schwenn
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Ich möchte euch einen kleinen Einblick in drei meiner Beobachtungen in den schweizer Alpen geben. Das ganze ist jetzt ein bis zwei Wochen her und somit schreibe ich nur über das, was besonders in Erinnerung geblieben ist.
Zu meiner Ausrüstung: Ich bin inzwischen komplett auf Ferngläser umgestiegen. Oder sollte ich sagen zurückgekehrt, da ich mit einem Fernglas begonnen hatte? Ich habe ein Omegon 2x54, ein Spacewalker 3d-Fernglas 8x42, ein Canon IS 15x50 (bildstabilisert) und ein APM 100SD mit Wechselokularen. Alle Instrumente kommen regelmäßig zum Einsatz, wobei das Canon zu Hause bleiben durfte, da es meine handliche Alternative zum Großfernglas ist und ich auf guten Himmel für das Dicke hoffte.
Vom 14. auf 15. September übernachteten wir mit dem Camper auf der Passhöhe des Julierpass im Engadin, der Schweiz (etwas über 2000mNN). Die Prognosen bzgl. klaren Himmels waren nicht sonderlich gut und so entschied ich mich, das Großfernglas nicht aufzubauen. Mit einsetzen der Nacht wurde der Himmel jedoch immer besser. So ging ich mit dem 3d-Fernglas und dem Omegon 2x54 nach draußen. Die Milchstraße war schön strukturiert. Ich bin unter solchen Bedingungen immer etwas hin und her gerissen. Einserseits ist der Nachthimmel wunderschön und ich sehe viel mehr als in Tübingen. Andererseits finde ich es auch erschreckend, wie aufgehellt der Himmel in manchen Richtungen dann selbst in den Alpen ist. St. Moritz warf eine riesige Lichtglocke im Osten an den Himmel. Im Bereich der untergehenden Sommermilchstraße im Südwesten sah es auch nur mäßig aus. Ich mache mir jedoch grundsätzlich nichts aus der Bezifferung von Himmelsqualitäten und nehme die Bedingungen wie sie sind. Und sie waren toll.
Ich wechselte immer wieder zwischen der riesigen Übersicht mit dem 2x54 und dem 3d-Fernglas. Beides sind natürlich Exoten in der "ernsthaften" Himmelsbeobachtung. Ich mag beide jedoch sehr. Das 2x54 spielte seine Stärke im Abgrasen der Milchstraße sowie beim Nordamerikanebel aus. Mit dem 3d-Fernglas verbrachte ich einige Zeit an der Schild-Sternwolke. Am besten funktioniert der 3d-Effekt an Sternhaufen mit Sternen drum herum. Dann steht das anvisierte Objekt eindrücklich vor dem Himmelshintergrund. Absolut grandios ist der Anblick der Andromedagalaxie mit diesem Fernglas. Auch wenn dies nicht den tatsächlichen Entfernungen entspricht, hängt die Andromedagalaxie im Vordergrund vor den Augen! Ein toller Effekt ist auch, wenn man Sternhaufen vor Hindernissen wie in diesem Fall Bergen beim Aufgehen beobachtet. Näher kann man sich die Sterne gefühlt nicht holen.
Ich hatte versucht, M33, die Dreiecksgalaxie mit bloßen Augen zu erfassen. Dies war nicht möglich. Mit dem 2x54 war sie jedoch zweifelsrei zu erkennen. Das war kein besonders eindrückliches Bild, aber ich finde es mit den kleinen Ferngläsern immer interessant, gerade die schwierigen Objekte zu finden bzw. zu erkennen. So zum Beispiel auch den Hantelnebel mit dem 8x42.
Genau genommen wechselte ich immer wieder zwischen dem 8x42, dem 2x54 und dem Bestauen des Bandes von Sommer- über aufgehender Wintermilchstraße mit bloßen Augen.
Es war dann doch eine absolut klare Nacht und es hätte sich doch gelohnt, das Große aufzubauen. Bereut hatte ich es dennoch überhaupt nicht. Die Beobachtung mit eigenen Augen und kürzeren, tieferen Blicken mit kleinen Ferngläsern hat für mich eine ganz eigene Qualität. Man ist auch mal ganz frei von dem Ansporn, irgendwas suchen oder finden zu müssen sowie von dem technischen Geraffel, die richtigen Einstellungen oder Okulare finden zu müssen.
Am nächsten Tag hatte ich noch die Möglichkeit, über den Tag hinweg immer wieder die Sonne mit dem Acuter 40/400 und Bino-Ansatz (klar) zu beobachten. Die zeigte sich mit zahlreichen Filamenten und einigen hübschen Protuberanzen. Ich hoffte, das Berlebach Uni 19C gleich für das APM 100SD stehen lassen zu können und tat das dann auch. Wir waren inzwischen bei Bivio, also einfach unterhalb des Passes und somit auch im Bereich guten Himmels. Leider störte zunächst schon einmal eine riesige Leuchtreklame bei unserem Stellplatz. Sie hellte die angefeuchtete Luft im Tal massiv auf. Später zogen dann auch immer mehr Wolken auf. Egal, etwas geht immer. Ich steckte das Omegon Panorama II 100° 10mm rein. Am besten ging es Richtung Herkules und so hatte ich eine schöne, längere Beobachtung von M13 und M92. Die zeigten sich schön aufgelöst ums Zentrum herum. Mir scheint M13 immer, als würde es aus dem Kugelsternhaufen nach unten hinausregnen. Auch schön waren M71 in Sagitta und M56 in Lyra, wenn auch natürlich nicht aufgelöst.
Knapp eine Woche später, am 20.09., waren wir nach 4 schönen Sommertagen am Comer See wieder in den Alpen. Diesmal in Juf/Avers auf 2126mNN. Es handelt sich um das höchstgelegene ganzjährig bewohnte Dorf Europas. Das Dorf liegt direkt südwestlich vom Julierpass, quasi hinter dem nächsten Bergkamm. Die Himmelsbedingungen sollten somit ähnlich sein, wobei der negative Einfluss von St. Moritz entfiel. Von den angesagten "9 hours of observing time" nutzte ich drei intensiv mit dem APM 100. Wieder gleich von 21:15 Uhr an, da ich in erster Linie nochmals die Sommermilchstraße besuchen wollte.
Wenn ich nur eine Nacht oder generell wenig Zeit zum beobachten habe, beschäftige ich mich bevorzugt minimal mit der Technik oder der perfekten Okularwahl für bestimmte Objekte. Insbesondere, wenn ich guten Himmel habe. Dann möchte ich einfach genießen. Ich entschied mich an diesem Abend für einen Kompromiss aus Feld/Vergrößerung/Austrittspupille und wählte das TS UWAN 82° 13mm, das ich auch den ganzen Abend nicht wechselte. Sternhaufen passen gut rein und kommen super raus, Objekte wie der Hantelnebel sind schön hell und noch nicht zu klein und auch der Ringnebel ist gut zu beobachten.
Im Süden blockierte eine Berg die Sicht auf alles tiefer als M17, dem Omeganebel. Somit fing ich dort an und wanderte dann hoch. Auch auf den Einsatz von Filtern verzichtete ich, um schnell zwischen unterschiedlichen Beobachtungsobjekten wechseln zu können. Mit der schönste Anblick war die gesamte Schildwolke. Immer wieder musste ich zum Südwestrand dieser schwenken, um den irren Kontrast aus heller, dichter Sternwolke und vollkommener Leere, den Dunklen Gassen, zu bestaunen. Ebenso lange verharrte ich am Wildentenhaufen, M11. Das kräftige leuchten des zumindest mit indirektem Sehen aufgelösten Sternhaufens war umso eindrücklicher durch die südöstlich stehenden Dunkelnebel. Weitere Highlights waren M27, der Hantelnebel, sowie NGC7000, der Nordamerikanebel. Es ist unfassbar, welche Wand aus Sternen man im Sternbild Schwan mit dem APM100 vor die Augen bekommt. Immer mal wieder kneife ich ein Auge zu, um zu vergleichen, was ich mit nur einem Auge sehen würde. Binokular erschlägt es einen einfach und alles wirkt heller. Der Hantelnebel ist auch grandios, da bei diesem - vermutlich durch die günstig angeordneten umliegenden Sterne - ein besonderer 3d-Effekt entsteht.
Ach wenn ich es primär nochmals auf die Milchstraße abgesehen hatte, konnte ich es nicht lassen, immer wieder auch M31, die Andromedagalaxie, und ihre Begleiter zu besuchen. Mit M110 und M32 gemeinsam in einem Sichtfeld ist die Andromedagalaxie unvergleichlich schön. Nachdem ich M33, die Dreiecksgalaxie, ja bereits mit den kleinen Ferngläsern beobachtet hatte, noch nie jedoch mit dem APM 100, durfte die natürlich nicht fehlen. Mit indirektem Sehen und viel Konzentration konnte ich ein bis zwei Spiralarme gut erkennen, insbesondere die Einkerbung im Südwesten.
Klar hätte ich an vielen Objekten mit der passenden Okularwahl, heißt Vergrößerung/Austrittspupille mehr herausholen können. Doch wieder war gerade das befreite Springen zwischen den Objekten und die alleinige Konzentration auf das Beobachten selbst das Schöne. Immer, wenn ich gerade aufhören will, sage ich mir: "Ach, komm, noch einmal M31...und dann nochmal den Hantelnbel und noch kurz das Doublecluster...und den Eulenhaufen - ach, noch einmal einfach durch den ganzen Schwan."
Hätte ich noch eine weitere Nacht gehabt, hätte ich mich freilich mal wieder richtig mit Deepsky-Reiseatlas vorbereitet und mir überlegt, was ich mit welchen Vergrößerungen und ob mit oder ohne Filter beobachten will. Auch das macht mir Spaß, da man dann schon tagsüber in die Sache eintauchen kann. Aber so war es wieder gut, wie es war und auch in dieser Nacht habe ich viel gewechselt zwischen bloßem Auge und dem Großfernglas. Immer, wenn man mal nicht durchs Instrument schaut, nimmt man ja auch mehr von der gesamten Atmosphäre zwischen Himmel und Erde in der Natur wahr - umgeben von dieser grandiosen Gebirgslandschaft oberhalb der Baumgrenze wirkt das Firmament nochmals eindrücklicher.
CS,
Sven
Zu meiner Ausrüstung: Ich bin inzwischen komplett auf Ferngläser umgestiegen. Oder sollte ich sagen zurückgekehrt, da ich mit einem Fernglas begonnen hatte? Ich habe ein Omegon 2x54, ein Spacewalker 3d-Fernglas 8x42, ein Canon IS 15x50 (bildstabilisert) und ein APM 100SD mit Wechselokularen. Alle Instrumente kommen regelmäßig zum Einsatz, wobei das Canon zu Hause bleiben durfte, da es meine handliche Alternative zum Großfernglas ist und ich auf guten Himmel für das Dicke hoffte.
Vom 14. auf 15. September übernachteten wir mit dem Camper auf der Passhöhe des Julierpass im Engadin, der Schweiz (etwas über 2000mNN). Die Prognosen bzgl. klaren Himmels waren nicht sonderlich gut und so entschied ich mich, das Großfernglas nicht aufzubauen. Mit einsetzen der Nacht wurde der Himmel jedoch immer besser. So ging ich mit dem 3d-Fernglas und dem Omegon 2x54 nach draußen. Die Milchstraße war schön strukturiert. Ich bin unter solchen Bedingungen immer etwas hin und her gerissen. Einserseits ist der Nachthimmel wunderschön und ich sehe viel mehr als in Tübingen. Andererseits finde ich es auch erschreckend, wie aufgehellt der Himmel in manchen Richtungen dann selbst in den Alpen ist. St. Moritz warf eine riesige Lichtglocke im Osten an den Himmel. Im Bereich der untergehenden Sommermilchstraße im Südwesten sah es auch nur mäßig aus. Ich mache mir jedoch grundsätzlich nichts aus der Bezifferung von Himmelsqualitäten und nehme die Bedingungen wie sie sind. Und sie waren toll.
Ich wechselte immer wieder zwischen der riesigen Übersicht mit dem 2x54 und dem 3d-Fernglas. Beides sind natürlich Exoten in der "ernsthaften" Himmelsbeobachtung. Ich mag beide jedoch sehr. Das 2x54 spielte seine Stärke im Abgrasen der Milchstraße sowie beim Nordamerikanebel aus. Mit dem 3d-Fernglas verbrachte ich einige Zeit an der Schild-Sternwolke. Am besten funktioniert der 3d-Effekt an Sternhaufen mit Sternen drum herum. Dann steht das anvisierte Objekt eindrücklich vor dem Himmelshintergrund. Absolut grandios ist der Anblick der Andromedagalaxie mit diesem Fernglas. Auch wenn dies nicht den tatsächlichen Entfernungen entspricht, hängt die Andromedagalaxie im Vordergrund vor den Augen! Ein toller Effekt ist auch, wenn man Sternhaufen vor Hindernissen wie in diesem Fall Bergen beim Aufgehen beobachtet. Näher kann man sich die Sterne gefühlt nicht holen.
Ich hatte versucht, M33, die Dreiecksgalaxie mit bloßen Augen zu erfassen. Dies war nicht möglich. Mit dem 2x54 war sie jedoch zweifelsrei zu erkennen. Das war kein besonders eindrückliches Bild, aber ich finde es mit den kleinen Ferngläsern immer interessant, gerade die schwierigen Objekte zu finden bzw. zu erkennen. So zum Beispiel auch den Hantelnebel mit dem 8x42.
Genau genommen wechselte ich immer wieder zwischen dem 8x42, dem 2x54 und dem Bestauen des Bandes von Sommer- über aufgehender Wintermilchstraße mit bloßen Augen.
Es war dann doch eine absolut klare Nacht und es hätte sich doch gelohnt, das Große aufzubauen. Bereut hatte ich es dennoch überhaupt nicht. Die Beobachtung mit eigenen Augen und kürzeren, tieferen Blicken mit kleinen Ferngläsern hat für mich eine ganz eigene Qualität. Man ist auch mal ganz frei von dem Ansporn, irgendwas suchen oder finden zu müssen sowie von dem technischen Geraffel, die richtigen Einstellungen oder Okulare finden zu müssen.
Am nächsten Tag hatte ich noch die Möglichkeit, über den Tag hinweg immer wieder die Sonne mit dem Acuter 40/400 und Bino-Ansatz (klar) zu beobachten. Die zeigte sich mit zahlreichen Filamenten und einigen hübschen Protuberanzen. Ich hoffte, das Berlebach Uni 19C gleich für das APM 100SD stehen lassen zu können und tat das dann auch. Wir waren inzwischen bei Bivio, also einfach unterhalb des Passes und somit auch im Bereich guten Himmels. Leider störte zunächst schon einmal eine riesige Leuchtreklame bei unserem Stellplatz. Sie hellte die angefeuchtete Luft im Tal massiv auf. Später zogen dann auch immer mehr Wolken auf. Egal, etwas geht immer. Ich steckte das Omegon Panorama II 100° 10mm rein. Am besten ging es Richtung Herkules und so hatte ich eine schöne, längere Beobachtung von M13 und M92. Die zeigten sich schön aufgelöst ums Zentrum herum. Mir scheint M13 immer, als würde es aus dem Kugelsternhaufen nach unten hinausregnen. Auch schön waren M71 in Sagitta und M56 in Lyra, wenn auch natürlich nicht aufgelöst.
Knapp eine Woche später, am 20.09., waren wir nach 4 schönen Sommertagen am Comer See wieder in den Alpen. Diesmal in Juf/Avers auf 2126mNN. Es handelt sich um das höchstgelegene ganzjährig bewohnte Dorf Europas. Das Dorf liegt direkt südwestlich vom Julierpass, quasi hinter dem nächsten Bergkamm. Die Himmelsbedingungen sollten somit ähnlich sein, wobei der negative Einfluss von St. Moritz entfiel. Von den angesagten "9 hours of observing time" nutzte ich drei intensiv mit dem APM 100. Wieder gleich von 21:15 Uhr an, da ich in erster Linie nochmals die Sommermilchstraße besuchen wollte.
Wenn ich nur eine Nacht oder generell wenig Zeit zum beobachten habe, beschäftige ich mich bevorzugt minimal mit der Technik oder der perfekten Okularwahl für bestimmte Objekte. Insbesondere, wenn ich guten Himmel habe. Dann möchte ich einfach genießen. Ich entschied mich an diesem Abend für einen Kompromiss aus Feld/Vergrößerung/Austrittspupille und wählte das TS UWAN 82° 13mm, das ich auch den ganzen Abend nicht wechselte. Sternhaufen passen gut rein und kommen super raus, Objekte wie der Hantelnebel sind schön hell und noch nicht zu klein und auch der Ringnebel ist gut zu beobachten.
Im Süden blockierte eine Berg die Sicht auf alles tiefer als M17, dem Omeganebel. Somit fing ich dort an und wanderte dann hoch. Auch auf den Einsatz von Filtern verzichtete ich, um schnell zwischen unterschiedlichen Beobachtungsobjekten wechseln zu können. Mit der schönste Anblick war die gesamte Schildwolke. Immer wieder musste ich zum Südwestrand dieser schwenken, um den irren Kontrast aus heller, dichter Sternwolke und vollkommener Leere, den Dunklen Gassen, zu bestaunen. Ebenso lange verharrte ich am Wildentenhaufen, M11. Das kräftige leuchten des zumindest mit indirektem Sehen aufgelösten Sternhaufens war umso eindrücklicher durch die südöstlich stehenden Dunkelnebel. Weitere Highlights waren M27, der Hantelnebel, sowie NGC7000, der Nordamerikanebel. Es ist unfassbar, welche Wand aus Sternen man im Sternbild Schwan mit dem APM100 vor die Augen bekommt. Immer mal wieder kneife ich ein Auge zu, um zu vergleichen, was ich mit nur einem Auge sehen würde. Binokular erschlägt es einen einfach und alles wirkt heller. Der Hantelnebel ist auch grandios, da bei diesem - vermutlich durch die günstig angeordneten umliegenden Sterne - ein besonderer 3d-Effekt entsteht.
Ach wenn ich es primär nochmals auf die Milchstraße abgesehen hatte, konnte ich es nicht lassen, immer wieder auch M31, die Andromedagalaxie, und ihre Begleiter zu besuchen. Mit M110 und M32 gemeinsam in einem Sichtfeld ist die Andromedagalaxie unvergleichlich schön. Nachdem ich M33, die Dreiecksgalaxie, ja bereits mit den kleinen Ferngläsern beobachtet hatte, noch nie jedoch mit dem APM 100, durfte die natürlich nicht fehlen. Mit indirektem Sehen und viel Konzentration konnte ich ein bis zwei Spiralarme gut erkennen, insbesondere die Einkerbung im Südwesten.
Klar hätte ich an vielen Objekten mit der passenden Okularwahl, heißt Vergrößerung/Austrittspupille mehr herausholen können. Doch wieder war gerade das befreite Springen zwischen den Objekten und die alleinige Konzentration auf das Beobachten selbst das Schöne. Immer, wenn ich gerade aufhören will, sage ich mir: "Ach, komm, noch einmal M31...und dann nochmal den Hantelnbel und noch kurz das Doublecluster...und den Eulenhaufen - ach, noch einmal einfach durch den ganzen Schwan."
Hätte ich noch eine weitere Nacht gehabt, hätte ich mich freilich mal wieder richtig mit Deepsky-Reiseatlas vorbereitet und mir überlegt, was ich mit welchen Vergrößerungen und ob mit oder ohne Filter beobachten will. Auch das macht mir Spaß, da man dann schon tagsüber in die Sache eintauchen kann. Aber so war es wieder gut, wie es war und auch in dieser Nacht habe ich viel gewechselt zwischen bloßem Auge und dem Großfernglas. Immer, wenn man mal nicht durchs Instrument schaut, nimmt man ja auch mehr von der gesamten Atmosphäre zwischen Himmel und Erde in der Natur wahr - umgeben von dieser grandiosen Gebirgslandschaft oberhalb der Baumgrenze wirkt das Firmament nochmals eindrücklicher.
CS,
Sven