Entäuscht von meinem Scope

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ManuelAufDemBalk

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Hallo zusammen!

als absoluter, unwissender, aber sehr begeisteter Anfänger suche ich euren Rat.
Mein ersterwerb ist ein Skywatcher 130/650, bin aber
ziemlich entäuscht, mehr als beigefügte Aufnahmen von
Jupiter krieg ich nicht zustande. Bei mehr Vergrößerung
wirds nur unscharf. Bestes Setup war 3x Meade Barlow und
Seven Superzoom bei 8mm. Digicam hatte auch noch 3x Zoom,
visuell siehts noch schlechter aus.
Wenn ich mir Jupiter Aufnahmen von anderen anschaue, sehen
die sehr viel besser bei kleinerer oder gleicher Öffnung aus.
Was würdet Ihr mir raten?
Teleskop wegwerfen und neues kaufen? Bessere Okulare?
Allgemeine Empfehlungen?

Danke &
Klaren Himmel!
Manuel
 

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Hallo!
nach meiner Rechnung warst du mit der Barlow und den 8mm schon deutlich über der maximalen Vergrößerung die mit diesem Teleskop gehen.
Was für ein seeing hattest du denn?

edit: Ich finde den Jupiter eigentlich sogar ganz hübsch, so sieht er in meinem 130/650 visuell auch aus. (geschärfte Variante) Welches Programm hast du zum stcken und schärfen genutzt?

Gruß Deadlock
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Manuel,

willkommen hier im Forum!

Dein Teleskop brauchst nicht wegschmeißen. Planetenbilder brauchen vor allem eines: Luftruhe, im Fachjargon gutes Seeing genannt. Wenn Du auf dem balkon photographierst, ist ein schlechtes Ergebnis kein großes Wunder. Hier wird die Wärme vom Tag im Gemäuer gespeichert und verursacht in der Nacht Luftgewaber bei dem Details bei der Belichtung schlichtweg untergehen. (Das Auge ist hier beim Beobachten etwas weniger anfällig und kann zeitweise schlechtes Seeing im Gehirn ausgleichen)

Hinzu kommt, dass gute Bilder einiges an Erfahrung erfordern. Das fängt eben bei der Wahl des Standorts an, geht weiter mit der Wahl der Uhrzeit und der Höhe des Objekts über dem Horizont, der Wetterlage und vielen technischen Details bei der Photographie an sich. Übrigens sah mein erstes Jupiterbild in einem wesentlich teureren Teleskop auch nicht besser aus!

Also: Nicht die Flinte oder Teleskop ins Korn werfen!

Grüße,
Norman
 
Manuel - wenn meine Bilder im 150/750er so aussähen, wäre ich schlichtweg begeistert!

Wie Norman schon anspricht - es kommt vor allem auf Luftruhe und Standort an. Und meine Terrassensternwarte mit nächtlich auskühlenden Häusern drumherum ist da alles andere als optimal.

Dass deine Optik grundlegend gute Details liefert, siehst du an den Wolkenstrukturen und der recht scharfen Abgrenzung des GRF, also ist damit IMHO alles ok.

Als Tip für's visuelle - nicht zu hoch vergrößern, sonst vergrößert man "leer" - und Luftunruhe wird gleich mitvergrößert. Für die visuelle Wahrnehmung tut's ggf. auch ein kleineres Planetenscheibchen, unser Auge hat eine ziemlich gute Auflösung und kann auch im kleinen noch Details erkennen.

Das wichtigste: dranbleiben, und auf das allergenialste Seeing warten - oder auch bei guter Witterung "raus auf's Land".

Kurzum: Scherbe ok, für weitere Fototips vielleicht im Fotoboard weiter nachhaken ;)

Besten Gruß,
Micha
 
Moin zusammen!

Tja, Leute, neben den bereits beschriebenen Schwierigkeiten bei der Himmelsfotografie bleiben da noch zwei weitere Komponenten übrig, die das Ergebnis beeinflussen:
- die Nachbereitung des Rohmaterials. Ich bin dafür zwar nicht der Experte, aber einfach nur ein .avi einer Jupiteraufnahme durch ein Stacking-Programm zu jagen, bringt meist nicht viel. Es geht sogar soweit, daß eine Bildauswahl bei schlechten Bedingungen per Hand getroffen werden muß. Deshalb auch der immense Zeitaufwand bei solchen Geschichten.
- Letzte Möglichkeit: Die Optik ist wirklich schlecht. Das wird aber nur ein erfahrener Beobachter am Sterntest oder auf der optischen Bank feststellen können. Gerade nach dem erschütternden Ergebnis, daß ein SW 130/650-mm-Newton im Nachbarforum abgeliefert hat, bin ich sehr skeptisch geworden, ob die kleinen parabolischen / "an-parabolisierten" Spiegel von Skywatcher überhaupt was taugen.
Zum Nachlesen: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=102171
 
Danke für euer Feedback!

werde bei klaren Nacht mal aufs Land fahren und schauen
obs wirklich am seeing liegt.
Bin schon am überlegen mir mehr Öffnung und Brennweite
zuzulegen, höre nur immer dass mehr Öffnung noch
anfälliger für schlechtes seeing ist?

@Deadlock Was für ein Teleskop hast Du?
Wohnst Du außerhalb? Hab Registax benutzt

@Winnie Stathis Analyse ist interessant, kann nur hoffen
dass ich nicht den selben Spiegel habe, andererseits,
1x chinesischer Billighersteller, 1x Maß..?

Danke & LG!
 
Zitat von Tinman:
ich habe das selbe "Problem".
Meins ist ein Skywatcher 114/500.

Mit eine CCD Webcam, und ner 5erBarlow.
Tinman

Auf der anderen Seite muss man sich aber auch fragen, ob eine 5fach Barlow an einem 114er Sinn macht. Das ist schon eine enorme Vergrößerung, die ich nicht mal bei meinem 12"er anwenden würde. Das wird von Haus aus unscharf und wenn das Seeing auch nur mittelmäßig ist, kommt auch nicht viel mehr bei raus.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo!
Also ich hab leider keine Ahnung von astrofotografie, aber ich glaube nicht dass du super hoch vergrößern musst um gute ergebnisse zu bekommen. Ich wohne selber in der Sadt mit einem Himmel bei 3,45mag. Mein Teleskop ist ein ähnliches wie deines, allerdings die schiebedobversion. Ich kann mit meinem ungefähr bis 160 fach sinnvoll vergrößern, bei mäßigen seeing. Ich konnte mit meinem Spiegel visuell ´Details im Hauptband erkennen und auch den GrF. Allerdings waren das dann immer Sekunden wenn das Seeing mal sich etwas Pause gegönnt hat. Ob noch mehr drin ist werd ich austesten, bei der Vergrößerung is aber sicher das Ende der Fahnenstange erreicht.


Gruß Deadlock
 
Hi!

Als ideales Öffnungsverhältnis für Planetenbilder mit der Webcam wird häufig f/20 bis f/30 angegeben, hängt mit der Auflösung vom Teleskop und der Pixelgröße der Kamera zusammen.

Die Bilder sehen meiner Meinung nach gar nicht so schlecht aus, ich würde mal noch ein bis zwei Jahre Übung mit der Bildbearbeitung empfehlen - das ist der Part, wo ich die Planetenfotografie weitestgehend aufgegeben und mich dem Deep-Sky zugewandt habe, macht mir mehr Spaß ;)

Statt zu einem neuen Teleskop würde ich also eher zwei bis drei Bücher zur Astrofotografie greifen (die die Planetenfotografie auch behandeln), viel mehr gibt's grad eh nicht auf dem Markt.

Viel Erfolg,
Alex
 
hallo Leute,

für gute Leistung bei hoher Vergrösserung braucht es vor allem RUHIGE LUFT. Das kann durchaus auch in der Stadt funktionieren, halt nicht wenn sich tagsüber alles aufgeheizt hat. Mehr Vergrössern als Teleskopdurchmesser x 1,3 bringt selten etwas, das sind alte Erfahrungswerte. Ruhige Luft und lichtverschmutzte Luft sind was ganz verschiedenes. Ist die Luft unruhig, bekommt man auch mit einem 10.000.- Teleskop nicht scharf.

Hier im Forum sieht man echt tolle Planetenfotos, aber das machen Leute die schon viel Erfahrung haben. Wär ja schön wenn das von Anfang an klappen würde, aber da muss man halt alles richtig machen. Da heissts erst mal die Grundlagen intus kriegen, wenn mans mal kann dann ist es leicht. Aber die Luft muss ruhig sein, das ist das Wichtigste, solche Momente lassen manchmal auf sich warten.

Ein kleiner Tipp für den Jupiter oben, den ich gar nicht so übel finde: Die Farbkanäle sind noch gegeneinander verschoben, in fast allen Stackingprogrammen für Planeten kann man das korrigieren - nach RGB align oder sowas suchen (Rot Grün Blau). Wenn die Kanäle schön übereinander liegen wird es schärfer und die Farbsäume verschwinden.

Sucht mal ein bisserl rum, grad zur Fotografie mit Webcam gibts massig Seiten im Internet, z.B.:

http://astrofotografie.hohmann-edv.de/grundlagen/
http://www.frank-specht.de/astronomy/howto/giotto-planets.htm
http://micsastrosite.de.tl/Webcambilder.htm

usw usw usw....

Wünsche euch eine steile Lernkurve ;-)

lg Tommy
 
Auf der anderen Seite muss man sich aber auch fragen, ob eine 5fach Barlow an einem 114er Sinn macht. Das ist schon eine enorme Vergrößerung, die ich nicht mal bei meinem 12"er anwenden würde. Das wird von Haus aus unscharf und wenn das Seeing auch nur mittelmäßig ist, kommt auch nicht viel mehr bei raus.

Hi,

Nach langem hin und her, kann ich dir nur recht geben.
Allerdings muss ich zu meiner "Verteidung" sagen, das wurde mir empfohlen. Da man ja ein Öffnungsverhältnis f/25 oder gar f/30 haben soll.

Jetzt überlege ich mir natürlich, einen Refraktor zu holen.

Tinman
 
Hallo,

2 Dinge sind mir aufgefallen.

1.) Eure Öffnungsverhältnisse passen nicht recht zur Planetenfotographie. Besser wäre (Ohne Barlow) eine größere Brennweite.

2.) Wenn man mal die Uhrzeiten der Fotos von guten Jupitern anschaut, wird man feststellen, daß die fast alle morgens zwischen 3-4 Uhr gemacht werden. Da ist die Luftunruhe oft deutlich geringer. Ich vermute mal, Ihr habt direkt am Abend losgelegt.
 
hallo,

der 114/500, der in Wahrheit ein 114/450 ist, ist eigentlich als Richfielder gedacht. So eine f/4 Parabel muss schon extrasupergenau sein, dass man damit auf Planeten losgehen kann. Planeten brauchen ruhige Luft, und zweitens Öffnung.

Mit einem günstigen 8" f/5 Newton z.B. kann man hervorragende Planetenbilder machen, mit einem kleinen Refraktor wirds auch nicht das Gelbe vom Ei. Und grosse Refraktoren (8") sind leider teuer und sehr schwer. Guck einfach mal was die Leute für Rohre verwenden, die gute Fotos machen. Dann hast du einen Anhaltspunkt ;-)

Es ist kein Muss, erst morgens loszulegen. Einfach immer wieder beobachten, und wenn der Planet schön scharf zeichnet und kaum wabert, dann aber schnell ran!

lg Tommy
 
Hi,

also gleich was richtig großes holen?

Dann wäre ein kleiner Refraktor, vieleicht 70/900 würde auch noch auf die Montierung passen, auch nicht besser?
Auch für einen Anfänger?

Tinman
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Um das Ganze einmal zusammen zu fassen:

Hardware
- für gute Planetenaufnahmen brauchst du eine vernünftige Öffnung
- vernünftige Öffnung bedeutet 6" bis 8"
- du benötigst genügend Brennweite, also am Besten ein langbrennweitiges System, oder eine sehr(!) gute Barlow
- das System soll/muß möglichst farbrein sein
- "großer" APO zu teuer, nimm ein Spiegelsystem
- Spiegelteleskope sollten/müssen meist erst "optimiert" werden
- einwandfreie Justage ist das Wichtigste !!!!!
- gegen Reflexe hilft Auskleidung des Tubus
- Fangspiegelaufnahmen möglichst dünn (bei Newton)
- Tubus zwangsbelüften für optimalen Temperaturausgleich
- für Planetenaufnahmen nimm eine Webcam oder Videokamera
- Webcam "ToYouCam", Videocamera "DMK21"
- Montierung nicht so wichtig bei Videoaufnahmen, kann also auch Dobson sein

Software
- alle hier im Forum gezeigten sehr guten Planetenbilder sind mit hohem (!!) Aufwand mit Software nachbearbeitet
- man muß sich sehr tief in die Bildbearbeitung einarbeiten

das Drumherum
- Planetenaufnahmen benötigen sehr gute Luftbedingungen, seeing genannt
- das beste Equipment nützt dir gar nichts bei miesen Außenbedingungen

Summa sumarum ist die Beschäftigung mit Planetenbeobachtung ein wenig die "Königsdisziplin" der beobachtenden Astronomie. Man benötigt eine optimale optische, mechanische, informationstechnische Ausrüstung, um auf den kleinen Planetenscheibchen feinste Nuancen aufzulösen.

Mit anderen Worten...
Für wirklich gute Planetenaufnahmen mußt man neben einem erheblichen Zeitaufwand ein erhebliches Quentchen Geld investieren!

Auch wenn das nun überspitzt klingt, aber man muß sich darüber im Klaren sein, daß die Beschäftigung mit diesem Hobby bei zunehmenden Interesse mit exponentiell steigenden Ausgaben verbunden ist.
Astronomie ist ein teures Hobby, wenn man es als Hobby betreibt!!
Das hat es mit anderen Hobbys gemeinsam - man denke nur an Modellbauer oder Eisenbahner. Man muß es nur ehrlich aussprechen.

Zum gelegentlichen spazierensehen trifft das oben gesagte selbstverständlich nicht zu - da genügen ein paar 100 Euronen und gut ist.
gruß
michael
 
Hallo Tinman,

diese Refraktorgeschichte für Planeten ist reines Händlergewäsch, nicht nur undifferenziert, sondern auch unpassend zu "modernen" Refraktoren. Die günstigsten Refraktoren sind ja Achromate oder Achromate nach Fraunhofer. Die wurden früher als elend lange Lulatschs gebaut, damit sie einen möglichst geringen Farbfehler (Farbsaum) zeigten. Das war auch gut so. Ich habe einen 80/1200 hier stehen, der ist schon schön aber bei genauem hinsehen eigentlich gerade noch nicht lang genug. 80/1500 wäre besser. Wenn Du nun aber schaust, was "moderne" Achromaten so haben... Tja, die unterscheiden sich nicht wesentlich von modernen ED-Refraktoren. Durch die verbesserte Optik mit ED-Glas zeigt so eine ED-Optik nun einen wesentlich geringeren Farbfehler. Sie ist aber meist nicht völlig frei von einem Farbfehler, besonders fotografisch nicht, wenn gerade im Roten der Farbfehler besser erfasst wird als mit dem Auge. Wir reden ja auch nicht über Edel-Spitzenoptiken, bei denen man zurecht für 100mm Öffnung auf 3000 Euro zugeht (oder drüber ist).

Man hat also mit einem Refraktor nun auch wieder seine Probleme.

Was das konkret vorhandene Gerät angeht, denn damit sollte man erstmal Erfahrungen sammeln: Es ist richtig, dass man bei üblichen Kameras auf f/20 bis f/40 gehen kann oder sollte, wenn das Seeing es zulässt. Man braucht solche Brennweiten, um die Pixelgrößen typischer Kameras korrekt auszunutzen. Das heißt für die üblichen Toucams oder auch für die DMK-Kamera mit gleicher Auflösung (die höher auflösenden Chips haben andere Pixelgrößen) ist der Wert richtig.
Es ist grundsätzlich falsch zu denken eine 5x Barlow wäre für das Teleskop zuviel. Visuell mag man für eine 5x Barlow nicht viele passende Okulare finden, die nicht zur Übervergrößerung führen, das ist alles. Fotografisch ist das OK.

Wesentlich ist aber: Das eigene Teleskop beherrschen. Das fordert eine saubere Justage. Da kann ein Durchbiegen des Tubus oder ein Durchhängen des OAZ ein ziemliches Problem sein. Setzt man eine 5x Barlow in ein f/5 Gerät wird es dadurch nicht so tolerant wie ein f/25 Newton!
Hinzu kommt die thermische Beherrschung und natürlich auch der Standort. Tubus-Seeing muss ich ausschließen können. Mit 5" Öffnung eigentlich nur eine Frage ausreichender Auskühlzeit. Ab 6" Öffnung aber zunehmend eine Frage korrekter Belüftung und auch Isolation des Tubus. Auch in geschlossenen Geräten kann man sich leicht das Bild durch einen Warmluftkeil ruinieren.
Eine gut durchwärmte Balkonplatte, ein spalt in der Balkontür und die warme Hauswand sind gute Gründe, dort keine besonderen "Planetenbedingungen" zu erwarten. Wenn es unbedingt die Terrasse sein muss, lohnt es sich, diese nach einem warmen Sommertag mit dem Gartenschlauch abzuspritzen. Ansonsten ist der Rasen vorzuziehen wie generell ein Standort mit wenig Wärmequellen in der Umgebung. Bei hohen Ansprüchen vertreibt man sich damit automatisch aus der Stadt. Wenn dann der gewünschte Planet noch in ordentlicher Höhe steht, und die Technik ordentlich funktioniert, kann man gute Ergebnisse erwarten. Dann müssen nur noch genügend unkomprimierte Bilder auf die Platte wandern, die Belichtungszeit sollte kurz gehalten werden solange das Bild nicht zu rauschig ist und damit der Fokus auch wirklich stimmt, sollte man vor jeder neuen Serie immer etwas anders, zumindest neu, fokussieren.

Clear Skies
Sven
 
Hi,
nen Dobson habe ich ja. Ein 200/1200.
Aber das muss ich wirklich testen ob ich damit Aufnahmen machen kann.

Tinman
 
Bei Planetenfotografie geht auch Nachführung per Hand. Automatisch ist aber besser, da ruhiger.
 
Hallo Manuel,

wilkommen im Forum :)

wegwerfen sollst Du Dein Teleskop sicherlich net. Aber Du mußt ein paar Fehlerquellen eliminieren, ehe Du auf dem Balkon wirklich mit Genuß spechteln und fotografieren kannst ;)

- Dein Teleskop muß gut ausgekühlt sein (minimum 1 Stunde)
- Mach die Balkontüre hinter Dir richtig zu, sonst blubbert warme Luft auf den Balkon und Du hast verwaschene Bilder
- Spendier Deiner Aufnahmekamera einen IR-Blockfilter
- Planeten nur fotografieren, wenn sie am höchsten stehen (+/- 1-2 Stunden um die Kulminationszeit)
- Planeten nur fotografieren, wenn vorher beim visuellen Spechteln das Planetenscheibchen ruhig und scharf mit Details zu sehen war
- Jupiter max. 3 Minuten am Stück aufnehmen, sonst bekommst beim Stacken Unschärfe durch die schnelle Planetenrotation
- die richtige Menge an Bildern stacken, die Verwendungs% zu erkennen ist Übungssache
- 2-3 Jahre Übung an Bildbearbeitung und dann kriegst auch feine Bilder hin

:teufelgrr:

Deine geposteten Bilder sind für nen Anfänger und Dein Setup garnet schlecht. Auf meinem Bildschirm schauts aus als ob da noch ein Tick zu viel Grün im Bild ist. Versuch mal, Grün gaaanz sachte zurückzunehmen.

Mit Deiner Öffnung und Brennweite darfst allerdings keine Wunder erwarten. Zum Reinschnuppern, ob Mond und Planetenfotografie was für Dich werden könnte, ist es aber ausreichend.

Ambitionierte Planetenfotografen landen irgendwann bei einer s/w Kamera (DMK, Lumenera...), CCD-Farbfiltern, einem Filterrad, Okularprojektion, minimum 8" Öffnung sowie effektiven Brennweiten von 6-8 Metern aufwärts.

Bei mir hat dieser Werdegang 8 Jahre gedauert, gestartet bin ich mit einer ToUcam (dem weißen Ei), ner 2x Barlow und einer 100/1000 Russentonne ;)

CS
Fee
 
Hallo nochmal,

ich merke auch immer wieder, dass bei Planeten neben der Optik und Technik auch die Atmosphäre entscheidend ist. Ich bin immer der Auffassung, dass gute Planeten-Ergebnisse, egal ob visuell oder fotografisch, zu 50% von ausgereifter Optik/Technik und zu 50% von guten atmosphärischen Bedingungen abhängen.

Das Eine geht da nicht ohne das Andere: Letes Jahr sah ich beispielsweise mit meinem 70/900mm-Refraktor unter Idealbedingungen (sofern man bei dem tiefen Jupiterstand letztes Jahr überhaupt von solchen reden kann) den Jupiter etwa so wie in den eingangs geposteten Bildern, zwei Tage später sah ich im 90mm-Maksutov aufgrund von für das bloße Auge unmerklichem Dunst auf dem Planeten trotz größerer Öffnung fast nichts. Normalerweise zeigt der Mak erwartungsgemäß mehr Detail als der 70er FH.

Also, nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern Geduld haben und üben. :)

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin nur total angefixt von den schönen Aufnahmen die ich
im Board geseheb habe,
1) werd aufs Land fahren und probieren obs am Seeing
liegt
2) micht mit der justage von Newtons auseinandersetzen
3) Dickere Optik zulegen wenn 1 und 2 nichts wird ;)
4) mich mit dem netten Thema der Deconvolution wieder beschäftigen
wenn 1,2 und 3 gaar nichts wird

IR Sperrfilter hat doch jede Digicam integriert?
Oder benutz Ihr eigene Filter??
 
Hallo Manuel,

"Digicams" gibt es in vielen Varianten. Da, wo die Optik fest drauf sitz, ist meist ein IR-Sperrilter auf der Optik selber dran. Aufgeklebt oder aufgedampft.

Digicams mit abnehmbarer Optik (=Webcams) haben den Sperrfilter auch auf der Optik. Wenn Du dort die Originaloptik wegschraubst, mußt definitiv einen neuen in das Filtergewinde des 1 1/4" Adapters einschrauben.

Teure Digitalkameras (Canon, Nikon... mit Wechselobjektiven) haben von Haus aus einen Filter direkt über dem Chip. Der schluckt leider fast das ganze H-Alpha Licht. Daher lassen etliche Besitzer dieser Kameras den Originalfilter durch einen modifizierten ersetzen. Der läßt H-alpha noch durch und macht erst dahinter dicht. Diese Kameras sind dann für Deepsky gut geeignet, aber bei Tageslicht haben die Bilder einen unangenehmen Rotstich...

Planeten solltest Du mit Webcam aufnehmen, weil Du da bis zu 25 Bilder pro Sekunde aufnehmen kannst. Das schafft eine Spiegelreflexkamera nicht.

CS
Fee

PS: auch auf dem Land kannst nen Abend mit schlechtem Seeing erwischen!
 
Hallo,
Nur als Hinweis: Nur weil du aufs LAnd fährst hast du nicht gleich das perfekte Seeing! Was die Justage angeht schau dir mal deine Sterne an sind sie Nadelpunktförmig oder haben sie Kometenschweife.
Die Justage am Stern is garnicht so einfach, habs heute das erste Mal hingekriegt. Wenn du mal soweit bist kann ich dir ein paar Tips geben.

Gruß Deadlock
 
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