Einblick beim Newton seitlich , deshalb lieber SC?

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Gerrit

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Hallo Forumler!

Ich hab als Anfänger mal eine zugegebenermaßen ziemlich plumpe Frage (bitte nicht lachen):


Im Gegensatz zu den SC's und Refraktoren ist das Okular beim Newton ja seitlich am Tubus. Somit spechtelt man auch, indem man an der Seite vom Teleskop steht. Der Sucher hat dann aber meistens wieder den Einblick "hinten" (es sei denn, man hat so ein Winkelsucher).

Macht diese Tatsache das nicht alles ein wenig unpraktisch, auch beim Einstellen von Objekten?

Hmmtja, oder bin ich ein wenig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> , wenn ich's lieber "von hinten" habe, wie bei den SC's oder Refraktoren, und das in die Kaufentscheidung meines Teleskops mit einfließen lasse?

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

 
Hallo,

das ist schon wahr. Aber hast du daran gedacht, was passiert, wenn du die Objekte in Zenith-Nähe anschaust? Dann liegst du beim SC und Refraktor ja praktisch am Boden. Also kaufst du ein Zenith-Prisma und... tja, dann ist die Blickrichtung wieder nicht wie im Sucher, sondern auch 90 Grad verschieden.

Beim Newton kann der Sucher sehr weit vorne angebracht werden, so daß er vor dem Okularauszug ist. Dann ist es eigentlich kein Problem.
 
Hallo,

... und der Sucher zeigt's dann um 180grad gedreht, während im Zenitprisma nur die Seiten vertauscht sind ...
Man kann auf beide Typen auch Winkelsucher montieren, damit kann man den Einblick dann identisch einstellen - wenn einem sowas wichtig ist ...
Ich werd' mir irgenwann 'mal einen Winkelsucher an meinen Newton montieren, aber nicht wegen des gleichen Einblicks, sondern wegen dem Kreuz <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


Gruß
Schicko
 
die Situation am Teleskop ist tatsächlich etwas verwirrend, vor allem am Newton:

1) der Hauptspiegel stellt alles erst mal (genau wie das Objektiv des Linsenteleskops) kopfstehend und
seitenverkehrt dar.

2) beim Linsenteleskop (Refraktor) guckt man dann das Bild meistens nicht direkt mit dem Okular an (das Okular
wirkt wie eine Lupe, ändert also die Ausrichtung des Bildes nicht), sondern wegen der bequemeren Haltung und
weil man sonst so ein Riesenstativ brauchte mit einem Zenithspiegel, der kehrt das primäre Bild außerdem von
kopfstehend auf "fußstehend" um - nur seitenverkehrt ist es dann immer noch. Wenn das stört nimmt man ein
Amici-Prisma, das dreht auch noch die Seiten um und das Bild ist dann so orientiert wie das Original.
Als Beispiel: Orion am Himmel: Kopf oben, Bogen rechts, im Linsenfernrohr ohne Zenithspiegel Kopf unten, Bogen
links, im Zenithspiegel Kopf oben Bogen links und im Amici-Prisma Kopf oben Bogen rechts.

Beim Newton ist das alles nun nochmal komplizierter, da sich der Tubus von Horizontposition zu Zenithposition
und damit auch der Okularstutzen und der Fangspiegel dreht. Wenn man das Rohr in liegender Stellung und somit
normalerweise das Okular seitlich hat und unter deshalb unter 90° zum Tubus einblickt, steht der
Fangspiegel ebenfalls auf seitlich und das primäre Bild wird seitlich umgekehrt - da es bereits seitenverkehrt war
ist es nun also seitenrichtig und kopfstehend!

Wenn man dagegen den Tubus nach oben dreht in den Zenith, steht er parallel zum Körper, der Fangspiegel schaut
nach unten und das Bild wird umgekehrt auf "fußstehend", bleibt aber seitenverkehrt. Zwischen den beiden
Zuständen (Tubus senkrecht und parallel zum Körper) hat sich also das Bild um 180° gedreht!!!

Wenn der Tubus irgendwie dazwischen steht (schräg zwischen 0° und 90°) ist das Bild entsprechend weniger
gedreht. bei Okularstellung 45° also 90° seitlich gedreht!
Einzige mögliche Abhilfe wäre: immer mit dem Körper parallel zum Tubus beobachten ("von oben", Tubus wie
ein Saxophon halten), dann steht das Bild immer seitenverkehrt auf den Füßen aber man kann wieder nicht richtig
einblicken. Ideal wäre ein Liegestuhl als Montierung, der den beobachtenden + Newton aufnimmt und beide
schwenkt und nachführt - müßte man sich mal bauen!

Eigentlich müßte man das Ganze grafisch darstellen, aber ich habe immer noch nicht rausgefunden, wie man das
hier im Forum machen könnte.
Praktisch heißt das: man weiß eigentlich nie so recht wo oben und unten ist und auch ein Prisma oder Spiegel
können das nur ausgleichen, wenn man nicht am Rohr dreht!!!
 
Bei mir sind drei Teleskoptypen im Einsatz. Ein 10"-Newton, ein f/15 Fraunhofer und ein C-11. Den Newton finde ich am einfachsten, da er in praktisch jeder "Stellung" einen bequemen Einblick bietet. Einzige Ausnahme: Horizont - aber der ist bei mir in einer Lichtsuppe eingetaucht. Die anderen Scopes sind gerade in Zenitnähe (also da, wo der Himmel am besten ist) unbequem - am meisten der extrem lange Refraktor ...

Aber irgendwie ist alles Gewöhnungssache. Außerdem ist der Einlick nur eines von vielen Kriterien, die bei der Auswahl des Teleskop-Systems entscheidend sind.
 
Re: Einblick und was man sieht beim Newton

Ich bestreite ja überhaupt nicht, daß man sich beim Newton in jeder Lage den Tubus so drehen kann, daß der
Einblick bequem ist (das ist ein unbestreitbarer Vorteil des Systems), aber wie dann das Bildfeld verdreht ist -
wo oben unten links und rechts sind - das ist das Problem. Für Anfänger kommen dann bei Systemen auf
parallaktischer (deutscher, äquatorialer, Montierung) noch die Probleme mit den nicht azimutalen Koordinaten
der Monti hinzu (mal in der Gegend des Nordsterns was suchen!!!!) und die Notwendigkeit, das Rohr für West
und Ost auf verschiedene Seiten zu rotieren (was es auch immer notwendig macht, den Tubus zu drehen
um überhaupt reinschauen zu können und den Sucher zum Teil in Positionen bringt, wo man fast gar nicht mehr
reingucken kann)

Am besten wohl man verzichtet auf den gemütlichen Einblick und schaut mit dem Oberkörper parallel zum Rohr
hinein, dann ist das Bild so wie im Refraktor im Zenithspiegel (seitenverkehrt, aber oben und unten richtig).
Auf einem sehr kleinen Stativ müßte das fast immer möglich sein (und beim Dobson).
Wenn man sein Objekt gefunden hat, kann man den Tubus dann ja in eine bequemere Stellung drehen.

Wenn man jedenfalls ein einfaches System für Anfänger sucht, ist ein Refraktor mit Zenithspiegel (oder noch
besser Amiciprisma wie beim Spektiv) auf azimutaler
Monti immer einfacher - ein Dobson-Newton bis auf das, was man dann sieht (Bildfelddrehung), eigentlich auch.

Ich wundere mich jedenfalls, daß dieses Thema hier bisher immer ausgespart wurde. Oder hat außer mir niemand
damit je Probleme gehabt?
 
Hi Gerrit,

wenn Du etwas älter wärst wie ich, würdest Du Dir den Sucher auf 90-Grad-Einblich umbauen und auf einen Newton schrauben, damit Du Dir den Hals nicht mehr verrenken musst. DAmit der Einblich im Sucher und im Newton gleich sind, nimmst Du einen Zenit-Spiegel.
Aufrechte Grüße und
cs
jorgos
 
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