Ein Ring (fast) ohne Saturn

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Martin

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Hallo,

die letzte Nacht war endlich mal wieder klar zumindest fuer ein paar Stunden. Wegen Vollmond und miesem Seeing habe ich mich auf ein paar Filterspielereien beschränkt und den Saturn mal im Methanband aufgenommen. In dieser Wellenlänge (889nm) geht beim Planeten doch ziemlich das Licht aus, doch der Ring bleibt relativ hell. Wegen der langen Belichtungszeit und des schlechten Seeing fehlt leider etwas die Auflösung. Insgesamt aber doch schon ein anderer eher seltsamer Anblick des Ringplaneten. Bin mal gespannt ob das nächstes Jahr bei Uranus auch funktioniert ;)

Hier die Aufnahme in zwei leicht unterschiedlich geschärften Varianten:

Link zur Grafik: http://fotos.astroclub-radebeul.de/images/objects/of1b7783ee66e4253ab89c5b888de65fb/vorschau.png

viele Grüße
Martin

 
Hallo Martin,

das sieht ja schon echt nach Forschung aus. Heißt das dann, dass Saturn sich unter einer Methan-Atmosphäre "versteckt", indem das einfallende Sonnenlicht durch Absorbtion im Bereich der Methanbänder abgeschwächt wird, so dass die Kugel in diesem Bereich eine geringere Beleuchtung erhält, die dann bei der Reflektion nochmals abgeschwächt wird?

Wenn man also die Beobachtung auf den Wellenbereich der Methanbänder beschränkt, erscheint die Kugel duster.

Die Ringe reflektieren das Sonnenlicht jedoch offenbar ohne eine Behinderung durch Methangas und also auch in dem durch das Filter gegebenen Bereich der Methanbänder.

Eine schöne Demonstration!

Gruß, Jan

 
Hallo Martin,

wandelst wohl auf Cassini´s Spuren.
Mit der Sonde wurde Saturn auch im Methanband aufgenommen:
Saturn, globale Ansicht im Methanband aus 66,1 Mill. km Entfernung
Saturn, südliche Hemisphäre mit Ringsystem im Methanband aus 2,3 Mill. km Entfernung
Saturn, globale Ansicht mit Ringsystem in Kantenstellung und Schatten im Methan-Band (889 nm) aus 2,9 Mill. km Entfernung

Zitat aus einem der Bildbeschreibungen: "Methane in the atmosphere absorbs light with wavelengths around 889 nanometers as it travels deeper into the gas planet"


Gruß
Mario (Weidner)
 
wow.....sogar die hellere zone um den äquator ist auf den bildern von dir zu sehen.....nice...
 
Hallo Martin.

Interessant, mal was ganz Anderes!
Wäre es nicht möglich, schärfere Bilder zu bekommen, wenn man ihn in einem kleineren Maßstab aufnimmt und kürzer belichtet? Anschliessend könnte man ja noch ein wenig interpolieren z.B. 1,5-fach etc. ?

@ Jan: Der Methanbandfilter lässt zum größten Teil das Methanlicht durch. D.h. auf der Kugel in den Wolkenbändern hält sich wenig Methan auf, bzw. wenig Materie, die in diesem Bereich Strahlung abgibt.

Gruß,
Oliver
 
Hallo Oliver,

so habe ich das auch verstanden: Der Filter läßt vorzugsweise in diesem Bereich etwas durch, aber es kommt eben nichts - oder nur wenig - weil das Methan selbst in genau diesem Durchlassbereich des Filters absorbiert - nicht strahlt! - und auf diese Weise die Saturnkugel verdunkelt.

Habe ich das falsch verstanden?

Gruß, Jan
 
Hallo,

vielen Dank fuer eure Antworten. Bei 889nm absorbiert Methan das Licht staerker als in anderen Wellenlaengen. Da Saturn auch reichlich Methan enthaelt wird er deutlich dunkler, die Ringe reagieren auf diese Wellenlänge nicht besonders. Sie werden nur "normal" abgeschwächt.

Noch weniger Brennweite wuerde fokal bedeuten. Das wäre dann wohl doch zu klein. Ich hoffe einfach mal auf besseres Seeing.

viele Gruesse
Martin

 
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