E&T mag Messier 40 nicht

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SteffNau

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Hallo zusammen,

ich habe mich nun doch endlich entschlossen, näher in Eye&Telescope einzusteigen (die V2.7 ist auf dem Rechner, vorhin erst aktualisiert).

Ziel des Ganzen sollte die Planung eines kleinen Messier-Marathon sein.
Nach ein bisschen Gehuddel (mir kommt E&T im Handling durchaus ein wenig sperrig vor, aber gut, man sollte für ein neues Tool etwas Einarbeitungszeit veranschlagen) hatte ich 109 Objekte in der Liste...
109, öhm, wie jetzt?
Ach so, dann eben mal die Liste geprüft und festgestellt, dass M 40 (alias Winnecke/WNC4), der Doppelstern in der UMa, fehlt.
Eigenwillig.

Nun führt E&T zwar eine ganze Reihe Doppelsterne in seinem Datenfundus mit, aber WNC4 fehlt - dafür wird WNC3 angeboten :-[

Ich habe leider keinen Plan, wie ich die Daten von WNC4 nachträglich hinzufügen kann. Zwar soll angeblich die Windows-Zwischenablage unterstützt werden, aber ich kann weder Records aus E&T hinaus kopieren noch Daten aus der Zwischenablage einfügen.
Erschwert wird dies noch zusätzlich, dass ich selbst für den Fall des Funktionierens nicht wüsste, in welcher Formatierung die Daten bereit stehen müssen.

Angesichts des Hypes, der um E&T veranstaltet wird, wundern mich solche Dinge.

Kann mir jemand von Euch einen Tipp geben, wie man einen vollständigen Messier-Katalog gelistet bekommen kann?

Danke und CS,
Steffen
 
Hallo Steffen,

mit F2 kannst Du selbst neue Objekte erfassen. Wenn Du Erklärungen dazu haben willst, wie der dann erscheinende Dialog zu bedienen ist, dann anschliessend F1 drücken.

M40 fehlt, weil E&T erst seit der Version 2.0 Doppelsterne kennt. Deshalb habe ich das Objekt beim Aufbauen des Katalogs damals nicht berücksichtigt. Mein Fehler, dass ich auch später nicht daran gedacht habe.

Zwischenablage: in einem Planungsdokument (z.B. dem Filterergebnis) die gewünschten Objekte durch Anklicken selektieren, Bearbeiten.Kopieren wählen und dann können die Objektdaten in einer Tabellenkalkulation (die das SYLK Clipboardformat unterstützt, z.B. Excel) eingefügt werden.

E&T kann Objektdaten nicht aus der Zwischenablage übernehmen. Es versucht jedoch, die im eigenen Katalog befindlichen Objekte anhand der Namen zu identifizieren, die man ihm über die Zwischenablage (dann im Textformat mit jeweils einem Namen pro Zeile) vorsetzt. Man kann hier auch einen Zellbereich mit Objektnamen in Excel einfach per Drag&Dropp in ein E&T Dokument rüberziehen. Die erkannten Objekte werden eingefügt, die nicht erkannten gemeldet.

Import von Objektdaten ist im COMAST XML Format möglich. Derzeit ist ein Konverter in Arbeit, mit dem man ASCII-Dateien mit Objektdaten in dieses Standardformat übertragen kann.

Im nächsten Update 2.8 (noch i.A.) gibt es eine Funktion, mit der man Objektdaten über die OLE Schnittstelle aus TheSky 6 Professional "ziehen" kann.

Hype? E&T ist nicht perfekt, aber wenn man eine Zeitlang damit arbeitet wird man feststellen, dass doch erheblich mehr an Funktionen unter der Haube steckt als die etwas altbackene Optik der Oberfläche vermuten lässt. Um die Funktionen kennenzulernen empfehle ich das Handbuch zu lesen, die Onlinehilfe mit F1 an den fraglichen Stellen zu öffnen und mal reinzuschauen, unseren "Workshop" aus dem Oculum Download mal durchzusehen oder (wie ziemlich aufdringlich empfohlen) die drei "Touren" durchzugehen. Weiterhin bietet ein Mausklick rechts an vielen Stellen genau die Funktionen, die im aktuellen Kontext nützlich sind. Mehr kann ich nicht anbieten, wem das nicht reicht der soll sein Glück mit anderen Tools finden. Ich wünsche dabei viel Geduld, denn bei der Konkurrenz ist vieles erheblich umständlicher als in E&T - oder schlicht und einfach deshalb bediener- und lernfreundlich weil gar nicht erst vorhanden.

Clear skies,
Tom
 
Hallo Thomas,

vielen Dank für die schnelle Hilfe. Mit Hilfe von F2 habe ich, wie vorgeschlagen, das Objekt nachträglich der DB zugefügt. Allerdings muss man offenbar mit Freizeichen vorsichtig sein: Auf 'WNC 4 - M 40' hatte mir das Programm sicherheitshalber mehrere Einträge angelegt, die sich lediglich in der Schreibweise unterschieden haben.

Zum Austausch mit der Zwischenablage kann ich vermelden, dass es auch über die Tabellenkalkulation nicht funzt. Ich nutze OpenOffice, kann aber nicht aus E&T dort einfügen. Will ich umgekehrt 'NGC 123' bzw. 'NGC123' aus einer Calc-Zelle kopieren und nach E&T einspielen, bekomme ich die sinngemäße Meldung, dass dieses Objekt nicht importiert werden kann.
Nicht jedeR kann/will mit Produkten aus dem Hause Gates arbeiten, insofern wäre es schön, wenn sich die Datenaustausch-Schnittstelle universeller gestalten ließe.

Viele Grüße
Steffen
 
Hallo Steffen,

es freut mich, dass Du M 40 nun erfassen konntest. Ich habe es schon auf die TODO-Liste genommen, das Objekt mit einer Aktualisierung des Katalogs zum Liefrumfang zu nehmen.

Leerzeichen: hier macht es sich E&T insofern leicht, indem alle Namen, nach denen man in der Datenbank sucht, erst einmal von Whitespace befreit und in Großbuchstaben umgewandelt werden. Auch beim Erfassen eigener Objekte geschieht dies. Grund ist, dass E&T nicht zwischen einem Suchnamen und einem Klarnamen unterscheidet, weil ich das seinerzeit für unerheblich hielt und dachte, dass man damit leben kann. Kann man auch, aber besonders schön ist es nicht. Wäre es anders, wären Zugriffe langsamer und das Datenvolumen größer. Man kann sich behelfen, indem man statt Leerzeichen Underscores benutzt.

Zwischenablage: ich habe natürlich nichts gegen Software von anderen Herstellern als Microsoft, habe allerdings keine Tests mit Open Office durchgeführt. Dass E&T hier das Einfügen nicht versteht, wird wohl von dem Zwischenablagenformat herrühren, in dem Open Office die Daten in die Ablage stellt. Hierfür gibt es viele Varianten, aber ich habe es nicht als allererste Aufgabe angesehen, dass E&T hier möglichst viel abdeckt. Mich wundert schon dass es mit OO nicht geht, denn das Format CF_TEXT wird neben SYLK von E&T voll unterstützt. CF_TEXT ist aber nun wirklich der kleinste gemeinsame Nenner! Eine Möglichkeit wäre, dass OO zwar CF_TEXT benutzt, aber nicht nur die "nackten" Namen einstellt sondern womöglich noch irgendwelche Formatierungsinformationen. Damit rechnet E&T nicht und wenn das so wäre hätten wir damit die Ursache.

Was aber funktionieren sollte ist z.B. das Kopieren markierter Objektnamen in HTML-Seiten und dann das Einfügen in E&T. Beachte aber bitte, dass man einem Erebnis des Objektfilters nichts hinzufügen kann, denn das Filterergebnis ergibt sich einzig und alleine aus den Filtereinstellungen.

Objektdaten bekommst Du aus E&T auch über den benutzerdefinierten Export heraus. E&T erstellt hier zunächst eine (temporäre) XML-Datei und wendet eine XSL-Transformation darauf an. Der Anwender wählt die XSLT-Datei aus, die E&T verwenden soll. In diesem "Stylesheet" stehen Paßmuster, Vorlagentext und Formatierungsanweisungen, die bestimmen, wie die exportierten Daten in irgendwelchen textuellen Output umgewandelt werden können. Ich liefere einige XSLTs mit, die HTML oder auch bestimmte ASCII-Formate erzeugen (z.B. zum Upload in das ArgoNavis, für die Deep Sky Liste, als Skymap Pro Targetliste oder für einen nachfolgenden Import in TheSky). Eine Transformation für CSV ist noch nicht dabei, wäre aber fix zu entwickeln. Irgendwann mache ich das oder es macht jemand vorher, der es braucht. Meine Hoffnung ist, dass sich das von E&T verwendete XML-Format auch bei anderen Programmen eines Tages gerade wegen der interessanten Transformationsmöglichkeiten herumspricht bzw. durchsetzt. Eine AG der VdS arbeitet daran.

Import ist wie schon erwähnt aus XML möglich, aber natürlich hilft das erst dann weiter, wenn man seine Objektdaten auf Knopfdruck in dieses XML Format bekommt. Das Thema "Konverter" ist auf dem Schirm, aber es wird noch seine Zeit brauchen. Ich will keinen simplen CSV-Import mit festgelegter Feldreihenfolge, denn damit verzichtet man auf die Flexibilität und die Validierungsmöglichkeiten, die wir in unser XML Schema eingebaut haben, um Datenschrott zu vermeiden. Das ist wichtig, denn eines Tages soll es eine Webanwendung geben, mit der man Beobachtungen recherchieren und hochladen kann. Das kann nur funktionieren, wenn der Input relativ "sauber" ist.

Neulich habe ich auf Deinen Webseiten das Programm GALPHOT entdeckt, als ich nach Informationen zum Helligkeitsprofil von Galaxien recherchiert habe. Sehr interessant! Ich plane eine einfache Modellierung der Helligkeitsprofile von Galaxien und überlege, wie man dann eine Kontrastreserve berechnen und die Objekte in den Karten mit Gradienten plotten kann. Ziel wäre, dass E&T die Berechnung bei aufgehelltem Himmel besser macht, denn bisher ist es hier zu pessimistisch. In der Vorstadt sehen die Leute den hellen Kern einer Galaxie, die Ausdehnung erscheint viel kleiner und sie wundern sich, dass E&T behauptet das Ziel sei nicht zu machen. Hier denke ich an eine Möglichkeit, dass man im Filter angeben kann, dass man die FH von Galaxien auf einen kleineren Anteil der Ausdehnung umrechnen möchte, sozusagen eine "Vorstadt-Transformation".

Knackpunkt für eine programmtechnische Umsetzung ist hier noch, wie man den Anteil der Helligkeit in der Scheibe abschätzen kann. Ich würde hier gerne das Verfahren einsetzen, das Dein GALPHOT benutzt, denn es erscheint mir am sinnvollsten, wenn man keine genauen photometrischen Daten hat oder detailliert verrechnen möchte. Wärst Du damit einverstanden? Ich will vermeiden, dass Du Dich hier eines Tages beklaut fühlst und frage lieber vorher mal vorsichtig.

Viele Grüße,
Tom
 
Hallo Tom,

ach ja, das gute alte GalPhot hat eine lange Geschichte, die schon bald nach dem Erwerb meines ersten Teleskops 1998 begann und in dem Sachverhalt begründet liegt, dass für die Planung von Galaxienbeobachtungen weder die integrierte Gesamthelligkeit noch die mittlere Flächenhelligkeit sinnvoll brauchbar sind.

Es setzte dann um die Jahrtausendwende herum eine längere Recherchephase in der einschlägigen Fachliteratur ein, um
a) brauchbare Parametrisierungen des radialen Helligkeitsprofils verschiedener Galaxientypen zu finden und
b) Kataloge zu ermitteln, deren Daten als Input für die Parametrisierung genutzt werden können.

Beides muss stimmen: Die akkuratesten Formeln nutzen nischt, wenn ich sie nicht mit den dafür passenden Daten füttern kann - und so muss ich/man mit dem Kompromiss leben, 'nur' etwas mehr als 2000 GXen aus dem inzwischen leicht angestaubten RC3 von 1991 modellieren zu können.

Vor allem die berechneten Kernhelligkeiten passen aber recht gut zum visuellen Anblick: Die zentral enorm hellen M94 bzw. M32 kommen bei GalPhot auf 15.9 bzw. 16.3 mag/arcsec^2, M33 und M110 hingegen nur auf 19.2 bzw. 18.8 mag/arcsec^2.

Es freut mich, dass Du den Ansatz von GalPhot für sinnvoll hälst, und ich denke, er passt auch recht gut in das Konzept von E&T, nicht nur Datenschleuder zu sein, sondern den BeobachterInnen realistische Hilfestellung für konkrete Rahmenbedingungen zu liefern.

Vor dem Hintergrund habe ich kein Problem damit, wenn Du Dich für die Weiterentwicklung von E&T von GalPhot inspirieren lässt. Wie das im Detail ausschauen könnte, müssten wir ggf. noch bereden bzw. beschreiben.

Zwei Dinge hielte ich in dem Zusammenhang für fair: Zum einen wäre ein verlinkter Hinweis auf die Quelle der Inspiration (als Ort würde sich sicher die Programmhilfe anbieten) eine schöne Sache.

Zweitenteils - nun, E&T ist ein kommerzielles Produkt. Was immer auch die Usability von E&T steigert, wird vermutlich nicht von Schaden für den Entwickler sein.
Vielleicht könnten wir uns darauf verständigen, dass Du so etwa einmal im Jahr einen Dir als angemessen erscheinenden Betrag Amnesty International zukommen lässt?

Schöne Grüße aus Berlin
Steffen
 
Hallo Steffen,

Zwei Dinge hielte ich in dem Zusammenhang für fair: Zum einen wäre ein verlinkter Hinweis auf die Quelle der Inspiration (als Ort würde sich sicher die Programmhilfe anbieten) eine schöne Sache.

Zweitenteils - nun, E&T ist ein kommerzielles Produkt. Was immer auch die Usability von E&T steigert, wird vermutlich nicht von Schaden für den Entwickler sein.
Vielleicht könnten wir uns darauf verständigen, dass Du so etwa einmal im Jahr einen Dir als angemessen erscheinenden Betrag Amnesty International zukommen lässt?

beides wäre akzeptabel.

Aber erst einmal den Bären erlegen, bevor das Fell verteilt wird. Soll heißen: es wird noch eine Weile dauern, bis ich mich damit beschäftigen kann. Für AI oder wen auch immer spränge übrigens nicht viel heraus, selbst wenn ich 5% meiner Einnahmen spenden würde. Ich schätze den Gesamtanteil an Code für Helligekitsprofile in E&T auf erheblich weniger als 1%, wobei der größte Aufwand erfahrungsgemäß bei der Grafik entstehen wird. Ich will es dann ja nicht nur ausrechnen sondern auch angemessen visualisieren - auf dem Bildschirm, im HTML-Export und auch in der Zwischenablage und den Metafiles. 1% Code bedeutet 1200 Zeilen, das sollte dreimal reichen...

Kann auch sein, dass ich mich mit einem simplen ~1/r^4 begnüge, vielleicht reicht das schon. Der Anspruch ist nicht, es perfekt zu machen. Je mehr Parameter ein Modell hat, desto unklarer ist woher eventuelle Überraschungen im Ergebnis kommen. Keep it simple, es wird eh immer komplizierter als einem lieb ist...

Viele Grüße,
Tom
 
Hallo Steffen

Also ich verwende auch Open Office (Version 2.1) und habe keine Probleme beim rüberkopieren der Daten nach Eye & Telescope (Version 2.7).
Ich habe mal testhalber in einer Spalte über 5 Zellen folgende Werte in OO Calc eingegeben:

m12
m92
ngc3904
ngc 34
m 13

Dann Bereich markieren, kopieren, zu E&Y wechseln und beim Objektfenster einpasten und schupps sind alle Objekte erkannt und eingesetzt.

Verwendest Du vielleicht noch eine ältere Version von OO?

Gruss
Stefan
 
Hallo Stefan,

interessehalber gefragt: gelingt es auch in der anderen Richtung? Also einige Objekte in einem Beobachtungsprojekt markieren, in die ZwAb kopieren und in OO Calc einfügen? Wenn es gelingt ist gewiss, dass auch Open Office dieses uralte SYLK-Format kennt, das ursprünglich wohl von Lotus 1-2-3 und Quattro Pro aufgebracht wurde.

Gruß,
Tom
 
Hallo Tom

Ne, damit hatte ich leider keinen Erfolg. Habe aus einer Beobachtungsliste ein paar Zeilen markiert und kopiert, doch beim Einfügen in OO passiert nichts. Eigentlich komisch, denn in der techn. Dokumentation unter

0602MG-SharingFilesWithMSOUsers.pdf

steht u.a. dass OO Calc das SYLK Format lesen kann.

Gruss
Stefan
 
Hallo Stefan,,

Danke für die Info. Schade, aber das wird halt eine der Inkompatiblilitäten sein, die noch verblieben sind. Ich hatte mal versucht, eine PPT auf dem Linuxrechner eines Bekannten mit Open Office zu öffnen, da kam gar nix, obwohl es sich um eine recht anspruchslose Präsentation handelt. Tja, so ist das halt.

Gruß,
Tom
 
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