zirli
Mitglied
Nach wetterbedingter fast dreiwöchiger Astroabstinenz war es gestern endlich wieder mal soweit. Mein 8" Celestron Newton durfte wieder einmal in den Garten. Nachdem ich vorgestern Abend an meinem Zweitwohnsitz nur einen Seben Big Boss zur Verfügung hatte, freute ich mich schon riesig auf die Obersteiermark und die angesagte klare Nacht.
Die Wetterfrösche hatten ausnahmsweise nicht gelogen und so wurde gegen 19:30 einmal mit den Aufbauarbeiten begonnen. Im Gegensatz zum kleinen Big Boss ist ja einiges zu schleppen, nachdem ich auf Stellarium nicht verzichten möchte muss natürlich auch Strom in den Garten, denn die Akkus von meinem alten Laptop machen Stellarium nicht lange mit.
Mein erstes neues Spielzeug war ein nagelneuer Leuchtpunktsucher der zum ersten mal zum Einsatz kam und natürlich eingerichtet werden musste. Schon beim Einstellen auf diversen Gipfelkreuzen in der Umgebung habe ich mich über diesen Kauf gefreut. Das Ding ist der absolute Hammer um das Teleskop auszurichten und sollte sich an diesem Abend noch mehrfach bewähren...
Mittlerweile war es schon sehr dämmrig geworden, und so testete ich meinen neuen Sucher einmal am Jupiter. Die Wolkenbänder waren sehr schön zu sehen und so blieb ich dämmerungsbedingt gezwungen eine Zeit lang am Jupiter hängen.
Schön langsam begann sich das Sternbild des Schützen abzuzeichen und so suchte ich erst einmal M22. Gefunden war er schnell, leider wars noch ein bisschen zu hell um ihn wirklich schön zu sehen, also schwenkte ich in den Perseus um h & chi zu suchen. Nachdem ich die beiden offenen Haufen noch nie beobachten konnte war ich schon gespannt ob es wirklich so ein schöner Anblick ist. Ich kann nur sagen ich stimme dieser Meinung voll und ganz zu.
M103 in der Cassiopeia wurde noch so nebenbei mitgenommen und danach ging´s zurück zum Schützen.
Mein eigentliches Vorhaben war ja eher lichtschwache Objekte zu sehen, wenn Gevatter Mond schon nicht auf der Bildfläche erscheint.
Als erstes wurde der Lagunennebel anvisiert. Mit meinem 32mm Übersichtsokular war er schon sehr schön auszumachen. Jetzt kam mein zweites neues Spielzeug zum Einsatz ein Baader O III 2" Filter in der CCD Version. Und auch diese Investition hat sich ganz sicher gelohnt. Details des Nebels waren wesentlich besser zu erkennen. Angespornt durch diesen Anblick waren die drei anderen Nebel in der Gegend an der Reihe. Und so wurden der Trifid, der Omega und der Lagunennebel begutachtet, und meine Freude mit dem Filter wuchs von Nebel zu Nebel. Die beiden OH M21 und M18 lagen auf dem Weg und wurden natürlich auch mitgenommen ;-)
Durch mein gestärktes Selbstbewusstsein traute ich mich nun auch über den Cirrusnebel und den Nordamerikanebel. Meine Freude war riesengross als ich diese beiden riesigen Dinger tatsächlich sehen konnte.
Mit stolz geschwellter Brust machte ich mich jetzt daran die Galxien rund um den Grossen Bären abzugrasen. Ich hatte das schon einmal bei Mondschein versucht, aber wirklich was zu sehen war damals nicht.
Ich visierte also die Position der Whirpool Galaxie an und Treffer. Weiter gings mit M63, M92 und M101. M40 zeigte mir Stellarium als Galaxie an !? wie sich herausstellen sollte ist das aber ein Doppelstern.
Der Stern an dem ich mich zu M81 und M82 hanteln wollte war leider schon hinterm Berg verschwunden, aber mit einer Riesenportion Glück und ein bisschen Suchen hatte ich auch diese beiden Galaxien im Visier.
Der Teleskop Tubus war mittlerweile schon sehr feucht und ich wollte mir zum Ausklang noch ein paar "Standard" Deep Sky Objekte geben.
Nachdem ich nur mit meinem TSWA 32 und der Barlow gearbeitet habe bemerkte ich meinen Anfängerfehler als ich den Wildentenhaufen (mein Lieblings OH ) höher vergrössern wollte. Die Okulare lies ich natürlich ohne Abdeckungen am Tisch stehen, damit waren sämtliche Okulare komplett angelaufen und für ein weitere Beobachtung nicht mehr zu verwenden. Naja jeder zahlt Lehrgeld.
Aber einen Joker hatte ich noch im Ärmel. Mein Seben Zoom war noch in der Schutzhülle nachdem ich es eigentlich nur mehr selten verwende, und so kam es zu unerhofften Ehren. Nachdem Wildentenhaufen, kam noch M13, M57 und M27 an die Reihe. M31 war auch wieder hinter einem Baum aufgetaucht und so wurde der Andromeda auch noch ein Besuch abgestattet...
Plötzlich wurde es hell, denn mein Nachbar hatte offensichtlich irrtümlich die Aussenbeleuchtung seinen Hauses eingeschaltet, und so wurde mein Beobachtungstrip jäh unterbrochen. Böse war ich nicht wirklich, denn ich war schon sehr müde und hatte ohnehin bis zum letzten Okular gekämpft ;-)
Das nasse Equipment hab ich auf dem Küchentisch aufgelegt um es zu trocknen (die Freundin kommt gottseidank erst heute ;-) ) und auf der warmen Couch wurden dann noch die einzelenen Objekte in die Excel Liste die ich führe eingetragen und im Wikipedia noch ein paar infos zu den Objekten nachgelesen, eine Tätigkeit die ich eigentlich auch immer sehr geniesse weil das Gesehene dann sehr gut einwirken kann.
Ich denke für den fünften Ausflug unter den Sternenhimmel war das eine beachtliche Ausbeute und bin froh in diesem Forum so gut beraten worden zu sein um den Zugang zu diesem wunderschönen Hobby zu finden...
In diesem Sinne Clear Skies
Bernd
Die Wetterfrösche hatten ausnahmsweise nicht gelogen und so wurde gegen 19:30 einmal mit den Aufbauarbeiten begonnen. Im Gegensatz zum kleinen Big Boss ist ja einiges zu schleppen, nachdem ich auf Stellarium nicht verzichten möchte muss natürlich auch Strom in den Garten, denn die Akkus von meinem alten Laptop machen Stellarium nicht lange mit.
Mein erstes neues Spielzeug war ein nagelneuer Leuchtpunktsucher der zum ersten mal zum Einsatz kam und natürlich eingerichtet werden musste. Schon beim Einstellen auf diversen Gipfelkreuzen in der Umgebung habe ich mich über diesen Kauf gefreut. Das Ding ist der absolute Hammer um das Teleskop auszurichten und sollte sich an diesem Abend noch mehrfach bewähren...
Mittlerweile war es schon sehr dämmrig geworden, und so testete ich meinen neuen Sucher einmal am Jupiter. Die Wolkenbänder waren sehr schön zu sehen und so blieb ich dämmerungsbedingt gezwungen eine Zeit lang am Jupiter hängen.
Schön langsam begann sich das Sternbild des Schützen abzuzeichen und so suchte ich erst einmal M22. Gefunden war er schnell, leider wars noch ein bisschen zu hell um ihn wirklich schön zu sehen, also schwenkte ich in den Perseus um h & chi zu suchen. Nachdem ich die beiden offenen Haufen noch nie beobachten konnte war ich schon gespannt ob es wirklich so ein schöner Anblick ist. Ich kann nur sagen ich stimme dieser Meinung voll und ganz zu.
M103 in der Cassiopeia wurde noch so nebenbei mitgenommen und danach ging´s zurück zum Schützen.
Mein eigentliches Vorhaben war ja eher lichtschwache Objekte zu sehen, wenn Gevatter Mond schon nicht auf der Bildfläche erscheint.
Als erstes wurde der Lagunennebel anvisiert. Mit meinem 32mm Übersichtsokular war er schon sehr schön auszumachen. Jetzt kam mein zweites neues Spielzeug zum Einsatz ein Baader O III 2" Filter in der CCD Version. Und auch diese Investition hat sich ganz sicher gelohnt. Details des Nebels waren wesentlich besser zu erkennen. Angespornt durch diesen Anblick waren die drei anderen Nebel in der Gegend an der Reihe. Und so wurden der Trifid, der Omega und der Lagunennebel begutachtet, und meine Freude mit dem Filter wuchs von Nebel zu Nebel. Die beiden OH M21 und M18 lagen auf dem Weg und wurden natürlich auch mitgenommen ;-)
Durch mein gestärktes Selbstbewusstsein traute ich mich nun auch über den Cirrusnebel und den Nordamerikanebel. Meine Freude war riesengross als ich diese beiden riesigen Dinger tatsächlich sehen konnte.
Mit stolz geschwellter Brust machte ich mich jetzt daran die Galxien rund um den Grossen Bären abzugrasen. Ich hatte das schon einmal bei Mondschein versucht, aber wirklich was zu sehen war damals nicht.
Ich visierte also die Position der Whirpool Galaxie an und Treffer. Weiter gings mit M63, M92 und M101. M40 zeigte mir Stellarium als Galaxie an !? wie sich herausstellen sollte ist das aber ein Doppelstern.
Der Stern an dem ich mich zu M81 und M82 hanteln wollte war leider schon hinterm Berg verschwunden, aber mit einer Riesenportion Glück und ein bisschen Suchen hatte ich auch diese beiden Galaxien im Visier.
Der Teleskop Tubus war mittlerweile schon sehr feucht und ich wollte mir zum Ausklang noch ein paar "Standard" Deep Sky Objekte geben.
Nachdem ich nur mit meinem TSWA 32 und der Barlow gearbeitet habe bemerkte ich meinen Anfängerfehler als ich den Wildentenhaufen (mein Lieblings OH ) höher vergrössern wollte. Die Okulare lies ich natürlich ohne Abdeckungen am Tisch stehen, damit waren sämtliche Okulare komplett angelaufen und für ein weitere Beobachtung nicht mehr zu verwenden. Naja jeder zahlt Lehrgeld.
Aber einen Joker hatte ich noch im Ärmel. Mein Seben Zoom war noch in der Schutzhülle nachdem ich es eigentlich nur mehr selten verwende, und so kam es zu unerhofften Ehren. Nachdem Wildentenhaufen, kam noch M13, M57 und M27 an die Reihe. M31 war auch wieder hinter einem Baum aufgetaucht und so wurde der Andromeda auch noch ein Besuch abgestattet...
Plötzlich wurde es hell, denn mein Nachbar hatte offensichtlich irrtümlich die Aussenbeleuchtung seinen Hauses eingeschaltet, und so wurde mein Beobachtungstrip jäh unterbrochen. Böse war ich nicht wirklich, denn ich war schon sehr müde und hatte ohnehin bis zum letzten Okular gekämpft ;-)
Das nasse Equipment hab ich auf dem Küchentisch aufgelegt um es zu trocknen (die Freundin kommt gottseidank erst heute ;-) ) und auf der warmen Couch wurden dann noch die einzelenen Objekte in die Excel Liste die ich führe eingetragen und im Wikipedia noch ein paar infos zu den Objekten nachgelesen, eine Tätigkeit die ich eigentlich auch immer sehr geniesse weil das Gesehene dann sehr gut einwirken kann.
Ich denke für den fünften Ausflug unter den Sternenhimmel war das eine beachtliche Ausbeute und bin froh in diesem Forum so gut beraten worden zu sein um den Zugang zu diesem wunderschönen Hobby zu finden...
In diesem Sinne Clear Skies
Bernd