BirgitKremer
Aktives Mitglied
... eine neue Peinlichkeit! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Beobachtungsbericht vom 8.11.2002
Sir William Herschel alias Skywatcher 200/1000 mm mit 8 x 50 Sucher
Okulare: LVW´s 3,5 - 5 - 8 und 22 mm
auf EQ 5 und Vixen-Alustativ
Standort: Marbella / Suedspanien
Uhrzeit: 22h00 - 24h00
Liebe Sternenfreunde!
Waehrend der November in den meisten deutschen Landen seine grauen Schleier ausgebreitet hat, duerfen wir uns hier wahrlich nicht beschweren, denn er beschert uns beinahe sommerlich warme Temperaturen und Urlauber wie Einheimische geniessen die prickelnd angenehmen Strahlen unserer Sonne. Allabendlich steigt unter rosagetuenchten Dunstwolken die afrikanische Kueste aus dem Mittelmeer auf und man moechte glauben, dass sich ideale Spechtelbedingungen bieten. Weit gefehlt! Die Dunstwolken breiten sich flugs aus und ueberdecken schon bald den Himmel mit einem undurchdringlichen Hochnebel.
So auch gestern am fruehen Abend! Doch eine Stunde spaeter wehte durch die offenstehende Tuere der Hauch eines kuehlen Windchens herein, ganz saft, so als ob es mir etwas sagen moechte. Ich folgte seiner Einladung und ging nach draussen! Das sanfte Windchen scheuchte froehlich den Nebel weg, trieb ihn zu dicken Kondenswolken in allen Horizontrichtungen zusammen. So fleissig war es gewesen, dass das Zenit schon blitzeblank geputzt ueber mir stand und Andromedas Licht aus Lichtjahrmillionenentfernung mit blossem Auge auszumachen war.
Na, wenn das keine Gelegenheit war, auf Himmelsreise zu gehen und meinen neuen Wonneproppen, das LVW 5mm "Kalinka", mit auf die Reise zu nehmen!
In Nullkommanix stand Sir William auf der Terrasse, erhitzt noch von dem warmen Erdentag. Doch meine Ungeduld war gross, zumal just in diesem Augenblick Saturn ueber den entfernten Terrassengebaeuden aufging. Also gleich mal anpeilen mit dem neuen Okular. Ah, Moment! Aber vorher mal scharfstellen! Ojeh, was ist das denn??? Noch niemals im Leben hab ich Beugungsringe bewusst geguckt, weil ich da eh nix mit anzufangen weiss, aber mir war klar, dass das, was ich nun sah, nicht normal sein konnte...! Der Beugungsring zu dreiviertel gleichmaessig und schoen, das letzte Viertel jedoch einfach nicht da bis auf ein paar Bruchstuecke von Linien. Mich traf beinahe der Schlag! Scharf gestellt, haette das Bild von Saturn auch nicht fuerchterlicher sein koennen .... Da stand ich da und guckte mir zum ersten Mal in meinem Leben voellig entsetzt intra- und extrafokule Beugungsringe an, bis sich eine Kondenswolke vor Saturn schob. Also schnell Kapella anpeilen! Ich traute meinen Augen kaum: nun waren die Ringe perfekt! Die neuen Gummibaeume meiner natuerlichen Laternenabwehrmaschine wedelten froehlich in der Brise! Mir kam ein schrecklicher Verdacht! So ein Blaettchen sollte mich doch nicht etwa so zum Narren gehalten haben?! Hatte es! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Alle Aufregung umsonst! Sir William lachte droehnend, das Blaettchen tanzte belustigt auf und ab und ich konnte mir ein Grinsen ob meiner neuen Peinlichkeit nun auch nicht verkneifen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Sterne! Sterne! Wo seid Ihr nach dieser Beugungsprozedur?! Die Pleyaden zwinkerten mir zu und ich erfreute mich an der glitzernden Schoenheit ihrer Bewohner! Der Doppelstern Burnham 536 liegt beinahe verschuechtert in seiner Feinheit in diesem ueppigen Sternenfeld, aber mich zieht er in den Bann, denn eine seiner Komponenten zeigt so einen schoenen blauen Farbstich, der sich vom mattgelben Begleiter gut abhebt!
Aldebaran und die Hyaden kuendigen mit Pauken und Trompeten und Sternenblumen den Aufgang des Himmelsfuersten Saturn an! Und die Erde dreht und dreht sich, um allsbald das Schauspiel seiner Schoenheit hoch oben am Firmament geniessen zu koennen. Auch wenn die irdischen atmosphaerischen Turbulenzen kein gutes Planetenseeing an diesem Abend erlauben, ist es doch eine Wonne, den Herrn der Ringe, zu betrachten! Und ich bin zudem gluecklich, mit der Wahl des neuen Okulars! Es haelt das Bild schoen ruhig, waehrend das 3,5 mm nicht scharfzustellen ist. Die Cassiniteilung ist gut zu erkennen, doch entbehrt das Bild dieser Dreimensionalitaet und Detailreichtums der Naechte mit optimalem Planetenseeing.
Also wende ich mich dem deepsky zu und ergoetze mich an h & chi und dem Eulenhaufen NGC 457 in der Cassiopea.
Doch Sir William raeuspert sich vernehmlich! Er moechte Neuland entdecken und schlaegt den kleinen Hantelnebel M 76 vor. Ich guck ihn ganz entsetzt an, nachdem ich mir im Stoyan angeschaut habe, wie weit der von allen mir bekannten Hauptsternen entfernt liegt. Doch Sir William laesst keine Wenn´s und Aber´s gelten und meint, dass seie ja nun doch nicht so kompliziert, denn schliesslich stiesse man ja von Gam AND ausgehend weiter noerdlich ganz von alleine auf phi und 51 AND. Na, der hat gut reden! Erstmal im Fernglas gucken! Oha! Sir William hatte ja recht! Da sind sie ja!
Die Aufsuchphase nimmt nun ihren Lauf! Rotlichttaschenlampe an, Lesebrille auf, Stoyan-Aufsuchroute lesen, hin zum Teleskop, mich da laut fragen "Hmh, wie war denn das nochmal?" Doch schliesslich wird mir endlich klar, welcher der beiden Sterne denn ueberhaupt phi ist, den ich ja fuer die weitere Aufsuche einstellen muss. Den Rest macht dann Sir William alleine, denn er findet das 7 mag Sternchen, von dem aus es nur noch ein Katzensprung bis zum kleinen Hantelnebel ist. Erwartungsvoll guck ich bei niedrigster Vergroeserung durchs Okular! Jajaaaaaa, da ist was kleines nebliges unscharfes! Ich tanze ums Teleskop herum! Ein neues Messier-Objekt!!! Juchhuuuh! Ich weiss in dem Moment gar nicht, ob ich mich mehr ueber das relativ schnelle Auffinden so freue oder darueber, ein neues Himmelsobjekt vor Augen zu haben! Es ist wohl eine Mischung! Jedenfalls ein kindliches Gefuehl der puren Glueckseligkeit! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
M 76 ist viel kleiner als erwartet! Vorsichtig taste ich mich mit den hoeheren Vergroesserungen heran! Wunderbar! Es wird Form erkennbar! Schon bei 125-fach ist mir nun klar, warum er "der kleine Hantelnebel" heisst. Mir erscheint er, wie zwei Nebelbaellchen, die sich aneinanderschmiegen. Dann der Sprung zum neuen 5-er, in das ich gleich Don UHC schraube. Mir verschlaegt´s den Atem! Der UHC bringt den Nebel noch viel mehr zur Geltung, viel heller sticht er nun vom Hintergrund ab. Schoen sind die Einbuchtungen zu erkennen. M 76 hat etwas Ruehrendes! Etwas, das man beschuetzen moechte!
So sehr ich mich auch bemuehe, ich bekomm die Vergroesserung mit dem LVW 3,5 mm nicht hin! Aber ich probier noch den OIII-Filter aus. Nein! Don UHC liefert das wesentlich bessere Bild!
Sir William laesst nun verlauten, dass er die Galaxie NGC 1023 suchen moechte!
"Aber gucken Sie mal, Sir William! Orion steht doch auch schon hoch! Koennten wir nicht lieber M 42 anschauen?"
Nein! Der Dicke laesst nicht mit sich reden! Und sehr zu meinem Erstaunen, finden wir auch recht bald die Dreiersternenkette, von deren noerdlichstem Stern ausgehend, diese Galaxie eine Kinderspiel sein muesste. Nun, nicht unter streulichtverseuchtem Himmel! So sehr ich mir auch die Augen ausgucke, ich kann auch bei indirektem Sehen nichts entdecken, das auf ein fernes Milchstrassensystem hinweist.
Sir William noergelt ein bisschen, brummelt irgendwas von Lichtverschmutzung, willigt aber dann gerne ein, noch einen Blick auf den wunderbaren Orionnebel zu werfen. Einfach herrlich! Mit dem UHC breitet sich ein eine Schatzkiste an Details vor uns aus und ich nehm mir ganz fest vor, diesem wundervollen Objekt einen ganzen Beobachtungsabend alleine zu widmen!
Was waere denn ein schoener Abschluss fuer die heutige Nacht? Ja natuerlich! M 1! Den haben wir doch schon lange nicht mehr gesehen! Zeta TAU befindet sich in bester Gesellschaft Saturns. Und nur wenig nordwestlich dieses Sterns finde ich den hauchzarten Schleier von M 1. Mich ueberwaeltigt immer der Gedanke, dass dieser Stern starb, um jedoch anderes Leben moeglich zu machen ... irgendwo da draussen ... in den Weiten dieses unergruendlichen faszinierenden Alls!
Eine wunderschoene Sternennacht ging zu Ende und eine Zigarettenlaenge lang genoss ich noch von der Liege aus mit dem Fernglas den Blick auf die Aurigasternhaufen und sah dem Himmel zu, wie er sich mehr und mehr fuer den Winter schmueckte!
Eine unerwartete Spechtelnacht, die ich mit allen teile, die ein wenig verzweifelt unter einer dicken Wolkendecke sitzen! Ich hoffe, dass auch Ihr sehr, sehr bald in den Genuss eines himmlischen Ausflugs kommt!
Klare Himmel und herzliche Gruesse
Birgit
Beobachtungsbericht vom 8.11.2002
Sir William Herschel alias Skywatcher 200/1000 mm mit 8 x 50 Sucher
Okulare: LVW´s 3,5 - 5 - 8 und 22 mm
auf EQ 5 und Vixen-Alustativ
Standort: Marbella / Suedspanien
Uhrzeit: 22h00 - 24h00
Liebe Sternenfreunde!
Waehrend der November in den meisten deutschen Landen seine grauen Schleier ausgebreitet hat, duerfen wir uns hier wahrlich nicht beschweren, denn er beschert uns beinahe sommerlich warme Temperaturen und Urlauber wie Einheimische geniessen die prickelnd angenehmen Strahlen unserer Sonne. Allabendlich steigt unter rosagetuenchten Dunstwolken die afrikanische Kueste aus dem Mittelmeer auf und man moechte glauben, dass sich ideale Spechtelbedingungen bieten. Weit gefehlt! Die Dunstwolken breiten sich flugs aus und ueberdecken schon bald den Himmel mit einem undurchdringlichen Hochnebel.
So auch gestern am fruehen Abend! Doch eine Stunde spaeter wehte durch die offenstehende Tuere der Hauch eines kuehlen Windchens herein, ganz saft, so als ob es mir etwas sagen moechte. Ich folgte seiner Einladung und ging nach draussen! Das sanfte Windchen scheuchte froehlich den Nebel weg, trieb ihn zu dicken Kondenswolken in allen Horizontrichtungen zusammen. So fleissig war es gewesen, dass das Zenit schon blitzeblank geputzt ueber mir stand und Andromedas Licht aus Lichtjahrmillionenentfernung mit blossem Auge auszumachen war.
Na, wenn das keine Gelegenheit war, auf Himmelsreise zu gehen und meinen neuen Wonneproppen, das LVW 5mm "Kalinka", mit auf die Reise zu nehmen!
In Nullkommanix stand Sir William auf der Terrasse, erhitzt noch von dem warmen Erdentag. Doch meine Ungeduld war gross, zumal just in diesem Augenblick Saturn ueber den entfernten Terrassengebaeuden aufging. Also gleich mal anpeilen mit dem neuen Okular. Ah, Moment! Aber vorher mal scharfstellen! Ojeh, was ist das denn??? Noch niemals im Leben hab ich Beugungsringe bewusst geguckt, weil ich da eh nix mit anzufangen weiss, aber mir war klar, dass das, was ich nun sah, nicht normal sein konnte...! Der Beugungsring zu dreiviertel gleichmaessig und schoen, das letzte Viertel jedoch einfach nicht da bis auf ein paar Bruchstuecke von Linien. Mich traf beinahe der Schlag! Scharf gestellt, haette das Bild von Saturn auch nicht fuerchterlicher sein koennen .... Da stand ich da und guckte mir zum ersten Mal in meinem Leben voellig entsetzt intra- und extrafokule Beugungsringe an, bis sich eine Kondenswolke vor Saturn schob. Also schnell Kapella anpeilen! Ich traute meinen Augen kaum: nun waren die Ringe perfekt! Die neuen Gummibaeume meiner natuerlichen Laternenabwehrmaschine wedelten froehlich in der Brise! Mir kam ein schrecklicher Verdacht! So ein Blaettchen sollte mich doch nicht etwa so zum Narren gehalten haben?! Hatte es! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Alle Aufregung umsonst! Sir William lachte droehnend, das Blaettchen tanzte belustigt auf und ab und ich konnte mir ein Grinsen ob meiner neuen Peinlichkeit nun auch nicht verkneifen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Sterne! Sterne! Wo seid Ihr nach dieser Beugungsprozedur?! Die Pleyaden zwinkerten mir zu und ich erfreute mich an der glitzernden Schoenheit ihrer Bewohner! Der Doppelstern Burnham 536 liegt beinahe verschuechtert in seiner Feinheit in diesem ueppigen Sternenfeld, aber mich zieht er in den Bann, denn eine seiner Komponenten zeigt so einen schoenen blauen Farbstich, der sich vom mattgelben Begleiter gut abhebt!
Aldebaran und die Hyaden kuendigen mit Pauken und Trompeten und Sternenblumen den Aufgang des Himmelsfuersten Saturn an! Und die Erde dreht und dreht sich, um allsbald das Schauspiel seiner Schoenheit hoch oben am Firmament geniessen zu koennen. Auch wenn die irdischen atmosphaerischen Turbulenzen kein gutes Planetenseeing an diesem Abend erlauben, ist es doch eine Wonne, den Herrn der Ringe, zu betrachten! Und ich bin zudem gluecklich, mit der Wahl des neuen Okulars! Es haelt das Bild schoen ruhig, waehrend das 3,5 mm nicht scharfzustellen ist. Die Cassiniteilung ist gut zu erkennen, doch entbehrt das Bild dieser Dreimensionalitaet und Detailreichtums der Naechte mit optimalem Planetenseeing.
Also wende ich mich dem deepsky zu und ergoetze mich an h & chi und dem Eulenhaufen NGC 457 in der Cassiopea.
Doch Sir William raeuspert sich vernehmlich! Er moechte Neuland entdecken und schlaegt den kleinen Hantelnebel M 76 vor. Ich guck ihn ganz entsetzt an, nachdem ich mir im Stoyan angeschaut habe, wie weit der von allen mir bekannten Hauptsternen entfernt liegt. Doch Sir William laesst keine Wenn´s und Aber´s gelten und meint, dass seie ja nun doch nicht so kompliziert, denn schliesslich stiesse man ja von Gam AND ausgehend weiter noerdlich ganz von alleine auf phi und 51 AND. Na, der hat gut reden! Erstmal im Fernglas gucken! Oha! Sir William hatte ja recht! Da sind sie ja!
Die Aufsuchphase nimmt nun ihren Lauf! Rotlichttaschenlampe an, Lesebrille auf, Stoyan-Aufsuchroute lesen, hin zum Teleskop, mich da laut fragen "Hmh, wie war denn das nochmal?" Doch schliesslich wird mir endlich klar, welcher der beiden Sterne denn ueberhaupt phi ist, den ich ja fuer die weitere Aufsuche einstellen muss. Den Rest macht dann Sir William alleine, denn er findet das 7 mag Sternchen, von dem aus es nur noch ein Katzensprung bis zum kleinen Hantelnebel ist. Erwartungsvoll guck ich bei niedrigster Vergroeserung durchs Okular! Jajaaaaaa, da ist was kleines nebliges unscharfes! Ich tanze ums Teleskop herum! Ein neues Messier-Objekt!!! Juchhuuuh! Ich weiss in dem Moment gar nicht, ob ich mich mehr ueber das relativ schnelle Auffinden so freue oder darueber, ein neues Himmelsobjekt vor Augen zu haben! Es ist wohl eine Mischung! Jedenfalls ein kindliches Gefuehl der puren Glueckseligkeit! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
M 76 ist viel kleiner als erwartet! Vorsichtig taste ich mich mit den hoeheren Vergroesserungen heran! Wunderbar! Es wird Form erkennbar! Schon bei 125-fach ist mir nun klar, warum er "der kleine Hantelnebel" heisst. Mir erscheint er, wie zwei Nebelbaellchen, die sich aneinanderschmiegen. Dann der Sprung zum neuen 5-er, in das ich gleich Don UHC schraube. Mir verschlaegt´s den Atem! Der UHC bringt den Nebel noch viel mehr zur Geltung, viel heller sticht er nun vom Hintergrund ab. Schoen sind die Einbuchtungen zu erkennen. M 76 hat etwas Ruehrendes! Etwas, das man beschuetzen moechte!
So sehr ich mich auch bemuehe, ich bekomm die Vergroesserung mit dem LVW 3,5 mm nicht hin! Aber ich probier noch den OIII-Filter aus. Nein! Don UHC liefert das wesentlich bessere Bild!
Sir William laesst nun verlauten, dass er die Galaxie NGC 1023 suchen moechte!
"Aber gucken Sie mal, Sir William! Orion steht doch auch schon hoch! Koennten wir nicht lieber M 42 anschauen?"
Nein! Der Dicke laesst nicht mit sich reden! Und sehr zu meinem Erstaunen, finden wir auch recht bald die Dreiersternenkette, von deren noerdlichstem Stern ausgehend, diese Galaxie eine Kinderspiel sein muesste. Nun, nicht unter streulichtverseuchtem Himmel! So sehr ich mir auch die Augen ausgucke, ich kann auch bei indirektem Sehen nichts entdecken, das auf ein fernes Milchstrassensystem hinweist.
Sir William noergelt ein bisschen, brummelt irgendwas von Lichtverschmutzung, willigt aber dann gerne ein, noch einen Blick auf den wunderbaren Orionnebel zu werfen. Einfach herrlich! Mit dem UHC breitet sich ein eine Schatzkiste an Details vor uns aus und ich nehm mir ganz fest vor, diesem wundervollen Objekt einen ganzen Beobachtungsabend alleine zu widmen!
Was waere denn ein schoener Abschluss fuer die heutige Nacht? Ja natuerlich! M 1! Den haben wir doch schon lange nicht mehr gesehen! Zeta TAU befindet sich in bester Gesellschaft Saturns. Und nur wenig nordwestlich dieses Sterns finde ich den hauchzarten Schleier von M 1. Mich ueberwaeltigt immer der Gedanke, dass dieser Stern starb, um jedoch anderes Leben moeglich zu machen ... irgendwo da draussen ... in den Weiten dieses unergruendlichen faszinierenden Alls!
Eine wunderschoene Sternennacht ging zu Ende und eine Zigarettenlaenge lang genoss ich noch von der Liege aus mit dem Fernglas den Blick auf die Aurigasternhaufen und sah dem Himmel zu, wie er sich mehr und mehr fuer den Winter schmueckte!
Eine unerwartete Spechtelnacht, die ich mit allen teile, die ein wenig verzweifelt unter einer dicken Wolkendecke sitzen! Ich hoffe, dass auch Ihr sehr, sehr bald in den Genuss eines himmlischen Ausflugs kommt!
Klare Himmel und herzliche Gruesse
Birgit