Endlich mal wieder spechteln...

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sternengucker

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Servus Sternenguckerfreunde,

lang lang ists her, so etwa 4-5 Monate, daß ich das letzte Mal mit optischem Hilfsmittel zu den Sternen geschaut hab.

Mittlerweile wußte ich schon gar nicht mehr, wie das eigentlich so ist, seine Sachen zu packen, Beobachtungen zu planen, vielleicht alleine irgendwo in der Prärie rumzustehen, seltsame Geräusche um sich herum zu hören und und und...

Aber: Am letzten Freitag habe ich mich, und hat meine Frau mich, überredet, endlich mal das schöne Wetter und den spät aufgehenden Mond zu nutzen, ein wenig zum Spechteln zu gehen (fahren).

Also gegen 20:00 das Fernglas eingepackt, eine TS20x88 mit Wechselokularen, dazu das Manfrotto-Stativ mit dem fetten 3-Wege-Kopf, den Karkoschka und meinen ausklappbaren Ministuhl. Natürlich noch die rote Taschenlampe nicht zu vergessen!

Und dann los, auf gings Richtung Taubenberg, und letztendlich auch auf diesen hinauf. Ich war schon ganz gespannt, wieviele Leute da schon rumstehen werden, und wieviele Teleskope am Auakühlen seien!

Naja... es waren genau 0 Leute und 0 Teleskope dort <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> Also konnte ich mir den besten Platz aussuchen, und baute mein Equipment auf (hat natürlich nicht lange gedauert).

Nach einiger Zeit war es dunkel, und los gings! Au weia, wo bin ich denn hier überhaupt? Das sieht ja irgendwie anders aus als im April oder Mai... aber irgendwann hat es mit der Orientierung dann wieder geklappt.

Dies und jenes betrachtet, quasi etwas im Himmel "gestochert", und immer wieder in Richtung der kleinen Kapelle geschaut, unter den Baum, auf die Wiese, Geräusche gehört, und das eine ganze Weile.

Die weiterhin erwarteten Kollegen blieben aus, dafür wurde es mir immer unheimlicher, und wenn man sich in was reinsteigert, dann klappts auch mit dem Spechteln nicht mehr so recht. Also, Gerödel wieder eingepackt, und ab nach Hause. Zum Glück nur ein paar Kilometer. Dort angekommen, Flasche Rotwein geköpft, und ab auf die Couch.

Am nächsten Tag: Tolles Wetter, das könnte doch wieder was werden!?!

Des abends dann, so gegen 21:30 habe ich erneut meine Utensilien, aber ohne Karkoschka, dafür mit dem Minolta 10x50 eingepackt. Soll ich nun wirklich wieder auf den Berg fahren? So wie gestern?? Nee, nicht mit mir. Also gings nur wenige Straßen weiter, raus aus dem Ort, an eine recht dunkle, kaum befahrene Verbindungsstraße, die zum Ende der Welt führt (eigentlich kommt da noch eine kleine Häusersammlung, aber dann ist Ende).

Wow, obwohl nicht ganz so hoch wie der Taubenberg, ein toller Himmel, und Rundblick bis zum Horizont. Richtung Norden konnte ich den Schein aus Richtung München sehen, ansonsten war es ziemlich dunkel am Himmel.

Dafür gab es eine tolle Milchstraße zu entdecken, sie fing an in der Nähe der Cassiopeia, und setzte sich bis zum Schützen fort. Super, lange nicht mehr so gesehen!

Und dann ging alles Schlag auf Schlag: Mehr oder weniger ausgehungert, was das Sternegucken anbelangt, suchte ich erst kurz mit dem 10x50 eine interessante Stelle, die ich schon kannte. Danach wurde dann das 20x88 hingefahren.

Die Objekte waren, in ungeordneter Reihenfolge: Ha+Chi, Perseuscluster, ein paar weitere Offene Sternhaufen um die Cassiopeia herum, dann weiter Richtung Schwan, NGC7000 (aber nur im 10x50 gut zu erkennen), diverses Herumstochern in der Milchstrasse, M57, M13 und der Schwanennebel im Schützen.

War das schön!!! Wenn man mal so eine lange Pause gemacht hat, bekommt man wieder ein ganz neues Gefühl zur Sternenguckerei, finde ich. Und schnell waren 1,5 Stunden vorbei. Die 3 oder 4 Autos, die an mir vorbeifuhren, habe ich kaum bemerkt. Und die Kälte auch nicht, obwohl es bestimmt höchstens 10 Grad waren.

Beim 20x88 hat mir die 26-fache Vergrößerung am besten gefallen. Ich hatte den Eindruch, als hätte sie ein größeres GF als die 20-fache, kann aber auch Einbildung gewesen sein.

Als ich wieder alles eingepackt hatte, ging es in wenigen Minuten nach Hause, und bald ins Bett. Die gesehenen Bilder gingen mir noch einige Zeit durch den Kopf, und ich war begeistert von diesem schönen Spechtelabend <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.

Und was hat mir das alles gesagt: Es braucht nicht allzuviel, um schöne Beobachtungen machen zu können. Und man braucht auch nicht unbedingt eine Riesenvorbereitung am Abend, wenn man sich ein wenig auskennt. Und man muß auch nicht unbedingt sonstwohin fahren, wenn man "um die Ecke" eine einigermaßen passable Beobachtungsmöglichkeit hat. Lieber mal einen kurzen Abstecher dorthin, und erfolgreich beobachten, statt weiter weg, und geärgert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Jedenfalls habe ich nun endlich wieder Lust bekommen, weiter zu beobachten, auch wenn es "nur" mit meinen beiden Ferngläsern ist - so schnell und unkompliziert geht es sonst kaum!

Ich hoffe, ihr habt auch ab und zu solch schöne Abende, wenn es Zeit und Wetter zulassen...

Dieser BB ist nicht einer von denen, die hier meist sonst geschrieben werden, absolut ohne Beobachtungsdetails und wissenschaftliche Grundaussagen, aber ich hoffe, ihr hattet trotzdem Spaß daran, ihn zu lesen!

Viele Grüsse und "Clear Skies"

Peter
 
Ja Peter

Nach einer langen Auszeit, ist die erste Nacht schon wieder was Besonderes <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

vor allem mann brauch ja nicht gleich ein 24" Gitterrohrdobson,
es reicht ja oft auch schon das 10x50 Fernglas.
Viel spaß dann weiter noch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Da möcht ich mich anschließen. Auch ich schnappe mir immer häufiger mein 100er Miyauchi und schaue mal kurz in die Sterne. Das große Equipment wird z.Zt. seltener benutzt. Aber auch die Zeit wird wieder kommen wenn wieder alles eingepackt wird... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Grüsse
MOF
 
Hi Peter,

schöner Bericht von Dir, sehr unterhaltsam geschrieben. Deine Schilderungen erinnern mich stark an meinen ersten Spechtelabend Mitte August, ebenfalls nach drei Monaten Abstinenz. Zwar konnte ich während einer Forschungsseereise im Juli (mit FS Meteor von Dakar nach Las Palmas) die unter superdunklem Ozeanhimmel fast gleißend helle Milchstrasse und einige Objekte mit freiem Auge bewundern (u.a. omega Centauri), doch die Beobachtung mit dem mitgebrachten Feldstecher hat mich auf dem ständig schwankenden Kahn nicht wirklich angebockt. Wieder zurück war zwar der heimische Himmel um Längen schlechter als auf offener See, und der Schütze soff im Horizontdunst ab, aber immerhin steht hier ein 8"er auf festem Boden zur Verfügung. Schon allein das Einstecken eines Okus in den OAZ war ja so was von wohltuend <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.
Ebenso gut kenne ich dieses mulmige Gefühl in der Magengegend, das einen beim einsamen Beobachten in verlassenen Gegenden überkommt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />. Du brauchst definitiv einen Hund. Ohne meinen Leo (Berner Sennenhund; 45kg Kampfgewicht) oder Spechtelkollegen (eher selten) fahre ich niemals auf einsame Wiesen und Waldlichtungen. So kann der Hund die nähere Umgebung unsicher machen und ich bin beruhigt, nicht ganz alleine zu sein.

CS,

Mathias
 
Hallo zusammen, und danke für eure Antworten!

Das mit dem Hund muss ich mir mal überlegen, zumindest sprechen die 45kg doch eine recht deutliche Sprache ;-)

Viele Grüsse

Peter
 
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