Entscheidungshilfe Öffnung vs. Neue Optik/Teleskop

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliges Mitglied 18991
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Ehemaliges Mitglied 18991

Hallo Sternenfreunde,
bin jetzt seit ca. 1 Jahr immer wieder mit meinem Meade ETX105 nachts unterwegs und habe festgestellt, dass das Hobby mir viel Spass macht. Deshalb möchte ich mir gerne etwas größeres Equipment zulegen.
Das Ganze sollte noch portabel sein, etwas Automatisierung beim Einstellen schadet auch nicht. Preisrahmen ist 1.000-2.000€. Momentan bin ich rein visuell unterwegs, das kann sich aber bald ändern.
Ich sehe zwei Optionen:

-Relativ neue oder neue SC Geräte von Meade oder Celestron mit 8" Öffnung (inklusive GPS, ACF oder was es da sonst noch neuerdings gibt)

-Etwas ältere Gebrauchtgeräte, z.B. Meade LX200 Classic mit 10" bis 12" Öffnung

Wozu würdet Ihr raten ?


Danke für jede Hilfe!
 
Hi Testbild,

nun, es ist so, dass der neue 8" eben die modernere Elektonik haben könnte und Garantie hat (umgetauscht werden kann, wenn's ne Möhre ist). Weiterhin ist er transportabler.

Ein 10" oder gar 12" - Gerät verstößt langsam gegen die Forderung der Transportabilität - je nach Auffassung, was du unter transportabel verstehst. Das Gerät benötigt auch die 'fettere' Montierung. Nochmals schwerer. Aber man sieht mit 10" oder 12" mehr. Wenn du Öffnung willst, dann ist das besser.

Aber viele sagen, dass du auch mit 8" sehr lange arbeiten kannst. Ob dich jemals das Öfffnungsfieber packen wird, weißt du vermutlich auch nicht, andere noch weniger.

Foto lass' ich mal weg, das sind unausgegorene Ideen in einem sehr komplexen Gebiet. Mit einer Web-Cam geht ja irgendwie immer.

Das sind ganz allgeimeine Dinge, die du sicherlich auch weißt. Ich würde sagen, gehe in dich, überlege, was du sehen willst und was dir von den oben genannten Punkten zusagt.

CS,
Stefan

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
danke erstmal, transportabel heisst für mich, ich muß es alleine vom Keller ins Auto oder auf die Terasse schleppen (also keine weiteren Wege)
ansonsten möchte ich mir natürlich jetzt kein 8" für 2.000€ zulegen, nur um dann nach einem weiteren Jahr wieder die Frage nach evtl. größerer Öffnung zu stellen.

Was ist denn allgemein von einer älteren Optik, z.B. vom LX200 classic im Vergleich mit einer neuen Optik ACF etc. zu halten?
macht die neue Optik evtl. vom Auflösungsvermögen die kleiner Öffnung wett?
 
Hallo Testbild,

vor einigen Minuten kam das hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...874/Linkubersicht_Teleskopwahl_10_#Post688874

Zu Deiner Frage: Fotografie kostet Geld und Zeit. Du hast ein Teleskop und vielleicht noch nicht alles gesehen, was es zeigen kann...

Sag doch mal was über:
- was Du beobachten willst
- Deine Okulare
- Dein Standort (fährst Du weg oder von zu Hause, viel / wenig Licht)

2000 Euro sind viel Geld. Also: Gönne Dir Zeit (und gehe zu Astrotreffen ...)!

Grüße

Joachim
 
Hallo Testbild,
Zitat von Testbild:
Hallo,
...macht die neue Optik evtl. vom Auflösungsvermögen die kleiner Öffnung wett?

nein definitiv nicht. Das Auflösungsvermögen wird NUR durch den freien Durchmesser und nicht durch das optische Design bestimmt (sieht man vom auflösungsmindernden Farbfehler bei sehr schnellen Achromaten im Hochvergrößerungsbereich ab).

Beim ACF werden bei gleicher Öffnung verglichen mit dem klassischen SC feinste Details, zum Beispiel bei Mond, Planeten und engeren Doppelsternen, schärfer und mit mehr Kontrast abgebildet. Da die Koma reduziert wird, ist der Schärfegewinn besonders abseits der optischen Achse enorm. Ich habe sowohl ein altes 8'' SC (LX 50 Baujahr 1996/1997) und ein 8'' ACF und weiß daher wovon ich rede.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo Christian,

da widersprichst du dir ein kleines bisserl, einmal wird das Auflösungsvermögen NUR von der Öffnung bestimmt und nicht vom optischen Design - dann aber zeigt das 8" ACF mehr und feineres Detail als ein gleichgrosses SCT.

In der Praxis ist eben die Kontrastübertragung eines Teleskopes für Planeten und Mondbeobachtung entscheidend, und da hat dein ACF die Nase vorn, oder schlicht die bessere Optik auch auf Achse. Auf Achse sollten ACF und SCT ja etwa gleichwertig sein, wenn sie gleich wertig verarbeitet sind ;-) Also macht das Design sehr wohl etwas aus, ausser Farbfehler spielen auch Koma, Bildfeldkrümmung und natürlich Abschattung durch den Fangspiegel eine Rolle.

Mit 33% Obstruktion wären ACF für mich nicht erste Wahl zur Planetenbeobachtung, aber wenns was Kompaktes sein soll ist ein ACF sicher eine interessante Möglichkeit. Von den neueren EdgeHD's hört man ja nichts.

Aber Achtung, ab 12" sind die Dinger Schwergewichte, es wirs schwierig sie allein aufzubauen, und Langzeit-Astrofotografie ist auch nicht das Wahre mit diesen azimutalen Gabelmontierungen (Bildfelddrehung).

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

ich glaube mein Post kam falsch rüber. Ich sagte nicht, dass man mehr Details sieht, sondern ich meinte, dass die feinsten Details schärfer sind und damit deutlicher zu erkennen sind. Im SC erscheinen mir die feinsten Details verglichen mit dem ACF leicht weichgezeichnet.

CS und VG Christian
 
Hallo Joachim,
ich habe sicherlich noch lange nicht alles gesehen, ärgere mich aber bei meinem ETX105 z.B. über Fokussierung und Bildausschnittsjustage (Spiegelshifting?)
Habe bereits ein Sammelsurium von 1 1/4" Okkularen von 6-22.

Ich möchte gerne Planeten und Deep Sky gleichermaßen betrachten.
Wohne in einem Vorort einer größeren Stadt (100.000 EW) Seeing ist oft schlecht. Bringt da eine große Öffnung überhaupt was?
Ich würde das Teil evt. auch mal raus aufs Land fahren (großer Kombi vorhanden...)

Für den Urlaub würde ich mein ETX wohl weiterverwenden, da der PKW Raum wohl für alle Varianten bei der Urlaubsfahrt zu große Kompromisse bei meinen Mitfahrern erfordern würde ;(
Vielen Dank
Bernd
 
hallo Bernd,

ich wohne 5km von Wien entfernt - ja, eine grössere Öffnung bringt was! Wenn du mit "Seeing" unruhige Luft meinst, kannst du das grössere Teleskop am Planeten oft nicht voll ausreizen, aber du hast auf jeden Fall ein helleres Bild. Wenn du Lichtverschmutzung meinst, man sieht trotzdem mehr und kann Streulichtfilter besser einsetzen, einfach weil mehr Licht übrig bleibt.

Als Universalteleskop halte ich den Newton für die beste Wahl, er kann Übersicht als auch hohe Vergrösserung. Beim SCT bzw ACF hast du mit f/10 weniger Übersicht, und durch die hohe Obstruktion auch weniger Kontrast am Planeten (falls du wirklich hohe Vergrösserungen nutzen kannst).

Das SCT/ACF punktet vor allem als Kompakt-Teleskop. Meine SCTs haben übrigens kein Shifting, aber die Fokussierung ist sehr grob - da bin ich wohl von den 1:10 Untersetzungen verwöhnt.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

ich finde gerade die Fokussierung des SC/ACF, zumindest bei MEADE-Modellen, mit denen von Celestron habe ich keine Erfahrung, sehr genau und angenehm. Ich glaube dir aber, dass du die Erfahrung gemacht hast. Kann es sein, dass es eine Qualitätsstreuung bei der Verarbeitung gibt?

Der Direktvegleich SC/ACF wird sehr interessant, er kann jedoch etwas dauern. Seit ich das ACF habe, habe ich das SC komplett eingemottet und als eiserne Reserve in den Keller getan. Bis Ende April habe ich studienbedingt auch leider zu wenig Zeit, um den Vergleich objektiv zu gestalten. Aber ich bleibe dran. :-)

CS und VG Christian
 
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