Eigene Software

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ubit

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Hallo zusammen,

ich habe jetzt einige Programme zum Thema Bildverarbeitung, Stacking, FITS-Viewer etc. ausprobiert. Die aktuell erhältlichen Programme funktionieren zwar, aber irgendwie habe ich doch noch etwas eigene Vorstellungen wie sowas aussehen könnte....

Also überlege ich gerade ob ich mir nicht eine eigene Software programmiere mit der ich Stacking, Registrierung und Bildverarbeitung durchführe. Ich habe da auch schon einige Ideen wie das irgendwann mal aussehen soll. Im Prinzip möchte ich "grafisch" Skripte erstellen mit denen ich die Rohdaten in das (fast) fertige Bild überführe. In der Software soll man also quasi eine Liste von Bearbeitungsschritten zusammenklicken können. Ganz ähnlich wie die Skripte in SIRIL, aber eben als optisch sichtbare Liste von Schritten bei denen man jederzeit bei jedem Schritt auch nachträglich die Parameter ändern kann.

Ein möglicher Workflow wäre dann z.B.:

Man erstellt ein Projekt in dem zunächst die Rohdaten verkleinert und gecroppt werden. Anschließend folgt Registrierung, Stacking, Farbkalibrierung, Stretching, Bildoptimierung (ggf. mit mehreren Schritten). Durch Crop und Skalierung am Anfang der Kette sollten die einzelne Prozesse dann relativ schnell durchlaufen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden entfernt man Crop und Skalierung aus der Prozessliste und lässt die Berechnung mit den kompletten Bilddaten nochmal durchlaufen. Als Ergebnis erhält man dann das (fast) fertige Bild. Der komplette Bearbeitungsprozess wird dann gespeichert und man kann die "zwischendurch" erzeugten Dateien (siehe z.B. SIRIL) auf Wunsch automatisch löschen lassen. Wenn man die Daten später nochmal neu bearbeiten möchte (z.B. weil sich die eigenen Fähigkeiten gesteigert haben oder man zusätzliche Aufnahmesessions zu dem Objekt gemacht hat) kann man das Projekt öffnen ggf. Parameter bearbeiten und/oder neue Rohdaten hinzufügen und den kompletten Prozess nochmal neu durchlaufen lassen.

Das nur mal ganz grob wie ich mir das so vorstelle. Angefangen habe ich schon ;-) Fürs Erste kann ich schon mal FITS-Dateien lesen....

Hat jemand hilfreiche Informationsquellen wo man sich über den aktuellen Stand der Technik bei den Algorithmen informieren kann? Bisher habe ich ganz ordentliche Infos zu den Themen Debayering und Stacking gefunden. Auch in Sachen allgemeine Bildverarbeitung (Stretching, Entrauschen, Schärfen) habe ich schon eine Menge Infos - aber mehr schadet ja nicht...

Was mir noch fehlt ist das Thema Registrierung und - vor Allem - Background Extraction. Und dann noch die (photometrische) Farbkalibrierung - da bin ich noch völlig "leer".

Könnt Ihr da helfen? Gesucht sind Informationen in deutsch oder englisch zu allen Themen rund um die Bildverarbeitung in der Astrofotografie;-) Außerdem bin ich natürlich offen für sonstige Anregungen. Was fehlt Euch an den aktuellen Programmen? Was wünscht Ihr Euch?

Ciao, Udo

P.S.: Bitte nicht erwarten das es nächste Woche eine Demoversion gibt ;-) Das Projekt wird erstmal nur für mich sein und - je nach sonstiger Auslastung - wird die Entwicklung sicherlich eine längere Zeit brauchen...
 
Hallo Udo,

Falls Du nicht alles von Grund auf selbst programmieren möchtest, kannst Du auch überlegen, ob Dein Programm einfach Siril fernsteuert, siehe

Grüße,
Steffen
 
Nö - Python ist so ziemlich die schlimmste Programmiersprache für mich ;-) Klar: Ich könnte mir den Quellcode anderer Tools schnappen und nach meinen Wünschen verändern. Aber das Einarbeiten in "fremden Code" ist eine Qual... Und sooo kompliziert sind die meisten Algorithmen die man benötigt nicht. Pure Mathematik und ein nettes Training für meine grauen Zellen...

Im Ernst: Siril gefällt mir sehr gut, hat aber klare Grenzen - insbesondere bei der Bildbearbeitung nach dem Stacking. Ich habe auch einige Ideen die ich gerne ausprobieren möchte - wozu ich aber die volle Kontrolle über die Prozesse brauche. Keine Ahnung ob dabei etwas sinnvolles herauskommt, aber es geht dabei um Verfahren mit denen man möglichweise bereits während des Stackings sinnvolle Masken für die spätere Bildbearbeitung erstellen kann. Diese Ideen waren auch der eigentliche Auslöser für die Programmierung.

Außerdem bin ich mit Siril bereits an die Grenzen meiner Hardware gestoßen. Siril, APP, Pixinsight etc. sind halt schon arg anspruchsvoll wenn man viele große Bilder womöglich noch mit Drizzle verarbeiten möchte. Eine meiner Ideen daher: Erstellung des kompletten Ablaufs bei dem man z.B. mit verkleinerten Bildern arbeitet, ggf. "schlechtere" - dafür schnellere - Algorithmen verwendet (nur ein Teil der Bilder verwenden, einfacheres Debayering, kein Drizzle, 32bit Integer statt 64bit Float, einfache Verfahren zur Beseitigung von Bildfehlern/Hotpixeln/Satellitenspuren etc.). Damit sollte man dann in überschaubarer Zeit direkt vor dem Bildschirm sitzend abschätzen können wann man ein sinnvolles Ergebnis erreicht hat - auch wenn man sehr viele große Bilddateien zu verarbeiten hat. Hat man seinen Workflow dann auf die Aufnahmedaten abgestimmt, kann man den gesamten Prozess mit Einstellung "hohe Qualität" durchführen. Nun werden alle Rohbilder verwendet, das Debayering verwendet einen komplexeren, langsameren Algorithmus, Drizzle wird genutzt, alle Berechnungen erfolgen nun in höchster 64bit-Genauigkeit etc. Der komplette Prozess läuft dann automatisch ab (halt wie mit einem Skript)- man muss nicht mehr davor sitzen, sich nicht mehr merken wo im Prozess man gerade ist (was mir bei Siril gelegentlich schwer fällt) - und hat trotzdem die volle Kontrolle ohne sich auf vorgefertigte Skripte verlassen zu müssen.

Aber wie gesagt: Aktuell stehe ich da noch ganz am Anfang. Erstmal kann ich FITS lesen. Nächster Schritt wird es sein diese FITS auch anzeigen zu können, zu analysieren (Statistik, Sterne erkennen, HFR etc.) und zu stretchen. RAW und TIFF sollen natürlich auch verarbeitet werden können. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich es schaffe den "qualitätsreduzierten Workflow" schnell genug zu machen um damit wirklich "interaktiv" an den Parametern schrauben zu können - aber das ist halt die Grundidee. Durch diese Vorgehensweise könnte man bei der finalen Bearbeitung relativ "rücksichtslos" auf hohe Qualität optimieren - egal wie langsam das dann wird. Es läuft ja unbeaufsichtigt und geht im Idealfall so sparsam mit den Ressourcen um das man den Rechner gleichzeitig "normal" nutzen kann (Siril legt zum Beispiel meinen PC fast komplett lahm während es ein umfangreiches Stacking macht). Mir persönlich wäre es dann egal ob das ein paar Stunden oder mehrere Tage lang vor sich hin rechnet ;-)

Ciao, Udo
 
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