Eine total verkorkste Beobachtungsnacht

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mevo

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Hallo zusammen,

am zweiten klaren Abend in Folge bin ich gestern zeitig zum Spechteln rausgefahren. Mein Beobachtungsplatz liegt ca. 40km südlich von München.
Als ich um 18:10h dort aus dem Auto steige, ist es im Nordosten auffallend hell. Nanu denke ich, das kann doch nicht allein von München her kommmen. Ist da etwa irgendwo eine neue Flutlichtanlage installiert worden?
Ich gehe ein Stück von den Bäumen weg, raus auf die Wiese und schaue zum Himmel hoch. In Horizontnähe ist alles in helles, graugrünes Licht getaucht, weiter oben gehts ins Rote über. Polarlichter!
Kurze Zeit später kommt Mitbeoabachter Peter, gemeinsam schauen und staunen wir eine ganze Weile. Teilweise sehen die Polarlichter aus wie Vorhänge, die sich schnell verändern, durchzogen von hellen und dunkleren Streifen. Manchmal ist einfach nur eine große, rote Fläche zu sehen, zum Horizont hin wird es heller und graugrünlich.
Als die Polarlichter abzuflauen scheinen, gehen wir an unsere Teleskope, um unsere eigentlichen Beobachtungsziele aufzusuchen. Doch immer wieder flammen die Polarlichter neu auf, teilweise so hell, daß man die Sternkarte fast ohne zusätzliches Licht lesen kann. Bis über den Zenit hinaus nach Süden reichen die Lichter und nach Osten hin bis zum Orion, der irgendwann im Laufe des Abends aufgeht. Der gesamte Himmel erscheint so aufgehellt, daß Deep-Sky Beobachtung kaum Sinn macht.
Ab etwa 21:15 scheint es insgesamt dunkler zu werden, ich schaue gen Osten, wo der Saturn sich langsam höher schiebt. Doch das Seeing ist mies, die Cassini-Teilung ist nur ansatzweise zu sehen. Nach wenigen Minuten Saturnbeobachtung beginnt sich der Himmel im Osten schon wieder rot zu färben ...
Gegen 22:00h verlasse ich den Beobachtungsplatz, auf der Fahrt nach Hause scheint der Himmel im Norden zu brennen.
Zu Hause kann ich die Polarlichter im Nordosten trotz der benachbarten Baustelle sehen, auf der die ganze Nacht helle Strahler brennen (warum eigentlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ?). Ich gehe mit meiner Frau nochmal ans Fenster, und gemeinsam schauen wir noch eine Weile. Als ich gegen 23:00h zu Bett gehe, scheinen die Polarlichter endgültig abgeklungen zu sein, aber im Traum begleiten sie mich noch weiter.
Dies waren nun die dritten Polarlichter, die ich innerhalb von etwa 14 Monaten gesehen habe, und mit Abstand die hellsten und anhaltendsten. Ein echtes Highlight meiner bisherigen Beobachtungslaufbahn, trotz des 'versauten' Beobachtungsabends.
 
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