Das Frankenspektiv

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jkunz

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Nabend.

Wolfi verhökert für 23,-EUR 70/700 FH-Achromate ohne OAZ. Der Spieltrieb siegte und ich hab mir mal zwei der Teile mitbestellt. Meine Gedanken gingen in die Richtung Sonnenprojektor mit dem einen und das Rohr vom anderen als Bastelmaterial...

Im Herbst hat Lidl Spektive 60/20-60 für 30,-EUR verkauft. Der Spieltrieb siegte und ich hab mir so ein Teil gekauft. Bei dem Preis kann man nicht viel erwarten und so war es auch. Das Objektiv der Spektive ist ein einfacher, verkitteter Achromat von ca. 350 mm Brennweite. Bei 60 facher Vergrößerung kommt da nur noch Matsch raus.

Aber ich hatte das Teil so und so nur zum Basteln und spielen gekauft. Das Objektiv war schnell abgeschraubt und genau so schnell kam die Idee mal einen der OAZ-losen Refraktoren davorzuhalten. Überraschung: Es kommt ein wirklich ansehnliches Bild hinten raus. Selbst bei jetzt max. ca. 120 facher Vergrößerung. (Die Objektivbrennweite ist ja ca. doppelt so groß.) Die Fokussierung hat etwas Shifting und Spiel, iss aber noch OK. Das Zoomokular bietet bei Einstellung 20 fach (jetzt effektiv 40 fach) einen leichten Tunnelblick, der sich aber schnell mit höherer Vergrößerung weitet. Das FH-Objektiv leistet was ein Luftspaltachromat der Kategorie zu leisten vermag und das ist bisweilen erstaunlich viel.

Also mal schnell einen Adapterstutzen entworfen und ausgedruckt. (Das weiße Teil zwischen dem roten Rohr und dem schwarzen Hinterteil des Spektivs.) 3D-Drucker sind was tolles. (Wenn sie funktionieren...) Zusammengeschraubt, fertig ist das Frankenspektiv. Es hängt jetzt also das Hinterteil des Spektivs mit Innenfokussierung und Okular am Tubus des 70/700 Refraktors an Stelle von dessen OAZ. Das Hinterteil ist im Adapterstutzen drehbar und kann mit einer Rändelschraube fixiert werden. Das Teil hat bei minimaler Vergrößerung ca. 40 fach und einen Bildwinkel von gut 1 Grad. Das ist nicht viel, aber perfekt passend für Mond und Sonne. Also noch geschwind einen Sonnenfilter mit Baader Sonnenfilterfolie und einem DN110 HT Abwasserrohrstopfen gebastelt. Passend dazu noch einen Sonnensucher nach Prinzip Lochkamera aus DN50 HT Abflussrohr, Pappe und einer Plastiktüte. Die Befestigung des Suchers bedarf allerdings noch der Optimierung.

Ich werd das Frankenspektiv auf Arbeit mitnehmen und im Büro lagern. Wenn in der Mittagspause mal die Sonne scheint ist das schnell aufgebaut und man kann schön Sonnenflecken bewundern. Ein Arbeitskollege macht ähnliches, allerings mit einem 35'er Lunt Ha. Er lässt mich auch immer mitspechteln, wenn er das Lunt aufbaut. Jetzt kann ich das mit Weißlichtbeobachtung perfekt ergänzen.

Noch einige Bilder im Anhang...

 

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Hallo Jochen,

eine schöne Bastelei.
Wenn Du zwei von den Teilen hast, könntest Du Dir auch ein Bino bauen. Das dann noch als Sonnenteleskop und Du bist im Geschäft der Held. :-))

Gruß

Martin
 
Hallo Martin.

Ja, Bino war auch schon eine Idee. Mit dem Spektivhinterteil geht das nicht, weil zu dick. (Augenabstand...) Bino aus Einzelteilen aufgebaut mit der Umlenkspiegelmimik den nötigen Okularen, ... Da kann ich auch schon ein fertiges 15x70 oder 20x80 Bino einfacher Qualität kaufen. Wie hier ein monokular OAZ mit 6..18 mm Zoomobjektiv für 30,-EUR in brauchbarer Qualität war nicht zu schlagen.

Das Teil hatte heute Premiere. Perry und ich hatten Spaß mit dem Spektiv und seinem Lunt. Einige andere Kolegen haben auch mal durch unsere Geräte geguggt. Teilweise mit leichtem Erstauenen: "Wie? Der kleine Fleck auf der Sonne ist so groß wie die Erde?" Die etwas andere "Sidewalk Astronomy". :-)
 
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