Einstieg in die Astrofotografie

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Mr. Spock

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Hallo,

ich verstehe sehr gut, wenn Euch die ewige Fragerei nach einem passenden Teleskop für den Einstieg nerven muss. Aber es ist für einen Neuling auch dann nicht einfacher, wenn die Frage schon hundert Mal beantwortet wurde. Ich bitte Euch deshalb auch nicht, mir die Entscheidung abzunehmen, aber mir vielleicht einen kleinen Schups in die richtige Richtung zu geben.

Gelesen habe ich viel, praktische Erfahrung mit der Astronomie bzw. Astrofotografie quasi gar keine. Ich versuche derzeit erste Erkenntnisse zu gewinnen, mit einer unmodifizierten (Nikon) DSLR und einem 200-400/4.0er Objektiv auf einer EQ6-R Montierung. Die Ergebnisse sind momentan etwas – ernüchternd. Mittelfristig soll es aber ein „richtiges“ Teleskop werden und eine „richtige“ Astro-Kamera. Viel Technik schreckt nicht ... im Gegenteil. Dass man letztendlich alle Belange nicht mit einem Teleskop abdecken kann, habe ich inzwischen gelernt. Wie also anfangen?

Langfristig soll ganz klar die Astrofotografie das Ziel sein. Visuelle Beobachtungen sind eher zweitrangig. Ich möchte mit DeepSky beginnen. Gedacht hatte ich zunächst an ein Newton 200/800 oder 250/1000, bin mir aber gerade wieder etwas unschlüssig. Noch größer schafft die EQ6-R Montierung nicht (bei der ich möglichst längerfristig bleiben will) und vor zu viel Brennweite ratet Ihr ja auch für den Anfang einhellig ab. Ein APO wird ja auch gerne empfohlen, aber das soll es erstmal nicht sein, weil es mir bzgl. den Möglichkeiten einfach zu nahe an meinem Teleobjektiv ist. So zumindest die Vermutung. Die Fa. Skywatcher hat ja nur so einen durchwachsenen Ruf, aber trotzdem bleibe ich immer wieder dort hängen.

Nun ist mir aber das Maksutov-Newton 190/1000 von Skywatcher über den Weg gelaufen. Es hat alles das nicht, was ich eigentlich gesucht habe (gesucht hatte ich eine möglichst große Öffnung und eine moderate Brennweite), wird aber aufgrund seiner optischen Leistungen speziell für die Astrofotografie gerne mal in den Himmel gelobt. Nun frage ich mich: Wäre das eine Alternative? Das Maksutov-Newton von Skywatcher scheint es ja schon etwas länger zu geben. Ist das noch auf der Höhe der Zeit? Wäre das eine Option oder liege ich komplett daneben? Wie sehr schmerzt eine 190 mm Öffnung im praktischen Vergleich zu einer 250 mm Öffnung?

Soweit ich das verstanden habe, ist man in der Astrofotografie ja mit der Brennweite ziemlich festgelegt und kann den Bildausschnitt nur über die verwendete Sensorgröße wählen und nicht über Okularbrennweiten, die hier ja nicht verwendet werden. Insofern müsste man nochmal separat prüfen, ob 1000 mm bzgl. möglicher Motive eine wirklich sinnvolle Größe ist.

Viele Grüße
Mr. Spock
 
Hallo Peter,

Willommen bei A.de! Ich würde Dir raten, Dein Objektiv bei 400 mm Brennweite auszureizen, um die Nachführung zu erlernen. D.h. beispielsweise ungeguidete 2-Minuten-Frames zu erstellen, um punktförmige Sternabbildungen zu erhalten. Geguidet gerne 5-Minuten-Frames. Vielleicht etwas abblenden. Das wäre ein erster Schritt, bevor grössere Brennweiten ins Spiel gebracht werden, kostet Dich nicht viel, lehrt Dich aber den Umgang mit der Nachführung -> massiver Erfahrungsgewinn.

Zur Zeit gibt es genügend schöne Objekte für diesen Zweck. Sollte Dir das glücken, ist der Schritt Richtung 800 oder 1000 mm Brennweite nicht mehr so schwierig, sondern mit Motivation und viel Spaß verbunden. Umgekehrt kann schnell schonungsloser Frust entstehen. Hinzu kommen selbstverständlich ausreichende Kenntnisse der anschließenden Bildverarbeitung. Zuzüglich sind genügend klare Nächte vorauszusetzen.

Ist meine persönliche Meinung. Ich hoffe, Dir werden noch weitere Einschätzungen zukommen :)

CS

Markus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mr. Spock,

Ich kann die Aussage von Markus nur bekräftigen. Nimm 200 oder 400mm. Mache 1-2h Belichtung mit 30 oder 120 Sekunden Einzelbildern bei ISO800. Dann nimm dir eine kostenlose Software wie z. B. DeepSkyStacker und lass dich überraschen was geht. Dabei kannst Du lernen wie wichtig eine gute Einnordung und eine verlässliche Montierung ist.

Am Ende der Wintersaison würde ich dann in mich gehen. Zum Beispiel ob lange Nächte in der Kälte mein Ding sind. Danach kannst Du dann deine Ersparnisse plündern.

Je nachdem was das Budget ist, würde ich bei richtig Bock auf das Hobby den Grossteil des Budgets in die Montierung und nicht in die Optik stecken. Nach der Wintersaison mit 400mm wirst du wissen warum.

Danach würde ich mit einem APO um die 900-1000mm durchstarten. Zzgl. MGEN und Nachführ Teleskop. Dazu dann noch eine Flatfield Folie und einen Bildfeldebner (Flattener / Reducer).

CS
Dirk
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mr. Spock

Den Ausführungen ist nichts hinzuzufügen.
Mit 200-400mm gibt es einiges an Deepsky, woren man sich versuchen kann.
Und man merkt dabei sicherlich ob man mehr Spass an großflächigen Nebeln,
oder eher an kleineren (bzw. weiter entfernten) Objekten hat.
Denn danach richtet sich die Teleskopauswahl.
Viele fotografieren noch mit Objektiven im 400er oder 500er Bereich.

Mit 400mm sind auch schon Galaxien möglich.

Da du schreibst, das du so gut wie keine Erfahrung in diesem Bereich hast,
wird es auch Stolpersteine bei der Bildbearbeitung geben.
Mit 200-400 kann man gut Üben.

Andromeda Galaxie, Bodes Galaxie, einige Kugelsternhaufen.
Im Winter/Frühjahr Orionnebel Plejaden usw..

Lade dir doch (falls noch nicht geschehen) z.B. Stellarium für den PC herunter.
Ist für PC freeware.
Dort kannst du dann deine Kameradaten und die Objektivdaten eingeben und sehen was du alles auf den Sensor bekommst.
Du wirst feststellen, das das bei 200-400 gar nicht so wenig ist.
Und bei vielen Objekten sogar schon zu viel Brennweite.

Nimm die Ratschläge der Vorschreiber an ^^
Übe mit dem was du hast das Einnorden/Einscheinern, Aufnahmetechniken (Lights,Darks,Bias,Flats),
Auch z.B. das manuelle dithering falls du kein Laptop und guiding benutzt.

Alles Dinge die dich weiter bringen, wie teure Technik von Anfang an.

Gruß und CS
Markus

Oder lieber : Lebe lang und erfolgreich xD
 
Hallo,

... werde ich machen. Jetzt muss erstmal der Vollmond weg :-)

Also ich habe wenig praktische Erfahrung in der Astrofotografie ... in der Fotografie generell in Theorie und Praxis schon recht viel. Stellarium und DSS habe ich schon installiert und in Trockenübungen angeschaut. Das ist die Welt, in der ich mich wohl fühle.

In wie weit stundenlange Aufnahmen mit einer meinen DSLRs möglich ist, muss ich erst noch raus bekommen. Ich hatte erst an die D5200 gedacht (=> Klappdisplay), allerdings habe ich da nur vier Akkus dazu und kein Netzteil. Eine D300 und eine D810 hätte ich noch im Angebot mit deutlich mehr Akku-Kapazität oder eben die D3s, mit der ich völlig bedenkenlos (bei Licht) mit ISO 6400 knipsen kann. Netzteil habe ich nur für eine D200, die mit Abstand die grottigste Qualität liefert und bei der eigentlich schon tagsüber bei ISO 640 Schluss ist.

Trotzdem nochmal nachgefragt: Angenommen das mit den 200-400mm und der anschließenden EBV klappt soweit und die Teleskopfrage steht akut an (ob das heuer noch ist oder nicht, ist noch unklar): Ist so ein Maksutov-Newton 190/1000mm eine Anschaffung, mit der man viel falsch machen kann?

Grüße
Peter
 
Hallo Peter,

die Teleskope laufen Dir nicht weg, ich würde hier nichts überstürzen. Erst wenn die 400mm funktionieren, würde ich über höhere Brennweiten nachdenken. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf Nachführung, sondern auch sonstige Handhabung und EBV. Gute allgemeine Kenntnisse von Fotografie sind übrigens eher kontraproduktiv, in der Astrofotografie arbeitet man eigentlich permanent mit unterbelichteten Bildern, und was die Kameras am Tag mit irgenwelchen ISO Einstellungen produzieren, sagt wenig bis gar nichts aus.
Und wenn 4 Akkus nicht reichen, kannst Du Dir auf die Schulter klopfen, weil du dann zumindest schon mal genug Geduld und Belichtungszeit zusammengebracht hast. (meine D5300 lief locker 1-2 Stunden pro Akku)

Ein Mak-Newton ist eher was spezielles, justiert werden muss er genau wie ein gewöhnlicher Newton, dafür kühlt er langsam aus, und taut schneller zu. Wie gut das Bild im Vergleich zum Newton mit gutem Korrektor ist, kann ich nicht sagen, vermute aber, dass es sich nicht viel nimmt. Man Newton hat man halt ein eher modulares System, bei dem man auch später mal was ändern kann (Fangspiegelgröße zB), beim MakNewton ist alles
bis auf den Okularauszug eher festgelegt. Hier solltest Du auf einen Kommentar eines Besitzers warten.

Gruß
*entfernt*
 
Friede und Langes Leben, Spock!

Also,

vom heavy ofenrohring würde ich erstmal generell die Finger lassen. Wenn zu den ganzen Themen mit Montierung, Einnorden, Nachführung, Bildbearbeitung auch noch Teleskop-Kollimierung und das Handling der großen Tuben ansteht, wird es frustanfällig.


Nimm Dir als ersten Schritt eine DSLR und ein Stativ. Fange an mit stillstehender Kamera und Belichtungsserien z.B. 30s, DSS und versuche Dich mal in der Aufnahme und im Stacking, Umgang mit "Lights" und "Darks", "Flats", "Bias" usw. Lerne die praktische Orientierung der Kamera am Himmel, damit Du aufnimmst, was Du aufnehmen möchtest.

Dann nimm Dir eine kleinere Montierung (EQ3 {kurze Brennweite, quasi 2-achsiger Tracker} oder EQ5-Klasse), DSLR, Objektive beginnend bei leichtem WW - Normal - Tele (die Brennweitengrenze bei einer EQ5 sehe ich für den Zweck auch bei 400mm) - und verschaffe Dir Praxis. Ah - Du brauchst keine Autofokus-Objektive. Die klassischen Nikon-Linsen ohne AF tun es da vollkommen und sind VIEL preiswerter, wenn auch nicht billig. Der Vorteil ist ja die Kontinuität des Nikon Bajonetts, so dass sich viele alte Objektive ansetzen lassen.

Da die Nikon-Fraktion nicht so endemisch ist weiß ich nicht, ob es da auch externe Stromversorgung wie für die Canon EOS gibt (oder Batteriegriffe mit 2 Akkus), je nach Erfahrungsstand wäre dann ein kleines Leitrohr mit entsprechender Kamera (gibt's sogar als Set) und PHD2 der nächste Schritt, damit geht dann Guiding.

Das ist in meinen Augen ein 2-Jahres-Programm. Alles ist gebraucht zu finden und damit mit etwas Geduld budgetschonend. Wenn Du damit ordentliche Bilder hinbekommst kannst Du nach eingehender Meditation zu größerem voranschreiten. Für größere Tuben brauchst Du eine richtig stabile Montierung, das fängt bei einer EQ6 für den empfohlenen Apo bis 1000mm Brennweite oder ein Newton-Astrograph bis 6'' an, für größere Newtons, egal ob Mak oder nicht, RC usw. brauchst Du m.E. sogar nochmal deutlich schwereres. Das geht ins Geld, mindestens so wie das Telekop oben drauf. Dazu kommt Unterstand usw., da das Geraffel nicht realistisch transportabel ist.

CS
Jörg
 
hm, okay.

also der einhellige Rat ist, erstmal alles langsam anzugehen und noch an gar kein Teleskop zu denken. Klingt plausibel. Gesetzt ist dann erstmal, was ich ohnehin hier herum stehen habe. Und das ist eigentlich schon ziemlich viel (nur eben kein Teleskop). Zusätzlichen Fotokram kaufen, brauche ich wohl erstmal gar nicht (außer vielleicht ein Netzteil für die D5200). Dass Auto-Guiding in voller Schönheit auch mit einer DSLR geht, hatte ich ich noch gar nicht bedacht. Vielen Dank dafür. Das wäre dann evtl die nächste Stufe, wenn die ersten nachgeführten Bilder ordentlich gestackt sind.

Das Budget ist eigentlich nicht das Problem, sondern eher, dass ich nicht jünger werde. Wenn ich 20 oder 30 Jahre alt wäre, wäre eine flache, 10-jährige Lernkurve okay. Aber nach Lage der Dinge muss ich irgend wann mal anfangen, mit den Rest-Jahren zu haushalten.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo Peter.

Mag sein das es alles vielleicht ein wenig frustriend klingt, wenn alle Sagen hol dir erst mal kein Teleskop.
Aber man meint es nur gut. Wenn ein gewisses Budget erst mal keine Hürde darstellt, ist das zumindest aber beruhigend.
Sehe es mal so. Du hast 400mm objektive.
Viele Teleskope mit denen hier fotografiert wird, haben auch um die 450mm.
Da bist du nicht weit von entfernt.
Und je höher die Brennweite, desto penibler muss (ungeguidet) eingenordet sein.

Von daher kannst du es wirklich ruhig angehen lassen. Bisschen üben und dann zuschlagen.
Wenn ich das richtig verstanden/gelesen habe, dann hast du schon eine EQ6-R in deinem Besitz ?
Damit würde ich dann z.B. erst mal das Einnorden/Einscheinern üben.
Damit du keine eierigen Sterne bekommst (Thema Strichspuren).
Denn eine SynScan hilft dir nur beim Auffinden von Objekten.
Ersetzt aber kein guiding. Aber es geht erst mal auch ohne.
Ohne sollten Einzelbelichtungen von ca. 60-90 sek. möglich werden.
Und damit kann man schon schön arbeiten.

Ein gutes Einnorden ist hinterher auch Produktiv fürs guiden, wenns mal soweit ist.
Alles was dabei schon von allein gut läuft, muss nicht zusätzlich durchs guiden ausgeglichen werden.

Das Einnorden und /oder scheinern, kann man auch im heimischen Garten üben wenn der Nachthimmel
nicht ganz so dunkel ist. Sofern man freie Sicht Richtung Norden/Süden und zusätzlich West ODER Ost hat.
Ansonsten tut es auch ein kleiner Stadtpark/Bolzplatz oder der gleichen.

Wie sieht es denn mit deinem Standort und/oder deiner Mobilität aus ?
Mitten in der Stadt ? Dunkler Vorort ? Auto ?

Zum Thema Akku. Ich benutze seit einiger Zeit einen Akkuadapter der an einer Powerbank betrieben wird.
Mit einer 12.000mAh Bank komme ich mit LiveView durch die ganze Nacht und spare mir so Akkuwechseleien.
Der Adapter hat mich 15€ gekostet. Ob es den für eine Nikon gibt weis ich nicht. Ich benutze eine Canon.

Zum Thema Kameras. Nimm die Kamera die deiner Meinung nach das beste Rauschverhältnis hat.
So bei Iso-Werten um 800-1600.

Gruß
Markus
 
Okay. Ihr habt mich überzeugt. Und das ist sicher auch die beste Vorgehensweise. Garten ist vorhanden mit Sicht in (fast) alle Richtungen.
Ich melde mich dann wieder, wenn es Probleme gibt ?

Peter
 
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