Docter 10x50 Nobilem

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Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hi,

ehrlich gesagt finde ich Deine Ausführungen nicht nachvollziehbar. Die genannte HP von Deinem sog, Experten ist doch eine einzige Werbung für Doctor und CZJ. Er verlinkt sogar einen ihm scheinbar befreundeten Reparaturservice.

Die meisten dort getroffenen Aussagen von H. Koehler sind reine Behauptungen, die nicht bewiesen und schon gar nicht quantifiziert werden! Gerade die Quantifizierung aber wäre es doch, die hier interessiert. Ob ein Effekt eine Auswirkung von 10% oder 0,1% hat, wäre eine wirklich hilfreiche Information.

Am besten schaust Du mal durch ein Swaro EL 8,5x42 und dann suche ein Porroglas, welches annähernd die selbe Leistung in Schärfe und Kontrast(!) bringt.

Weder bei Doctor noch bei CZJ wirst Du eines finden.

Etwas nur zu glauben, weil es der und der geschrieben hat geht mir gegen den Strich und ist keine saubere Argumentation, wenn derjenige nicht gerade eine ausgezeichnete Reputation hat.

Meiner Ansicht nach hilft das Theoretisieren hier nicht mehr weiter, sondern nur der praktische Test.

Viele Grüße
Andreas



 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hallo Andreas,

Herr Koehler IST doch Entwickler bei Docter - die aber auch Dachkant Glaeser produzieren, und ich gehe davon aus, dass er sich nun wirklich mit diesen Problemen auskennt.

Die (fehlende) Quantifizierung der Effekte ist aber der springende Punkt, wie ich oben schon mal versucht habe zu begruenden. Ab wann sieht man keinen Unterschied mehr? Es ist daher doch eher eine Frage der Praxis als eine der Theorie. Und wenn Du vom Swaro 8x42 sprichst - dann ist doch bestimmt Frank mit seinem Nikon SE zur Stelle :-) Wie waer's mal mit einem Test? Inklusive Buchstaben in 25m Entfernung!

Gruss,
Holger
 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hi Holger,

>Und wenn Du vom Swaro 8x42 sprichst - dann ist doch bestimmt Frank mit seinem Nikon SE zur Stelle :-)
<
Wenn nicht er, dann ich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Es gibt durchaus Leute, die sich mit praktischen Tests beschäftigen. Bei www.betterviewdesired.com tut man genau das. Dort ist das 10x42 SE in seiner Klasse nach wie vor unerreicht (optische Leistung). Der allgemeine Tenor dort ist, dass ein Dachkant nur mit sehr viel Aufwand an die optische Leistung eines Porros herankommt. Und bisher ist es im Falle des Nikon 10x42SE wohl auch noch keinem der alteingesessenen Hersteller gelungen. Also irgendein Nachteil der Dachkanten muß es wohl geben, sonst würde man sich doch nicht so schwer tun. Zeiss und Leica bauen ja nun auch schon 'ne Weile Optiken.
 
Quantifizierung?

> Die (fehlende) Quantifizierung der Effekte ist aber der springende Punkt, wie ich oben schon mal versucht habe zu begruenden. Ab wann sieht man keinen Unterschied mehr?

Hallo Holger,

dann müsstest Du aber sagen, was Du quantifizieren willst und wozu. Die Phasenverschiebung? Den Anteil des Lichts eines Teilbündels, welcher gegenüber dem anderen um einen bestimmten Betrag phasenverschoben ist? Die Deformation des Beugungsbilds? Die Schärfe? Den Kontrast? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Das dürfte eher schwierig werden. Ich glaube Walter gern, daß man die Differenz der Phasenverschiebung zwischen den Teilbündeln nach Durchlaufen eines Dachkantprismas soweit ausbügeln kann, daß das Dachkantprisma kein systembedingter Nachteil mehr ist. Will man das mit unseren Mitteln prüfen, dann braucht man neben zwei sehr guten Vertretern der beiden Fernglastypen wohl auch sehr gute Augen und einen soliden Testaufbau. Da sich die Nachteile der Dachkantprismen in erster Linie da äußern, wo sich die Teilbündel scheiden, muß man das Auge genau auf der Achse halten. Ist man leicht abseits, dann sieht man vorwiegend ein Teilbündel und das Bild ist weniger von den genannten Effekten beeinflußt. Mach das mal mit 2,5mm Augenpupille ...

Desweiteren müsste man für einen Vergleich der Systeme sicherstellen, daß Objektive, Okulare, Streulichtbremsung, Vergütung u.s.w. auf demselben Niveau sind und dem Auge keinen Streich spielen. Wie soll das gehen? Ich bin da eher vorsichtig und würde mir mit so einem subjektiven Test nicht zutrauen, eins der Prismensysteme zum ultimativen zu erklären. Und solange ich das nicht kann, glaube ich den Entwicklern des P-Coating, daß sich die Phasenverschiebung soweit korrigieren läßt, daß bei den typischen Vergrößerungen kein Kontrast- oder Schärfeverlust eintritt. Und solange Dachkantferngläser mit nicht mehr als 15-facher Vergrößerung gebaut werden, kann ich mir auch nicht vorstellen, daß man das Beugungsbild soweit auflöst, um "Doppelsterne" in nicht P-vergüteten Ferngläsern zu sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> Und wenn Du vom Swaro 8x42 sprichst - dann ist doch bestimmt Frank mit seinem Nikon SE zur Stelle :-)

Nö. Hab mein SE schon vor längerer Zeit verkauft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Quantifizierung?

Hallo Frank,

Das ist ja auch schwierig in Zahlen zu quantifizieren. Irgend jemand wird immer festlegen: So weit korrigieren wir und nicht weiter! Das gilt fuer die Phasenverschiebung genauso wie fuer die klassischen Aberrationen und mechanische Toleranzen. Man wird so weit gehen mit der Korrektur, bis 99% der Benutzer keinen Unterschied mehr sehen oder das Budget ausgegangen ist. Das letzte 1% der Benutzer wird dann mit dem Finger zeigen und sagen: Ich seh hier noch was!

Wie auch immer: Es gibt jetzt keine Ausreden mehr! Ich habe naemlich die ultimative Schmolke-Testtafel gebaut:

http://de.geocities.com/holger_merlitz/Test

Bitte das File 'schmolke.pdf' herunterladen und auf einem guten Drucker ausdrucken :-)

Gute Nacht,
Holger
 
Re: Quantifizierung?

> Das ist ja auch schwierig in Zahlen zu quantifizieren.

Hallo Holger,

ein paar Sachen kann man sicher messen und Zeiss hat das wohl auch getan - z.B. die Phasenverschiebung zwischen den Teilbündeln und den davon betroffenen Anteil am jeweiligen Teilbündel. Nur was bringt's? Dann habe ich die Zahlen und weiß immer noch nicht, was oder wie groß deren Wirkung ist. Dann kommt der praktische Teil und die Bewertung ist wieder subjektiv ...

Ich glaube nicht, daß man wirklich sauber sagen kann, eins der Prismensysteme ist besser. Jedes hat seine spezifischen Vor- und Nachteile und mit jedem lassen sich wunderschöne Ferngläser bauen. Mehr brauchen wir doch gar nicht. Wer Swarovski über alles liebt, dem ist die Phasenverschiebung ohnehin egal, Hauptsache das Fernglas ist teuer genug <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

> Ich habe naemlich die ultimative Schmolke-Testtafel gebaut

So wird das aber nix <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Die ultimative Schmolke-Testtafel muß eine Unterscheidung in horizontaler und vertikaler Richtung zulassen. Wie willst Du mit Deiner Testtafel die möglicherweise vorhandene unterschiedliche Auflösung waagerecht und senkrecht zur Dachkante verifizieren? Ich dachte, Du bist Physiker? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hallo Jochen,

das ist doch diese Ornithologen-Website, die die Güte von Ferngläsern in m Abstand bei gleich guter Sichtbarkeit
mißt - wenn ich mich recht erinnere, war das beste Glas (Nikon SE im inzwischen Gleichstand mit dem besten Nikon
Dachkant, aber alles halt bloß "astrountaugliche" 42er Gläser) bei 17m Entfernung so gut wie das schlechteste bei 13m.
Leider kann ich bei Sternen nicht näher rangehen.. und ich habe bei Astro größere Unterschiede in Erinnerung
(nämlich von sehr gut bis untauglich - Reflexe und Kontrastverlust spielen hier halt doch noch größere Rollen?).

aber das bringt uns auch alle nicht weiter - wenn Docter bei den Astrofans den großen Treffer landen will, sollen
sie doch endlich mal ein 11x80 (oder besser 20x80? am besten 11 und 20x80) mit höchster Qualität, WW-Okularen
und bezahlbarem Preis machen. Wie ich schon qualitativ sagte: die Teile kosten für ein 20x80 vielleicht 50-100€ mehr
als für ein 10x50 und die bessere optische Qualität wäre schon ein Argument gegen die bestehenden (vorwiegend
China-) Gläser (oder sind die gar nicht so schlecht?).
Und warum bei Dachkant keine großen Strahlenquerschnitte gehen sollen, ist mir sehr unklar: das Optolyth Royal
9x63 ist ja "fast ein 70er" und existiert - und kostet nicht viel mehr als ein 50er Nobilem (hat aber leider den Tunnelblick).

Mir ist es übrigens egal, wie das Ding dann verwirklicht wird: es muß halt MINDESTENS 50er Objektive haben
(70 wäre bei 10fach optimal) und MINDESTENS 60° WW Okulare (was bei 10x50 kein Problem ist, aber bei mehr)
Und wenn es der Nachfolger des Nobilem ist, sollte es entweder mehr bringen als das Fujinon oder deutlich
preisgünstiger sein. Denn an der optischen Qualität der Fujinons habe ich bisher keinerlei Mängel in Diskussionen
hier gehört - und das ist schon was!
Und mit irgendwelchen 42er Taschengläsern kann man sowas nicht mehr vergleichen!!! Bei keinem Qualitäts-Hersteller!!! Und auch nicht vom Gewicht und Volumen (das geht weder als Porro noch als
Dachkant in irgendwelche Anoraktaschen - also zielt da doch das Haupt-Dachkantargument ins Leere!!

Gruß
 
Re: Quantifizierung?

Zitat:

Die ultimative Schmolke-Testtafel muß eine Unterscheidung in horizontaler und vertikaler Richtung zulassen. Wie willst Du mit Deiner Testtafel die möglicherweise vorhandene unterschiedliche Auflösung waagerecht und senkrecht zur Dachkante verifizieren?

Zitat Ende


Hallo Frank,

Darueber habe ich mir natuerlich Gedanken gemacht! Hier zwei Loesungsansaetze:

1) Du druckst die Ultimative Schmolke Testtafel N mal aus (N ganzzahlig positiv und beliebig, aber endlich) und klebst die Teile, jeweils um einen Winkel 2*Pi/N versetzt, auf eine grosse Pappe.

2) Im Internet findest Du vielleicht eine Agentur, die Dir ein Nummern-Girl vermietet (die man sonst beim Boxen fuer die Rundenanzeige braucht), und die kann dann Deine Tafel halten und auf Zuruf drehen!

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Quantifizierung?

Hallo Holger,

ich wusste gar nicht, daß Physiker so einfache Lösungsansätze parat haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Ich würde mich für Variante 2) entscheiden. Da muß ich doch mal den Herbert fragen, ob die VdS für solche Tests einen Teil des Equipments sponsort <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Die Frage ist nur, wer konzentriert sich dann noch auf die ultimative Schmolke-Testtafel? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Frank.
 
Hallo Holger,

Zitat:

"Bei dem dritten Punkt, dem Preis, wollen wir ja einen Tausch vorschlagen: Den kann Docter so lassen, sollte aber die optische Qualitaet verbessern."

Ich habe euer Vorhaben schon verstanden und kann es nur unterstützen. Ich wollte nur eine Krtik am Preis-Leistungsverhältnisses des jetzigen Docter anklingen lassen.

Es wurde hier mehrfach die bekannte Testseite aus ornithologischer Perspektive betterviewdesired angesprochen. Ich bin zufällig auch Ornithologe und kann nur raten, die Urteile, die dort gefällt werden, nicht ungeprüft zu übernehmen. Auf die Gefahr hin, hier den einen oder anderen Aufschrei zu provozieren: Ich habe Nikons 10x42 SE mit dem entsprechenden HG DCF verglichen und bin im Gegensatz zu Stephen Ingraham zu dem Ergebnis gekommen, dass das HG besser ist. Insbesondere sein Auflösungsvermögen ist dem SE leicht überlegen. Selbstredend spielt sich das auf sehr hohem Niveau ab und das SE ist natürlich immer noch ein tolles Glas. Ich liebe es vor allem wegen seiner Eigenschaft sich wunderbar perfekt in meine Handflächen einzufügen. Kein Glas funktioniert bei mir in dieser Beziehung besser. Die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis beider Gläser steht natürlich auf einem anderen Blatt. Ich will damit nur deutlich machen - und insofern auch die Tester in ihrem Vorhaben bestärken - dass Grundsatzdebatten wie Dachkant vs. Porro müßig sind, solange sie nicht empirisch mit geeigneten Kandidaten überprüft werden.

Steve



 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hallo Holger,

wie ich schon einmal ausführte, hat mir der Entwicklungschef einer bekannten Optikfirma gesagt, daß heute ein Dachkantglas ungefähr 97% der Leistung eines Porroglases erreichen kann. Der Unterschied in Schärfe und Kontrast ist sehr wohl zu sehen, wenn er auch gering ist. Ich verallgemeinere auch nicht, denn ich habe schon mehr als 50 Gläser getestet. Von Zeiss: 10x40, 10x56, beide 8x56 Modelle - das Classic Modell vor und nach der Phasenkorrektur. Von Swarovski: 10x42 EL und 10x50. Von Optolyth das 10x56 und das 9x63 vor und nach der Phasenkorrektur. Von Leica 10x50BN und 10x50 Ultravid. Bis auf die Leica-gläser habe ich alle besessen. Keines hat in der Bildmitte die Schärfe und den Konrast des Docter 10x50 gehabt, auch nicht mein 10x42 EL von Swarovski.
Trotzdem habe ich die Swarovski-Modelle dem Docter vorgezogen. In der Summe ihrer Eigenschaften sind die Swarovski-gläser einfach die besseren Gläser. Ein sehr gutes Porroglas gibt es leider noch nicht. Wie
schon einmal erwähnt, haben mich bei Docter die billigen
Okulare genervt.
Hier möchte ich noch einmal den Vergleich Refraktor/Reflektor anführen, den Walter leider nicht verstanden hat. G. D. Roth hat einmal von der gedämften Definition eines Spiegelfernrohres gesprochen. Die Konturen sind nicht so hart, und die Farben sind etwas blasser wie im Refraktor. Ein wenig trifft das auch für den Vergleich Poorro/Dachkant zu. Trotzdem kann mann auch mit einem Dachkantglas glücklich werden. Übrigens habe ich
meine Informationen nicht nur von einem Optikfachmann bezogen. Zum Schluß muß ich noch mal eine Behautung von Walter richtigstellen. Walter behauptet, daß der Phasenkorrekturbelag sich fast nur auf die Transmission ausgewirkt hat, ansonsten ist die Bildqualität vor Einführung des Phasenkorrekturbelages genauso gut gewesen.
Das ist völliger Unsinn. Jeder, der bestimmte Gläser vor und nach Einführung des Phasenkorrekturbelages getestet hat, kann das bestätigen. So war ich z.B. sehr enttäuscht über mein neu erworbenes 9x63 von Optolyt. In ca. 700m Entfernung beobachtete ich bei leicht diesigem Wetter eine Fichtenschonung. Die Fichten waren gut zu erkennen, nicht aber die Struktur der Zweige. Als ich dann die Fichten mit meinem Hartmann 8x40 beobachtete traute ich meinen Augen kaum. Die Struktur der Zweige war gut zu erkennen. Kurz entschlossen verkaufte ich mein 9x63 wieder. Nach Einführung des Phasenkorrekturbelages war der Unterschied nur noch gering.
Der Phasenkorrekturbelag hat vor allem den Kontrast der Dachkantgläser verbessert, und natürlich auch die Schärfeleistung.
In der Zeiss-Broschüre "Ferngläser und Zielfernrohre für die waidgerechte Jagd" finden wir folgende Aussage:
"Bedingt durch die in unkorrigierten Dachprismensystemen auftretende Phasenverschiebung der Strahlenbündel ,liegt die Abbildungsqualität in der Bildmitte bei diesem Typ geringfügig unter der eines Porro-glases."
Das ist schon sehr bemerkenswert, denn früher hat Zeiss das nie zugegeben.

Hier noch ein Tipp: Wer noch nicht "sein" Fernglas gefunden
hat - etwas Geduld, nächstes Jahr kommt etwas interessantes auf den Markt.

Gruß

Joachim


 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hallo Joachim,

Frank und ich werden in Kuerze das Ultravid mit dem Nobilem und dem Fujinon vergleichen, und Dein Buchstabentest steht bei mir auf der Liste. Ich werde von meinen Eindruecken berichten!

Beim Refraktor/Reflektor Vergleich muss man beruecksichtigen, dass der geringere Kontrast des Letzteren von Beugungseffekten am Sekundaerspiegel verursacht wird. Dieser befindet sich ja mitten im Strahlengang - ein Nachteil, den der Refraktor nicht hat. Bestimmte Reflektor-Konstruktionen, wie der Maksutov-Newton, kommen mit einem sehr kleinen Sekundaerspiegel aus und haben daher fast den selben Kontrast wie der Refraktor. Er wird daher gern bei der Planetenbeobachtung eingesetzt.

Zitat:

Hier noch ein Tipp: Wer noch nicht "sein" Fernglas gefunden
hat - etwas Geduld, nächstes Jahr kommt etwas interessantes auf den Markt.

Zitat Ende

Da wuerde ich aber gern mal etwas mehr wissen :-)

Gruss,
Holger
 
Test abblasen?

Hallo Holger,

Du kommst jetzt aber nicht auf die Idee, den ultimativen Schmolke-Test <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> als Bewertungsgrundlage für den Bericht einzuführen? Falls doch, müsstest Du wenigstens eine Bewertungsskala beisteuern. Die Pünktchen auf dem ö sind sehr gut zu erkennen, gut zu erkennen, zu erkennen, ...

Vielleicht sollten wir den Test ganz abblasen? Das Porroglas mit für Brillenträger geeigneten WW Okularen und Stickstofffüllung ist gerade erschienen:

10x50 WP - Weitwinkelglas - Stickstoffgefüllt - Wasserdicht

Preiswert ist es auch, warum noch Docter-Optik bemühen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Vergleich Refraktor/Reflektor

Hallo Holger,

das ist doch völlig klar, daß die geringere Leistung des Spiegels gegenüber dem Refraktor durch eine Obstruktionsfläche (Fangspiegel) hervorgerufen wird. Ich wollte mit dem Vergleich das ganze nur etwas anschaulicher
machen, zum besseren Verständnis. Das Dachkantglas verfügt
auch über eine etwas gedämpfte Definition, auch wenn das nicht so ausgeprägt wie bei manchen Spiegelsystemen ist. Folgendes sollte man aber bei der ganzen Disskussion nicht vergessen: Die volle Leistung eines Fernglases kann ich nur nutzen, wenn das Fernglas aufgelegt ist bzw. auf einem Stativ befestigt ist. Das gilt natürlich auch für das Erkennen von Unterschieden.
Dashalb muß das Fernglas beim Testen unbedingt verwacklungsfrei aufliegen, und die Testperson muß sitzen.

Nun zu den Insiderinformationen:
Wie ich schon einmal erwähnt habe, pflege ich gelegentlich
Kontakt zu einigen Fernglasherstellern. Machmal entwickelt sich daraus ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Leider wechseln die Personen im Laufe der Jahre, so daß ich die Kontakte immer wieder neu knüpfen muß. Da ich keinem schaden möchte, kann ich hier im Forum
mit konkret werden. Wenn Du mir aber garantierst, daß bestimmte Informationen unter uns bleiben, würde ich sie nur an Dich weitergeben.
Noch eins sollte nicht unerwähnt bleiben:
Das Setzen auf die Dachkantgläser hat den meisten Fernglasherstellern in Deutschland das Überleben gesichert (natürlich auch Swarovski). Hätten sie weiter auf Porro gesetzt, wären sie von der japanischen Konkurrenz schon vor 30 bis 40 Jahren erdrückt worden. Die
viel aufwendigeren Dachkantgläser sind eben nicht so einfach nachzubauen. Vielen Fernglaskäufern erschien das Dachkantglas nicht nur handlicher sondern auch moderner und damit leistungsfähiger.
Somit haben die Dachkants eine wichtige Funktion gehabt.
Daher ist es auch nur zu verständlich, wenn kein Verteter dieser Firmen öffentlich etwas gegen diesen Fernglastyp sagt.
Gruß Joachim



 
Re: Vergleich Refraktor/Reflektor

Hallo Joachim,

Wir sollten Dein Vertrauensverhaeltnis mit den Herstellern nicht aufs Spiel setzen - daher warten wir am besten mal ab und lassen uns im naechsten Jahr ueberraschen (vielleicht muessen wir ja nur bis zur Photokina warten)!

Die Dachkants haben dafuer gesorgt, dass es in Deutschland ueberhaupt noch Fernglashersteller gibt - das ist wohl leider richtig. Hoffentlich laesst Docter sich dazu bewegen, ueberhaupt noch einen Cent in die Porros zu investieren.

Gruss,
Holger
 
Re: Vergleich Refraktor/Reflektor

Hallo Holger,

wenn es gewünscht wird, würde ich mein 10x42 EL für den Test zur Verfügung stellen. Dann hätten wir zwei der modernsten Dachkantgläser gegen zwei leistungsstarke Porros. Noch etwas zur Entfernung des Brettes mit der Zeitung: Die 15m sind nur ein Anhaltspunkt. Es kann sein, daß für Dich ein bis zwei Meter mehr oder weniger besser sind - einfach ausprobieren.

Gruß
Joachim
 
Re: Test abblasen?

Hallo Frank,

habe mir das 10x50 von Minolta auf einem Foto angesehen. Ich fürchte, dieses Glas wird nicht unseren Wünschen entprechen. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: Die Prismen sind viel zu klein. Dieses führt dazu, daß das Gesichtsfeld nicht richtig ausgeleuchtet wird. Man macht es gern, wenn man Preis und Gewicht möglichst niedrig halten will.
Gruß
Joachim
 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hallo Joachim,

du zitierst aus der Broschüre von Zeiss:

Zitat:

"In der Zeiss-Broschüre "Ferngläser und Zielfernrohre für die waidgerechte Jagd" finden wir folgende Aussage:
"Bedingt durch die in unkorrigierten Dachprismensystemen auftretende Phasenverschiebung der Strahlenbündel ,liegt die Abbildungsqualität in der Bildmitte bei diesem Typ geringfügig unter der eines Porro-glases."
Das ist schon sehr bemerkenswert, denn früher hat Zeiss das nie zugegeben"

Zitatende.

Ich habe diese Broschüre vorliegen. Dein Zitat stammt von S. 38, doch ich fürchte, du hast den Sinn der Ausführungen dort nicht ganz richtig bzw. unvollständig wiedergegeben.


Ich führe das Zitat hier einmal für alle zuende:

"(...) Carl Zeiss gelang es, erstmalig eine spezielle Oberflächenbeschichtung der Dachprismen zu entwickeln, das P*-Coating, welche die Phasenverschiebung der beiden Teilbündel des Lichts verhindert. Dadurch konnte die Abbildungsqualität der Dachprismenferngläser optimiert und die erwähnten Nachteile bei der Beobachtung vermieden werden. Heute ist das bei diesem Fernglastyp aller renommierten Hersteller der Fall."

Also noch einmal etwas Textexegese: das von dir gebrachte Zitat bezieht sich ausschließlich auf unkorrigierte Dachprismensysteme! Ich kann ansonsten Walters Ausführungen auch aus praktischer Sicht durchaus zustimmen.

Steve
 
Re: Leider wieder eine falsche Behauptung!

Hallo Steve,

na sicher bezieht sich mein Zitat auf die unkorrigierten
Dachkantprismen. Interessant ist für mich, daß vor Einführung des Phasenkorrekturbelages Zeiss und andere
Hersteller immer versichert hatten, daß es keinen Unterschied zwischen Dachkants und Porros bezüglich
der Bildqualität gäbe. Dabei gab es doch unübersehbare
Schwächen, vor allem beim Kontrast. Auch heute ist die Bildqualität eines Dachkantglases offiziell natürlich genauso gut wie die eines Porroglases - aber eben nur offiziell. Ich will den Herstellern von Dachkantgläsern nichts böses unterstellen, die Dachkantgläser sind ihre Überlebensgrundlage.
Ansonsten kann ich immer wieder nur sagen: Selber testen
bzw. den kommenden Test zwischen dem Nobilem 10x50, dem Fujinon 10x50 und dem Ultravid 10x50 abwarten.

Gruß
Joachim
 
Re: Porro gegen Dachkant - nächster Akt

Hallo Joachim und die anderen:

habe gerade zum ersten Mal ein Canon IS 10x30 in der Hand gehabt und über Kontrast und Schärfe gestaunt -
und dann nochmal gestaunt, als ich auf dem folgenden Datenblatt sah: Prismensystem: Porro!!!!!
http://www.directshopper.de/canon-binocular-10x30-is_fernglaeser_p
Auf seiner homepage leistet sich Canon allerdings keine technischen Datenblätter, so daß ich das nicht näher
kontrollieren konnte. Auch Zeiss gibt bei seinem Stabi 20x60, das dieselbe Konstruktion der Okular/Prismen-
Gruppe zu haben scheint, nichts näheres an - sind das "normale" Porros - sehen doch eigentlich anders aus? Oder ist das,
was man hinter dem Okular sieht, nur eine Art "kurzes Periskop" auf das dann die Porros innen folgen?
Jedenfalls scheinen die Porros eben doch auch heute noch quicklebendig und messerscharf zu sein!!!
Gruß
 
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