Einige Fragen zu Ferngläsern

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Macabros

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Hallo zusammen,

ich habe einige Fragen zu Ferngläsern, und ich hoffe, jemand kann mir weiterhelfen.

Zuerst einmal zu meinem jetzigen Fernglas. Es trägt die Bezeichnung: "Nachtsicht-Fernglas Walther P99 10x50".

Es hat also einen Objektivdurchmesser von 50 mm und eine Vergrößerung von 10x. Desweiteren steht auf dem Gerät noch die Angabe: 6.5°, 114m / 1000m

Ich gehe davon aus, daß die 6.5° das Gesichtfeld bezeichnen, aber wofür genau steht die Angabe 114m / 1000m? Was sagt mir das aus und wie kann man das rechnerisch ableiten?

Desweiteren würde mich interessieren, warum das Gerät "Nachtsicht-Fernglas" heisst, hat es etwas mit den orange-rotfarbenen Objektivlinsen zu tun? Wieso sind die eigentlich so eingefärbt?

Die oben angegebenen Werte sind ja die einzigen, die auf dem Gerät abgedruckt sind bzw. in der Anleitung stehen.

Kann man (rein Interessehalber) eigentlich irgendwie ableiten, welche Brennweite so ein Fernglas hat?

Die Prismen scheinen sogenannte "BAK 4 Prismen" zu sein, was heisst das? Steht die 4 für 4 Prismen oder für etwas anderes und was ist BAK?

Und nun meine letzte Frage: bei einem anderen Fernglas fand ich die Angabe einer "Dämmerungszahl", was genau ist das nun wieder und wie leitet sich diese ab?

Ich weiss, eine Menge Fragen, aber vielleicht kann mir ja jemand von Euch weiterhelfen.

Gruss und Dank,

Michael
 
Hallo Michael,


Die 114m/1000m geben das Sehfeld an. Also siehst du bei deiner Beobachtung in 1000 m ein 114 m breites Gebiet. Das kann man sicher aus dem Sehfeld ausrechnen, aber genau wie weiß ich nicht.

Die rote Vergütung hat mit einer Nachtsichtfähigkeit nichts zu tun. Sie sieht, für einen unerfahrenen Betrachter, einfach nur etwas besser aus als eine grüne oder blaue, wobei diese besser sein sollen als die Roten.

Zur Dämmerungszahl schau mal hier . Das wird es meiner Meinung nach sehr gut erklärt.

Zum Rest müssen sich hier mal Leute äußern, die sich damit besser auskennen.

Gruß

Carsten
 
aber wofür genau steht die Angabe 114m / 1000m?
114m=sehfeld=2*tan(3,25°)*1000m oder bei kleinen winkeln wie hier tan(6,5°)*1000m. Die 6,5° sind für uns wichtig die 114m wohl eher für jäger.

hat es etwas mit den orange-rotfarbenen Objektivlinsen zu tun? Wieso sind die eigentlich so eingefärbt?
Ist eine sehr günstige vergütung und lässt das bild sehr kühl wirken wodurch der farbfehler nicht so stark auffällt.

Brennweite ist schwierig, ein weg wäre die brennweite des okus aber die wird genauso selten angegeben.

cs
oli
 
Hallo Michael,

bei so einer guten Ausrüstung so ein mieses Fernglas ("Rotvergütung")?

Mal zu Deiner Info:
1) Sehfeld 114m auf 1000m ist eine Angabe, die vor allem auf Jäger zugeschnitten ist, es handelt sich um das sogenannte reale Sehfeld, also der Durchmesser der runden Sehkreise in Meter, wenn Du 1000m weit weg bist.
Da dasselbe reale Sehfeld von z.B. 114m auf 1000m aber je nach Vergrößerung des Glases von beachtlich (bei einem 10fach Glas sind das rund 65° "scheinbares Sehfeld" - also der Kreis dessen was Du siehst im Okular ist ca, 65° weit) bis lächerlich (bei einem 7fach Glas sind das nicht mal 50° - das nennen wir hier "Tunnelblick", 65° sind bei einem 7fach Glas ca. 160m auf 1000m)sein kann, bevorzuge ich die Angabe des realen Sehfelds in Grad (z.B. bei einem 10fach Glas sind 6,5° reales Sehfeld 65° scheinbares Sehfeld und das scheinbare Sehfeld sollte so groß wie möglich sein für Astronomie, also mindestens so 60° - entspricht bei einem 10fach Glas etwa 6° real, bei einem 7fach Glas fast 9°).
Vom Sehfeld her ist Dein Glas also ein Weitwinkelglas mit 65° scheinbarem Sehfeld - vergleichbar mit brauchbaren Okularen für Deine Teleskope..

2) "Rotvergütung" ist ein Belag auf den Linsen, der im Gegensatz zu einer "richtigen" Vergütung nicht die Menge des durchgelassenen Lichts erhöht, sondern einen großen Teil des roten Lichts reflektiert und das Bild damit grünlich einfaärbt. Billigstferngläser erscheinen dadurch etwas schärfer, da die Unschärfe durch "chromatische Aberration" geringer wird. Hauptnachteil ist, daß damit das Glas astronomisch sich verhält wie ein vom Objektivdurchmesser her deutlich kleineres (z.B Dein 10x50 vielleicht nur noch wie ein 10x30, das wesentlich kleiner und leichter wäre).

3) Der Begriff Nachtsichtfernglas wird oft für Gläser verwendet, die ein Verhältnis von Objektivdurchmesser in mm durch Vergrößerung (sogenannte Austrittspupille) von 5 überschreiten - ist aber eigentlich Quatsch, da es nur bei entsprechend hoher Qualität (Vergütung, Konstruktion usw.)nachttauglich ist.

4) BaK4 steht für Barium Kronglas Nr.4 - also die Glassorte, aus der die Prismen sind. Dazu schaust Du am besten mal mit der Suchfunktion hier im Forum. Alle Dachkantgläser haben BaK4 Prismen - bei Porrogläsern bringen BaK4 Prismen mehr Helligkeit als das andere übliche Material BK7 - Bor Kronglas Nr.7, aber mehr Farbfehler.

5) die Dämmerungszahl ist eine Größe, die angeben soll, wieviel man mit einem gegebenen Objektivdurchmesser und gegebener Vergrößerung bei Dämmerung sieht (Wurzel aus Vergrößerung x Objektivdurchmesser)- aber da sie nicht die konstruktiven Details sowie die Vergütung berücksichtigt, kann man damit höchstens die verschiedenen Gläser derselben Hersteller vergleichen (z.B. Leica Ultravid untereinander, aber nicht gegen Walther).

6) die Brennweite der Objektive wird nicht angegeben, ist aber bei Porro-Gläsern 10x50 meist um die 20cm.

Falls Du Dich mehr mit Ferngläsern beschäftigst, werden es noch deutlich mehr Fragen werden!

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
"Kann man (rein Interessehalber) eigentlich irgendwie ableiten, welche Brennweite so ein Fernglas hat?"

Ja, zumindest ungefähr.
Viele Fernglasokulare haben eine Brennweite um die 18mm.
Auch kannst Du die Strecke der Objektive zum Okular ungefähr
messen.

Einfacher wird es durch Ausbau des Objektivs.
Dann kannst Du wie bei einer Lupe den Brennpunkt
bestimmen. Das hilft Dir sicher schon weiter.


Beste Grüße

Dirk
 
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