Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln?

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Lorchi

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Hallo zusammen,

ich bin noch auf der Suche nach einer guten Idee für einen Innentubus für meinen Gitterrohr-Newton ("Hauptspiegel-Taukappe").

Das Problem: er soll dünn sein (1mm) und trotzdem in sich formstabil und nicht zu schwer, außerdem lackierbar.

Eine Möglichkeit wäre, irgendein festes Material rund zu biegen, wie z.b. Ebony Star (welches mir nicht so besonders gefällt für den Zweck). Die Frage ist dann auch, wie man den Knick rausbekommt, wenn man nicht mehrere Lagen überlappen lässt.

Dann kam ich auf die Idee, einen dünnen Hartpapiertubus selber zu wickeln. Angenommen man könnte eine Wickelform leicht herstellen (z.B. harte Folie oder Ebony Star auf Holzringe nageln).

Ich stelle mir dann vor, einfach dünnes Papier zu nehmen, und mit Kunstharz getränkt darauf zu wickeln. Würde das gehen bzw. Sinn machen? Witterungsbeständig muss es natürlich werden...

Gruß, Henning
 
Hallo henning,

das Ebony wird wohl zu spröde werden und reißen, spätestens mit der unvermeidlichen Alterung.
Hartpapier halte ich für eine sehr gute Idee. Meinst Du nicht, dass Gerd Neumann die für solch ein Vorhaben erforderlichen Tipps geben würde?
Könnte nicht sogar ein auf die Form gespannter, verklebter und dann mit Spannlack aus dem Modellbau getränkter Bogen aus gutem starkem Papier reichen?

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Günther,

ich lasse mal die Gedanken kreisen...

Dass Ebony von sich aus altert wusste ich noch nicht.

Bei Gerd Neumann hatte ich vor laaanger Zeit mal solch einen Tubus angefragt. Nun - der Preis war schon ordentlich, sicherlich gerechtfertigt, aber ob sinnvoll investiert ist eine andere Frage. Andererseits lässt er ja herstellen. Und nach Tipps, um nicht bei ihm zu kaufen, zu fragen zögere ich etwas...

Mit Spannlack kenne ich mich (auch) nicht aus.

Starkes Papier wäre insofern unpraktisch, als dass der Überlapp wesentlich dicker als der Rest wäre. Aber wahrscheinlich sehr einfach zu verwenden. Ich denke, dünnes Papier wäre aber nicht viel aufwändiger zu wickeln.

Was mich allgemein zweifeln lässt, ist die Frage ob man selber das Material wirklich witterungsbeständig hinbekommt.

Das führt eigentlich zu anderen Trägermaterialien:
Von Carbon erzählt man immer, es sei so aufwändig zu verarbeiten. Für diesen Zweck muss es aber nicht viel halten. Vielleicht wäre das sogar relativ einfach, wenn man Vakuum/Erhitzen etc. weglässt?

Habe hier etwas dazu gefunden:
http://www.faudiq.de/anleitungen/Interieur/Carbon%20Bastelanleitung.htm
http://www.hp-textiles.com/
http://demuur.gmxhome.de/inhalt/carbon_stuetze_d.html

Gruß, Henning
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Henning,

ich weis nicht, wie steif (starr) Du den Werkstoff haben möchtest...

In diversen Baumärkten gibt es PET (Getränkeflaschen) oder Polycarbonat (Makrolon) "Folien" die 1 bis 1,25mm dick sind.

Die Werkstoffe sind klar, durchsichtig und steif genug für Taukappen.

Somit kann man von innen lackieren
(die Lackierqualität ist völlig egal, hauptsache "deckend", da die Sichtseite von der Glätte der "Folien" bestimmt wird)
und nach dem Lackieren noch eine schwarze Veloursfolie einkleben.

Wenn`s besonders perfekt und schnell gehen soll gibt es in Modellbaugeschäften spezielle Lacke für diesen Zweck.
(Mini-Cars haben glasklare Karosserien, die von innen lackiert werden.)
Kratzer von außen fallen kaum auf.

Die Steifigkeit der Taukappe ist abhängig vom Material und dem gewünschten Durchmesser.

Ich habe mir für 14" Taukappen aus beiden Werkstoffen gebaut.

Vorteile:
Problemloses Lackieren.
Wenn man selbstklebendes Klett- und Haftband verwendet auch "zerlegbar".
Kann flach oder gewickelt (nicht allzu klein) gelagert werden.

Ist das vielleicht eine Idee für Deine HS-Taukappe?

Bei einem Gitterrohr Newton könnte die Zerlegbarkeit evtl. für Dich interessant sein?

Liebe Grüße und viel Erfolg beim Bau (von welcher Idee auch immer)
Uli

Edit: Habe mich vertippt und versehentlich gesendet bevor ich zu Ende geschrieben habe.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo, Alle,

Ich hatte gleiches Problem, und habe dafür PVC verwendet. Lässt sich gut verarbeiten. Habe eine .8mm Platte gekauft und die Ende ganz einfach mit PVC Kleber auf einander geklebt.

Aussenseite lässt sich ganz gut mit Autolack bespritzen (Nitrocellulose), am Innenseite einfach Protostar eingeklebt.

Nur meine Erfahrung :biggrin:

Grüsse aus Belgien,

Joris
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Henning,

im Endeffekt sind Glasfasermatten und Kohlefasermatten ungefähr gleich zu verarbeiten. Glasmatte ist etwas schlabriger(weniger steif) und damit etwas anfängerfreundlicher zu Laminieren da sich Luftblasen leichter vermeiden lassen. Wenn man kein Profi ist bleibt der Gewichts-Festigkeitsvorteil von CFK eh auf der Strecke, da er erst bei optimalen Laminierbedingungen (Verhältnis Harz/Gewebeanteil, anpressen mit Vakuumpumpe und viel Routine)zum Tragen kommt. Wenn Du also keinen Wert auf Carbon-Optik legst wäre Glasmatte zu empfehlen.

Grobe Vorgehensweise:am besten einen Wickelkern nehmen der leicht konisch ist(Wassereimer oder ähnliches), das erleichtert das Entformen wesentlich.

Als Trennschicht funktioniert Haushaltsfolie von der Rolle recht gut. Alternativ eignet sich das rot-weiße Baustellen-Flatterband. Damit wird der Kern stramm und möglichst faltenfrei und überlappend umwickelt.Anschließend sollte ein Trennmittel(Wachs/Silikonspray aus dem Formenbau)aufgetragen werden,es gibt auch Flatterband das sich nicht kleben läßt,evtl. vorher testen...

Je nach erwünschter Festigkeit ein für ca. drei oder mehr Lagen Glasmatte reichendes Stück zurechtschneiden, das erspart ein schnippeln(und Schere wegschmeißen)wenn alles mit Harz eingesaut ist.

Laminieren: einen schmalen Streifen an einem Ende der Glasmatte mit Harz einstreichen damit sich die Matte anpappen läßt. Mit einer Schaumstoffrolle das Harz auf die Matte auftragen und diese damit gleichzeitig andrücken. Wenn man die Matte leicht stramm hält sollte es keine Falten geben.

Wenn die Oberfläche glatt werden soll das ganze von außen noch mal mit Flatterband umwickeln. Dadurch wird überschüssiges Harz aus dem Verbund herausgepresst und das Laminat wird leichter und stabiler.

Da es fast unmöglich ist keine Sauerei zu veranstalten alles was nicht mitlaminiert werden soll ABDECKEN!!!

Als Harz würde ich welches mit 40 Minuten oder mehr "Topfzeit" (Verarbeitungszeit) empfehlen, dann ärgert man sich nicht während der letzten 20 cm mit Klumpen herum...je nach Umgebungstemperatur fängt das Harz schon vor der angegebenen Topfzeit an festzuwerden.

Da der Wickelradius recht groß ist kann man relativ dicke (=steife)Matte verwenden.

Gute Quelle für Material und Beratung ist die Firma:

Bacuplast
Dreherstraße 4
D-42889 Remscheid-Lüttringhausen

Grüße + CS Felix
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Henning,

ich habe mir aus 1 mm Plexiglasfolie (Baumarkt) je einen Tubus für mein C8 und für meinen Comet - Catcher angepasst, der ca. 25 % an der Nahtstelle überlappt. Auch bei der viel zu kuzen Taukappen an meinem 80 ED Refraktor ein solcher im Einsatz und wird einfach in die Vorhandenen Taukappe aufgeschoben.
Er ist innen mit schwarzer Velurfolie beklebt und wird mit breiten Klettbandstreifen zusammen gehalten. Dadurch ist er leicht transportierbar aber dennoch zusammen gebaut, stabil und Formfest. Außen ist er mit lackierbarer Dc - fix Folie beklebt.

Gruß Günter
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Ideen und Tipps!

Die Sache mit der Folie (Makrolon o.ä.) zum Biegen ist wohl die Möglichkeit Nr. 1.

Da ich aber Ausbrüche in dieser Röhre brauche, befürchte ich dass sich dort die Folie aufbiegt. Ausbrüche sollen rein als Luftlöcher gegen Tubusseeing, und für ein paar ausladende Teile der Spiegelzelle.

Zudem hat es mich jetzt irgendwie gepackt und ich bin neugierig geworden - ich glaube ich möchte laminieren. In GFK oder CFK sind zwar Ausbrüche schwieriger herzustellen (einlaminieren oder mit der Flex schneiden), aber formstabiler. So stelle ich es mir vor:

- Kanalrohr nehmen, längs aufschlitzen, Holzleiste in Schlitz klemmen,
- ein dünnes Produkt von der Rolle (z.B. Packpapier, Alufolie...) stramm aufwickeln, bis der gewünschte Durchmesser erreicht ist,
- eventuelle Teile zur Formgebung aufbringen,
- Küchenfolie und ordentlich Trennwachs drauf,
- eventuelle Teile zum Einlaminieren (z.b. Gewindestücke) aufbringen,
- laminieren (und hoffentlich all die obigen Tipps beachten),
- Abreißgewebe drüber wickeln und härten lassen,
- Abreißgewebe abreißen, Holzleiste rausschlagen und die Form herausnehmen,
- Nachbearbeitung (schleifen, lackieren.......)

Ich finde, das klingt nach Arbeit, aber nicht nach Hexerei, und das Ergebnis könnte zufrieden machen.!?

Grüße, Henning
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Henning,

gehe mal auf Neumanns Seite: www.gerdneumann.net
Er hat auch Reste seiner Hartpapiertuben, die er gerade für solche Projekte anbietet. Das ist allemal billiger als selber wickeln und sicher stabiler. Er hat Stücke in verschiedenen Durchmessern und Längen.
Der Hartpapiertubus läßt sich hervorragend verarbeiten, bohren, Gewindeschneiden, lackieren etc.

CS
Winfried
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Winfried,

danke das ist nett gemeint! Leider sind keine Restposten mit meinen Wunschmaßen dabei. Ich habe auch noch nie 1mm-dünne Tuben dort gesehen.

Grüße, Henning
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Henning,

dann mache doch 2 oder 3 leicht konische Teiltuben und montiere sie so wie in einandergesteckte Blumentöpfe! Luft kann dort raus, Licht nicht rein, befestigen kann mann Sie mit Einstecklaschen an den Rohren.
Da sie leicht Formbar sind, lässt sich der Erste unten am Spiegelkasten so fertigen und anbringen, dass Er von einer fasst viereckigen Form von alleine am oberen Ende in die Runde Form fällt.

Der Verpackungvorteil ist aber eine wichtige Größe bei einer Gitterrohrkontruktion!

Gruß Günter
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hallo Günther,

das ist eine schöne Idee!

Funzt bei mir leider schlecht, weil ich wirklich fast keinen Platz habe. Ich habe entgegen der üblichen Lehrmeinung keinen Platz für Luftströmun an der Seite gelassen, und möchte stattdessen die Luftlöcher einbauen. Die können dann zwischen den Stangen sitzen, und sollen wie ein oder zwei Jalousie-Rippen aussehen (also im Prinzip wie ein Ausschnitt der Blumentöpfe).

Der Verpackungsvorteil ist normalerweise klar.

Ich sollte dazu sagen, dass der Tubus parallaktisch montiert und zur Transportabilität zweiteilig wird. Die Taukappe würde im unteren Teil stecken, der nicht dazu gedacht wäre auseinandergenommen zu werden.

Deine "Blumentopf"-Idee sollte man sich aber auf alle Fälle merken!!

Viele Grüße, Henning
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hi,

1mm Flugzeugsperrholz 1cm überlappend und schräg anschleifen.(Klebefläche) Wenns dann noch nicht stabil genug ist, eine Lage Japanseide oder leichte GFK-Matte mit Pakett-Siegellack auflaminieren. Besser ist DDS-Lack.
Kunstharz geht natürlich auch, ist nur ohne entsprechende Vorbereitung ne sauerei und bringt nicht wirklich mehr.

Hier mal mein 2mm Multiplex(Flugzeugsperrholz) Tubus 10" nur mit DDS-Lack beschichtung.

Link zur Grafik: http://www.sternenguck.de/basteleien/tubus10zoll/bilder/5.jpg

Grüße aus Duisburg
von mir
 
Re: Dünne Taukappe? Hartpapiertubus selber wickeln

Hi Pitlem,

das ist eine schöne Lösung, schaut echt gut aus! Der Fokussierschlitten kommt meinem teilweise recht nahe, finde es immer wieder witzig wie im ATM- Bereich von verschiedenen Bastlern fast gleiche Lösungen gefunden werden!
Wenn es jemand etwas einfacher haben möchte einfach Pappe Statt des Sperrholzes verwenden, läßt sich leichter wickeln. Dann kann man sich den Aufwand mit Küchenfolie, Trennmitteln usw. sparen, allerdings fehlt dann die Holzoptik.

Viele Grüße Felix
 
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