Hartmut Rainer
Mitglied
Hallo zusammen,
in der vergangenen frühen Nacht am 7. September gab es sehr gute Bedingungen zur Sternenschau. Der Mond ist bereits wieder auf ein Viertel geschrumpft und ging erst um 23:30 Uhr auf. Der Himmel war wolkenfrei, klar und dunkel am Kraichgaurand bei Bruchsal.
Da hier im Forum Beobachtungen mit Ferngläsern selten sind, möchte ich gerne berichten, was ich gestern in kurzer, genussvoller Zeit mit dem APM 20x110 ED sehen konnte.
Ich habe mich ab 22 Uhr für eine Stunde mit dem Glas auf die Loggia gesetzt. Das Glas wiegt 5.6 Kilogramm, trotzdem bekomme ich mit der selbstgebastelten Fernglasaufhängung am Loggiadach und einem bequemen Campingstuhl mit Armstützen die Freihanderfahrung weitgehend hin. Mit Umlenkrollen und Gegengewicht ist das Glas fast gewichtslos und lässt sich in alle Richtungen bewegen, bis nahe an den Zenit.
Der Wassermann steht zur Zeit schön im Südosten, den habe ich mir vorgenommen, genauer die drei DSO bei Albali, NGC 7009, M73 und M72 – ein Nebel, ein Offener Haufen und ein Kugelsternhaufen.
Angefangen habe ich erstmal mit einfacheren Objekten oberhalb des Wassermanns, mit dem Kugelhaufen M15, bin dann weiter zum etwas diffuseren NGC 6934, der ganz deutlich von seinem Hintergrundstern BD +06 4572 abzugrenzen war. Von dort schweifte ich in einem großen Bogen über Altair zum Wildentenhaufen (M11) im Schild, der bei den günstigen Bedingungen dem Eulenhaufen ähnelte, ein kleines Gespenst mit nur einem Auge.
Von Saturn aus, der im Bauchnabel des Wassermanns stand, kletterte ich dann schließlich den Wassermann hoch zu Sadalmelik und Sadalsuud, von Sadalsuud nach oben zur Sternenkette HD 207136 bis HR 8263 mit dem imposanten Kugelhaufen M2 in der westlichen Verlängerung. Danach ging es von Sadalsuud weiter zu Mu Aquarii bei Albali und runter zu Nu Aquarii, in dessen Nähe sich die drei DSO ballen, die ich im Glas finden wollte. Die Sternenkette Nu Aquarii bis HR 7976 bietet eine vorzügliche Orientierung, um die drei Objekte sicher auszumachen. Am eindrücklichsten zeigte sich NGC 7009, der Saturnnebel, mit einem länglichen, bläulichen Flirren, in einem flachen Dreieck mit Nu Aquarii und HD 200750. Der Offene Haufen M73 war mit etwas Geduld an seinen Ausfransungen von einem Stern zu unterscheiden, oberhalb des Dreiecks HD 200004, HD 199828, QS Aquarii. Bei indirektem Sehen leuchtete der Kugelhaufen M72 heller auf als der benachbarte, Orientierung gebende Stern HR 7976. Der tiefer liegende Helixnebel ("Gottes Auge") ist zur Zeit leider für mich nicht zu sehen.
Um kurz nach Elf konnte ich schon wieder zufrieden einpacken, ehe der Mond aufging.
CS
Hartmut R.
in der vergangenen frühen Nacht am 7. September gab es sehr gute Bedingungen zur Sternenschau. Der Mond ist bereits wieder auf ein Viertel geschrumpft und ging erst um 23:30 Uhr auf. Der Himmel war wolkenfrei, klar und dunkel am Kraichgaurand bei Bruchsal.
Da hier im Forum Beobachtungen mit Ferngläsern selten sind, möchte ich gerne berichten, was ich gestern in kurzer, genussvoller Zeit mit dem APM 20x110 ED sehen konnte.
Ich habe mich ab 22 Uhr für eine Stunde mit dem Glas auf die Loggia gesetzt. Das Glas wiegt 5.6 Kilogramm, trotzdem bekomme ich mit der selbstgebastelten Fernglasaufhängung am Loggiadach und einem bequemen Campingstuhl mit Armstützen die Freihanderfahrung weitgehend hin. Mit Umlenkrollen und Gegengewicht ist das Glas fast gewichtslos und lässt sich in alle Richtungen bewegen, bis nahe an den Zenit.
Der Wassermann steht zur Zeit schön im Südosten, den habe ich mir vorgenommen, genauer die drei DSO bei Albali, NGC 7009, M73 und M72 – ein Nebel, ein Offener Haufen und ein Kugelsternhaufen.
Angefangen habe ich erstmal mit einfacheren Objekten oberhalb des Wassermanns, mit dem Kugelhaufen M15, bin dann weiter zum etwas diffuseren NGC 6934, der ganz deutlich von seinem Hintergrundstern BD +06 4572 abzugrenzen war. Von dort schweifte ich in einem großen Bogen über Altair zum Wildentenhaufen (M11) im Schild, der bei den günstigen Bedingungen dem Eulenhaufen ähnelte, ein kleines Gespenst mit nur einem Auge.
Von Saturn aus, der im Bauchnabel des Wassermanns stand, kletterte ich dann schließlich den Wassermann hoch zu Sadalmelik und Sadalsuud, von Sadalsuud nach oben zur Sternenkette HD 207136 bis HR 8263 mit dem imposanten Kugelhaufen M2 in der westlichen Verlängerung. Danach ging es von Sadalsuud weiter zu Mu Aquarii bei Albali und runter zu Nu Aquarii, in dessen Nähe sich die drei DSO ballen, die ich im Glas finden wollte. Die Sternenkette Nu Aquarii bis HR 7976 bietet eine vorzügliche Orientierung, um die drei Objekte sicher auszumachen. Am eindrücklichsten zeigte sich NGC 7009, der Saturnnebel, mit einem länglichen, bläulichen Flirren, in einem flachen Dreieck mit Nu Aquarii und HD 200750. Der Offene Haufen M73 war mit etwas Geduld an seinen Ausfransungen von einem Stern zu unterscheiden, oberhalb des Dreiecks HD 200004, HD 199828, QS Aquarii. Bei indirektem Sehen leuchtete der Kugelhaufen M72 heller auf als der benachbarte, Orientierung gebende Stern HR 7976. Der tiefer liegende Helixnebel ("Gottes Auge") ist zur Zeit leider für mich nicht zu sehen.
Um kurz nach Elf konnte ich schon wieder zufrieden einpacken, ehe der Mond aufging.
CS
Hartmut R.