Refek
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Hallo Forum!
Ich habe diesen Beobachtungsbericht zwar schon bei uns in der Group gepostet, aber da bekanntlich viel arbeit dahinter steckt sowas zu schreiben will ich ihn euch nicht vorenthalten ...
(die Helligkeitsangaben in Klammern entstammen aus dem CdC und bedeuten z.B. (6.0m/14.0m) = visuell 6.0mag/Flächenhelligkeit 14.0mag)
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Beobachtungsbericht 03.01.2006
Matthias Speck
Zeit: 22.00 - 01.00
Ort: Waldweg im Hang oberhalb Allmensbachgrund / Schriesheimer Tal
Sicht von Nord über Ost bis SSW, 15° Höhe bis Zenit
Seeing: 6/10
Teleskop: C6-N (Celestron 6"f/5 Newton) auf Selbstbaurockerbox
Okulare: TSWA15, SpeersWaler14WA, SWA6, TSBarlow2x
Ich habe die letzten Tage damit verbracht, eine Rockerbox für den kleinen Newton zu bauen. Ich wollte den "Kasten" heute abend eigentlich gemütlich fertig machen, da verriet mir der Blick nach draussen einen wolkenfreien Himmel. Nun aber los. Ein paar Kleinigkeiten rumgeschraubt und schnell noch die Folie auf die Höhenräder, Zeug zusammen gepackt und ab den Wald hoch. Ich hasse diesen Kilometer da hoch, aber das ist nunmal der einzige Platz in erreichbarer Nähe, der mir zumindest nach Osten hin einen freien und relativ dunklen Himmel bietet.
Schnauf, Schwitz, da!
Ich wollte heute abend einen Blick auf Orion werfen, also stellte ich das Geraffel erstmal weiter unten auf einen freien Platz ab der mir einen recht guten Blick bot. Ohne weiter aufzubauen ging ich trotzdem den Weg weiter nach oben und bemerkte, dass mein Stammplatz trotz der fortgeschrittenen Stunde noch einen guten Ausblick auf Orion bot. Wieder runter, das Zeug geschnappt und oben aufgebaut.
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# M42/M43/NGC1977/NGC1980 mit SW14WA(teils mit Barlow2x)
Ich wollte das TSWA15 eigentlich nicht mitnehmen, hatte ich doch das SW14WA dabei. Noch fix den Sucher eingerichtet, das 14er Speers rein und auf M42 gehalten. FIRSTLIGHT FÜR DAS SPEERS! Wow, voll der Hammer! Weit ausladende Strukturen, Kontraste zwischen Sternen und Nebel. Das Trapez stand leuchtend inmitten der Fillamente. Die beiden Schwingen weit ausgebreitet zeichnete sich der Orionnebel von den(leider nicht ganz so) dunklen Hintergrund ab. Ich brauchte lange bis ich mich von diesen Anblick lösen konnte.
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# M78(8.0m/12.0m), NGC2071(8.0m/11.6m) mit SW14WA
Horsehead und Flamennebel liegen ausserhalb der Reichweite eines 6" unter den hiesigen Bedingungen. Also weiter hoch auf M78 und den daneben liegenden NGC2071. Beide Nebel sollten zu finden sein. Leider war der Anblick nicht gerade berauschend. NGC2071 schien mir im Vergleich zu M78 einen Tick größer zu sein, beide waren aber nur sehr verschwommen wahrnehmbar ohne Strukturen. Lag vielleicht daran, dass Orion inzwischen eine Richtung einnahm, aus der das Streulicht von Heidelberg schon heftiger rein schlug.
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# M1(8.4m/11.0m) mit SW14WA
Auf einer der letzten Touren nach Lampenhain, ist schon ein paar Wochen her, versuchte ich fast zwei Stunden lang M1 zu finden. Ich weiss bis heute nicht was für ein Esel mich damals geritten hatte, aber suchte am falschen Stern. Erst Wolf machte mich darauf aufmerksam, Peinlich, Penlich. Heute lief das etwas schneller, ZetaTau angepeilt, etwas nach rechts oben und da ist er. Ein ovaler Nebelfleck mit leicht aufgehellten Zentrum einsam zwischen den Sternen.
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# NGC1746 - OC(6.1m/14m0) mit SW14WA
Einfach langsam horizontal nach rechts. Ein offener Sternhaufen im Stier. Schon vor etwas längerer Zeit im Fernglas mehrfach beobachtet, war er diesmal im Newton drann. Sternengewimmel.
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# NGC1647 - OC(6.1m/14.4m)
Auch ein offener Sternhaufen etwa auf halben Wege zwischen NGC1746 und Aldebaran. NGC1746 gefällt mir im Vergleich zu besser, da dieser etwas kompakter und zahlreicher scheint.
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# M45 - OC - Pleiaden(1.2m/11.0m) mit SW14WA
Huch, wo ist der hin? Mist, schon hinter den Bäumen verschwunden. Da schimmert was durch, draufgehalten. Die Zweige störten kaum das Bild. Der Sternhaufen zeigte sich wie gewohnt in blauer Pracht. Mir schien um Electra und Taygeta ein leicht bläulicher Schimmer. Waren das die Reflexionsnebel für das sie bekannt waren oder war das nur eine Beugungserscheinung durch die Zweige? Das muß ich mal zu gegebener Zeit in Lampenhain vergleichen.
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# M44 - OC - Praesepe(3.1m/13.0m) mit SW14WA
Und jetzt ein schwenk um 120° nach Ost zur Krippe. Der offene Sternhaufen interesserte mich nicht sonderlich, waren halt ein Haufen Sterne. Interessanter war das, was daneben stand:
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# Saturn - Planet(0.6m) mit SW14WA, später SWA6+2xTSBarlow
Da ist er, der große runde mit den Ring. Eine wahre Pracht. Trotz der nur 56fachen Vergrößerung im 14erSpeers schien ich ein Wolkenband erkannt zu haben, was sich später dann mit den SWA6 bestädigte. Als ich aber das Okular wechselte und neu auf Saturn ausrichtete passierte etwas anderes:
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# Bolide um 23:21Uhr
Geschätzte Helligkeit weit über Sirius. Kam aus der Kastenregion des Großen Wagens, zog quer durch die Zwillinge und verging nördlich von Beteigeuze im Orion. Die Farbe erst weiss, dann in gelblich-orange übergehend und heller werdend. Die Spur glühte noch etwa 4 oder 5 Sekunden nach. Boah, habe schon ein paar kleine Meteore heute abend gesehen, aber das war der Hammer!
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# Saturn - Planet(0.6m) mit SWA6 + 2xTSBarlow
Ich habe ein paar verschiedene Brennweiten benutzt, aber je weiter ich vergrößert habe, desto matschiger wurde der Anblick. Das Seeing ist wohl nicht das beste heute abend. Ich bin bis auf 250fach rauf(SWA6+2xBarlow), Cassini-Teilung und ein diffuses Wolkenband, mehr war nicht drinn. Wieder das Speers rein- was soll ich sagen, auch wenn keine weitere Details erkennbar waren, der Anblick im 14er Speers ist überwältigend. Allerdings erkannte ich eine kleine Einfärbung, ein Farbsaum um Saturn, oben blau unten rot. Als ich später nochmal drauf bin war der Farbsaum nicht mehr da.
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# M38 - OC(6.4m/12.0m) mit SW14WA
Und wieder ein Schwenk, zurück nach Westen zum Fuhrmann. Er stand ziemlich hoch und schickte sich an langsam hinter den Bäumen zu verschwinden. Als mal schnell M38 in Visier genommen. Dabei mußte ich feststellen, dass der Sucher am Dobslike-C6N absoluter Mist ist. Sowas macht sich am Dobson nicht gut. M38 ist ein offener Sternhaufen, unregelmäßige Anordnung und unterschiedliche Helligkeiten der Sterne und recht dicht.
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# M36 - OC(6.0m/12.0m) mit SW14WA
Weiter unterhalb von M38 findet sich M36, ebenfalls ein offener Sternhaufen. Er ist nicht ganz so groß im Durchmesser wie M38 und hat auch nicht so viele Sterne. Trotzdem ein schöner Anblick.
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# M37 - OC(5.6m/11.0m) mit SW14WA + 2xBarlow
Ich gleicher Linie von M38 über M36 auf M37. Im Sucher nur ein verwaschener Nebelfleck, der Blick durch das Okular zeigte aber ein recht dichtes Gewimmel an Sternen. Mit Barlow formatfüllend. Der Sternhaufen hat meiner Ansicht nach schon fast Kugelsternhaufencharakter. In Richtung des Kerns mehr Sterne, alles bleibt aber klar getrennt. Ebenfalls ein sehr schöner Anblick.
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# M35 - OC(5.1m/12.0m) mit SW14WA
Man folge der Linie annähernd weiter und stößt dann auf M35, einen offenen Sternhaufen. Ganz ähnlich wie M37 ist das ein recht dichter Sternhaufen mit vielen Sternen. Die Barlow habe ich rausgelassen, diese Vergrößerung ist zuviel. Wow, viele viel Sterne. Jetzt brauchte es nur noch einen Schwenk nach rechts und ich bin wieder bei M1. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
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# NGC 2237/2238/2244 - Rosettennebel mit Sternhaufen(5.6m bis 15.0m) mit SW14WA
Ich weiss, mit 6" und bei diesen Streulicht zwecklos, ich habs trotzdem versucht. Den offenen Sternhaufen NGC2244 habe ich gefunden, ein sicheres Zeichen das ich an der richtigen Stelle war, aber den Nebel ... nada!
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# Saturn - Planet(0.6m) mit SW14WA
Eigentlich wollte ich nochmal zu M42, aber der Großteil des Orion war in Wolken ersoffen. Als ich mich umsah, waren da doch tatsächlich klammheimlich hinter meinem Rücken recht dichte Wolkenbänder dicht über den Horizont im Süden und im Norden aus Richtung Westen aufgezogen. So ein Mist, die hätten wenigstens was sagen können. Also in Richtung des Wolkenlose und nochmal auf Saturn. Und wieder war der bloße Anblick des so einsam stehenden Saturns bei 56fach einfach nur schön. Die Faszination lag an der Schärfe der Kanten, mit der er sich vom Hintergrund abzeichnete. Allein der Ring war an Details genug. Und jetzt war der Farbsaum verschwunden.
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# M81/M82/NGC3077 -GX(6.9m bis 13.2m) mir SW14WA
Da die Wolken immer weiter an Höhe gewannen, im Süden inzwischen mehr als 45°, +im Norden etwa 30° und im Zenit erschienen ebenfalls die ersten Schleier, blieb mir nicht viel wolkenloser Himmel. In der Großen Bärin grob mit den Sucher auf M81 gezielt und getroffen. Ich war wirklich überrascht wie einfach das diesmal war. Da standen ohne viel Suchen die beiden Galaxien nebeneinander. M81 ein ovaler Nebelfleck mit deutlich aufgehellten Zentrum, feinere Strukturen waren nicht zu erkennen. Daneben M82 deutlich als langgezogener Strich, eine Galaxie in Kantenlage, ebenfalls mit aufgehelltem Zentrum nur nicht so hell wie M81 und auch in der Ausdehnung kleiner. Bei NGC3077 mußte ich etwas suchen, da ich nur im 32er SuperPlößl alle drei im gleichen Feld habe. Und da war sie auch, als schwacher rundlicher Nebelfleck, keine Strukturen und keine Aufhellung erkennbar.
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# Alcor und Mizar - Doppelstern(Zeta UrsaMajor) im SW14WA
Das Pärchen ist schon mit bloßem Auge zu trennen, im 14erSpeers zeichneten sie sich klar vom Hintergrund ab. Und auch hier fiel mir wieder die Schärfe des Speers auf. Ein sehr schöner Anblick.
Die aufziehende Bewölkung machte sich immer mehr bemerkbar. Besonders die Schleierwolken können einem die größten Genuss vermiesen. Saturn war mit bloßem Auge inzwischen drei mal so groß. Leo, der gerade eine ordentliche Höhe über Horizont erreichtem, war auch nurnoch Matsch. Was soll man dagegen tun? Zusammenpacken!
Ich merkte plötzlich, dass ich trotz Fliegerpelzstiefel kalte Zehen hatte. Wenn man bewegungslos dasitzt kann das schon mal passieren. Hätte ich die GP dabei gehabt wäre das wahrscheinlich nicht passiert, das stehen am Telekop und die Bewegung der Füße hätten das verhindert.
Eine viertel Stunde später war ich dann wieder zu Hause. Bergab gehts schneller.
Und als ich dann eine halbe Stunde später noch einmal raus schaute war der Himmel wieder klar. Aber nochmal marschiere ich nicht da hoch.
Fazit:
Ich hatte nach mehr als zwei Monaten endlich die Gelegenheit das SpeersWaler 14 WA an meinem Newton zu testen und was sich mir letzte Nacht gezeigt hat war ausgesprochen zufriedenstellend. Das Okular ist recht groß und schwer für ein so relativ kleines Teleskop und leider fehlt ihm die Sicherungsnut. Der oftmals bemängelte kurze Augenabstand(beim 14er 16mm) stört mich persönlich überhaupt nicht. Die Unschärfe am Rand beschränkt sich bei f/5 tatsächlich nur etwa 5% des äußeren Bereiches was aber bei einem scheinbaren Gesichtsfeld von 80° nicht stört. Für mich ein wirklich gutes Okular und jeden Cent wert.
Die selbsgebaute Rockerbox hat sich bewährt und ich muss offen zugeben, dass das Dobson schubsen wirklich Spaß macht. Die Rockerbox ist mit den Newton so leicht, dass ich bei Richtungswechsel noch nicht einmal aufzustehen brauche. Ich habe einfach das Teil angehoben und gedreht - paßt. Selbstverständlich bedarf es noch ein paar Kleinigkeiten die geändert werden müssen. Die Höhenräder zum Beispiel laufen zu leicht, in Horizont- und im Zenitnähe macht sich der Newton selbstständig. Auch muss ich mich drann machen, die Rockerbox als das auszubauen als das sie als sekundäre Funktion gedacht ist, als Transportkiste für den Newton. Zwei stabile Gurte an einer Seite befestigt und man kann sie sich auf den Rücken schnallen. Ideen sind da, die Realisierung wird zeigen ob es funktioniert. Die Rockerbox ist um ein vielfaches leichter zu transportieren als die GP auf den Stativ.
Und ich brauche einen anderen Sucher, dieser 6x30 ist ganz großer Mist am Dobson. Und wenn ich mir irgendetwas selber bauen muss.
Die leichte Rockerbox, das Speers und endlich seit Wochen klaren Himmel - es hat einfach riesen Spaß gemacht.
CS
Matthias
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Ich hoffe es gefällt ein wenig und vielleicht ist da auch für den ein oder anderen etwas interessantes dabei.
Auf das demnächst das Wetter besser werde,
Matthias
Edit: Die ursprüngliche Formatierung ist nicht übernommen wurden, daher mußte ich nochmal Hand anlegen.
Ich habe diesen Beobachtungsbericht zwar schon bei uns in der Group gepostet, aber da bekanntlich viel arbeit dahinter steckt sowas zu schreiben will ich ihn euch nicht vorenthalten ...
(die Helligkeitsangaben in Klammern entstammen aus dem CdC und bedeuten z.B. (6.0m/14.0m) = visuell 6.0mag/Flächenhelligkeit 14.0mag)
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Beobachtungsbericht 03.01.2006
Matthias Speck
Zeit: 22.00 - 01.00
Ort: Waldweg im Hang oberhalb Allmensbachgrund / Schriesheimer Tal
Sicht von Nord über Ost bis SSW, 15° Höhe bis Zenit
Seeing: 6/10
Teleskop: C6-N (Celestron 6"f/5 Newton) auf Selbstbaurockerbox
Okulare: TSWA15, SpeersWaler14WA, SWA6, TSBarlow2x
Ich habe die letzten Tage damit verbracht, eine Rockerbox für den kleinen Newton zu bauen. Ich wollte den "Kasten" heute abend eigentlich gemütlich fertig machen, da verriet mir der Blick nach draussen einen wolkenfreien Himmel. Nun aber los. Ein paar Kleinigkeiten rumgeschraubt und schnell noch die Folie auf die Höhenräder, Zeug zusammen gepackt und ab den Wald hoch. Ich hasse diesen Kilometer da hoch, aber das ist nunmal der einzige Platz in erreichbarer Nähe, der mir zumindest nach Osten hin einen freien und relativ dunklen Himmel bietet.
Schnauf, Schwitz, da!
Ich wollte heute abend einen Blick auf Orion werfen, also stellte ich das Geraffel erstmal weiter unten auf einen freien Platz ab der mir einen recht guten Blick bot. Ohne weiter aufzubauen ging ich trotzdem den Weg weiter nach oben und bemerkte, dass mein Stammplatz trotz der fortgeschrittenen Stunde noch einen guten Ausblick auf Orion bot. Wieder runter, das Zeug geschnappt und oben aufgebaut.
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# M42/M43/NGC1977/NGC1980 mit SW14WA(teils mit Barlow2x)
Ich wollte das TSWA15 eigentlich nicht mitnehmen, hatte ich doch das SW14WA dabei. Noch fix den Sucher eingerichtet, das 14er Speers rein und auf M42 gehalten. FIRSTLIGHT FÜR DAS SPEERS! Wow, voll der Hammer! Weit ausladende Strukturen, Kontraste zwischen Sternen und Nebel. Das Trapez stand leuchtend inmitten der Fillamente. Die beiden Schwingen weit ausgebreitet zeichnete sich der Orionnebel von den(leider nicht ganz so) dunklen Hintergrund ab. Ich brauchte lange bis ich mich von diesen Anblick lösen konnte.
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# M78(8.0m/12.0m), NGC2071(8.0m/11.6m) mit SW14WA
Horsehead und Flamennebel liegen ausserhalb der Reichweite eines 6" unter den hiesigen Bedingungen. Also weiter hoch auf M78 und den daneben liegenden NGC2071. Beide Nebel sollten zu finden sein. Leider war der Anblick nicht gerade berauschend. NGC2071 schien mir im Vergleich zu M78 einen Tick größer zu sein, beide waren aber nur sehr verschwommen wahrnehmbar ohne Strukturen. Lag vielleicht daran, dass Orion inzwischen eine Richtung einnahm, aus der das Streulicht von Heidelberg schon heftiger rein schlug.
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# M1(8.4m/11.0m) mit SW14WA
Auf einer der letzten Touren nach Lampenhain, ist schon ein paar Wochen her, versuchte ich fast zwei Stunden lang M1 zu finden. Ich weiss bis heute nicht was für ein Esel mich damals geritten hatte, aber suchte am falschen Stern. Erst Wolf machte mich darauf aufmerksam, Peinlich, Penlich. Heute lief das etwas schneller, ZetaTau angepeilt, etwas nach rechts oben und da ist er. Ein ovaler Nebelfleck mit leicht aufgehellten Zentrum einsam zwischen den Sternen.
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# NGC1746 - OC(6.1m/14m0) mit SW14WA
Einfach langsam horizontal nach rechts. Ein offener Sternhaufen im Stier. Schon vor etwas längerer Zeit im Fernglas mehrfach beobachtet, war er diesmal im Newton drann. Sternengewimmel.
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# NGC1647 - OC(6.1m/14.4m)
Auch ein offener Sternhaufen etwa auf halben Wege zwischen NGC1746 und Aldebaran. NGC1746 gefällt mir im Vergleich zu besser, da dieser etwas kompakter und zahlreicher scheint.
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# M45 - OC - Pleiaden(1.2m/11.0m) mit SW14WA
Huch, wo ist der hin? Mist, schon hinter den Bäumen verschwunden. Da schimmert was durch, draufgehalten. Die Zweige störten kaum das Bild. Der Sternhaufen zeigte sich wie gewohnt in blauer Pracht. Mir schien um Electra und Taygeta ein leicht bläulicher Schimmer. Waren das die Reflexionsnebel für das sie bekannt waren oder war das nur eine Beugungserscheinung durch die Zweige? Das muß ich mal zu gegebener Zeit in Lampenhain vergleichen.
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# M44 - OC - Praesepe(3.1m/13.0m) mit SW14WA
Und jetzt ein schwenk um 120° nach Ost zur Krippe. Der offene Sternhaufen interesserte mich nicht sonderlich, waren halt ein Haufen Sterne. Interessanter war das, was daneben stand:
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# Saturn - Planet(0.6m) mit SW14WA, später SWA6+2xTSBarlow
Da ist er, der große runde mit den Ring. Eine wahre Pracht. Trotz der nur 56fachen Vergrößerung im 14erSpeers schien ich ein Wolkenband erkannt zu haben, was sich später dann mit den SWA6 bestädigte. Als ich aber das Okular wechselte und neu auf Saturn ausrichtete passierte etwas anderes:
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# Bolide um 23:21Uhr
Geschätzte Helligkeit weit über Sirius. Kam aus der Kastenregion des Großen Wagens, zog quer durch die Zwillinge und verging nördlich von Beteigeuze im Orion. Die Farbe erst weiss, dann in gelblich-orange übergehend und heller werdend. Die Spur glühte noch etwa 4 oder 5 Sekunden nach. Boah, habe schon ein paar kleine Meteore heute abend gesehen, aber das war der Hammer!
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# Saturn - Planet(0.6m) mit SWA6 + 2xTSBarlow
Ich habe ein paar verschiedene Brennweiten benutzt, aber je weiter ich vergrößert habe, desto matschiger wurde der Anblick. Das Seeing ist wohl nicht das beste heute abend. Ich bin bis auf 250fach rauf(SWA6+2xBarlow), Cassini-Teilung und ein diffuses Wolkenband, mehr war nicht drinn. Wieder das Speers rein- was soll ich sagen, auch wenn keine weitere Details erkennbar waren, der Anblick im 14er Speers ist überwältigend. Allerdings erkannte ich eine kleine Einfärbung, ein Farbsaum um Saturn, oben blau unten rot. Als ich später nochmal drauf bin war der Farbsaum nicht mehr da.
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# M38 - OC(6.4m/12.0m) mit SW14WA
Und wieder ein Schwenk, zurück nach Westen zum Fuhrmann. Er stand ziemlich hoch und schickte sich an langsam hinter den Bäumen zu verschwinden. Als mal schnell M38 in Visier genommen. Dabei mußte ich feststellen, dass der Sucher am Dobslike-C6N absoluter Mist ist. Sowas macht sich am Dobson nicht gut. M38 ist ein offener Sternhaufen, unregelmäßige Anordnung und unterschiedliche Helligkeiten der Sterne und recht dicht.
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# M36 - OC(6.0m/12.0m) mit SW14WA
Weiter unterhalb von M38 findet sich M36, ebenfalls ein offener Sternhaufen. Er ist nicht ganz so groß im Durchmesser wie M38 und hat auch nicht so viele Sterne. Trotzdem ein schöner Anblick.
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# M37 - OC(5.6m/11.0m) mit SW14WA + 2xBarlow
Ich gleicher Linie von M38 über M36 auf M37. Im Sucher nur ein verwaschener Nebelfleck, der Blick durch das Okular zeigte aber ein recht dichtes Gewimmel an Sternen. Mit Barlow formatfüllend. Der Sternhaufen hat meiner Ansicht nach schon fast Kugelsternhaufencharakter. In Richtung des Kerns mehr Sterne, alles bleibt aber klar getrennt. Ebenfalls ein sehr schöner Anblick.
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# M35 - OC(5.1m/12.0m) mit SW14WA
Man folge der Linie annähernd weiter und stößt dann auf M35, einen offenen Sternhaufen. Ganz ähnlich wie M37 ist das ein recht dichter Sternhaufen mit vielen Sternen. Die Barlow habe ich rausgelassen, diese Vergrößerung ist zuviel. Wow, viele viel Sterne. Jetzt brauchte es nur noch einen Schwenk nach rechts und ich bin wieder bei M1. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
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# NGC 2237/2238/2244 - Rosettennebel mit Sternhaufen(5.6m bis 15.0m) mit SW14WA
Ich weiss, mit 6" und bei diesen Streulicht zwecklos, ich habs trotzdem versucht. Den offenen Sternhaufen NGC2244 habe ich gefunden, ein sicheres Zeichen das ich an der richtigen Stelle war, aber den Nebel ... nada!
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# Saturn - Planet(0.6m) mit SW14WA
Eigentlich wollte ich nochmal zu M42, aber der Großteil des Orion war in Wolken ersoffen. Als ich mich umsah, waren da doch tatsächlich klammheimlich hinter meinem Rücken recht dichte Wolkenbänder dicht über den Horizont im Süden und im Norden aus Richtung Westen aufgezogen. So ein Mist, die hätten wenigstens was sagen können. Also in Richtung des Wolkenlose und nochmal auf Saturn. Und wieder war der bloße Anblick des so einsam stehenden Saturns bei 56fach einfach nur schön. Die Faszination lag an der Schärfe der Kanten, mit der er sich vom Hintergrund abzeichnete. Allein der Ring war an Details genug. Und jetzt war der Farbsaum verschwunden.
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# M81/M82/NGC3077 -GX(6.9m bis 13.2m) mir SW14WA
Da die Wolken immer weiter an Höhe gewannen, im Süden inzwischen mehr als 45°, +im Norden etwa 30° und im Zenit erschienen ebenfalls die ersten Schleier, blieb mir nicht viel wolkenloser Himmel. In der Großen Bärin grob mit den Sucher auf M81 gezielt und getroffen. Ich war wirklich überrascht wie einfach das diesmal war. Da standen ohne viel Suchen die beiden Galaxien nebeneinander. M81 ein ovaler Nebelfleck mit deutlich aufgehellten Zentrum, feinere Strukturen waren nicht zu erkennen. Daneben M82 deutlich als langgezogener Strich, eine Galaxie in Kantenlage, ebenfalls mit aufgehelltem Zentrum nur nicht so hell wie M81 und auch in der Ausdehnung kleiner. Bei NGC3077 mußte ich etwas suchen, da ich nur im 32er SuperPlößl alle drei im gleichen Feld habe. Und da war sie auch, als schwacher rundlicher Nebelfleck, keine Strukturen und keine Aufhellung erkennbar.
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# Alcor und Mizar - Doppelstern(Zeta UrsaMajor) im SW14WA
Das Pärchen ist schon mit bloßem Auge zu trennen, im 14erSpeers zeichneten sie sich klar vom Hintergrund ab. Und auch hier fiel mir wieder die Schärfe des Speers auf. Ein sehr schöner Anblick.
Die aufziehende Bewölkung machte sich immer mehr bemerkbar. Besonders die Schleierwolken können einem die größten Genuss vermiesen. Saturn war mit bloßem Auge inzwischen drei mal so groß. Leo, der gerade eine ordentliche Höhe über Horizont erreichtem, war auch nurnoch Matsch. Was soll man dagegen tun? Zusammenpacken!
Ich merkte plötzlich, dass ich trotz Fliegerpelzstiefel kalte Zehen hatte. Wenn man bewegungslos dasitzt kann das schon mal passieren. Hätte ich die GP dabei gehabt wäre das wahrscheinlich nicht passiert, das stehen am Telekop und die Bewegung der Füße hätten das verhindert.
Eine viertel Stunde später war ich dann wieder zu Hause. Bergab gehts schneller.
Und als ich dann eine halbe Stunde später noch einmal raus schaute war der Himmel wieder klar. Aber nochmal marschiere ich nicht da hoch.
Fazit:
Ich hatte nach mehr als zwei Monaten endlich die Gelegenheit das SpeersWaler 14 WA an meinem Newton zu testen und was sich mir letzte Nacht gezeigt hat war ausgesprochen zufriedenstellend. Das Okular ist recht groß und schwer für ein so relativ kleines Teleskop und leider fehlt ihm die Sicherungsnut. Der oftmals bemängelte kurze Augenabstand(beim 14er 16mm) stört mich persönlich überhaupt nicht. Die Unschärfe am Rand beschränkt sich bei f/5 tatsächlich nur etwa 5% des äußeren Bereiches was aber bei einem scheinbaren Gesichtsfeld von 80° nicht stört. Für mich ein wirklich gutes Okular und jeden Cent wert.
Die selbsgebaute Rockerbox hat sich bewährt und ich muss offen zugeben, dass das Dobson schubsen wirklich Spaß macht. Die Rockerbox ist mit den Newton so leicht, dass ich bei Richtungswechsel noch nicht einmal aufzustehen brauche. Ich habe einfach das Teil angehoben und gedreht - paßt. Selbstverständlich bedarf es noch ein paar Kleinigkeiten die geändert werden müssen. Die Höhenräder zum Beispiel laufen zu leicht, in Horizont- und im Zenitnähe macht sich der Newton selbstständig. Auch muss ich mich drann machen, die Rockerbox als das auszubauen als das sie als sekundäre Funktion gedacht ist, als Transportkiste für den Newton. Zwei stabile Gurte an einer Seite befestigt und man kann sie sich auf den Rücken schnallen. Ideen sind da, die Realisierung wird zeigen ob es funktioniert. Die Rockerbox ist um ein vielfaches leichter zu transportieren als die GP auf den Stativ.
Und ich brauche einen anderen Sucher, dieser 6x30 ist ganz großer Mist am Dobson. Und wenn ich mir irgendetwas selber bauen muss.
Die leichte Rockerbox, das Speers und endlich seit Wochen klaren Himmel - es hat einfach riesen Spaß gemacht.
CS
Matthias
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Ich hoffe es gefällt ein wenig und vielleicht ist da auch für den ein oder anderen etwas interessantes dabei.
Auf das demnächst das Wetter besser werde,
Matthias
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