Ein paar Fragen zum 8" Newton f6

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Hallo zusammen

Nachdem ich jetzt über 2 Jahre mit einem 114/900 Newton von Vixen beobachte habe ich mir vor ca. 3 Wochen eine TS 200/1200 Newton in Leichtbauweise zuleget. Mit dem 8"er sieht man zwar sofort viel mehr allerdings habe ich da noch ein paar Fragen.

1. Ich habe irgendwo mal gelesen das man die Rohrschellen nicht zu fest anziehen darf. Allerdings muss ich diese an dem Gerät ziemlich fest anziehen (die Schrauben lassen sich mit der Hand nicht mehr weiter zu drehen),da sich sonst der Tubus in Bewegung setzt und langsam an den Rohschellen entlang nach unten rutscht(ist mir zum Glück noch aufgefallen bevor er auf dem Boden lag).Kann ich das bedenkenlos machen oder laufe ich Gefahr das ich dabei den Tubus beschädige?

2. Mit einem 25mm Orto Okular ist nur die Mitte des Bildes scharf (ca. 20-40%) der Rest der Sterne wird zum Rand hin immer weiter auseinander gezogen. Bei dem 114er waren diesen noch fast bis zum Rand scharf. Ist der Unterschied in Sachen Koma zwischen f6 und f8 so groß? Da ich nur Ortos habe kann ich nicht beurteilen wie das ganze mit anderen Okularen aussieht.

3. Auf dem Spiegel ist ein kleiner Fleck (ca. 1mm)drauf den man schon ohne mit der Taschenlampe hineinzuleuchten sieht. Kann dieser die Abbildung beeinträchtigen?

Grüße
Mark
 
Hi Mark,

nur zu 2 und 3 kann ich was beitragen:

- Du siehst nicht die Koma des Newtons, sondern den im Okular bei f6 in höherem Maß entstehenden Astigmatismus. f6 ist schon nicht mehr allzu okularfreundlich, und Orthos sind eher was für längere Öffnungsverhältnisse.

- Der winzige Fleck ist völlig bedeutungslos für die optische Leistung. Vermutlich reduziert er die Leistung genausoviel oder wenig wie die 7 Staubkörner, die sich in den ersten 5 Minuten auf dem neuen Spiegel versammelt hatten. Inzwischen hast Du wohl eher 1000 Staubkörner drauf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" />

Viel Spaß mit dem Teleskop
Martin
 
Hi Mark,
Du bist beim Thema "schneller Newton und die Okularfrage" angekommen. Was Du siehst ist normal und entspricht dem was hier in vielen Diskussionen mit "okularkritisch" beschrieben wird. Du bist ab sofort verdächtig für Neuanschaffungen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Das mit den Schellen sollte so nicht sein. Da es die Schellen für 8" in unterschiedlichen Dicken gibt, hatte auch 2 verschiedene Sets, hast Du entweder die großen oder aber der Tubus ist zu schmal. Miß mal den Durchmesser aus. 250mm sollte er schon haben.

Wie kansnt Du das abstellen?
a) die Rohrschellen auskleiden mit Tesamoll ,Veloursfolie o.ä.
b) einen Holzring anfertigen - paßgenau - und den vor die obere Schelle befestigen. Dann hält der Ring an der Schelle.

CS
 
Hi Bronks,
physikalisch betrifft das wohl alle Teleskope.
Allerdings findest Du im Refraktor teilweise schon Gegenmaßnahmen verbaut.
Stichwort: Bildfeldebenungslinse z.B.
Ich denke, das auch die Tatsache, das die Objektive gefaßt sind und somit der äußerste Rand der Linsen bei der Bildgewinnung nicht mitwirkt gewisse Vorteile hat, weil aus der Ecke oft abbildungsmäßige Probleme kommen. Hingegen werden die Spiegel kaum abgeblendet, obwohl hier der Randbereich oft nicht ideal ist. Stichwort abgesunkene Kante etc.

Durch diese Dinge erscheint ein Refraktor vllt. etwas weniger problematisch, mehr nicht. Spätestens wenn es um große Felder geht und deren Abbildung geht, sind auch am Refraktor die guten Okus éin Gewinner.
CS
 
Hallo zusammen

Danke für die Antworten.
Da werde ich mir in den nächsten Monaten wohl ein paar neue Okulare zulegen müssen. Besonders bei der Deepskybeobachtung stört das Koma doch schon sehr.

Das mit der Velourfolie an den Rohrschellen werde ich demnächst mal ausprobieren danke für den Tipp Antares. Ich hoffe mal das ich dadurch das Problem lösen kann. es ist natürlich auch möglich das sich das ganze System durch den Temperaturunterschied zusammengezogen hat und deshalb der Tubus nach unten gerutscht ist. Hatte den Tubus nämlich noch nicht ganz auskühlen lassen als ich ihn nach "oben" geschwenkt hatte. Werde ich bei nächster Gelegenheit nocheinmal Testen.

Grüße
Mark
 
Huhu!

@Bronks: Meines Erachtens ist das genau der gleiche Fall beim Refraktor. Einzig die Steilheit der einfallenden Strahlenbündel entscheidet über den im Okular entstehenden Astigmatismus (und der Okulartyp natürlich). Der Newton ist hier in keiner Weise kritischer als andere Teleskope.

@Mark: Mit einer Barlowlinse kannst Du das Problem auch abstellen. Natürlich ist dann kein so großes Feld mehr erreichbar (vielleicht eine 1,5x oder 1,6x-Barlow?). Damit siehst Du dann zumindest mal versuchsweise wie die Abbildung des Newtons ist wenn die Okulare keinen bzw. nur wenig Astigmatismus beitragen.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Bronks,
schnelle Newtons haben prinzipiell nur kleine brauchbare Gesichtsfelder. Im Teil1 des "Handbuch für Sternfreunde" wird der brauchbare Bilddurchmesser in Winkelgrad mit 0,003*N*N angegeben. Als brauchbar wird das Bildfeld angesehen, in dem die komatische Querabweichung nicht größer als eine Bogensekunde ist. Ein f/6-Newton hat danach ein brauchbares Gesichtsfeld von etwa 0,1 grad, beim f/8 sind es fast 0,2 grad. Es ist nicht anzunehmen, dass Okulare die Koma im Bildfeld korrigieren - die Okulare müssten dann für ein spezielles Öffnungsverhältnis gerechnet sein, ausserdem würden sie bei kommafrei korrigierten Refraktoren (z.B. Fraunhofer lassen sich so korrigieren) nicht funktionieren. Schnelle Refraktoren haben nun zwar im Bildfeld weniger Koma, haben aber einen recht großen Farbfehler.

CS Frank

www.stern-freund.de
 
komakorrigierendes Okular

Hallo Frank,

das Märchen vom komakorrigierenden Okular würde sich sehr schnell in Luft auflösen, wenn der allgemeine Newtonbenutzer einsehen könnte, daß er am Rande seines schlecht korrigierten Okulares zunächst einmal Okularastigmatismus und Unschärfe durch Bildfeldwölbung vermischt sieht. Erst wenn er ein Okular an den Start bringt, welches mit beidem klar kommt, besteht da eine Chance, Koma überhaupt zu bemerken.
So besteht die Hauptwirkung eines Komakorrektors bezüglich der Randabbildung ohnehin in der Bildfeldebnung.
Die meisten Sternfreunde aber schauen unbedarft in den Newton, sehen Randunschärfe und sagen "ja, das ist Koma, das hat der Newton nunmal". Grob falsch...

Clear Skies
Sven
 
Re: komakorrigierendes Okular

Hallo Sven,
im Bildfeld von Newtons sieht man die Koma schon, die Koma ist sogar der dominierende Fehler. Schau Dir mal die Spotdiagramme bei Laux oder bei Rutten und van Venrooij an. Natürlich ist es auch richtig, dass besonders billige Okulare bei Bündeln mit großer Apertur (die bei schnellen Optiken auftreten), die ausserhalb der optischen Achse einfallen, heftigen Asti erzeugen. Mit der Bildfeldwölbung wird es schon schwierig. Ein Okular, welches die Bildfeldwölbung schneller Systeme korrigiert ist bei langbrennweitigen Systemen wieder im Nachteil. Hier gibt es verschiedene Varianten zur Korrektur (wird im Rutten und van Venrooij andiskutiert). Ich bin aber nicht der Okularspezi, um hier zu philosophieren, wo das Optimum ist. Da mein Newton parallaktisch montiert ist und ich meine Beobachtungsobjekte immer in Bildfeldmitte halten kann, ist mir die Abbildung im Feld auch relativ egal. Ich bin über jedes Okular glücklich, welches mir auf der Bildmitte möglichst viel Details zeigt. Das ist aber meine Meinung, ein Dobsonbesitzer wird das anders sehen, obwohl auch ein Dobson komabegrenzt ist.

CS Frank
 
Spiegelkoma und Okularastigmatismus

Hallo Frank,

im Bildfeld von Newtons sieht man die Koma schon, die Koma ist sogar der dominierende Fehler. Schau Dir mal die Spotdiagramme bei Laux oder bei Rutten und van Venrooij an.

Ruten/van Venrooij: Telescope Optics, Kapital 16, s. 192 ff

zeigen Spotdiagramme je eines Teleskopes, eines Okulares, sowie kombiniert
bei verschiedenen f/ratio.

Da fällt sofort auf daß die Koma z.B. eines f/6 Newtons von den Fehlern eines
Erfle Okulares stark dominiert wird.

Was Sven schreibt:

Um die Koma beim Newton zu sehen muß der Sternfreund erstmal ein Okular an
den Start bringen welches mit f/ratio und Bildfeldwölbung gut klar kommt.

kann ich aus eigener Anschauung besätigen. In Top-Okularen sehe ich die Koma
meines 8"f/6. In ungeeigneten Okularen sehe ich tangentiale Striche,
in der Hauptsache durch den Okularastigmatismus hervorgerufen.

MfG,Karsten
 
Re: komakorrigierendes Okular

Hallo Frank,

auch als Besitzer eines parallaktischen Newtons lege ich besonderen Wert auf eine gute Randabbildung aller meiner Okulare. Es gibt 1000 Gelegenheiten, bei denen ich mich eben daran erfreue.

Ansonsten verweise ich auf Karsten, ich muß ihn nicht wiederholen.

Clear Skies
Sven
 
Re: komakorrigierendes Okular

Hallo Sven, Hallo Karsten,
o.k. ich habe mir den Artikel von Sven nochmal durchgelesen. Ich hatte überlesen, dass Sven vom Bildfeldrand gesprochen hat. Da stimme ich zu, dass bei billigen Okularen die Okularaberrationen wesentlich größer sind als die Koma beim Newton, und deshalb die Abbildungsgüte im Wesentlichen bestimmen. Mir war nur die Formulierung, dass die Koma nicht sichtbar ist (das hatte ich so falsch verstanden) zu absolut, denn das würde so nicht stimmen. Das zeigen auch die Beispiele bei R&V. Das dort gezeigte Erfle hat ab einem Feldwinkel von 20° zwar wesentlich größere Aberrationen als der für die berechnete Kombination zugrundegelegte 200mm f/6-Newton. Bei einem Feldwinkel von 10° zeigen die Spotdiagramme allerdings, dass die Koma des Newtons die gleiche Größenordnung wie die Okularaberrationen hat. Schade, dass R&V keine Spotdiagramme bei 5° zeigen.

CS Frank
 
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