CZJ Dekarem öffnen?

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Kerringa

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Hallo Optikbastler,
ich möchte gern bei einem Dekarem (ca. 60er - 70er Jahre) die beschlagenen Prismen reinigen. Die Objektivtuben lassen sich ohne Weiteres ein Stück heraus schrauben, dann aber geht es nicht weiter. Bei anderen Gläsern ist mir der Effekt bisher nicht bekannt gewesen. Weiß jemand die Ursache - gibt es bei manchen Baunummern irgendwelche Arretierungsschrauben?
Hat jemand einen Tipp, um zu fest sitzende Okulartuben auf der Oberseite heraus zu drehen? Diese sitzen bei dem Fernglas komplett fest, und ich habe Angst, bei zu hoher Kraftanwendung diese zu verformen.
Vielen Dank im Voraus für kompetente Hinweise!

Hans-Jürgen
 
Hallo Hans-Jürgen,
ich hatte auch mal ein Dekarem, habs aber nie geöffnet.

Ich möchte Dir an dieser Stelle gern www.optixxx.de empfehlen - sehr gute Arbeit (Reinigung, Justage etc.) zu fairen Preisen.
Wäre schade, wenn das Glas sonst kaputt geht...
 
Ich habe mein Dekarem schom mehrmals zerlegt, alles kein Problem. Von der Objektivseite weiß ich es aus'm Kopf: Die Objektive rausschrauben, dann lassen sich die Befestigungsschrauben der Abdeckbleche lösen und schon ist man an den vorderen Prismen. Die Okulare hingen glaube an einer Befestigung an der Knickbrücke, aber das weiß ich nicht mit Bestimmtheit, ohne das Glas vor mir zu haben.
 
Hallo Ralf und Uwe,
erstens Dank für den Link.
Ja eben - einfach die Objektive 'rausschrauben funktioniert leider nicht. Das geht nur ein paar Umdrehungen und dann sitzen die Tuben wieder bombenfest. Okularseitg habe ich bereits die Knickbrücke demontiert, da bleiben eben die beiden eingeschraubten Schiebetuben stehen, die leider auch bombenfest eingeschraubt sind. Ich hatte bereits mehreren 10x50 und 8x30 (beispielsweise Reinigung, Prismentausch und Justage) problemlos wieder auf die Sprünge geholfen, aber bei dem habe ich die genannten Probleme.
Nochmals die präzisierten Fragen:
Gibt es eine Erklärung, warum die Gewinde der Objektivtuben nach ein paar Umdrehungen aus den Innengewinden des Prismengehäuses wieder blockieren?
Kann mir jemand ein Werkzeug empfehlen, mit dem man die zu fest sitzenden Schiebetuben ohne Verformung lösen kann?
Vielen Dank!
Hans-Jürgen
 
Hallo Hans-Jürgen,
bei älteren Gläsern von CZJ mit 50mm Objektivöffnung bestehen die Objektivtuben aus einem äusseren und inneren Tubus. Der äussere Tubus ist Fernglasseitig an dem Abdeckblech, welches den Fernglaskörper bedeckt, festgeschraubt. Der innere Tubus ist im Fernglaskörper festgeschraubt. Diese Zweiteilung ist nicht so ohne Weiteres erkennbar, der innere Tubus liegt ohne erkennbarem Spalt auf dem oberen Gewinde des äusseren Tubus (das Gewinde, auf das der obere Objektivring geschraubt ist) auf. Ich nehme an, dass Du so ein älteres Modell besitzt. Da die Gewinde für inneren- und äusseren Tubus unterschiedliche Steigungen haben, lassen sich die Tuben nicht abschrauben, indem man einfach den äusseren Tubus dreht (keinesfalls Gewalt anwenden!). Man muß erst den inneren Tubus herausschrauben. Dies kann schwer gehen, man hat nur ein kurzes Stück zum anfassen (das Stück, welches sich unter dem Objektivabdeckring befindet), ausserdem sind die älteren Gläser gewöhnlich mit Fett abgedichtet (welches nach Jahren fest geworden ist - und sicher auch Ursache für die häufigen Prismentrübungen sein dürfte).

CS. Frank
 
Hallo Frank,
besten Dank für den profunden Hinweis. Ich hätte also noch etwas warten sollen, denn gestern abend hatte ich etwas mehr Kraft (aus Verzweiflung) angewendet. Da kam nämlich auf der linken Seite beide ineinander steckende Tuben heraus, auf der anderen hatte ich allerdings den Außentubus übers Gewinde schnappen lassen, da ich den Aufbau bis dahin nicht kannte. Es ist aber nichts passiert - die belederte Außenhülle fasst ohne Komplikationen wieder auf dem Außengewinde des Abdeckbleches. Das war dann 'lernen durch's tun'.
Der Aufbau in der Form war mir noch nicht bekannt.
Für die Okulartuben werde ich mir einen Klemmschlüssel aus Hartholz herstellen müssen. Zwischenzeitlich werde ich das Fett in den Gewinden mit WD 40 aufweichen.

Viele Grüße
Hans-Jürgen

 
Hallo Hans-Jürgen,
auf was für Ideen du so bei schlechtem Wetter kommst...
Im Ernst, ich habe die Diskussion aufmerksam verfolgt und fragr dich und alle anderen gleich hier nach dem Grundprinzip der (auch bei deinem Glas dann sicher nötigen) Justage.
Also: was tun, damit das Dekarem/Jenoptem dann wieder deckungsgleiche Bilder liefert?
 
Hallo Kay,
als Ergänzung zur Beschreibung von Frank:
Ich nehme das Glas auf einen Stativhalter und visiere am Taghimmel einen weit entfernten Fixpunkt an. Bei mir ist das eine Mobilfunkantenne. Danach entferne ich mich (sitzend) vom Glas, so dass nur noch die Austrittspupillen wirksam werden.
Wenn das Glas noch nicht richtig justiert ist, sieht man den Fixpunkt nur in einer Fernglashälfte. Nun kann man über die Exzenter den Fixpunkt in die zweite Austrittspupille bringen. Ein Helfer macht sich dabei gut.
Übrigens habe ich fest gestellt, dass bei werksmäßig justierten Gläsern die Bildmitten nicht exakt in der Mitte der Austrittspupille stehen, sondern etwas nach innen verschoben. Ich denke, dass die Augen nicht parallel gerade aus schauen sollen (und wollen), sondern einen näheren scheinbaren Bildabstand fixieren sollen, so als wenn man einen Punkt in ca. 50 cm Abstand betrachtet. Mit der Methode habe ich bisher sämtliche mir vorgelegten CZJ Gläser einschließlich eines Notarems einwandfrei justieren können.
Kay, der nächste Astrostammtisch kommt gewiss...

CS Hans-Jürgen
 
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