Harald_M
Aktives Mitglied
Hallo zusammen!
Gestern war das absolute Hammerseeing! Der Saturn (stand etwa bei 65°, also sehr hoch) war bei 200x (Bino + Kasai Orthos) so klar wie ich ihn noch nie zuvor gesehen habe! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Als Teleskop kam mein MK67 mit aktiver Belüftung zum Einsatz. Hätte ich das Teleskop nicht mit Lüftern ausgestattet, dann wäre mir wohl diese phantastische Saturn-Beobachtung entgangen, denn das Seeing wurde im späteren Abend deutlich schlechter und Saturn wanderte zudem hinter ein Hausdach. Eine Zeitverzögerung aufgrund zu langsamer Auskühlung wäre da ein echter Nachteil gewesen.
So war jedoch auch bei -5 °C mein Mak nach 40 Minuten total ausgekühlt und ohne jegliches Tubusseeing.
Die 4 Lüfter ließ ich übrigens während der ganzen Beobachtung auf mittlerer Leistung laufen.
Also, erstmal den Saturn mit dem Telrad angepeilt und erstmal mit 150x beobachtet. Sofort fiel die umwerfende Bildruhe auf. Also wurde erstmal höher vergrößert: 200x.
Nach kurzer Zeit machte ich dann eine "Entdeckung", von der ich eigentlich annahm, dass solch eine Beobachtung mit einem 6" Maksutov Cassegrain mit 34% Obstruktion gar nicht möglich sei:
Das Encke-Minimum!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Dieses war etwa 30 Minuten lang in beiden Ansen direkt und DAUERHAFT zu sehen.
Da das Seeing so fabelhaft ruhig war, konnte ich mir das Minimum in aller Ruhe ansehen und auf feinste Details achten. So war die linke Begrenzung des Encke-Minimums an der linken Anse etwas erhellter als der Rest vom A-Ring (astronomisch korrekte Bildorientierung). Bei dem Minimum an der anderen Anse war diese Aufhellung nicht zu beobachten, in beiden Ansen sah das Minimum wie eine sehr schwache und schmale Cassini-Teilung aus. In beiden Ansen war die Position des Minimums im A-Ring identisch, sie war grob geschätzt 40% der A-Ring-Breite von der A-Ring-Innenseite entfernt.
Auch waren 3 winzige und sehr leuchtschwache Lichtpunkte in direkter Nähe zur Planetenscheibe (Entfernung zum Planetenzentrum war ca Ringdurchmesser) zu sehen, wahrscheinlich waren es wohl Monde.
Ansonsten war auch der "Rest" von Saturn ebenfalls absolut umhauend zu beobachten: A-, B- und C-Ring, Cassini-Teilung dauerhaft umlaufend, verschiedene Schattierungen auf der Planetenkugel, Planetenschatten auf den Ringen. Wahnsinn, wahnsinn! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Jupiter habe ich dann später auch noch anvisiert und auch er war sehr deutlich zu sehen, wenn auch nicht ganz so "perfekt" wie Saturn, da das Seeing mittlerweile schlechter geworden war. Hier trifft wohl wieder die Regel zu, dass das Seeing gegen Mitternacht schlechter wird.
Nichtsdestotrotz war der GRF (rot!) zu sehen, ebenfalls etliche Wolkenwirbel in der äqutorialen Zone und eine deutliche "Verzweigung" des dunklen Bandes direkt nördlich angrenzend zum GRF.
Ein toller Beobachtungsabend!
P.S.: Über ähnliche Berichte über "Entdeckungen" des Encke-Minimums würde ich mich freuen.
Gruß Harald
Gestern war das absolute Hammerseeing! Der Saturn (stand etwa bei 65°, also sehr hoch) war bei 200x (Bino + Kasai Orthos) so klar wie ich ihn noch nie zuvor gesehen habe! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Als Teleskop kam mein MK67 mit aktiver Belüftung zum Einsatz. Hätte ich das Teleskop nicht mit Lüftern ausgestattet, dann wäre mir wohl diese phantastische Saturn-Beobachtung entgangen, denn das Seeing wurde im späteren Abend deutlich schlechter und Saturn wanderte zudem hinter ein Hausdach. Eine Zeitverzögerung aufgrund zu langsamer Auskühlung wäre da ein echter Nachteil gewesen.
So war jedoch auch bei -5 °C mein Mak nach 40 Minuten total ausgekühlt und ohne jegliches Tubusseeing.
Die 4 Lüfter ließ ich übrigens während der ganzen Beobachtung auf mittlerer Leistung laufen.
Also, erstmal den Saturn mit dem Telrad angepeilt und erstmal mit 150x beobachtet. Sofort fiel die umwerfende Bildruhe auf. Also wurde erstmal höher vergrößert: 200x.
Nach kurzer Zeit machte ich dann eine "Entdeckung", von der ich eigentlich annahm, dass solch eine Beobachtung mit einem 6" Maksutov Cassegrain mit 34% Obstruktion gar nicht möglich sei:
Das Encke-Minimum!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Dieses war etwa 30 Minuten lang in beiden Ansen direkt und DAUERHAFT zu sehen.
Da das Seeing so fabelhaft ruhig war, konnte ich mir das Minimum in aller Ruhe ansehen und auf feinste Details achten. So war die linke Begrenzung des Encke-Minimums an der linken Anse etwas erhellter als der Rest vom A-Ring (astronomisch korrekte Bildorientierung). Bei dem Minimum an der anderen Anse war diese Aufhellung nicht zu beobachten, in beiden Ansen sah das Minimum wie eine sehr schwache und schmale Cassini-Teilung aus. In beiden Ansen war die Position des Minimums im A-Ring identisch, sie war grob geschätzt 40% der A-Ring-Breite von der A-Ring-Innenseite entfernt.
Auch waren 3 winzige und sehr leuchtschwache Lichtpunkte in direkter Nähe zur Planetenscheibe (Entfernung zum Planetenzentrum war ca Ringdurchmesser) zu sehen, wahrscheinlich waren es wohl Monde.
Ansonsten war auch der "Rest" von Saturn ebenfalls absolut umhauend zu beobachten: A-, B- und C-Ring, Cassini-Teilung dauerhaft umlaufend, verschiedene Schattierungen auf der Planetenkugel, Planetenschatten auf den Ringen. Wahnsinn, wahnsinn! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Jupiter habe ich dann später auch noch anvisiert und auch er war sehr deutlich zu sehen, wenn auch nicht ganz so "perfekt" wie Saturn, da das Seeing mittlerweile schlechter geworden war. Hier trifft wohl wieder die Regel zu, dass das Seeing gegen Mitternacht schlechter wird.
Nichtsdestotrotz war der GRF (rot!) zu sehen, ebenfalls etliche Wolkenwirbel in der äqutorialen Zone und eine deutliche "Verzweigung" des dunklen Bandes direkt nördlich angrenzend zum GRF.
Ein toller Beobachtungsabend!
P.S.: Über ähnliche Berichte über "Entdeckungen" des Encke-Minimums würde ich mich freuen.
Gruß Harald