Endlich DS: M13 und M57

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Miji

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Hey Sternfreunde,
endlich ist mir mein Einstieg in DS gelungen!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Hab die Wolkenlücken heute ausgenützt.

Der Ort:
Heute mal nicht raus auf die Felder. Ich war die letzten Male einfach vom Nebel enttäuscht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Also sollte es heute der heimische Garten sein. Zwar bin ich von zwei Häuserwänden und einigen Bäumen in Horizontnähe extrem eingeschränkt, aber es stört keinerlei direkte Lichtquelle (bis auf eine dumme Straßenlampe, die zwischen den Bäumen manchmal auftauchte. Da musste ich dann einfach immer wegschauen!)


Die Ausrüstung:
Natürlich mein Galaxy D8. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> Mit folgenden Okularen war ich heute tätig: Plössl 32, 15, 9 mm. Die 2x Barlow hab ich immer noch nicht ausgepackt.
Sucher war mein Telrad. Die große drehbare Sternkarte von Kosmos und der Karkoschka durften natürlich auch nicht fehlen.

Das Seeing:
Kann ich leider mangels Erfahrung nicht genau beschreiben. Ich hab sehr viel Sterne gesehen. Was es mir auch so richtig schwer machte die beiden Sternbilder Herkules und Lyra überhaupt zu finden. Ich hab beide bisher noch nie bewusst am Himmel gesehen! Die Lyra hab ich dank dem schon sehr hellen Wega dann endlich gefunden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Und dann war der Herkules ja auch nicht mehr weit weg.

Die Beobachtung:
Nachdem ich also recht lang nach dem besten Platz im Garten gesucht hatte fing ich an mit Hilfe von Karkoschka und der Sternkarte die beiden Ziel-Sternbilder zu suchen. Nach einiger Zeit gelang mir das auch.
Mit Hilfe der Schablone hab ich dann den Telrad auf M13 eingestellt. Es war eine sehr grobe Angelegenheit, da ich den Telrad heute nicht justiert hatte.
Trotzdem war sofort im Okular des Pl32mm ein schwammiger Fleck zu sehen, der nur ganz am Rand Einzelsterne zeigte. Ich war sofort sicher, das muss M13 sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Überglücklich stellte ich also noch ein bischen schärfer, brachte ihn in die Mitte und vergrößerte zuerst mit dem Pl15mm und dann mit 9mm. So beobachtete ich dann einige Zeit und war beeindruckt endlich mein erstes DS-Objekt gefunden zu haben. Einfach toll! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
M13 war nie komplett, aber doch bis auf die Mitte toll in Einzelsterne aufgelöst. Die Anordnung der Sterne in den Randgebieten hat mich fasziniert. Sie ziehen sich wie Fäden nach außen.. .(zumindest nach meinem Eindruck. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> )

Dann wollte ich doch noch was anderes versuchen: Es sollte M57 in der Lyra sein. Zuerst fiel es mir wieder schwer die Sterne des Bildes eindeutig auszumachen, als ich das aber geschafft hatte ging ich wieder mit dem Telrad ans Werk und stellte in genauso grob, wie bei M13 ein.
Durchs Pl32mm war diesmal aber leider nichts auf Anhieb zu sehen. Ich dachte ich müsse einige Zeit auf verschiedene Punkte sehen, bis M57 auftaucht. Als nach etwa einer Minute aber immer noch nichts zu sehen war, schwenkte ich einfach ein bischen in der Gegend umher. Und da plötzlich tauchte auch ein verschwommener Fleck auf. Wenn ich ihn direkt anschauen wollte war er sofort wieder weg. Also versuchte ich mit indirektem Sehen mehr zu erkennen. Erst mit dem Pl15mm gelang es mir dann einen den fahlen Ring zu sehen! Einfach beeindruckend (für mich noch mehr als M13! ) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Bei M13 fiel es mir relativ schwer mit dem Pl9mm nachzuführen. Hier bei M57 war das aber leichter und so konnte ich bei 133x viele Minuten (ich weiß nicht wie lang genau, war einfach zu fasziniert um auf die Uhr zu schauen) lang versuchen mehr an diesem Ring zu erkennen. Gelegentlich gelang es mir für ein oder zwei Sekunden auch mit direktem Sehen den Ring zu erblicken. Das indirekte Sehen fällt mir doch noch sehr schwer und ich kann kaum Strukturen erkennen. Ich erkannte zwar, dass der Ring nicht durchgehend gleichmäßig ist, aber mehr noch nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Dann packte ich meine Sachen nach insgesamt einer guten Stunde wieder überglücklich zusammen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Ich bin immer noch fasziniert von dieser Welt da draußen und will bald noch mehr erkennen können. Vielleicht habt ihr mir auch Tipps zum indirekten Sehen?! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Es war heute einfach ein einmaliges Erlebnis. Hab jetzt auch begonnen Notizen zu machen. Was sollte ich da alles draufschreiben? Was sind gute Vergleichswerte für die Beobachtungen?

Ich freu mich auf Antworten und Beiträge von euch und ich freu mich auf die nächste klare Nacht, die hoffentlich bald kommt!

Also auch euch:
 
Hi,

Glückwunsch zu deinen Erfolgen. Noch ein paar Hinweise für dich:

1. Du musst etwas genauer unterscheiden zwischen Seeing, Durchsicht und Grenzhelligkeit. Seeing bezeichnet die Luftunruhe und ist vor allem bei der Beobachtung von Planeten und dem Mond (hoher Vergrößerungen) entscheidend - es entscheidet darüber, bis zu welcher Vergrößerung man noch scharf sehen kann. Durchsicht bezeichnet, ob es wolkig, neblig, dunstig oder ganz klar... ist. Und die Grenzhelligkeit sagt aus, wie dunkle Sterne man gerade noch mit dem bloßen Auge sehen kann (zub Beispiel unter gutem Landhimmel bis 6m, in den Alpen 6,5m) - die Grenzhelligekti ist also abhängig von deinem Standort (Lichtverschmutzung) und vor allem auch von der Mondphase (die ist zur Zeit sehr günstig für DeepSky).

2. Diese 3 Daten musset du dir auf jeden Fall notieren, wenn du die Notizen machst (wichtige Vergleihcswerte). Ich habe mir beim Seeing und der Durchsicht eine Skala von 0-10 angelegt (muss man halt immer grob einschätzen). Die Grenzwerte kann man mit etwas Erfahrung ganz gut einordnen. Dazu würde ich mir auf jeden Fall notieren: Objekt, Datum und Uhrzeit, Standort, verwendete Okulare, Temperatur, Mondphase... Gut wäre es auch, ein Bild vom Gesehenen zu zeichnen und/oder es auf deinem Bogen noch in Worten zu besc hreiben.

3. Was has du beim beobachten für ein Licht? Falls du es noch nicht hast, solltest du dir zum Beispiel von Intercon Spacetec noch eine rote Lampe kaufen. Die reicht aus, um Bücher und Karten zu lesen, ist aber dunkel genug, um deine Augen nicht zu blenden!

4. Sternbilder: Glaub mir. Sich am Himmel orientieren zu können ist nachts nicht nur das Wichtigste an unesrem Hobby, sondern wohl auch das schönste! Das braucht Zeit und geht nicht von heute auf morgen - und vor allem verändert sich der Himmel laufend. Aber ich denke, man sollte sich mit der Zeit so einen Pool von ungefähr 30 Sternbildern erarbeitren (eben die wichtigsten und dazu die Namen der wichtigsten und hellsten Sterne), so dass man eigentlich immer 10 bis 15 Sternbilder auf Anhieb erkennt. Dann macht es gleich doppelt so viel Spaß!

5. Anschaffungen: Falls du bald wieder was investieren willst hätte ich noch diese Empfehlungen (falls du es noch nicht hast):

a.) Wie schon gesagt, rotes Lämpchen

b.) Auf jeden Fall noch ein 2"-Okular mit großem Gesichtsfeld. Du hast den Dob von ICS - da gibts ein 40mm 2" Kellner für 79 Euro. Man sagt zwar, es hätte eine enorme Randunschärfe, aber ich habe es auch un dbin voll zufrieden damit! Vor allem, wenn bald wieder die Plejdaen zu sehen sind wird das unentbehrlich.

c.) Kosmos-Sternenkarte für knapp 15 Euro. Geeignet, um sich zu orientieren und sich in die Himmelsmechanik einzuarbeiten.

d.) Karkoschka oder DeepSky-Reiseführer (habe ich, sehr gut!)


Aber lass dir ruhig Zeit! Das Hobby lebt von eigenen Erfahrungen.

Ich werde am kommenden Wochenende (Neumond) bei gutem Wetter auf Land rausfahren (habe ja ebenfalls den D8). Wäre interessant, wenn wir hier beide dann wieder unsere Beobachtungen schildern würden.

Gruß, Rolf
 
Hi danke für die Tipps.

Nächstes Wochenende bin ich leider schon auf Studienfahrt in Sevilla. Wär zwar super zum beobachten, aber: ich kann den Dob, oder auch den kleineren Refri nicht im Flugzeug mitnehmen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Aber ich muss auf jeden Fall den Sternenhimmel da unten mit unserem hier vergleichen! Ich komm bestimmt nächstes Jahr wieder zum Haus meiner Eltern nach Südspanien! Da kommt dann hoffentlich der Dobson mit!! Wär ein super Astro-Urlaub! Da sind die Bedingungen einfach perfekt!
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hallo Miji.

Hey, wenn Du öfters mal unter ultraklaren Himmel fliegst, in' Urlaub, dann würde ich mir die Anschaffung eines astrotauglichen Fernglases überlegen...
Die Magellan'schen Wolken (Süd-Halbkugel), den Kohlensack, sowie Omega Centauri - um nur einige zu nennen - in einem guten Fernglas und/oder kleinen bis mittleren Reiseteleskop (*schwärm*) - das ist ein noch unerfüllter Traum von mir...

Ich bin nach längerer Suche nach "meinem perfekten" Fernglas bei einem gebrauchten Zeiss Jenoptem 7x50 gelandet. Ein wirklich tolles Fernglas, mittlerweile immer im Auto. (einige Milane "meines" Rebberges erkenn'ich an der hellen Zeichnung unter den ausgestreckten Flügeln, ist wie n'Fingerabdruck..)
Leider ist dieses Glas nicht gerade besonders klein& leicht, auf eine längere Wandertour wäre sicher ein anderes die erste Wahl, aber alles ist halt ein Kompromiss(t)... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ausserdem gibt's auch ettliche prima Fernglasobjekte, die von der Nordhalbkugel zu sehen sind! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


Übrigens noch ein Tipp für die "visuelle Grenzgrösse":

Rund um den Polarstern gibt's einige Sterne mit Grenzgrösse 4,1 ... 7,5 (Karkoschka, s.21, bzw Karte "NP")

Damit lässt sich die momentane Grenzgrösse relativ schnell und sehr sicher bestimmen, freie Sicht zum Polarstern und immer die selbe Nachtadaption des Auges (bei der Bestimmung) natürlich vorausgesetzt... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Übrigens: Da ist im Selbstbauforum grade einer dabei, seinen 8" GSO (oder Galaxy? Egal.) zum Gitterdobson umzubauen - wäre vielleicht eine Alternative für Dich, im übernächsten Urlaub mit 8" zu beobachten...? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Gratuliere Miji

Mir gings vor ein paar Wochen genauso, seitdem fiebere ich dem nächsten Neumond entgegen um weiter DS-Objekte zu jagen.

Diesmal möchte ich einen "Beobachtungsplan" vorher ausarbeiten, dann solte das Suchen und Finden einfacher gehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Leider stehen mir derzeit nur 6" zur Verfügung aber der 8" Spiegel muss nur noch beschichtet werden ... hrhrhr

lg

Mathias
 
Hallo Miji,

erstmal von mir dieser Tip: Betrachte M13 und M57 noch nicht als "abgehakt": Wenn Deine Astrowiese 'mal nicht zugenebelt sein sollte und Du samt Fernrohr draufstehst, hol' die beiden nochmal ins Okular - da werden Deine Augen Augen machen! 8-)

Im Garten wird wohl nicht nur die eine Straßenlaterne stören, sondern der gesamte augsburger Himmel. Die Matsche in M13 wird unter Stadt- oder Voratadthimmel nicht zu verhindern sein. Ein totaler Stromausfall in der ganzen Stadt wäre da hilfreich, Dein Galaxy D8 geht ja auch ohne Strom <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .

Das mit dem indirekten Sehen war bei mir auch am Anfang unmöglich, erst nach einem knappen Jahr mit regelmäßigen Beobachtungen (ging letztes Jahr viel öfter als dieses) klappte es (wie übrigens auch das händische Nachführen). Indirektes Sehen geht so ähnlich wie das Fliegen im Anhalter beschrieben ist:
"Es ist eine Kunst, indirekt zu sehen, oder vielmehr ein Trick. Der Trick besteht darin, daß man lernt, wie man zu etwas hinschaut, aber daneben."

Du mußt wissen, wo genau das Zielobjekt ist, daran vorbeischauen, und dabei wie zufällig einen Blick darauf erhaschen (wie beim PAL). Irgendwann wird es Dir gelingen, das Objekt dann *doch* zu sehen.
Das Problem ist, daß Du das, was Du eigentlich anschauen willst, nicht anschauen darfst, weil Du dann direkt siehst.

Es ist natürlich hilfreich, wenn Du dabei nicht so herumspringst wie Ford Prefect beim Versuch, das PAL (siehe oben) zu sehen - vgl. Anhalter, Bd. 3.

Gruß
 
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