Deep Sky Reiseatlas - Telradkreise - Nutzen?

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grhansolo

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Hallo,

um mich am Nachthimmel etwas besser zurechtzufinden habe ich mir den „Deep Sky Reiseatlas“ gekauft.

Auf den Karten sind ja häufig die Telradkreise eingezeichnet.

Diesbezüglich habe ich einige Fragen:

1. Welchen Nutzen haben diese Telradkreise. Ich habe hier gefährliches Halbwissen. Könnt Ihr mir diesen Nutzen vielleicht anhand eines praktischen Beispiels erklären?

2. Ich habe nun dummerweise keinen Telrad sondern stattdessen einen Rigel Quickfinder. Im Gegensatz zum Telrad (der drei Kreise hat) hat der Rigel Quickfinder ja nur zwei Kreise. Heißt das für mich als Rigel Quickfinder Besitzer sind die Telradkreise im "Deep Sky Reiseatlas" absolut unbrauchbar oder kann ich die Telradkreise auch als Rigel Quickfinder Besitzer sinnvoll nutzen?

3. Bei den Telradkreisen ist es ja so, dass in den beiden äußeren Kreisen jeweils nach einem Viertel eine kleine Unterbrechung zu sehen ist. Könnt Ihr mir sagen welchen Sinn diese kleine Unterbrechung hat?

4. Beim Rigel Quickfinder sind die in Punkt 3 genannten Unterbrechungen nach einem Viertelkreis nicht vorhanden. Wären die Unterbrechungen beim Rigel Quickfinder nicht auch sinnvoll oder gibt es einen Grund warum die Unterbrechungen beim Rigel Quickfinder fehlen?
 
Hallo Robert,

klar kannst du den Rigel verwenden obwohl Telrad Kreise eingezeichnet sind. Ich denke eine spezielle Rigel Version wird sich für den Verlag nicht lohnen ;-). Beim Rigel fehlt nur der äußere Kreis, sonst ist alles wie beim Telrad. Wie ein telrad funktioniert oder Rigel findest Du überall im Netz inkl. YouTube.
Die Kreise in der Karte sind deine Zielscheiben, da musst Du hinzielen mit deinem Rigel wenn du das Objekt sehen willst. Freilich ist nicht für alle Objekte der Telrad Kreis eingezeichnet, sonst würde man auf der Karte nix mehr sehen.
Die Unterbrechungen in den Kreisen dienen nur dazu, das Zentrum visuell besser zu identifizieren - quasi als Hilfe für die Augen.

Grüße
Matthias
 
Servus Robert,

zu 1) guggst Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Telrad-Sucher

Vielleicht zur Ergänzung: die äußeren Telradkreise kann man oft recht gut an helleren Sternen ausrichten. Damit wird der innere Kreis des Telrad sozusagen automatisch aufs Objekt geschoben ohne dass mans direkt sieht

zu 2) Die zwei Kreise des Riegel entsprechen den 2 inneren Kreisen des Telrad. Telradkarten kannst Du dann genauso benutzen. Die Positionierung der Kreise am Himmel ist bissl schwieriger, weil oft weniger helle Sterne darin zu finden sind.

zu 3) kann ich nur mutmaßen: durch die Unterbrechungen wird Sicht auf den Himmel an diesen Stellen frei. Meiner Meinung nach nicht nötig, Riegel funzt ja auch ohne

cs

klaus
 
Hallo Robert,

Ich erhöhe das Risiko und bringe auch mein Halbwissen mit ins Spiel.

Zu 1.:
Um Dein Objekt der Begierde zu finden, suchst Du es im Atlas.
Wenn sich ein Telradkreis darumherum befindet, versuchst Du den echten Telradkreis am Himmel an die gleiche Stelle zu setzen. Das tust Du, indem Du den Kreis anhand der Sterne ausrichtest, so dass das Bild am Himmel dem Bild im Atlas entspricht. Dann sollte sich das Objekt in der Mitte des Telrad/Rigel und somit auch im Okular befinden.


Zu 2.:
Die beiden inneren Ringe entsprechen einander. Sie haben in beiden Geräten und im Atlas 0,5° und 2°.


Zu 3. und 4.:
Das ist eine Referanz an ein Fadenkreuz, wie Du es in den meisten Sucherokularen siehst.
Damit kannst Du den Himmel in Quadranten aufteilen.
Genau wie bei den konzentrischen Kreisen geht es darum, Übersicht zu schaffen, um sich zu orientieren.
Wobei diese stilisierten und auch die echten Fadenkreuze genaugenommen erst dann voll nutzbar wären, wenn man sie nach den Bewegungsachsen des Teleskops ausrichten, also drehen könnte. Dann ergäbe sich der Effekt, dass man entlang der Fäden/Lücken laufen könnte.
Wenn Du den Telrad also nicht genau entsprechend der Hoch- und Querachse der Montierung einbaust, ergibt sich dieser Vorteil nicht.

CS,

Henning
 
Die äußeren Kreise nutze ich normalerweise gar nicht. Ich bilde meist am Himmel virtuelle Dreiecke aus zwei Sternen und dem Zielobjekt. Das ist oftmals genau genug. Einfach mal ausprobieren. Es gibt ja auch Leuchtpunktsucher, die nur einen Punkt und sonst gar nichts projizieren.

Grüße
Rolf

 
Hallo Robert,

Sinn macht das ganze genau dann, wenn ein für Dich sichtbarer Orientierungsstern auf einem der beiden (für Dich mit dem Rigel) nutzbaren Kreise sitzt - oder zumindest nah dran. Sobald sogar zwei Sterne einen der Kreise berühren gibt es (jetzt machen die Kongruenzsätze für Dreiecke aus der 7. Klasse Sinn) genau eine Positionierung des Teleskops, mit der das geht, und für den Fall, dass der Rigel sauber justiert ist: Bitteschön, da ist Dein Objekt!

Ansonsten sind die Kreise nur eine Art Orientierungshilfe für den Abstand zum nächsten Orientierungsstern. Ist durchaus hilfreich, zu weissen, dass man quasi einen Kreisdurchmesser vom Orientierungsstern weg sein muss. Jedenfalls baust Du Dann, wie schon im Thread beschrieben, ein Dreieck aus zwei Orientierungssternen und der Objektivposition im Atlas und dieses Dreieck baust Du am Himmel nach. Aber Vorsicht! Gerade beim Reiseatlas ist wegen des großen Kartenausschnitts diese Technik zum Rand der Blätter hin unsicher. Grund ist die Projektion des Atlas. Die ist zwar winkeltreu, das gilt aber nur im Punkt des Zusammenstoßes zweier Linien. Die Linien an sich müssten in der Karte eigentlich zum Rand der Blätter hin immer stärker verkrümmt gezeichnet werden, während sie am Himmel als Geraden erscheinen. Macht der Atlas nicht, deshalb führt diese Dreiecks-Methode für Objekte am Rand der Karte zu Verwirrung. NGC 40 ist ein gemeines Beispiel dafür.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Robert

ich habe mal was zusammengeschrieben über

Suchen und Finden

und auch wenn der Rigel nicht von Beginn an genannt ist, ich suche und ich FINDE damit sehr erfolgreich.
Die geometrischen Sternmuster sind das Schlüsselwort. In Verbindung damit sind die Zielkreise 2° und 0,5° direkt im Zielgebiet von Vorteil, denn man muss sich das nicht denken, wie etwa bei den Peilsuchern. Mir hilft noch, mir den Kreis einfach wie ein Uhrenziffernblatt vorzustellen und mir selbst odr auch Mitbeobachtern die Richtungen halt mit ....3° Richtung 10.30 Uhr...oder....vierer Sternkette Richtung 14.00 Uhr....pp vorzugeben.

Gruß
*entfernt*
 
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