Drehbank & Gewinde scheiden

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Den Hinweis habe ich nicht in der Literatur gefunden, sondern in einer Werkstatt bekommen.

Was sich mit Spiritus verbessert, hatte ich bereits geschrieben: Die Oberfläche wird ausreichend gut. (Übrigens: Solche Sachen lassen sich ausprobieren.)

Was sich mit Spiritus verschlechtert, das untersuch selbst.

Ich hatte nicht behauptet, daß es sich dabei um einen Schmierprozeß handelt.

Ich habe auch nicht bestritten, daß Spiritus brennbar ist, und habe auch nicht empfohlen, eine glimmende Zigarette über die offene Flasche zu halten.


Lies wenigstens diese Zeilen aufmerksam!



Roland
 
Hier bin ich noch mal. Auch mich hat das Thema sehr beschäftigt.

Messung von Gewinden dürfte für Dich nicht infrage kommen. In der Produktion gilt die Devise: Meßtechnik und Austauschbau. Du betreibst aber keinen Austauschbau. Wenn zwei bestimmte Teile ein unzertrennliches Pärchen darstellen sollen und Du sie so hingekriegt hast, daß sie zueinander passen, dann bist Du ja zufrieden. Und dann mußt Du nicht messen.

(Das klingt auch in dem Text an, den ich von Jürgen Eichardt abgeschrieben habe.)


Mach's gut!

Roland
 
Hallo Morgenstern
Wie entsteht eine gute Oberfläche ? Sie entsteht, indem das Werkzeug gut schneidet und die Reibung zwischen Werkzeug und Werkstück vermindert wird, also doch SCHMIEREN. Vielleicht hast du ja in der Werkstatt wirklich nur die halbe Wahrheit mitbekommen...nichts gegen dich gemeint.
Erste Wahl bei Aluminium ist laut Literatur Petroleum.
Was auch empfholen wird, ist der Seifenspiritus... Zusammensetzung habe ich oben schoneimal geschrieben. Es wird in den Büchern NIE von reinem Spiritus geredet.
Quelle: Fachkunde für Dreher, Westermann Verlag, ISBN 3-14-201498-5
Bis bald
Marcus
 
Hi,

zum Thema Spiritus: Meiner Erfahrung nach bringt der Einsatz von Spiritus durchaus eine bessere Oberflächengüte. Ich habe ihn vor allem zum Kühlen, nicht zum Schmieren genutzt. Hier ist meiner Meinung das Wichtige, daß durch ausreichende Kühlung das Bilden einer Aufbauschneide vermieden wird, die unweigerlich zu einer schlechteren Oberfläche führt (richtige Meißeleinstellung vorausgesetzt).
Egal wie die Theorie aussieht: Spiritus hilft auf jeden Fall (und ist billig).
Inzwischen setze ich praktisch nur noch Alu-N ein, das Zeug ist genial (kühlt und schmiert, fühlt sich seifig an wie Petroleum), allerdings auch deutlich teurer. Da ich es mit einem einfachen Airbrush quasi als Minimalmengen-Schmierung einsetze, ist der Verbrauch aber extrem gering.
Fazit: Spiritus ist wesentlich besser als nicht kühlen, Alu-N ist noch besser.

Gruß und fließende Späne,

Robert

www.robert-pudlo.de
 
Hallo Robert
"Egal wie die Theorie aussieht: Spiritus hilft auf jeden Fall (und ist billig)." ich kenne noch etwas, was noch billiger ist und sozusagen zum Nulltarif aus dem Menschlichen Körper kommt. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Stoff die gleichen guten Eigenschaften hat wie reiner Spiritus. Zum kühlen kann man fast jeden x beliebigen Stoff nehmen, nur ob es Sinn macht, bleibt dahingestellt.
Meiner Meinung nach, kommt das mit dem Spiritus, wirklich von dem Spiritus, welcher mit Seife und Wasser gestreckt worden ist.
Ich behaupte hier auch nicht, dass Spiritus die Zerspanung nicht fördert, ich will nur darauf hinweisen, dass dieser nicht die ideale Lösung ist.
Bis bald Marcus
Ps. Aufbauschneide ist nicht immer was schlechtes, sie mindert den Verschleiss am Werkzeug bein Schruppen.
 
Hi Skysurfer,
wenn Du 6.- Euro über hast:
http://cgi.ebay.at/Handbuch-der-Dreherei...QQcmdZViewItem

Ein verdammt gutes Buch, zwar sehr alt aber immer noch aktuell!
CS
Bernd

Danke für den Tipp. Ich habe mir schon das Tabellenbuch Metall und ein Buch zum Thema drehen gekauft. Damit komme ich erst einmal soweit klar. Leider habe ich nach meinem Urlaub wieder wenig Zeit, aber jetzt gehe ich erst einmal daran meine praktischen Fähigkeiten an der Drehmaschine zu entwickeln.

Grüße
Skysurfer
 
Hier bin ich noch mal. Auch mich hat das Thema sehr beschäftigt.

Messung von Gewinden dürfte für Dich nicht infrage kommen. In der Produktion gilt die Devise: Meßtechnik und Austauschbau. Du betreibst aber keinen Austauschbau. Wenn zwei bestimmte Teile ein unzertrennliches Pärchen darstellen sollen und Du sie so hingekriegt hast, daß sie zueinander passen, dann bist Du ja zufrieden. Und dann mußt Du nicht messen.

Normalerweise wird es wohl das Beste sein die Gewinde einfach mit dem Gegenstück zu testen. Nur im Fall des Webcam-Adapters erschien mir das wenig praktikabel - auch weil man bei dem Feingewinde mit 0,5er Steigung als Anfänger nicht so gut visuell beurteilen kann, ob das Gewinde etwas taugt. Der Adapter ist aber, bis auf das Gewinde und die hintere Zentralbohrung, soweit fertig. Wenn ich am Wochenende etwas Zeit habe, wird sich zeigen ob ich das hinbekomme. Wenn das gelingt versuche ich mich dann mal an einem Innengewinde für einen Filter. Wenn dieser Teil schief geht, ist das nicht so tragisch.

Viele Grüße
Skysurfer
 
Servus,

auch ich benuztze zum Bearbeiten von Aluminium Brennspiritus. Den Tipp habe ich von meinem Papa, der hat mal eine Ausbildung zum Feinmechaniker gemacht, das war in den 50ern.

Es ist einerseits richtig, dass man in der gängigen Literatur so absolut gar nichts über die Verwendung von Spiritus findet. Die Brennbarkeit ist unbestritten, das dürfte aber für den nichtrauchenden Amateur mit Drehbänken bis 3000 U/min keine grosse Rolle spielen.

Wegdiskutieren kann man es aber nicht: Spiritus wirkt. Wer's nicht glaubt: einfach ausprobieren. Spirtus funktioniert nur in Verbindung mit Alu, sei es nun beim Drehen, Fräsen oder Gewindeschneiden. Die Oberfläche wird besser und eine Schmierwirkung ist einfach festzustellen, woher die auch immer kommen mag.

Was jedem schon mal passiert ist: zwei frischgedrehte Aluteile werden testweise zusammengeschraubt, und schon geht nix mehr: festgefressen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mad.gif" alt="" /> In Spiritus baden, mit einem Holzscheit etwas prellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> , und man kann die Teile wieder auseinandernehmen.

Schöne Grüße,
und hört auf meinen Papa.

Rudi
 
Hi Rudi,

da sind sich die Praktiker wohl einer Meinung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Was jedem schon mal passiert ist: zwei frischgedrehte Aluteile werden testweise zusammengeschraubt, und schon geht nix mehr: festgefressen.
Allerdings! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
In Spiritus baden, mit einem Holzscheit etwas prellen
Den Trick muss ich mir merken. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Obwohl, wenn das mit dem Festfressen einem einmal passiert ist,
dann wird man vorsichtiger, aber man weiss ja nie...

Gruss,
Thomas
 
Wir verstehen unsere Aluminium-Kontroverse wahrscheinlich besser, wenn wir uns vor Augen halten, daß unter uns sowohl Praktiker als auch Theoretiker sind. Der Praktiker ist der Typus, der die Sache ausprobiert und sich dann das Ergebnis beguckt, wohingegen für den Theoretiker Probe und Inaugenscheinnahme Sünde sind. Dafür kann er uns schlüssig beweisen, daß das, was dem Praktiker gelungen ist, nicht gelingen wird. Eine Übereinkunft zwischen beiden kommt deshalb nicht oft zustande.


Macht's gut!

Roland
 
Natürlich gibt es auch Praktiker, die mal was ausprobiert haben, und dann ganz stur darauf beharren, obwohl man mit anderen Mittel wesentlich bessere Ergebnisse erreichen kann. So wird es niemals Fortschritt geben.
Mal eine Frage an den praktiker Morgenstern : Wie schwer war dein größtes Drehteil ? Ich als "Theoretiker" hatte schon Teile mit weit über 20 Tonnen auf der Planscheibe liegen.
Zwischen den Spitzen 3 Tonnen.
Bis bald
 
Hallo Rudi,
Was jedem schon mal passiert ist: zwei frischgedrehte Aluteile werden testweise zusammengeschraubt, und schon geht nix mehr: festgefressen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mad.gif" alt="" /> In Spiritus baden, mit einem Holzscheit etwas prellen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> , und man kann die Teile wieder auseinandernehmen.
harrrr... zweimal habe ich das gehabt... zweimal ist meine Arbeit in die Dutten gegangen!! Danke für den Tipp... ich höre demnächst auf Deinen Pappa <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

CS
Bernd
 
Wir verstehen unsere Aluminium-Kontroverse wahrscheinlich besser, wenn wir uns vor Augen halten, daß unter uns sowohl Praktiker als auch Theoretiker sind. Der Praktiker ist der Typus, der die Sache ausprobiert und sich dann das Ergebnis beguckt, wohingegen für den Theoretiker Probe und Inaugenscheinnahme Sünde sind. Dafür kann er uns schlüssig beweisen, daß das, was dem Praktiker gelungen ist, nicht gelingen wird. Eine Übereinkunft zwischen beiden kommt deshalb nicht oft zustande.

wahre worte! ich hab selten eine so gute definition gehört. (praktiker) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
 
Zollgewinde auch ohne Umrüstsatz möglich!

Hallo zusammen,

für alle die eventuell hier mitgelesen haben, weil sie sich auch für eine kleine Drehbank interessieren, möchte ich noch etwas ergänzen. Soeben habe ich mit der originalen metrischen Leitspindel einen Adapter für ein kleines 1/4" Zoll Bohrfutter mit Witworth Gewinde fertiggestellt. Den Zollgewinde-Umrüstsatz für die Rotwerk EDM 300 DS benötigt man für das Anfertigen von Zollgewinden eigentlich nicht. Insofern entfällt auch der aufwändige Umbau von Schlossmuttern und Drehspindel. Roland hatte das in seinem Posting ja schon angedeutet. Im Internet habe ich ein Programm (http://www.varmintal.com/gears.zip) entdeckt, mit dem man in sehr guter Näherung die Kombination der Wechselräder zum Schneiden von Zollgewinden mit einer metrischen Leitspindel berechnen kann. Die Abweichung bei meinem 1/4"-Gewinde beträgt gegenüber der auf Zollgewinde umgerüsteten Drehbank lediglich 0,035% und spielt somit keine Rolle.

Grüße
Skysurfer
 
Re: Zollgewinde auch ohne Umrüstsatz möglich!

Hallo Skysurfer,
ich habe auch was im Netz gefunden was dich interressieren wird. Schau mal hier nach . Viel Spaß noch beim drehen
 
Zum Thema Gewindeschneiden: Gelegenheits-Gewindeschneider wie ich wissen eine Gewindeuhr zu schätzen. Das ist nichts weiter als eine von der Leitspindel per Zahnrad angetriebene runde Skala (1..12 in meinem Fall). Diese wird an den Schloßkasten montiert und ermöglicht synchronisiertes Öffnen und Schließen der Schloßmutter. Wenn mann beim Gewindeschneiden im Freistich angekommen ist, die Schloßmutter öffnen - und der Support steht sofort. Dann kann man in aller Ruhe den Querschlitten zurücknehmen und den Support händisch zurückfahren. Man muß sich nur merken, bei welcher Zahl auf der Uhr man den ersten Span genommen hat, wartet dann, bis diese Zahl wieder bei der Markierung angekommen ist und schließt die Schloßmutter wieder. Dadurch , daß der Support "auf den Schlag" steht, kann man mit höheren Schnittgeschwindigkeiten arbeiten, ohne daß man riskiert, mit dem Meißel einen Ausflug ins Futter zu machen (Es gibt wenige Klänge, die unangenehmer sind!)

Zum Spiritus: Ich habe es noch nicht geschafft, Spiritus an der Drehmaschine zu entzünden, obwohl ich beim Spanen recht beherzt zur Sache gehe (HM-Wendeschneidplatten mögen's halt etwas robust - aber mit Gefühl!). Für den Hausgebrauch ist das eine Prima Sache - ob man einen CNC-Automaten mit 15 Liter Spiritus betankt, ist natürlich etwas anderes.
 
Hallo,

ist ganz interessant, was so zum Thema Theoretiker / Praktiker und zum Schmieren von Alu kommt. Da es um die Werkzeugbehandlung allgemein geht, möchte ich noch folgendes sagen: Viele ruinieren sich ihr Werkzeug vorzeitig, weil sie kein oder falsches Schneidöl verwenden! Ich selbst verwende nur noch Hochleistungs-Schneidöl, das zum Bearbeiten schwer zerspanbarer Werkstoffe wie rostfreie und hitzebeständige Stähle, Nickellegierungen, Titan und ähnlichem geeignet ist. Mit so Billigzeugs will ich gar nicht mehr rumexperimentieren - hab’ schon genug "Lehrgeld" bezahlt! Solches Schmiermittel bekommt man allerdings auch nicht im Baumarkt, da es relativ teuer ist. Ich besorgte es mir beim Werkzeuggroßhandel.

Also Theoretiker und Praktiker: Gutes Schneidöl nützt, gutes Schneidöl schützt!

Viele Grüße, Nirosta
Meine Drehbankseite mit viel selbst gebautem Zubehör: http://www.zellix.de/drehb.htm

p.s.: Den Spitznamen „Nirosta" trage ich übrigens nicht zu Unrecht
 
Gelegenheits-Gewindeschneider wie ich wissen eine Gewindeuhr zu schätzen. Das ist nichts weiter als eine von der Leitspindel per Zahnrad angetriebene runde Skala (1..12 in meinem Fall). Diese wird an den Schloßkasten montiert und ermöglicht synchronisiertes Öffnen und Schließen der Schloßmutter. Wenn mann beim Gewindeschneiden im Freistich angekommen ist, die Schloßmutter öffnen - und der Support steht sofort.

Ich habe inzwischen recht gute Erfahrungen damit gemacht die Drehmaschine rechtzeitig vor dem Ende des Gewindes auszuschalten und für die noch fehlenden ein oder zwei Umdrehungen das Futter von Hand zu bewegen. Dabei kann eigentlich nichts schief gehen.

Zum Thema Kühlung von Aluminium-Werkstoffen habe ich in dem Buch "Drehen für Modellbauer" [1], das ich mir als Anleitung gekauft habe, auch einen Hinweis gefunden. Neben Feinmechaniköl und Bohremulsion (für das Sägen von Alu mit einer Metallkreissäge) erwähnt der Autor auch die Verwendung von sauberem Spiritus als Kühlmittel.

Grüße
Skysurfer


[1] Drehen für Modellbauer, Jürgen Eichhard, vth-Verlag, ISBN 3-88180-713-6, 19,- Euro
 
Hallo,

ich habe das Forum und diesen Artikel über Google gefunden
weil ich grade anfange mich mit Drehbanken zu beschäftigen.
Wenn auch in einem anderen Kontext (Hobby-Goldschmied).

Zum Thema Spiritus, ja er brennt, aber sein Selbstentzündungspunkt
liegt sehr hoch, ich lösche geglühte oder gelötete Werkstücke
in Spiritus ab, da sind 700+ Grad keine Seltenheit und es
passiert .... nix.

Und Spiritus hat noch eine gute Eigenschaft, die Werkstücke
oxidieren nicht beim ablöschen. Gold (ausser 24 karat), Silber und Kupfer laufen beim ablöschen in Wasser sofort an,
bei Spiritus passiert das nicht.

Zusätzlich bleiben die Werkstücke schön formbar, weil Spiritus
die Werkstücke sehr langsam abkühlt, es bilden sich Blasen
aussen an dem Werkstück und diese bilden ein Bolster das
ein abschrecken wie bei Wasser dämpft.

MfG Mark
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

auch ich drehe viel und oft Alunium, äh Aluminium.
Spiritus ist wohl mit das beste zum kühlen für diesen Werkstoff. Mit der Spritzflasche immer feste druff, bei mir hat sich noch nie was entzündet.

Es geht natürlich auch mit normaler Bohremulsion zu kühlen,
aber bei Alu ist Spiritus am besten.

Noch was wichtiges, immer mit scharfen Werkzeugen arbeiten,
dann ist die Erwärmung des Werkstücks geringer.

Fröhliches Zerspanen

Hans
 
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