Effekte beim Beobachten von faint-fuzzies

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Gelöschte Mitglieder 487

Hallo zusammen!
Wenn ich mich eine Weile auf Objekte an der Wahrnehmungsgrenze konzentriere und die ganze Zeit eigentlich nichts sehe, passiert es, daß für den Bruchteil einer Sekunde auf einmal alles klar und deutlich zu sehen ist. Aber eben nur ganz kurz. Leider kann ich diesen Effekt auch nicht wieder hervorrufen. Das ist irgendwie nur Glück. Ich lasse also mein Auge um die Stelle des Objektes kreisen, sehe nichts - dann schaue ich irgendwo ins Sehfeld hinein, ohne mich auf besagte Stelle zu konzentrieren und sehe es aus dem Augenwinkel auf einmal hervorblitzen. Sowie ich nun versuche, es wieder zu erwischen, wirds nix.
Meine Faszination gilt jetzt also nicht dem Prinzip des Indirekten Sehens, falls das jemands denkt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> - sondern dem Umstand, daß die ganze Zeit wirklich NICHTS zu sehen ist, und gaanz kurz alles KLAR und DEUTLICH. Habt ihr ähnliche Erfahrungen beim Beobachten gemacht?
Bin gespannt auf eure Antworten,
cs,
Norman
 
Hallo Norman,

na klar kenne ich das. So beobachte ich bei Grenzobjekten
fast nur. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Bei mir ist es meist so, das ich ein Objekt
nicht wahrnehmen kann, und in dem Moment, wo wo ich vom
Okular abrücke und auf die Karte schaue, blitzt es auf. So
haben mir das auch andere Beobachter beschrieben.

Die wahre Kunst ist nur, die eigene Wahrnehumung so zu
erweitern, das man das Objekt sicher mit indirektem Sehen
aufblinken sieht und das mehrmals sicher. Das schaffe ich
meist durch langenes konzentriertes Beobachten. Tief
durchatmen, das andere Auge mit der Hand verdecken ohne
das Auge zu schliessen, mit dem Tubus wackeln usw. Das sind
die allgem. Tricks. Wenn ich das Objekt so immer noch nicht
sehe, erst dann notiere ich es als nicht gesehen.

Clear Skies
Matthias
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www.Serifone.de
 
Hi Matthias!
Genau mit den Tricks, die Du anwendest, beobachte ich auch - irgendwie hab ich mir auch schon oftmals gedacht, daß Astronomie eigentlich eine Sportart <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
ist...Luftanhalten und diverse Muskeln an- bzw. entspannen ist ja wirklich an der Tages- äh... Nachtordnung beim Beobachten.
Das freut mich ja außerordentlich, daß Du und andere Beobachter dises Aufblink-Phänomen auch kennen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Gibt es denn schon physiologische Untersuchungen, woran das liegen könnte?
Also ich erkläre mir das laienhaft so: wenn man die ganze Zeit sich äußerst konzentriert auf ein Objekt, werden sämtliche Sinne angespannt. Wenn man nun auf einmal diese Spannnung fallen läßt indem man einfach kurz "aufgibt", ist man selbst entspannt, aber die besagten Sinne brauchen etwas länger zum Entspannen (wie ein Muskel z. B.) und sind daher immer noch geschärft - allerdings aber eben nur ganz kurz. Durch das enspannte Sehen für den Bruchteil einer Sekunde dann das geisterhafte Aufblitzen des Objekts...oder?
Faszinierend...
clearest skies,
Norman
 
Hallo Norman,

ich kenne dieses Phänomen nach dreizehn Jahren extensiven Deep-Sky-Spechtelns nur zu gut. Es ist das, was man als "blickweise" gesehen bezeichnet.

Die berühmte Wahrnehmungsgrenze oder Sehschwelle ist keine besonders deutliche Grenze. Das Zusammenspiel vieler Faktoren (physiologische aber auch physische) lässt diese Sehschwelle individuell ganz schön variieren. Dadurch kann eine Wahrnehmung, die eigentlich jenseits der Sehschwelle liegt, indirekt durchaus für den Bruchteil einer Sekunde über die Schwelle treten und "blickweise", sichtbar werden, wie es dann in den BB's heisst.

Natürlich gibt es auch rein physiologische Effekte (Aufblinkende "Sterne" etc.), und da blitzt mitunter auch einiges auf (gerade auch dann, wenn man zu viel tief durchatmet oder die Luft anhält, daher rate ich da auch immer zur Vorsicht). Mit genügend Beobachtungserfahrung lernt man, solche Effekte von echten "blickweisen" Sichtungen zu unterscheiden.
 
Hallo Norman,

willkommen im Club <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Vielen Beobachtern ist die Beobachtung im Grenzbereich zu anstrengend. Mir machts Spaß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> . Die von dir geschilderten Eindrücke sind absolut normal. Objekte am Limit erscheinen immer nur in wenigen Momenten. Ich notiere z.B. die Zeit der Sichtbarkeit im Verhältnis zur Gesamtbeobachtungsdauer . Dies kann dann wie bei meinen zahlreichen Beobachtungen von extragalaktischen Objekten z.B. heissen:

>In weniger als 50% der Zeit indirekt zu sehen. <

Also, das Objekt ist zwar zu erkennen gewesen, aber keineswegs auffällig.

Grund für das Aufblinken der Objekte ist m.E. das wechselnde Seeing und die wechselnde Transparenz (gerade bei Topvergrößerung!)sowie der unterschiedliche Sehwinkel beim beobachten (das Objekt wandert durchs Gesichtsfeld oder das Auge bewegt sich).

Physische Effekte beim Beobachter spielen auch eine Rolle.


Gruß, Jens
 
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