Einstieg in visuelles Beobachten

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Hallo Allerseits,

wollte eine kleine Rückmeldung geben, und danke Dirk, eben erst gesehen....

Jedenfalls: Der Augenarzt hat herausgefunden dass ich zwar nicht nachtblind bin, meine Pupille sich aber maximal 4,5mm öffnen kann.
Daraus leite ich für mich jetzt die passenden APs ab.
Ein 10"-Dobson ist auch schon wieder bestellt, da es hier einfach praktikabler scheint als etwas größeres und im Faden ja herauskam, dass das schon dicke reichen müsste um Deepskyobjekte anspechteln zu können.

Konkret heißt das für mich: Maximal sinnvolle Okularbrennweite ist 25mm, sogar ein bisschen drunter, da mein Dobson mit 1200mm Brennweite und 250mm Durchmesser hier schon 5,2 AP liefert.

Besonders interessant ist dann noch die von Winnie und Sven besprochene Lichtdurchlässigkeit von Okularen. Werde also versuchen eher Geld für Transmission als für weites Gesichtsfeld auszugeben.

Nochmals danke an alle und CS

Alex

P.S.: Falls ich wieder Denkfehler drin habe bitte anprangern und schimpfen! :)
 
Hallo Alex,

ah, das ist doch mal eine Planungsgrundlage. Allerdings würde ich die Sache mit dem Gesichtsfeld nicht beschränken sondern nur bedenken. Folgende Überlegungen dazu:

1. Die beschränkung auf 25mm Okularbrennweite bringt Dich in den Grenzbereich zwischen 2" und 1,25" und das zeigt vor allem auf, dass eine GF-Beschränkung die Suche dann wirklich nicht einfacher macht. Das ist aber meiner Meinung nach gar nicht nötig, denn warum soll man nicht bei 4,5mm AP auf ein 100° Okular setzen, um doch das Maximum an Feld aus dem Gerät rauszuholen? Ich denke hier auch an die vielen Objekte, die dadurch überhaupt erst wirken. Hier kann Dir auch ggf. Stellarium mit seiner Okularfunktion gut helfen. Gib einfach mal Okulardaten ein, die in Frage kommen, und vergleiche dann an Objekten wie M45, H&Chi, Zirrus, Nordamerika-Nebel,...

2. Es ist richtig, die Transmission zu beachten, um bei 4,5mm AP das Maximum bei schwachen Objekten herauszuholen. Sobald der Himmelshintergrund dafür ausreichend dunkel ist, gilt das uneingeschränkt. Ich würde aber diese Aufgabe von der Aufgabe eines Übersichtsokulars eindeutig trennen. Es spricht überhaupt nichts dagegen, ein 20mm Televue Plössl oder ein 18mm Fujiyama HD Ortho zu beschaffen, um nahe der maximal möglichen AP (ein 25mm Fujiyama wäre nominell ja schon wieder zuviel) das Maximum herauszuholen. Eine deutliche Randunschärfe ist dabei schlicht hinzunehmen. Ein Mittelding wäre ein 20mm XW von Pentax. Ob neue Designs wie Delos oder Delite an die Transmission der Pentaxe herankommen, kann ich mangels Messung nicht sagen.

Jedenfalls sind das so die Möglichkeiten, die ich aufzeigen kann und konsequent verfolgen würde. Persönlich würde ich auf das maximal machbare Feld nicht verzichten wollen. 25mm in 100° sind allerdings teuer. 20mm in 100° gehen günstiger. Stellarium kann ganz gut helfen, wenn Du einschätzen willst, ob sich das lohnt.

Clear Skies
Sven
 
Hey Sven,

Pentax ist ganz klar auf der Liste. Allerdings erst nächsten Monat, muss erst noch im Lotto gewinnen. Fürs erste gabs jetzt das Dobson. Dabei sind ein 10mm und 25mm SuperPlössel, ich schätze das is nix besonderes. Dazu habe ich noch ein Baader Ortho 6mm bestellt und einen UHC-Filter. Für das Dobson gab es noch einen Telrad und ein Chesire.

Die folgenden Anschaffungen sind bessere Okulare, ein OIII-Filter und vielleicht so ein Clipdings um die Spiegelreflex an das Dobs zu klemmen, irgendwie reizt es mich zu sehen was da fotografisch möglich ist. Wenn ich das richtig hier im Forum recherchiert habe klappt es ohne weiteres nicht die DSLR direkt per Adapter ans Dobs zu montieren, weil man nicht in den Fokus kommt ohne den Tubus zu verkürzen. Aber das ist eh zweitrangig, mir ist klar dass zum Fotografieren nichts an einer parallaktischen nachgeführten Montierung vorbeigeht.

Grüße und CS

Alex

P.S.: Wer gebrauchte Okulare mit hoher Transmission loswerden will, gerne PN an mich

 
Oje Sven, so ein Heiligenschein stört bestimmt hart bei der Dunkeladaption. :teufelgrr:

Deine Seiten hab ich alle schon durchgeackert, nur keine Sorge, das ist ja quasi Pflicht um das Wissen wieder aufzufrischen. Meinte gar nicht Clipfilter, sondern so ein Gestell damit man die Cam vors Okular bekommt, für Schnappschüsse von Mond und anderen Hellen Gestalten.
Der UHC war ein Schnäppchen, mir ist bewusst dass ein guter Schmalband her muss. EQ-Plattform kommt höchstens wenn ich mal Selbstbasteltrieb verspüre, Deepsky-Fotografie fange ich, wenn überhaupt, mit was handfestem an, also cgem und drüber.

Clear Skies

Alex
 
Kleines Update:

Ich war aufm Acker. Und ich hatte guten Himmel. Zumindest konnte man mit bloßem Auge das Schwert im Orion gut sehen. Da mittlerweile einiges des geplanten Equipments da ist, konnte der Test beginnen.

Und was soll ich sagen: Gänsehaut! M42 direkt beim ersten Blick durchs 32mm Übersichtsokular gesehen, die Vorjustage des Telrads hatte sich also gelohnt. Direkter Wechsel aufs 1,25" 25mm mit eingeschraubtem O3-Filter. Wahnsinn. Keine Ahnung was damals alles falsch lief, aber ich war vorher richtig überrascht was für Details alles zu sehen sind. Meine Augen waren noch weit weg von Dunkeladaptiert, der Spiegel sicher nicht ausgekühlt.
Nach Wechsel auf das 10mm Oku konnte das Trapez sauber als Einzelsterne erkannt werden. Hab ich schon Gänsehaut gesagt?
h und chi Persei auch gleich auf Anhieb gefunden. M101 vergeblich gesucht.
Am Ende noch kurz den Mond anvisiert, der stand sehr tief und war rötlich. Das war dann so hell, dass nichts anderes mehr ging, Mondfilter ist leider erst unterwegs zu mir. Aber es war trotzdem ein super Abschluss, auch wenn es sehr geflimmert hat.

Danke nochmal an alle die beratend beim Wiedereinstieg geholfen haben!

Gruß und CS

Alex
 
Hallo Alex,

willkommen im Kreis der Gänsehäutigen. Mit zunehmender Erfahrung wird es nicht Deine letzte gewesen sein.

Und:


Keine Sorge, vermutlich hattest Du ihn sogar richtig eingestellt, aber etwas anderes erwartet. M 101 ist ein "faint fuzzy", kaum ein anderes Objekt zeigt so drastisch den Unterschied zwischen integraler Helligkeit und Flächenhelligkeit auf.

Aber auch den kriegst Du noch, ganz sicher...

Viele Grüße,

Klaus
 
Hallo Alex,

na, das ist doch fein. Mit M101 hatte ich auch so meine Schwierigkeiten. Das liegt daran, dass die Galaxie aufgrund ihrer Ausdehnung zwar mit kleinem Equipment schon machbar sein müsste, aber sie hat nur eine geringe Flächenhelligkeit und ist ja als Galaxie nicht durch Filter aufzubessern. Dadurch reicht ein normaler Landhimmel nicht unbedingt, um sie zu sichten.
Die Nacht mit dem Flugverbot durch den Island-Vulkan allerdings... das war bei mir definitiv Gänsehaut, da ging sie aus dem Münsterland mit Spiralarmen. Man ahnt erst mit den Jahren, wie die Menschheit die Atmosphäre einsaut.

Der tiefstehende Mond wird immer wabern - Du guckst durch Kilometer und Kilometer Luft in unterschiedlichen Temperaturschichtungen. Ein Mondfilter hilft Deinem Auge gegen Blendung, aber sobald der Mond da ist, kannst Du an Deepsky-Objekten eher nur die hellen "Standardkerzen" durchgehen. Der Himmelshintergrund wird aufgehellt, dann geht gefühlt nichts mehr (real schon noch). Eingefleischte Deepsky-Beobachter gehen mit Mondaufgang zu den Planeten über oder packen die Teekanne aus, bevor abgebaut wird. Im Moment ist ja Jupiter da, aber wenn man keine Planeten zu schauen hat, dauert es nach Mondaufgang ja auch noch zwei, drei Stunden, ehe der Mond überhaupt hoch genug für respektable Beobachtungen steht.

Also, bleib dran!
Clear Skies
Sven
 
Hi Alex

ich hatte M101 gestern zumindest als nebligen Fleck ordentlicher Größe vor den Linsen. Würde dir galaxiemäßig aber eher zu M81 und M82 sowie M51 (gestern beide Kerne super erkennen und den Starburstarm erahnen können), M63 und M106 raten. Die sind da alle in der Nähe und ganz gut zu finden. Ein bissl weiter unten sind auch zwei schöne Kugelsternhaufen (M3 und M53) von denen ich gesten Einzelsterne erahnen konnte (nachdem ich mein Teleskop in den Windschatten meines Autos gekriegt habe). Ich würde dir momentan auf jeden Fall noch zum Jupiter raten!

Gruß J
 
Hey Sven und Jacobus,

danke euch beiden.
Freue mich schon auf M13 und Konsorten, das mit der Flächenhelligkeit ist da ja kein Thema. Ich Schaf hatte auf der Suche nach m101 natürlich die Filter drin, könnte mir echt an den Kopf langen.
Bin gerade am Verhandeln mit einem Bauern, ob ich das Scope bei ihm im Schuppen abstellen darf, damit nicht immer alles aus dem 3.Stock in der Stadt ins Auto und wieder hoch muss. Dachte an eine halbwegs dichte Plastikbox aus dem Gartenmarkt wo es sicher ist vor Feuchtigkeit und Krabblern. Das würde einiges an Justage und Geschleppe sparen. Wir werden sehen.

CS

Alex
 
M42 sieht man auch bei nicht so gutem Himmel noch mit bloßem Auge. Bei brauchbarem Himmel fällt der Nebel bei bloßem Auge allerdings direkt auf. Was die Öffnung angeht: Mit einem 114/900 ist es bereits eindrucksvoll.

M13 wird Dich bestimmt erfreuen. Mit 10" muss das wirklich toll sein. Ich habe aktuell 6" und der Gewinn gegenüber 4,5" ist recht groß.

Und dann gibt es im Sommer die seltenen superklaren Nächte, wo man viel mehr vergrößern kann als je zuvor und nicht glauben kann, wie gut das Bild ist. Ich kann mich erinnern, dass ich gerade abbauen wollte, nur noch einen letzten Blick auf Saturn warf und dachte: So scharf war der ja noch nie! Die Müdigkeit war vergessen, der Anblick ist es nicht.

Du solltest ein passendes Okular für den Fall besitzen, auch wenn Du es so gut wie nie benutzen kannst.

Michael
 
Hallo Ihr Freunde der Nacht,
kleine Randbemerkung zur Pupillen-Größe: 6mm ist bei jungen Leuten etwa richtig. Mit zunehmenden Alter wird es weniger, allerdings nicht so schlimm wie oft behauptet. Deshalb sollte man den altbewährten Bohrer-Selbsttest machen: Man nehme einen Satz Bohrer aus der Werkzeugkiste und warte, bis die Dunkel-Adaptation ok ist - sag 20 Minuten bis eine halbe Stunde*). Jetzt nehme man einen helleren Stern ins Visier und halte den kleinsten Bohrer davor. Du siehst den Stern? Dann nimm den nächstgrößeren Bohrer. So lange weitermachen, bis der Stern hinter den Bohrer verschwunden ist. Folglich ist Deine Pupille ein Tick kleiner als der letzte Bohrer - kann jeder selber interpolieren. Jetzt weißt Du objektiv welche Austrittspupille am Teleskop sinnvoll ist.
Viel Spaß dabei,
Jan Willem

*) Ich beschleunige das, indem ich vorher (zuhause) eine rote Laserbrille aufsetze.
 
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