Hallo Torsten,
danke dir zuerst
Ich hatte jetzt seit über 3 Monaten keinen Kontakt mehr mit Bresser. Im Weihnachtsgeschäft wollte ich da nicht weiter "stören".
Das Thema mit den Rollen bzw. Halter hat sich nun laut der neuen Juli-2023 Anleitung (die ich nicht und wohl auch keiner bei Bresser im Jul/August/Sept. 2023 zu Verfügung hatte) von Pulsar so rausgestellt, dass mir natürlich die alte Shutterantriebsversion geschickt wurde und keiner bei Bresser wusste was von einer neuen Version, wohl weil sie von den Engländern nicht informiert wurden. Somit musste ich das selber lösen. Aber meine Lösung sieht besser aus, als die von Pulsar was die Umlenkung oben am Shutter betrifft. Die Achse der Umlenkrolle ist bei Pulsar wohl nur einseitig gelagert wie man hier sehen kann
meine Lsg. war, dass ich den Bügel und das GFK-Material so bearbeitet habe, dass ich eben die Umlenkrolle soweit wie möglich in der Flucht der Kette montieren kann. Edelstahl biegen usw. ist nicht so einfach. Man sieht, dass die Kette trotzdem noch am Halter "kratzt", was ich später noch mit einer gefeilten Fase etwas entschärft habe.
Ich muss nochmal betonen, Bresser war bemüht, aber konnte auch nur mit dem arbeiten was Pulsar ihnen zur Verfügung gestellt hat. Es ist aber schon erstaunlich, dass man eine neue Anleitung mit Bildern erst nach Monaten der Hardwarelieferung aus England erhellt. Die Kommunikation zw. Bresser und Pulsar lief nicht optimal und in der Urlaubszeit erst recht nicht. Das war praktisch Stillstand.
Das du deine Sternwarte auf einen erhöhten Holzboden stellen möchtest finde ich interessant. Ich denke aber, dass du sie vom Holzboden nicht extra entkoppeln musst. Solang sie da wirklich feststeht und nicht die Balken hochhebt sollte das gehen. Man sieht viele Sternwarten besonders aus Amerika, die alles auf Holzboden installieren. Hauptsache die Säule ist zu 100% entkoppelt. Ich wollte nichts mit Holz haben, irgendwann bekommt man Probleme, wie man auch im Netz finden kann, wenn nach +10 Jahren alles wieder neu gemacht werden muss.
Ich habe meine Sternwarte komplett aufgebaut. Also Dome- und Shutterantrieb sind installiert. Eine Säule und Teleskop sind noch nicht drin. Dafür reichte einfach die Zeit nicht aus. Der Aufbau zog sich über Wochen hin bis die Antriebe funktionierten. Das hat der Hersteller so richtig verbockt. Ich musste den alten Shutterantrieb an das neue Design adaptieren.
Da mal ein Bsp. wie der Shutterantrieb komplett aus der Flucht (gelb gekennzeichnet) zum (hier noch Riemen) Riemen/Kette ist. Das komplette Shutterantriebsgehäuse musste ich modifizieren. Die Antriebsritzelhalterung und das Führungsblech ebenfalls usw. etc. pp.
Das hat alles nicht nur Zeit gekostet und nicht jede Idee hat natürlich perfekt funktioniert. Es sind viele kleine Dinge die ich verbessern musste. zB. auf dem Bild sieht man links unten und oben Schrauben welche 2 Teile des Domes verbinden. Die Schrauben werden außen angezogen und die Einpressmutter (rot gekennzeichnet) in dem Stirnseitendometeil zieht sich dann an. Dabei wird das Stirnseitendometeil verbogen weil es an der Kante des anderen Dometeils aufliegt. Ich habe zwichen den Teilen 2 Muttern re. und li. mit eingefügt, so dass man ohne Verbiegen die Teile fest zusammen bekommt. Das sind Kleinigkeiten (im neuem Design), aber ich finde bei dem Preis könnte das vom Hersteller gleich so vorgegeben sein.
Aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich mit Feuchtigkeit (ohne Teleskop) in den letzten Monaten kein Problem hatte. Innen ist kein Schwitzwasser, die Belüftung durch die gegebenen konstruktiven Spalte langt bei mir (vorerst) voll aus. Den Dome habe ich innen mit selbstklebenden Filz aus dem Autobereich ausgekleidet. Dort tropfte bisher noch nichts ab.
Ich muss aber dazu sagen, dass meine Sternwarte immer im natürlichen Wind steht. Zu 95% kommt er aus Süden bis Westen und das kürzlich mit Spitzen über 50km/h. Da weht immer was durch die komplette Sternwarte
Aber eins ist wichtig zu erwähnen. Der Shutter klappert im geschlossenen Zustand ständig auf dem Dome hin und her. Ich zeige das mal in einem Bild.
Wenn der Wind wie aus der Richtung wie im roten Pfeil angezeigt kommt, braucht es nur wenige km/h damit der Shutter in blauer Pfeilrichtung hoch und wieder runterknallt. Die letzte Fixierung ist rechts und links die oberen Rollen, welche ich mit dem blauen Kreis gekennzeichnet habe. Es ist wichtig, dass man die Nordseite des Domes, also den geschlossenen Shutter wo er fest am Antrieb unten fixiert ist immer dahin dreht wo der Wind herkommt. Aber ab 15kmh Wind, langt die Kraft des Windes der auf den Dome nach oben prallt aus, um sich dann ganz oben seitlich (gelber Pfeil) unter den Shutter zu schieben und selbigen wieder hin- und her klappern lässt. Das auf Dauer halte ich ehrlich für sehr suboptimal. Obendrein habe ich die Achsen der Shutterrollen (38mm lang!) (blauer Kreis) so an den Shutter fixiert, dass sie sich axial nicht mehr bewegen können. Die originale Version von Pulsar ist das die lange Schraube wo die Shutterrolle drauf läuft nur so fest an der Shutterseite angezogen wird, solang sich die Rolle noch dreht. Das ist absoluter Käse. Ich habe neue (kürzere) Rollen anfertigen lassen, so dass ich eben die lange Schraube richtig festziehen kann. Hier mal ein Bild. Die gelb eingekreiste Mutter und Unterlegscheibe sind von Pulsar gar nicht vorgesehen. Um deren beider Längen musste ich die Rollen kürzen.
Großer Vorteil dieser Shutterrollenfixierung ist, dass der Shutter nun signifikant besser in der Führung des Domes läuft. Es gibt jetzt keine brutalen Reibgeräusche wie in der Originalen Version.
Da ich neben der Sternwarte noch eine Allskykamera (
[DIY] AllSky Kamera mit Raspberry Pi – Mein Bauprojekt & Anleitung (All Sky Camera)) laufen habe, habe mir jetzt ein Script geschrieben, welches aller 5min die Windstärke meiner Lunático-Wetterstation (ebenfalls am selben Mast) ermittelt, die Windrichtung von 7 verschieden Wetterstation von den umliegenden Dörfern aus der Wonderground-Cloud einsammelt, diese Daten dann über einen Zeitraum X (45min) mittelt und dann anhand der Windstärke und Differenz zw. Windrichtung & Domeazimuthposition entscheidet ob der Dome gedreht werden soll. Wenn ja, werden vom Script die Relais der Domesteuerung und des MiniPCs (Win11) eingeschaltet, der Dome über ASCOM-Alpaca-Server-Befehle gedreht und alles sauber wieder runtergefahren und am Ende alle aufgetretenen Probleme usw. per Telegramnachricht mir aufs Handy geschickt. Während des Drehen wird auch ständig im Script kontrolliert ob der Dome sich auch wirklich dreht, weil ich festgestellt habe, dass die Antriebsrollen ab Minustemperaturen wohl anfangen so hart zu werden, dass sie den Dome nicht mehr antreiben können und einfach am Domekranz durchrutschen. Dafür muss ich mir noch was überlegen. Vielleicht auf der Antriebsfläche des Domekranzes ein "Gripmaterial" aufbringen, ähnlich bei Treppen damit man nicht ausrutscht. Ideal wäre, wenn Pulsar/Bresser Rollen liefern, die nicht hart werden.
Was ich noch als problematisch empfinde sind die möglichen Toleranzen des zusammengebauten Domes aus 8 Teilen. Ich habe versucht sehr genau zu arbeiten und die 8 Teile des Domes plan zusammen zu montieren. Mir ist es nicht gelungen. Auf 3-4 Rollen liegt der Dome nie auf und zwar immer an den selbe Stellen des Domes. Und was noch schlimmer ist, die Stirnseitenteile des Domes kratzen mit der Zeit auf den Rollenhaltern.
hier auf dem Bild die rot gekennzeichnete Stelle wo der Dome auf den blaue gekennzeichneten Rollenhalter aufsetzt. Ich habe versucht die gelb gekennzeichnete Rolle anzuheben, was aber nicht ganz trivial ist, weil man dann ich andere Probleme reinläuft.
die Idee war, den Rollenhalter etwas aufzubiegen in Richtung des roten Pfeiles. Dann muss man den grün gekennzeichneten Schraubenkopf aber stark bearbeiten.
so dass er eben nicht am Domekranz entlang kratzt. Alles sehr suboptimal. Bei mir rappelt nun der Dome gerade so über die Rollen. Aber ich glaube, es ist eine Frage der Zeit bis er wieder aufsetzt. Die Rollenhalter sind sehr stabil (was ich beim Aufbiegen, was an einem Schraubstock nicht so einfach in der Praxis sich entpuppt, gemerkt habe). Aber ich traue dem "Setzen" der Dometeil zueinander (noch) nicht. Die Zeit wird es zeigen.
Wenn es wieder wärmer wird, wird bei mir der Boden noch versiegelt. Die Versiegelung wird über den Sternwartenboden ausgegossen, so dass kein Wasser mehr an den Rändern eindringen kann. Es ist nicht viel bei mir, aber absolut trocken ist es auch nicht. Obendrein, staubt der Beton (wohl, weil "toter Sand" benutzt wurde), man kann den ewig abkehren das wird nie sauber. Selbes war in dem Keller der WBS70-DDR-Betonbauten (jedenfalls wo ich aufgewachsen bin) Das war Jahrzehnte immer staubig. Schon alleine deswegen machte es keinen Sinn jetzt schon ein Teleskop da reinzustellen.
Ich werde erstmal mit einem Stativ anfangen um die notwendige Höhe der Montierung in der Praxis mit 2 verschiedenen Teleskopgrößen auszuloten bevor ich eine Säule da montiere. Ich habe mich gegen eine Betonsäule entschieden, damit man bei einem Rückbau eine schöne Runde Betonfläche hat (wo man im hohen Alter ein Pavillon und eine Philosophenbank hinstellen kann

)
CS Andreas