Doppelstern und Krippennebel

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stefand

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Servus zusammen,

In den letzten Tagen, man mag es ja kaum glauben und sicherlich ist es bald wieder vorbei, war der Himmel hier im Südwesten klar und relativ trocken ist es dabei auch noch.
Also ideal, um sich mal wieder etwas ausgiebiger unterm Sternenhimmel zu tummeln. Am 01.03. war es leider recht windig und die gefühlte Temperatur sank drastisch.Alaska sozusagen.
Bisher habe ich meine azitmuale Montierung zu 90% rausgestellt, weil es einfach schneller ist. Heute sollte jedoch die EQ5 aus dem Keller gezerrt werden, weil diese nachgeführt wird (jedenfalls in der Reaktenzion).
Folgendes Equipment habe ich rausgeschleppt und aufgebaut: EQ5 mit RA-Motor, Rumak 4" ca. f/10, Leuchtpunktsucher und 8*50 Sucher, 32mm + 15mm TV Plössl, 19mm PanO, 12 + 6 mm Radian. Dazu kommt ein Zeichenblock und eine Rotlich-Klemmlampe, sowie ein Astrostuhl (mit Lehne ...)
Ich kann sagen, bis das in Position gebracht und aufgebaut ist, sind gefühlt 20 Minuten rum. Aber die benötigt der Maksutov zum Auskühlen ohnehin, also muss ich mich nicht beeilen.
Nachdem ich mir den M44 als Objekt zum Zeichnen herausgesucht hatte, setzte ich mich auf den bequemen Astrostuhl. Schön so nachgeführt kann ich mich auf's Objekt konzentrieren und den Block, sowie den Stift halten. Den dritten Arm würde ich sonst für das Nachführen benötigen ...

Beginnend mit dem 32mm Plössl (33x) wurde die Zeichnung in der Übersicht erstellt. Dabei merkte ich erst irgendwann, dass ich das Gesichtsfeld nicht besonders gut getroffen hatte, sondern meine konzentration (so oft habe ich noch nicht gezeichnet), auf das Objekt gelegt hatte.
Ich beließ es aber dabei, denn nachzeichnen tue ich nicht - so wie die Zeichnung draußen unterm Himmel entstanden ist, wird sie abgelegt und eingescannt.
Mit dem 19mm Okular (55x) konnten dann ein paar Sterne hinzukommen, aber der Unterschied war doch gering. Also sollte das 15mm Plössl (69x) die gewünschten, zusätzlichen Sterne zeigen. Dabei ist der Wechsel vom 19mm PanO zu einem 15mm Plössl recht dramatisch. Das kleine Gesichtsfeld eines Plössl kommt einem genau dann wie ein Schlüsselloch vor - dank mot. Nachführung war das in der Auswirkung aber nicht so dramatisch.
Der Wind macht mir dabei übrigens mehr zu schaffen als das kleine Gesichtsfeld des Plössl ... die EQ5 ist mit einem 4" Maksutov kaum belastet und steckt den Wind (Windstärke 4, in Böen 5) locker weg. Nur der Mensch davor schwächelt und bricht ab.Die Bedingungen waren mit 4.5mag auch nicht so berauschend, als dass ich hier hätte durchhalten müssen.
Ich brauch' ncht zu erwähnen, dass der Abbau wieder recht viel Zeit kostete. Die Zeichnung war bis dahin aber ganz passabel - Sterne bis 11.8mag zeigten sich immerhin.
Am Tag drauf war dann ein stahlblauer Himmel und der Wind deutlich geringer - wenn auch nicht ganz verschwunden.
Nun hatte ich abends leider nicht allzuviel Zeit, also durfte die AZ4 (azimutale Montierung) herhalten - die Okulare beschränkten sich auf 32mm Plössl, sowie 12 + 6mm Radian.
Es zeigten sich Stern bis 5 mag und das bereits um 20:30 Uhr - das ist gut für unseren Vorstadtgarten!
Zur Orientierung wurde mit dem 32mm Plössl ein wenig der Himmel abgefahren und Standardkerzen (z.B. M35) aufgesucht. Keine besonderen Vorkommnisse, es waren noch alle da.
Dann machte ich mich an ein paar Doppelsterne im Zwilling - hier natürlich alpha Gem (Castor) und den Stern 38 in den Zwillingen, wie er im Karkoschka verzeichnet ist.Während Castor im 6mm Radian recht einfach war (1,9/2,9m bei 4,3"), zeigte sich Stern 38 als Herausforderung (4,7/7,7m bei 7,1"), da der Begleiter doch recht schwach ist. Es gelang aber diesen zu erkennen, wenngleich es nur im 6mm Radian (173x) möglich war.
Es hat mich aber ein paar Minuten gekostet, denn über die Position des Doppelsterns wusste ich nichts.
Ich beließ das 6mm im Okularauszug und versuchte den NGC2392 zu finden. Dabei griff ich auf den 8*50 Sucher zurück, welcher das Positionieren sehr einfach macht. Schön dass der Sucherschuh des Bosma ein wenig größer ausfällt ... da passen der Skysurfer (Leuchtpunktsucher) und der 8*50 Sucher rein, den Rest gleicht die Festziehschraube aus.
Trotzdem musst ich erst auf das 32mm Plössl zurückgehen, die Justage des 8*50 Suchers passte einfach nicht so gut, als dass ich mit 170x hätte finden können.
Bei 33x ist der planentarische Nebel NGC2392 (Eskimonebel) aber kaum als solcher zu sehen, sondern sieht dem nahen Stern (8mag, glaube ich) sehr ähnlich. Bei 83facher Vergrößerung gab es aber keinen Zweifel mehr, also gleich zum 6mm. Bei ca. 170x war ein sehr helles Zentrum und ein dunklerer Halo zu erkennen. Ein paar Minuten blieb ich dabei (Nachführung nervt), um eben diesem Halo irgendetwas zu entlocken. Es war nicht ganz homogen, mehr wollte sich nicht zeigen.
Mittlerweile dürfte der Himmel fast 5.5m erreicht haben, jedenfalls an den dunklen Stellen. Also nochmals ein Schwenk zum M44 (diesesmal wieder mit dem 6mm im OAZ), um zu sehen, was mit dieser Vergrößerung an Sternengröße zu erkennen ist. Es war ein langes Gucken, bis ich drei neue Sterne gegenüber dem Vortag entdeckte und auf meiner Zeichnung nachgetragen hatte.

Zum Ausklang noch ein bisschen hier und da geschaut und dann wieder rein in die warme Stube - nach einer Kontrolle in Stellarium waren zwei dieser Sterne mit 12m und 12.3m die schwächsten, die ich mit diesem Teleskop je gesehen hatte.

Schaut, so sieht die unkorrigierte Zeichnung aus (kommt tagsüber, bei hellem Licht, leider etwas schwach rüber ... :(

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/big/hh32-1.jpg

Da hat sich das frieren doch ein wenig gelohnt und der PN war ja auch von bleibender Erinnerung - den hätte ich vielleicht noch zeichnen sollen ...

Also, ein Vorgänger hatte es ja bereits geschrieben, kann man unter dunklem Himmel auch mit kleinem Gerät seinen Spaß haben.

CS,
Stefan
 
Hallo,

schöner Bericht. Ja, der kalte Ostwind war ziemlich unangenehm, das mußte ich diese Woche auch feststellen. Und Dein Bericht zeigt, daß man mit 4" auch wunderbar beobachten kann. War die Tage mit einem ED80/600, meinem 130/650er Nerwton und auch noch mit dem 190/1000er MN unterwegs, und ich muß sagen, die klaren Nächte in leztter Zeit waren mit ca. 5m5 zwar nicht berauschend, aber doch schonmal recht gut.
Auch Deine Zeichnung gefällt, meine sind auch nicht besser, eher schlechter...

Gruß

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
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