Randolf
Aktives Mitglied
Nun denn,
dann schreib ich meine überarbeitete Fassung vom 9.11. auf den 10.11. doch mal hier rein:
Endlich (9.11-10.11. bis 2 Uhr)
Tatort Duisburg, NRW, Deutschland.....
51,404°N, 6,779° Ost, Balkon SW, ca. 30m ü. NN.
Instrument:
TAL 2M Newton 150mm f/8 auf parall. TAL Säulen-Montierung,
Okulare: 25mm TAL-Königs (55,8°), 21mm Intes Q74 WA (f:19,3mm, 60°), 10mm Ke WW (52°), 12,5mm PL (49,4°), 7mm Harry Siebert (65°).
UHC: 1,25" von Astronomik
Ja liebe Leute, da hat's am letzten Samstag ja endlich wieder mal geklappt, denn:
nach einem verregneten Morgen und einem wechselhaften Nachmittag klarte es kurz vor Sonnenuntergang überraschend auf. Die Vorhersage sprach von abklingender Schauerneigung und nächtlichem teilweisem Aufklaren.
Vorsichtshalber sprintete ich in den Keller und wuchtete Montierung, Gegengewicht, Elektrik-Tüte nach oben auf den Balkon, den ich vorher etwas trocken gewischt hatte und auf dem die Säule des TAL2M bereits positioniert war.
Den Mond wollte ich mir wenigstens mal gönnen, nach über 1 Monat Abstinenz, der Himmel war schön blau, und Mooney stand schon fast im Süden, wenn auch noch verdammt niedrig. Er ging ja auch bereits gegen 20Uhr35 etwa wieder unter.
Ich hatte ja ein "neues" Okular zu testen (jawohl, schon wieder eins!! Die Sammel-Sucht, ts, ts), nämlich das bekannte Intes Q74, WA 21mm, in Realität etwa 19.3mm Brennweite (eigene Messungen am TAL Refraktor) und knapp 60° Gesichtsfeld (20,2mm Feldblende), dass ich mir günstig im Gebrauchtmarkt von Astronomie.de geschossen hatte.....
Anfangs waberte die Luft stark, das neue Intes Okular zeigte an den f/8 des TAL2 ein schönes, nahezu unverzerrtes Bild des Mondes, mit 10 mm KellnerWW (120x) war schon fast das Ende der Fahnenstange des aktuellen Seeings erreicht...das 7mm HS (170x) war des Guten eindeutig zu viel......
Um 18 Uhr begann ein Schauer, den ich schon geahnt hatte, aus dem Nordwesten zogen dunkle Wolken auf.....Zeugs in Blitzaktion ins Wohnzimmer gerettet, über Montierung und Säule eine große Einkaufstüte gestülpt.
Um 19Uhr30 war es dann schon dunkel genug, um im 10mm Kellner den Doppelstern Epsilon Lyrae vierfach zu trennen.
Der Himmel war immer noch gut, es zogen Wolkenbänder im Westen und der Südhorizont war dunstig und die Nachbarn warfen ihr Licht aus den hell erleuchteten Fenstern....nachdem M15 und M2 sowie M39 und NGC 7027 im Schwan inspiziert war, Abendessen und dann mal bis 21 Uhr warten....
Um 21 Uhr wurde der Südhorizont klarer, dann kam NGC 7009, der Saturnnebel im Aquarius und nach oben zu NGC 7662, der Blue Snowball in der Andromeda.
Gegen 22 Uhr kam doch noch ein Schauer runter. Da es aber vorher schon so verdächtig aussah, hatte ich meinen Krams kurz vorher gerettet....
Als ich dann gegen 23Uhr wieder aufgebaut habe, verzog sich der Dunst, selbst unser Duisburger Skybeamer hellte kaum noch den Himmel auf (der PM-10 Staubgehalt lag bei 5 Mikrogramm pro m³, die Grenzhelligkeit sicher bei 5,2mag).
Endlich, nach über einem Monat wieder mal ein sagenhafter Himmel....
M31 mit M32 und M110 (NGC205) wunderschön groß, ebenso die späten Haufen NGC 7243 in Lacerta, NGC 7510 (niedliche Pfeilspitze) im Cepheus, NGC 7686 in Andromeda und dann der Knaller: Caroline Herschels Entdeckung NGC 7789 in der Cassiopeia, sowie M52 (NGC 7654). Die beiden letzten hatte ich schon fast seit 2 Jahren nicht mehr so gut gesehen.
Dann 2 heftige Fruster:
der PN NGC 246 im Cetus wollte sich nicht herauslocken lassen (auch nicht mit UHC, NSOG und wechselnder Vergrößerung) und M74 in den Fischen, eine meiner Lücken bei den Messiers, auch nicht.
Dafür gab's dafür im Ausgleich einen sensationellen Anblick von h&chi im Perseus, 1,5° darüber einen netten Stock 2-Muskelmann, einen eindeutigen NGC 281-Emissionsnebel im UHC (Cas), einen interessanten M34 (Per), NGC 457 (Cas) der Eulen- oder E.T. Haufen, ganz niedlich, sowie eine gute Sichtung von M76, dem Messier-PN Little Dumbell oder zu Deutsch: “Korkennebel“ an der Grenze des Perseus zur Andromeda. Ein weiterer PN folgte sodann:der NGC 1535 im Eridanus, leicht gebläut mit deutlichem Zentralstern präsentierte er sich schon im 25mm TAL Königs-PL.
Da der Orion dann ums Hauseck anstand, wurde sich die Zeit mit den Plejaden vertrieben, NGC 1647 (Tau) folgte, NGC 654, NGC 129 (beide in Cas) und NGC 1528, ein netter OC in Perseus.
Und dann war's Zeit für die Umgebung des Orionnebels: M42/M43 in hingehaucht zartem Grün, sowie NGC 1973/77 und den Nebel NGC 1980 um jota-Orionis, alles in einem Bildfeld....Selten so klar mit meinem TAL2 gesehen...Das musste ich bestimmt 20 Minuten lang geniessen....
Auch NGC 2024 und M78 klappten hervorragend und auch M1 war schön sichtbar (bringt der UHC hier überhaupt etwas???).......
Leider überkam mich dann eine absolut tiefe Müdigkeit, gepaart mit Frieren (1,4°C), bevor Saturn um's Hauseck kam.....es war 2Uhr morgens und ich spechtelte seit 18Uhr.....mit einigen Unterbrechungen.
Mein Powerpack zeigte schon die orange Vorwarndiode (halbleer), so dass ich dann abgebaut habe, aus meiner dicken Jacke und Schal schlüpfte und ins Heiabett gehopst bin.
dann schreib ich meine überarbeitete Fassung vom 9.11. auf den 10.11. doch mal hier rein:
Endlich (9.11-10.11. bis 2 Uhr)
Tatort Duisburg, NRW, Deutschland.....
51,404°N, 6,779° Ost, Balkon SW, ca. 30m ü. NN.
Instrument:
TAL 2M Newton 150mm f/8 auf parall. TAL Säulen-Montierung,
Okulare: 25mm TAL-Königs (55,8°), 21mm Intes Q74 WA (f:19,3mm, 60°), 10mm Ke WW (52°), 12,5mm PL (49,4°), 7mm Harry Siebert (65°).
UHC: 1,25" von Astronomik
Ja liebe Leute, da hat's am letzten Samstag ja endlich wieder mal geklappt, denn:
nach einem verregneten Morgen und einem wechselhaften Nachmittag klarte es kurz vor Sonnenuntergang überraschend auf. Die Vorhersage sprach von abklingender Schauerneigung und nächtlichem teilweisem Aufklaren.
Vorsichtshalber sprintete ich in den Keller und wuchtete Montierung, Gegengewicht, Elektrik-Tüte nach oben auf den Balkon, den ich vorher etwas trocken gewischt hatte und auf dem die Säule des TAL2M bereits positioniert war.
Den Mond wollte ich mir wenigstens mal gönnen, nach über 1 Monat Abstinenz, der Himmel war schön blau, und Mooney stand schon fast im Süden, wenn auch noch verdammt niedrig. Er ging ja auch bereits gegen 20Uhr35 etwa wieder unter.
Ich hatte ja ein "neues" Okular zu testen (jawohl, schon wieder eins!! Die Sammel-Sucht, ts, ts), nämlich das bekannte Intes Q74, WA 21mm, in Realität etwa 19.3mm Brennweite (eigene Messungen am TAL Refraktor) und knapp 60° Gesichtsfeld (20,2mm Feldblende), dass ich mir günstig im Gebrauchtmarkt von Astronomie.de geschossen hatte.....
Anfangs waberte die Luft stark, das neue Intes Okular zeigte an den f/8 des TAL2 ein schönes, nahezu unverzerrtes Bild des Mondes, mit 10 mm KellnerWW (120x) war schon fast das Ende der Fahnenstange des aktuellen Seeings erreicht...das 7mm HS (170x) war des Guten eindeutig zu viel......
Um 18 Uhr begann ein Schauer, den ich schon geahnt hatte, aus dem Nordwesten zogen dunkle Wolken auf.....Zeugs in Blitzaktion ins Wohnzimmer gerettet, über Montierung und Säule eine große Einkaufstüte gestülpt.
Um 19Uhr30 war es dann schon dunkel genug, um im 10mm Kellner den Doppelstern Epsilon Lyrae vierfach zu trennen.
Der Himmel war immer noch gut, es zogen Wolkenbänder im Westen und der Südhorizont war dunstig und die Nachbarn warfen ihr Licht aus den hell erleuchteten Fenstern....nachdem M15 und M2 sowie M39 und NGC 7027 im Schwan inspiziert war, Abendessen und dann mal bis 21 Uhr warten....
Um 21 Uhr wurde der Südhorizont klarer, dann kam NGC 7009, der Saturnnebel im Aquarius und nach oben zu NGC 7662, der Blue Snowball in der Andromeda.
Gegen 22 Uhr kam doch noch ein Schauer runter. Da es aber vorher schon so verdächtig aussah, hatte ich meinen Krams kurz vorher gerettet....
Als ich dann gegen 23Uhr wieder aufgebaut habe, verzog sich der Dunst, selbst unser Duisburger Skybeamer hellte kaum noch den Himmel auf (der PM-10 Staubgehalt lag bei 5 Mikrogramm pro m³, die Grenzhelligkeit sicher bei 5,2mag).
Endlich, nach über einem Monat wieder mal ein sagenhafter Himmel....
M31 mit M32 und M110 (NGC205) wunderschön groß, ebenso die späten Haufen NGC 7243 in Lacerta, NGC 7510 (niedliche Pfeilspitze) im Cepheus, NGC 7686 in Andromeda und dann der Knaller: Caroline Herschels Entdeckung NGC 7789 in der Cassiopeia, sowie M52 (NGC 7654). Die beiden letzten hatte ich schon fast seit 2 Jahren nicht mehr so gut gesehen.
Dann 2 heftige Fruster:
der PN NGC 246 im Cetus wollte sich nicht herauslocken lassen (auch nicht mit UHC, NSOG und wechselnder Vergrößerung) und M74 in den Fischen, eine meiner Lücken bei den Messiers, auch nicht.
Dafür gab's dafür im Ausgleich einen sensationellen Anblick von h&chi im Perseus, 1,5° darüber einen netten Stock 2-Muskelmann, einen eindeutigen NGC 281-Emissionsnebel im UHC (Cas), einen interessanten M34 (Per), NGC 457 (Cas) der Eulen- oder E.T. Haufen, ganz niedlich, sowie eine gute Sichtung von M76, dem Messier-PN Little Dumbell oder zu Deutsch: “Korkennebel“ an der Grenze des Perseus zur Andromeda. Ein weiterer PN folgte sodann:der NGC 1535 im Eridanus, leicht gebläut mit deutlichem Zentralstern präsentierte er sich schon im 25mm TAL Königs-PL.
Da der Orion dann ums Hauseck anstand, wurde sich die Zeit mit den Plejaden vertrieben, NGC 1647 (Tau) folgte, NGC 654, NGC 129 (beide in Cas) und NGC 1528, ein netter OC in Perseus.
Und dann war's Zeit für die Umgebung des Orionnebels: M42/M43 in hingehaucht zartem Grün, sowie NGC 1973/77 und den Nebel NGC 1980 um jota-Orionis, alles in einem Bildfeld....Selten so klar mit meinem TAL2 gesehen...Das musste ich bestimmt 20 Minuten lang geniessen....
Auch NGC 2024 und M78 klappten hervorragend und auch M1 war schön sichtbar (bringt der UHC hier überhaupt etwas???).......
Leider überkam mich dann eine absolut tiefe Müdigkeit, gepaart mit Frieren (1,4°C), bevor Saturn um's Hauseck kam.....es war 2Uhr morgens und ich spechtelte seit 18Uhr.....mit einigen Unterbrechungen.
Mein Powerpack zeigte schon die orange Vorwarndiode (halbleer), so dass ich dann abgebaut habe, aus meiner dicken Jacke und Schal schlüpfte und ins Heiabett gehopst bin.
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