natürlich im Preis nieder. Solche Universalgläser sollen leicht und kompakt sein, trotzdem müssen sie eine robuste Gangart vertragen, sie sollen heutzutage wasserdicht sein und in den immer kompakteren Gehäusen müssen konstruktive Maßnahmen für eine effektive Unterdrückung von Streulicht unter ungünstigen Beobachtungsbedingungen Platz finden. Ein Dachkantglas dieser Art kann man bei der Bewertung von Preis und Leistung nur bedingt mit einem Fujinon oder einem China-Marineglas vergleichen. Für Astro allein mag ein Zeiss oder Leica zu teuer sein, guckt man aber mehr als nur in die Sterne, dann lohnt sich der finanzielle Aufwand vielleicht doch.

Ich will damit eigentlich nur sagen, bevor man 300 oder 600 Euro in ein reines Astroglas vom Typ 7x50 oder 10x50 investiert, sollte man sich überlegen, ob man sein Fernglas nicht noch anderweitig nutzen will und die höheren Kosten für ein wirklich gutes Docter, Nikon, Leica oder Zeiss Glas so einen Sinn machen. Persönlich habe ich mich (nach langem Suchen) für ein 8x42 Victory FL als Universalglas entschieden, das macht bei Tag und am Sternhimmel eine ausgezeichnete Figur. Für Astro hatte ich mir schon früher ein kleines Miyauchi zugelegt. Ich hätte mir auch gern ein Fujinon 10x50 gekauft, das Miyauchi erschien mir aber mit der Möglichkeit zur entspannten Himmelsbeobachtung im Sitzen als die sinnvollere Anschaffung. Die Kombination aus einem kleinen oder großen "Großfernglas" mit Winkeleinblick und einem Fernglas mit 7- oder 8-facher Vergrößerung für freihändiges Genußspechteln ist bestimmt nicht die schlechteste Lösung, die man sich fürs Sternegucken suchen kann.


Dass ich (auch finanziell) durchaus
verrückte Sachen mache, zeigt der Kauf des kleinen 60er Ta-
kahashi Fluorit Refraktors (du hast selbst mal geschrieben,
dass man - so in etwa - nicht alle Tassen im Schrank haben
muss, wenn man für 60mm Öffnung ca. 800 Euro auf den Tisch
legt).

So etwas soll ich geschrieben haben? Ich würde nie im Leben für einen 60mm Tak 800 Euro bezahlen. Wozu? Wenn ich für 600 Euro einen 55mm Fluorit Refraktor von Vixen bekommen kann, dann nehme ich doch den. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Aber Du hast vollkommen recht: irgendwie haben wir Hobbysterngucker ohnehin eine (kleine oder größere) Macke. Der eine investiert sein Geld in einen Riesendob, der nächste geht mit mindestens 4 Ferngläsern um den Hals beobachten und ein anderer kauft sich für möglichst viel Geld einen möglichst kleinen Refraktor mit einem 31mm Nagler hinten drin. In einem Punkt sind wir uns sicher einig, ganz normal ist das nicht, aber es macht unheimlich viel Spaß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> ...


Aber dass mir dann so viel Kritik (die ja nie schlecht ist,
es sei denn sie paart sich mit Arroganz, Häme und Zynismus)
entgegenschlägt, das hätte ich eben nicht gedacht. Denn aus
meiner (blauäugigen) Sicht befand ich mich auf "astrono-
mie.de" doch unter (Stern-) Freunden - oder doch nicht?
Na, da hilft kein lamentieren.

Betrachte es nicht als Kritik an sondern als Resonanz auf Deinen Beitrag und eine anregende Diskussion danach. Wäre es Dir lieber, wenn alle sagen: super, toll, sehe ich genauso, das sehe ich auch so, genauso sehe ich das, ich schließe mich meinem Vorredner an, ... Sei doch froh, dass Dein Beitrag diskutiert wird. Das zeigt Dir, dass er gelesen wurde und auf Interesse stößt.

Frank.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Also wie schon mal an anderer Stelle geschrieben, muss ich leider meine CZJ Gläser perspektivisch gegen etwas brillenträger-taugliches austauschen. Deshalb habe ich nun meine Suche nach Alternativen etwas intensiviert und so bin ich auch (wieder) auf diesen Thread gestoßen. Und dachte mir: Nichts ist so gut wie der eigene Vergleich. Ich habe 2 CZJ 10x50, beide aus den letzten Produktionsjahren und in Top-Zustand (eines davon verkaufe ich jetzt bereits).

Ich liebäugle ja etwas mit dem Fujinon, werde auch das Docter mal testen und bin aber nicht so auf 10x50 festgelegt, es gibt ja auch andere nette Größen und ggf. wäre auch ein gutes 10x42 oder 8x42 was feines (das Swift 8,5x44 habe ich ja bereits vor Monaten getestet, aber für mich nicht passend).

Langer Rede kurzer Sinn, ich habe einen Sternfreund gebeten, mir sein TS 10x50 Marine "FuCHINon" mal zum Testen zu geben. Für sich betrachtet, hat das Teil auf jeden Fall eine gute optische Qualität. Im Vergleich zu meinen (!) CZJ 10x50 ist es aber eben nicht überzeugend.

Den Zentralfokus "muss" ich nicht haben, aber: Außer den nervigen Klappdeckeln ist die gesamte Verarbeitung eher aus der Kategorie Schwerindustrie. Man verzeihe mir meine Vorurteile, ich "fühle" regelrecht das Honigfett in der Knickbrücke und in der Fokussierung.

Mag sein, dass es ein Einzelfall ist (der Kollege ist ja begeistert von seinem Glas, nur vorher hatte er nur ein Bresser 10x50), aber irgendwie "passt" mir das FuCHINon nicht wirklich.

Irgendwo habe ich mal gelesen, das Auge ist extrem "speicherfähig", d.h. wer einmal durch ein TOP-Glas gesehen hat, ist für alles andere versaut. Nach diesem Test glaube ich das auch, denn obwohl es eine fraglos gute Qualität hat, die auch dem Preis entsprechend ist, würde ich keinen EUR "mehr" dafür zahlen wollen. Und ein Kompromiss für 300 EUR ist mir ehrlich gesagt zu teuer.

Deshalb werde ich nun als nächstes auch mal das 10x50 FMT SX II testen, gern würde ich ja mal ein NIKON CF 10x42 SE probieren ... hat jemand noch andere Vorschläge?

Das Zeiss Victory wäre natürlich mein Traum aber ich gebe zu, dass mein Budget das z.Z. nicht hergibt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

gern würde ich ja mal ein NIKON CF 10x42 SE probieren ...

Da ist Vorsicht geboten - ich habe eines und muss leider sagen, dass der Einblick mit Brille kritisch ist, d. h. ich habe immer wieder blackout (trotz relativ grosser Brillenfassung). Und die Stülp-Augenmuscheln sind eigentlich in der Preislage unwürdig. Optisch gibt es aber nichts zu meckern.

Hans-Georg
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Ein weiterer Kritikpunkt am TS Marine 10x50 und auch am TS Marine 7x50 sind die vorderen Verschußklappen, die sich wirklich ständige eigenständig öffnen.

Die Deckel gehen aber nur dann "von alleine" auf, wenn man das Glas um den Hals hängt. Dann drückt das Gewicht des Glases gegen die Verbindung von Deckel und Gummiarmierung, womit die Deckel rausgehebelt werden. Das ist eine Erklärung, keine Entschuldigung. Ich denke nicht, dass das vom Hersteller so gedacht war. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Das hohe Gewicht hat meiner Meinung nach nicht nur Nachteile. (ich beziehe mich hier ausschließlich auf Astronomie) Gut, wenn man freihändig beobachten will, ohne sich irgendwie irgendwo abzustützen, dann werden die Arme schnell müde. Aber beobachtet man, wenn man speziell im Fernglas bestimmte Objekte untersuchen möchte freihändig mit Kopf im Nacken? Ich persönlich mache das nicht. Auch der Liege kann ich wunderbar Objekte im Zenit beobachten, dabei sind die Augenmuscheln auf meinem Gesicht abgestützt (was ich auch nach einer Stunde nicht als unangenehm empfinde) und mit dem Händen halte ich das Glas in Position. Durch das Gewicht des Glases zittere ich kaum, ich beobachte als wäre das Glas auf einem Stativ. Auch bei Objekte die näher am Horizont liegen, wie M42 habe ich mit dem Gewicht keine Probleme.
Ich habe vorhin eine Stunde lang draußen gelegen und mit dem APM 10x50 den Orionnebel so wie H und Chi Persei beobachtet. Immernoch muss ich von den feinen Sternen schwärmen, ein echter Hochgenuss. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Auch nach Monaten Erfahrung mit diesem 10x50 kann ich es weiter empfehlen und bereue den Kauf nicht. Allerdings habe ich das Glas damals aus dem Bauchgefühl heraus gekauft. Deshalb kann ich nicht sagen, ob ich das Glas auch nach einem Vergleich mit einem CZJ oder Fujinon und dem Abwägen aller Vor- und Nachteile gekauft hätte oder nicht.

Übrigens, einige kennen ja bestimmt diese polnische Homepage mit den Fernglas-Tests, allerdings ist diese nur auf Polnisch. Dort wurde sowohl das Fujinon, als auch das APM/TS/WO/UO 10x50 getestet. Einmal hier (China-Fuji) und einmal hier (Fujinon).

Nun kann ich kein Polnisch, aber die Testergebnisse sind folgendermaßen:
-China-Fuji: 129.4/170 76.1%
-Fujinon: 143.5/170 84.4%

Einen Direkt-Vergleich hat ja sonst, soweit mir bekannt, noch keiner gemacht. Ich denke aber, dass das Ergebnis insgesamt nicht für ein schlechtes Preis/Leistungs-Verhältnis spricht, zumal das China-Fuji von Markus Ludes schon weiter unter dem normalen Preis angeboten wurde, ich glaube so 230Euro.
 
Re: China-Fuji 10x50: Erfahrungsbericht ist da!

Hallo Arne,

ich bin mit dem Fernglas auch sehr zu frieden, die Sternabbildung ist wirklich sehr gut und den Kauf habe ich auch nicht bereut. Deine Erklärung zum eigenständigen Öffnen der Deckel kann ich bestätigen. Die Verbindung von Deckel und Gummiamierung habe ich daher auf 7,30 Uhr, bzw. auf 4,30 Uhr nach außen gedreht, so daß die Deckel beim Beobachten noch nicht stören und ein Druck auf die Gummiverbindung seltener geschieht.

Der Test ist interessant, auch wenn ich kein polnisch kann.

Viele Grüße

Olaf
 
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