Der richtige Einstieg?

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DeepSky73

Neues Mitglied
Hallo Sternenfreunde,
ich betrachte nun schon etwas länger dieses Forum, da ich mich sehr für Astronomie interessiere.

Erfahrungen diesbezüglich konnte ich schon bereits mit diversen Büchern, einer Sternenkarte, einem Fernglas und einem kleinen Spiegelteleskop (EQ1 6") sammeln.

Da ein weiteres großes Hobby von mir die Fotografie ist (DSRL), und ich mich im in der Astronomie weiterentwickeln möchte, stehten nun ein paar neue Anschaffungen an.

Mein Wunsch ist es natürlich meine Hobby's zu verbinden. Mir ist klar, dass das kein kleines Unterfangen sein wird und ich locker 10 000 Euro auf lange Sicht investieren werde, wenn ich dabei bleibe.

Zurzeit besitze ich aber leider diese finaziellen Mittel nicht und ich denke es geht vielen anderen ebenso. Investieren möchte ich so um die 3000 Euro. Dies sollte dann für eine halbwegs vernüftige Montierung und eine Optik genügen, hoffe ich jedenfalls.

Vorgestellt habe ich mir die neue CGEM-Montierung oder eine vergleichbare und als Optik ein Alter Maksutov Newtonian 56 F/6. Ich hoffe diese Kombination kann ich visuell als auch fotografisch nutzen und die F6 werden die Okulare nicht all zu teuér werden lassen. Ohne entsprechendes Autoguiding werde ich zwar keine sehr langen Belichtungszeiten erreichen aber es wird doch hoffentlich möglich sein ein paar brauchbare Bilder zu ergattern.

Ich hoffe ihr könnt mir bei der Auswahl meines Einsteiger-Equipment in die Astrofotografie weiterhelfen. Vieleicht gibte es ja auch bessere Kombinationen für mein Buget. Ach ja, meine Interessen liegen gleichauf im Bezug auf Planeten- und Deepskybeobachtungen. Ich weiß 6" sind da schon arg schwach.

Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich möchte mal "hintenrum" beginnen.

Du fotografierst gerne.
Astronomie ist noch nicgt Dein Hobby.
Du möchtest Astrofotografie betreiben.

Das sind drei Dinge, die sich nicht so leicht vereinbaren lassen. Ich möchte Dir mal die Gründe nennen:

- Astrofotografie hat mit der allgemeinen Fotografie wenig zu tun (ich bin Fotograf...)
- Astrofotografie setzt fundiertes Wissen um die Astronomie voraus.
- Astrofotografie ist mehr Technik denn den guten Blick für das Wesentliche.

Das heißt, um in der Astronomie gute Ergebnisse erziehen zu wollen, benötigt es ein sehr großes und gutes Equipment. Das ist, um von der Fotografie auszugehen, nicht mit Stativ, guter Kamera und geeigneten Objektiven zu erreichen.

Wichtiger hierbei ist:
- eine stabile und solide Montierung (ab etwa 1500 Euro)
- ein Rohr (Refraktor oder Reflektor) mit ca. 500 Euro
- ein Nachführrohr (kleiner Refraktor) ca. 350 Euro
- Fadenkreuzokular (100 €) oder SSC-Nachführkamera (250 €)
- sehr viel Geduld
- Wissen um die Himmelsmechanik

Preislich kämst Du zum EInstieg schon hin, das geht, aber Du solltest Astronomie schon als Hobby haben, dann wird einiges leichter. Einfach drauf und los wird zu keinen guten Ergebnissen führen, da man zuwenig um die Himmelsmechanik weiß. - Sinnvoll wäre, Du würdest Dich mit Hobbyastronomen zusammensetzen (uns gibts überall..) und mal einige Male mit ihnen beobachten. Diese können Dich dann auch etwas in diese komplexe Materie einführen.

Marken und Teleskoparten möchte ich hier in diesem Stadium noch nicht benennen, dazu ist es noch etwas zu früh.

CS
Winfried
 
Hallo Andreas,

nun... wo anfangen? Ich fange am Ende an!
Du schreibst:
Ach ja, meine Interessen liegen gleichauf im Bezug auf Planeten- und Deepskybeobachtungen. Ich weiß 6" sind da schon arg schwach.
So! Also 6"
- sind fotografisch überhaupt nicht schwach!
- sind für Planeten so leistungsstark, dass man aus der Stadt heraus selten mehr machen kann, als perfekte 6" zeigen können.
- sind für Deepsky knapp unterhalb der 8" Schallmauer, aber nicht so schwachbrüstig wie manche anderen Optiken, die je nachdem "Allrounder" genannt werden.

Das bedeutet mal im Umkehrschluss, dass Du zur Fotografie eigentlich hauptsächlich eine Montierung kaufst. Hier ist Goto zwar wünschenswert, aber kein Muss. Es muss nämlich bezahlt werden können. Bei der Digitalfotografie mit ihren feinen Pixeln fragt sich vielmehr, wie denn die Nachführung bewerkstelligt werden soll, also fragt sich noch vor Goto, welche Anschlussmöglichkeiten hat man für den heute sehr gefragten Autoguider und wie will man das Autoguiding realisieren, zum Beispiel einen Stand-Alone-Guider, also eine Guiding-Kamera, die alles selbst macht und an die Montierung z.B. über das verbreitete ST-4-Interface Nachführ-Kommandos gibt. Oder eben eine Lösung, bei der noch ein Laptop ins Spiel kommt?
Sodann stellt sich die Frage, wie die Guiding-Kamera an ihr Bild kommt, also ob ein Leitrohr verwendet wird, oder ob man Off-Axis an der Hauptoptik guiden will.
Das führt zu der Frage, ob man an die Hauptoptik überhaupt einen Off-Axis-Ansatz dran bekommt, und da kostet die DSLR mit 55mm Auflagemaß ab T2 nämlich wertvollen Fokussierweg gegenüber einer Astro-CCD.

Die ganze Geschichte hängt also ganz gewaltig zusammen und daher kannst Du nicht einfach einen Betrag hinwerfen und quasi schreiben "macht mal" und nebenbei erwähnen, dass noch Kohle da ist.
Das Motto "erstmal 3000 Euro" und wenn dann Spaß ist auch 10.000 - tja, das geht eher schlecht. Denn ich kann schlecht sagen, ob Du mit 3000 Euro schon Dein persönliches Spaßniveau ("Komfort") erreichst, und selbst wenn: Kaufe ich für 3000 Euro eine Ausrüstung, und sage dann "hey, wo bringe ich nun noch 7000 bis 10.000 unter", dann kommt die Montierung aus dem 3000er Paket zuerst mal in den Gebrauchtmarkt. Dann kommt eine neue Montierung, neue Lernphase, na und mit Optiken und ggf. Kameras, etc. geht es genauso.
Ich nenne das dann auch Geldverbrennung.

Von daher gilt auch für Dich eigentlich die Empfehlung, klein anzufangen und mit einer Montierung der GP-Klasse (GP-Clone) und mit dem vorhandenen 6-Zöller ggf. als Leitrohr aufnahmen zu machen, indem Du die Kamera mit einem vorhandenen Objektiv bestückst und Huckepack auf das Teleskop packst (Piggyback). Da kommen dann zum Beispiel erstmal 135mm an den Start, oder je nach dem, wenn man hat, für große Himmelsareale auch viel weniger Brennweite bis zum Fisheye. Beherrscht man das bezüglich Einnorden der Montierung und Nachführung, sowie den weiteren Parametern (z.B. Optik so abblenden, dass alles auch scharf ist), dann kann man sich steigern, 300mm, 500mm und dann beginnt so die Gegend der "großen Rohre". Nun kann man nachdenken, welche Montierung man auf Dauer haben will.
Mal als Orientierung: Merkt man, dass man eher auf größere diffuse Nebel, also H2-Regionen der Milchstraße, scharf ist, oder auf Galaxiengruppen, dann kommen Geräte mit weniger als 1000mm Brennweite in Frage, vielfach dann (ED-)Apos mit fotografischem Reducer/Flattener. Soll es aber an kleinere Objekte gehen, oder sollen die Belichtungszeiten sehr schnell sein, dann kommt man zu Spiegeloptiken, häufig Newtons mit speziellen Korrektoren ("Koma"- oder Wynne-Korrektor). Die Verlangen dann ab den typischen 8" Öffnung auch größere, tragfähigere Montierungen und verweigern mit einer DSLR wohl vielfach den Off-Axis-Guider. Mit mehr Brennweite wird die Nachführung auch anspruchsvoller und dank mehr "Segelfläche" werden sie windempfindlicher und somit nochmals fordernder an die Montierung.

Es könnte also gut sein, dass Du mit 3000 Euro Dein Spaßniveau noch nicht erreichst. Aber mit einer Montierung für 500 Euro und dem vorhandenen Gerät nebst etwas Zubehör kannst Du schonmal schnuppern. Ein Autoguider könnte noch oben drauf kommen, wenn Du weißt, welche Systeme es gibt, und was Du da gut findest. Standalone oder Guiding mit Laptop? Oder 300mm doch erstmal mit Fadenkreuzokular und Steuerkiste von Hand nachführen?

Und noch ganz wichtig: Erfolgreich fotografieren bedingt letztendlich immer:
- Geduld
- Belastbarkeit
- Viel Fehler machen und daraus lernen
- gute Kenntnis des Himmels, nicht einfach auf Technik verlassen
- genaues durchdenken und sorgfältiges Aussuchen von passenden Gerätekombinationen.
- viel Strom von A wie Astrokamera bis Z wie TaukappenheiZung

Clear Skies
Sven
 
Hallo Andreas,

hast Du dieses Fachchinesisch verstanden?
Richtig ist`s schon, aber ich denke, vieles des Gesagten sind für Dich Fremdworte.
Daher mein Tip: Suche Dir als erstes eine Beobachtungsgruppe in Deiner Umgebung oder eine Sternwarte. Dort kann man Dich bestens einführen in diese Fachbegriffe und Dir die Vorgehensweise der Astrofotografie erläutern. Vielleicht liege ich auch falsch und Du hast das Grundwissen bereits, - dann entschuldige dieses Posting.

Aber man wirft vielleicht sehr leichtfertig viel Geld aus dem Fenster, wenn man noch nicht sattelfest in diesem Bereich ist. Also erkundige Dich in Deiner Nähe und verifiziere Deine genauen Wünsche. Im Einklang mit Deinen Vorkenntnissen und Deinen Wünschen läßt sich zum angegebenen Buget eine gute Kombination finden.

CS (clear sky)
Winfried
 
Hi Leute,

danke für die ausführlichen Erläuterungen und Mühe, die Ihr in die Postings gesteckt habt.

Das bisher geagte ist völlig korrekt und stellt auch für mich keine "Böhmische Dörfer" dar. Alle geschilderten Umstände sind mir durchaus bekannt bzw. bewusst. Aus diesem Grund habe ich auch den finaziellen Rahmen von 3000 Euro angegeben zzgl. anfallender Okulare versteht sich.

Auch konnte ich schon praktische Eindrücke in einer Sternwarte bei mir in der Nähe sammeln. Leider trifft man jetzt zu dieser Jahreszeit eher seltener dort auf Gleichgesinnte, da diese doch etwaas höher gelegen ist und die Temperaturen mehr als unangenehm sind. Aus diesem Grund konnte ich meine spezifischen Fragen nicht vor Ort an den Mann bringen.

Geld aus dem Fenster schmeisen, will ich auf jeden Fall vermeiden. Dies bedeutet, dass zuerst einmal eine stabile, genaue und für mich auch finazierbare Montierung angeschafft werden muss, die auch im Bezug auf die Tragkraft etwas Spielraum lässt. Wenn ich so könnte wie ich wollte, dann würd ich mir eine G11 anschaffen und alles wäre gut. Aber so ist es leider nicht. Ich denke mit einer EQ6 Pro oder vergleichbaren Montierung wird die Auswahl wohl beginnen. Wie es allerdings um die Genauigkeit bestellt ist, kann ich nicht einschätzen. Dazu müsste ich mit ihr schon mal mehr gearbeitet und nicht nur mal kurz bedient haben.

Zu der geplanten Optik bin ich natürlich auch noch am schwanken. Das von mir vorgeschlagene Alter Maksutov Newtonian war von mir ein Versuch den visuellen und fotografischen Bereich zu verbinden. Klar ist, dass ich dann auch noch ein Leitrohr benötige, denn ich bin mir nicht sicher ob andernfalls der Auszug eine Stand-Alone-Guider-Kamera im Off-Axis-Betrieb und zusätzlicher DSRL so toll finden würde, obwohl der Crayford Auszug schon einen stabilen Eindruck gemacht hatte. Das könnte ich mir dann aber durchaus an einem SC vorstellen in Verbindung mit einem Focal Reducer wegen der doch hohen Brennweite und einem Koma Korrektor wegen der Bildwölbung eines SC.
Vorstellen könnte ich mir ein Maksutov genauso gut wie ein SC. Wichtig für mich ist nur ein geschlossenes System, das gegen Staub nicht so anfällig ist wie ein Newton, obwohl die höheren Auskühlzeiten dieser Systeme schon etwas nervig sein können. Bei SC's kommt noch dazu, dass das dunkelere Bild (visuell) bei großer Brennweite bei DeepSky so ne Sache ist. Andererseits kommt mir die große Brennweite bei der Planetenbeobachtung zugute. Über kurz oder lang komme ich sowieso nicht um mind. zwei Teleskope herum. Eins für große ausgedehnte Objekte und eins für kleinere.

Auch ist klar, dass ich Stand-Alone guiden möchte. Es ist einfach die bequemere Art und ich möchte einfach nicht bei feuchteren Witterungsverhältnissen meinen Laptop mitschleppen. Erfahrungen bzw. Eindrücke konnte ich zwar schon mit dem Programm Cartes du Ciel sammeln. Dies hat mich aber trotz Nachtbetrieb eher gestört als erfreut. Da finde ich die Stand-Alon-Alternative für mich die bessere Lösung.

Ich hoffe aus diesem Posting wird nun klar das ich keineswegs unvorbereitet an die Sache herangehe und auch mein Geld nicht zum Fenster herausschmeißen möchte. Winfried dies heißt allerdings auch nicht das ich dein Posting als Angriff empfunden habe. Du kannst schließlich nicht wissen auf welchem Wissensstand ich mich befinde. Dazu habe ich auch, muss ich zugeben, zu wenig geschrieben.



 
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Zitat von Berberich:
Hallo Andreas,

ich möchte mal "hintenrum" beginnen.

Du fotografierst gerne.
Astronomie ist noch nicgt Dein Hobby.
Du möchtest Astrofotografie betreiben.

Das sind drei Dinge, die sich nicht so leicht vereinbaren lassen. Ich möchte Dir mal die Gründe nennen:

- Astrofotografie hat mit der allgemeinen Fotografie wenig zu tun (ich bin Fotograf...)
- Astrofotografie setzt fundiertes Wissen um die Astronomie voraus.
- Astrofotografie ist mehr Technik denn den guten Blick für das Wesentliche.

Das heißt, um in der Astronomie gute Ergebnisse erziehen zu wollen, benötigt es ein sehr großes und gutes Equipment. Das ist, um von der Fotografie auszugehen, nicht mit Stativ, guter Kamera und geeigneten Objektiven zu erreichen.

Wichtiger hierbei ist:
- eine stabile und solide Montierung (ab etwa 1500 Euro)
- ein Rohr (Refraktor oder Reflektor) mit ca. 500 Euro
- ein Nachführrohr (kleiner Refraktor) ca. 350 Euro
- Fadenkreuzokular (100 €) oder SSC-Nachführkamera (250 €)
- sehr viel Geduld
- Wissen um die Himmelsmechanik

Preislich kämst Du zum EInstieg schon hin, das geht, aber Du solltest Astronomie schon als Hobby haben, dann wird einiges leichter. Einfach drauf und los wird zu keinen guten Ergebnissen führen, da man zuwenig um die Himmelsmechanik weiß. - Sinnvoll wäre, Du würdest Dich mit Hobbyastronomen zusammensetzen (uns gibts überall..) und mal einige Male mit ihnen beobachten. Diese können Dich dann auch etwas in diese komplexe Materie einführen.

Marken und Teleskoparten möchte ich hier in diesem Stadium noch nicht benennen, dazu ist es noch etwas zu früh.

CS
Winfried

ich kann jetzt nicht erkennen, dass er irgenwo beschrieben hat, welchen anspruch er an die bilder hat, die er gerne machen möchte.

von daher kann ich deine preislichen empfehlung schonmal gar nicht nachvollziehen.
wenn man dir folgen wollte, dann müsste ich mit meiner ausrüstung nichteinmal einen schrfen stern fotografieren können :)

nachführrohr 350 euro .... wie albern ist dass denn ? kein wunder, dass die leute schon hier her kommen und meinen sie müssten auf die zeit 10.000 euro investieren, wenn hier kontinuierlich solche tips verbreitet werden.

gruß
andi


p.s. lieber namensvetter andreas,

lass dich nicht von soetwas abschrecken. ich stelle dir gerne ein paar leute vor, die auch schon lange astrofotos machen und gute ergebnisse erzielen. wir haben gemeinsam, dass wir nicht solche summen ausgeben und trotzdem zu sehr guten ergebnissen kommen. auch braucht man nicht der astonomieexperte zu sein , um bilder aus diesem fachgebiet machen zu können. ich denke da nehmen sich einige tipgeber einfach zu wichtig.


 
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Hallo,

Andi spricht einen wichtigen Punkt an: Den Anspruch!

Die muss sich nur jeder ehrlich beantworten, in einem älteren Artikel auf meiner Seite hab ich mit Hilfe einiger Fotografen mal ein paar Beispiele zusammen getragen...

Was mit "einfachem" Equipment (inkl Kamera ist es auch schon ein Tausender) geht kannst du auch mal in meinem aktuellen Beobachtungsbericht anschauen, wer's merklich schöner will braucht einfach mehr Geld, und auch wenn ich praktisch nie fotografiere und von daher wenig Erfahrung habe, gibt es doch viel was man beachten muss und eventuell erst richtig einschätzen kann wenn man ein paar Mal den Profis über die Schulter geschaut hat und sich visuell schon mit dem Himmel vertraut gemacht hat.

Grüße Benny
 
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Hi!

Ich schreib jetzt einfach mal, womit ich liebäugel, falls ich mal ernsthafter in die mobile Astrofotografie einsteige (im Augenblick experimentiere ich entweder mit einem AstroTrack oder den Geräten der nächsten Sternwarte und hab mein eigenes Equipment auf Mobilität und visuell ausgerichtet).

Ich hab zurzeit einen ED80, der demnächst ein Berlebach Uni-Stativ mit Vixen-Anschluss erhält. Daher liebäugel ich langfristig mit einer Vixen GPD2-Montierung - mit Goto und Autoguiding-Anschluss (AGA1/Skysensor) liegt die bei rund 1500 Euro, das Berlebach-Stativ bei 400. Mit Autoguiding hab ich mich noch nicht zu sehr beschäftigt (das Problem erschlag ich entweder mit kurzen Brennweiten oder überdimensionierten Montierungen). Warum ich trotzdem zu Vixen greifen würde, ohne dieses Modell genauer in Augenschein genommen zu haben? Ich hab bessere Erfahrungen mit einer alten Superpolaris gemacht als mit neuen H-EQ5-Montis, auch was das Eigengewicht angeht.

Nachteil der GPD2: Tragfähigkeit ist mit 10 kg angegeben, was schon knapp werden kann - zumindest bei Windböen.

Es gibt eventuell auch die Möglichkeit, eine andere Steuerung mit anderen Motoren einzusetzen, was entweder billiger oder besser sein könnte, aber da bin ich nicht auf dem Laufenden. Jedenfalls sehe ich in der GPD2 eine potentielle *********. Ich hab zwar eine Abneigung gegen Alu-Stative, aber für's erste langt Dir wahrscheinlich auch das Vixen-Stativ, das spart dann erst mal knapp 400 Euro für das Berlebach.

Damit wären 1500-2000,- weg. Es fehlen noch ein Autoguider und die Optik. Bei Vixen kostet die monochrome Guiding-Kamera 130 Euro, für den Auto-guide-Adapter finde ich keinen Preis - aber Winfrieds Schätzung mit 400 für Autoguiding dürfte schon passen. Um den Preis haben Baader/Teleskop-Service auch grad einen neuen Standalone-Autoguider im Angebot, die Preisklasse dürfte also passen. Es gibt ja auch noch die Möglichkeit, zu verhandeln:-)

Wenn ich das richtig sehe, hast Du bereits ein Teleskop, vielleicht lässt sich das als Foto-Optik nutzen? Falls nicht: Gehen wir mal davon aus, dass Du das Alu-Stativ benutzt, dann bleiben noch rund 1000 Euro übrig. Dann würde ich ins Auge fassen:
Entweder ED80 (Bildfeldebner und guter Okularauszug können später nachgekauft werden), das Teleskop kostet rund 300 Euro, ein guter Okularauszug liegt auch in der Preisklasse. Ich hab den Celestron ED80, bei dem ein fürs erste brauchbares 25mm-Plössl und ein Amici-Prisma dabei waren, die ich für den Astro-Gebrauch entsorgt habe, aber für den Einsatz als Spektiv doch noch gelegentlich benutze.
Alternativ: Irgendein 150mm-Newton, dürfte in der selben Preisklasse spielen. Der von Orion UK mit f/6 wiegt knapp 5kg und liegt bei 400 Euro (ohne Komakorrektor), viel schwerer sollte es für die GPD2 wohl auch nicht werden - du brauchst ja noch Autoguider, irgendein billiges Leitrohr und eine DSLR - keine Ahnung, wie schwer deine Kamera ist (die ist doch schon vorhanden, oder?).

Vorteil vom Newton: Mehr Brennweite, wobei auch 900mm scheon wenig sind für die Planetenfotografie, etwas kürzere Belichtungszeiten, da f/6. Nachteil: größerer Hebel, Spikes.

Vorteil vom ED80: weniger Hebel, größeres Gesichtsfeld, etwas längere Belichtungszeiten, da f/7,5. Dank größerem Fokussierweg ist eventuell ein Off-Axis-Guider möglich, was das Leitrohr (und Gewicht!) spart. Nachteil: kurze BRennweite schlecht bei Planeten und kompakten Objekten.

Dazu kommen noch eine Doppelbefestigung und Okulare (je nach Teleskop, Ansprüchen und vorhanden Altbeständen).

Stativ und Okulare können im Lauf der Zeit nachgekauft werden, aber dabei wäre wenig teures, was langfristig ersetzt werden sollte.

Sowas in der Richtung würde ich zur Diskussion stellen und bei den Leuten nachfragen, die vielleicht so etwas im Einsatz haben. Wie gesagt: Bis auf den ED80 hab ich davon nichts selber im Einsatz, sondern nur auf meiner Wunschliste. Theoretisch sollte es funktionieren.

Ach ja, noch eine sehr sinnvolle Alternative, da Du fotografierst: Hast Du eine hübsche Objektivsammlung? Dann kauf die GPD2 und einen Adapter von Prismenschiene auf Fotogewinde und setz die Kamera mit normalem Objektiv direkt auf die Montierung. Das ist zwar eigentlich Overkill, aber bis 300/400mm Brennweite oder so dürftest Du dir die Nachführkontrolle schenken können, wenn Du die Montierung sorgfältig einnordest. Fotoziele wären dann ausgedehnte Nebel, Sternhaufen und Galaxien sowie natürlich Sternfeldaufnahmen.

Damit wärst Du erstmal 1500 für die Montierung los (evtl noch 400 für ein Holzstativ) und kannst den Rest in ein Teleskop mit Okularen stecken - für einen 1000er kriegst Du ein kleineres Gerät schon ziemlich gut ausgestattet. Wenn Du mit den Brennweiten von Tele-Objektiven anfängst, kannst Du auch erst mal auf die GoTo-Steuerung verzichten und die einfachere Steuerung nehmen (spart auch Geld) und später eine gute Steuerung mit Anschluss an den zu dem Zeitpunkt besten Autoguider adaptieren, ohne viel Geld in den Sand gesetzt zu haben. Mit dem Brennweitenbereich hast Du auch noch nicht so viel Frust, sondern brauchbare Ergebnisse. Ab rund 1m Brennweite wird Astrofotografie echt haarig... Und für visuell kannst Du dir auch einen 8"er auf die GPD2 setzen, was die auch noch trägt.

Das wäre wohl der Einstieg, der am wenigsten frustet: Solide Monti + 8"er für visuell (dann gibt's auch bei Deep-Sky Erfolgserlebnisse) + vorhandene Kamera mit Teleobjektiven piggyback oder direkt auf der Montierung für fotografische Erfolgserlebnisse bei moderaten Brennweiten; langfristig kann dann je nach Vorliebe mehr in Foto oder visuell investiert werden.

Ach ja, noch ein Nachtrag: Für Planetenfotografie brauchst Du eine Webcam, einen Laptop und viel Brennweite (evtl. via Barlowlinse), mit einer DSLR geht da nicht viel. Eine (von vielen) schönen Teleskop-Kombinationen wäre evtl. ein C8 (mit langer Beennweite auch für Planeten, aber relativ geringes Gesichtsfeld bei 2m Brennweite) und ein ED80 für Richfield mit späterer Foto-Option durch Zukauf von Okularauszug und Bildfeldebner.

Gruß,
Alex
 
Hi Andreas,

Alex hat einen sehr guten Rat gegeben wie du mit einer GPD2 auskommen könntest.

Alterntiv- derzeit wird eine Losmandy G8 angeboten, schau mal drauf, das wäre etwas sehr feines.

http://forum.astronomie.de/phpapps/...gonew/1/Losmandy_G8_optimiert_mit_Praz#UNREAD

Wird von Losmandy von der Tragkraft her so angegeben
# Instrument weight capacity 30 lbs.
# Equatorial head weight 21 lbs.

1lbs entspricht ca. 450g, also visuell so bis 13kg, fotografisch bleibt man bei etwa 2/3.

Gruß
Stefan
 
Zitat von Benny:
Was mit "einfachem" Equipment (inkl Kamera ist es auch schon ein Tausender) geht kannst du auch mal in meinem aktuellen Beobachtungsbericht anschauen, wer's merklich schöner will, braucht einfach mehr Geld...

Sieht doch ganz ansehnlich aus, was man mit dem F/5 Achromat, den ich auch habe, so ablichten kann.
Da ich mir demnächst eine DSLR (wahrscheinlich eine EOS1000D) zulegen werde und eine Montierung der GP-Klasse habe, bin ich gespannt ob ich zu ähnlichen Ergebnissen komme.

Anmerkung:
wenn man das zusammenrechnet, was ich dann mit der Kamera ausgegeben haben werde, komme ich auch auf fast 1000€...
- EOS 1000D mit Zubehör ca. 450€ - 500€ (habe ich noch nicht)
- der F/5 Achromat ca. 200€
- die motorisierte Bresser "Mon-2" Montierung ca. 300€
(diese 1000€ reichen wohlgemerkt "nur" für eine Minimal-Ausstattung für Deepsky-Fotografie)
- plus Okulare und Zenitspiegel usw, welche ich nicht dazurechne

Noch ein paar Fragen an die Profis:
- funktioniert das in der oben genannten Kombi ohne Flatener?
- ist eine unmodifizierte EOS schon so "blind", dass man ohne einen IR/UV-Sperr-Filter auskommt?
- reicht eventuell ein CLR-Filter (einen 2-Zoll Seben-CLR habe ich) als Sperr-Filter?

Gruß Norbert
 
Zitat von stefan_h:
Hallo Andi,

nachführrohr 350 euro .... wie albern ist dass denn ?
Wirklich so albern? Für das Rohr allein vielleicht ja, aber dazu gehören die Leitrohrschellen und eine passende Schiene damit Hauptrohr und Leitrohr schön stabil montiert werden können.

Ob dann die 350€ noch reichen?

Gruß
Stefan

ich schätze mal, wenn es bei mir dicke gereicht hat, dann reicht es auch für andere dicke oder ?

manche haben 1000 euro leitrohre, manche ein lild 70/700, andere was anderes.
man kann, aber man muss nicht und wenn man das nötige kleingeld hat oder/und wert darauf legt, dann ist das ja alles auch komplett i.o.

aber soetwas als minimalvorraussetzung einem einsteiger zu erzählen, finde ich schon etwas seltsam.

gruß
andi

p.s. ich habe in meinen anfängen und auch bis heute noch richtig tolle und sehr hilfreiche tips bekommen von leuten aus diesem forum.
hätte ich aber auf diese dinge gehört, die eigentlich auch immer die selben leute als miinimum verkaufen wollen, dann hätte ich alles sicher schon nach wenigen tagen komplett eingestellt und es nie gewagt auch nur mit meinem nun sehr lieb gewonnen hobby anzufangen.

kostentreibend sind dinge, die auch ich falsch gemacht habe.
erstmal kaufen, dann feststellen, dass doch nicht so wie erwartet, dann neu kaufen (grösser) und dann dies und das und dann doch wieder anders.
soetwas kann man durch sinnvolle tips von leuten die erfahrung haben eleminieren und dann für relativ wenig geld recht gut einsteigen.
auch muss man sich nicht wochen und monatelang in die materie einlesen oder ioder ... es geht alles von selber, wenn man sich nicht allzu tüttelich anstellt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

da Du die G-11 nennst: Ich denke, es wäre die bessere Lösung, diesen Gedanken weiter zu verfolgen. Wenn Du meinst, sie geht mit 3000 Euro nicht neu (richtig, mit Gemini-Goto nicht, aber ist das so nötig) dann schau nach einer gebrauchten. Oder Du rüstest Goto später nach.

Ich meine, wenn Du konsequent weiter den Weg Astrofotografie mit Optiken jenseits von 6" Spiegel oder jenseits von 4" Refraktor weiter verfolgst, wirst Du mit Lösungen wie GP-D2 und Gm-8 schnell an Deine Grenzen stoßen. Die EQ-6 ist auch kein Patentrezept für große Geräte, die scheint auch nur je nach Tagesform bei der Produktion auszufallen.

Dann lieber in Form der G-11 eine wirklich solide Basis suchen. Eventuell macht es Sinn, dass gewaltige Trumm G-11-Stativ auszutauschen, entweder gegen eines der beliebten, großen Holzstative oder man kommt vielleicht sogar mit dem Stativ der Gm-8 aus, wenn man einen Newton verwendet, so dass man das Stativ nicht auszieht.

Was die Losmandy-Montierungen übrigens visuell so attraktiv macht ist die Rutschkupplung. Die sucht man woanders vergebens. Mit Goto wird man nicht viel davon bemerken, aber verzichtet man auf Goto hat man auf einmal einen parallaktischen Dobson mit Nachführung. Hat was.

Jedenfalls, ich wiederhole es nochmal: Astrofotografie fängt mit einer soliden Montierung an. Kann man die gleich in der Tragkraftklasse kaufen, die man für sich persönlich als endgültig (bezüglich des Transportaufwandes) einschätzt, dann sollte man das auch anstreben und die restliche Ausrüstung um diese Montierung herum aufbauen. Von der Montierung hängt ganz wesentlich der Komfort bei der Beobachtung und der Erfolg bei der Astrofotografie ab.

Clear Skies
Sven
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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