Ollie
Aktives Mitglied
Hallo,
bin neu hier und weiß nicht ob es in Ordnung ist, wenn ich keine Frage stelle sondern einfach nur meine Eindrücke zu einem Einsteigerteleskop äußere (die hab ich nämlich vor dem Kauf nicht genau finden können). Also:
GSO 90/1000mm Refraktor Teleskop Erfahrungsbericht:
Nach einigen teleskoplosen Jahren habe ich mich wieder dazu entschieden, ein Teleskop zu kaufen. Nun, ganz teleskoplos bin ich nicht gewesen, ich hatte immer noch so ein 76mm Newton mit billigen Okularen und einer miesen Montierung. Aber ab und an schaute ich da durch und erkannte Saturn und Jupiter und in mir arbeitete es.
Ich war schon im letzten Jahr fast soweit gewesen mir ein richtiges Teleskop zuzulegen. Mein C8 auf der SP-DX Montierung hatte ich verkauft und das Bett was ich mir für den Gegenwert gekauft hatte, nutzte ich wenigstens in fast jeder Nacht. Aber irgendwo vermisste ich die Optik und die Möglichkeiten, die mir solch ein ausgewachsenes Gerät geboten hatte. In den letzten Jahren hatte es einfach keinen Sinn gemacht, das C8 war - bedingt durch seine Konstruktion - einfach nicht schnell genug - mal so - aufbaubar. Wenn es denn mal aufgestellt war, dauerte die Auskühlzeit meist sehr lange. Oft war mir nicht klar, ob die schlechte Sicht durch schlechte Sicht oder durch ein nicht abgestimmtes Teleskop entstanden war. Also überlegte ich: welches sollte mein nächstes möglichst schnell zu nutzendes, gutes Teleskop sein? Zuerst war ich dabei ein 8" oder gar 10" Dobson auszuwählen, aber nach ausführlicher Recherche und Erinnerung an meine eigenen Erfahrungen wußte ich, dass ich in den schlechten Lichtverhältnissen mit großen Öffnungen eher vom Seeing abhängig war, als mit kleineren Teleskopen. So war es zumindest mit meinem C8. Oft kam ich nicht dazu es sinnvoll zu nutzen, weil es einfach nicht zu einer guten Sicht kam. Mal abgesehen von dieser verdammten Schmittplatte, die ständig zutaute oder zufror. Soweit ich wusste hatte man mit Refraktoren die beste Bildqualität auf die Öffnung, aber auch die Kosten waren verhältnismäßig hoch. Newton-Dobsons waren einfach günstiger. Im Internet fand ich mehrere Händler und der Markt wurde wohl überschwemmt mit chinesischen Produkten mit teilweise seltsamer Qualität. Wenn ich mir die Bilder der Teleskope anschaute, so kamen mir die Mediamarkt, oder Kaufhaus-Plastikteile in den Sinn. Das schreckte mich wieder etwas ab. Aber günstig waren diese Dinger schon. Bei Teleskop-Service fiel mir auf, dass dieser Händler einen 90/900 Refraktor mit einer einfachen Montierung aus chinesischer Herkunft sehr anpries. Ich war kurz davor zu bestellen, als ich einen - eher versteckten, vielleicht war hier die Gewinnspanne geringer, was weiß denn ich - taiwanesischen GSO Refraktor mit einem Meter Brennweite und einer stabileren Montierung und auch noch einem 2" Auszug entdeckte. Ich recherchierte nochmals im Netz über etwaige Erfahrungsberichte und erkannte, dass man mit diesem Teleskop wohl gute Erfahrungen gemacht hatte und wenn es nicht reichte, so konnte man das Teleskop immer noch später als Leitrohr für größere Teleskope verwenden. Auch konnte ich den Refraktor mit einem sogenannten Ronchi-Test bestellen, was ich auch tat, um zumindest einigermaßen sicherzugehen, dass ich ein ausreichend gutes Produkt gekauft hätte. Also bestellte ich den GSO Refraktor.
Die Qualität des Tests besagte, dass ich wohl ein sehr gutes Exemplar erstiegen hatte, aber das sollte der Einsatz am Himmel später noch beweisen. Die Montierung war eine SkyView-Montierung, angeblich vergleichbar mit einer Vixen GP-Montierung, was ich aber von der Materialqualität nicht bestätigen kann, denn mein erster Vixen 114/900 Newton hatte genau so eine. Die Schrauben und Klemmungen erschienen eher fragwürdig und zerbrechlich, aber vor Ort reicht diese Montierung zumindest für visuelle Beobachtungen aus. Manuelle Nachführung und Okularjustage erzeugen kurze Verwacklungen im System, die allerdings in weniger als einer Sekunde ausschwingen. Dennoch enttäuscht mich das etwas, auch wenn ich nicht mehr erwartet habe und wohl auch erwarten konnte. Denn immerhin hat mich das gesamte System mit einem Satz sogenannter Super Plössl Okulare - von diesem Schnäppchenkoffer habe ich abgesehen, da der Inhalt sich zum einen mit den mitgelieferten Okularen überschneidet und zum anderen meiner Ansicht nach für mich und dieses Teleskop nicht sinnvoll gewesen wäre - etwa 500 Euro gekostet. Wenn ich mir überlege, dass ich vor etwa zehn Jahren für das 114er Newton 700 Euro mit nur einem Okular bezahlte, so ist der Preiskampf auf dem Markt schon ein Vorteil für den Amateur. Sollte ich mit dem Gerät also in Zukunft nicht mehr zufrieden sein, so werde ich eben Geld in eine bessere Montierung, möglichst mit Teilkreisen oder Computersteuerung verwenden. Diese kann gerne auch ein Vielfaches des Refraktors kosten, weiss ich doch nun aus eigener Erfahrung, dass man als Basis ein gutes Gerät fürs Leben kauft und wenn etwas fehlt, so kauft man dazu. Nur schlechte oder unpraktikable Geräte verkauft man wieder. Eben so wie mein C8, was ich dennoch etwas vermisse. Zurück zur Praktikabilität: obwohl die Montierung enttäuschend wirkt, so fällt doch auf, dass die Nutzung des Gerätes besser ist als die der GP-Montierung - zumindest meine damals - . Die Wellen laufen - nach einer kurzen Losbrechung - sehr geschmeidig. Die Teilkreise kann man - genauso wie bei der GP - nur andeutungsweise als Orientierung verwenden.
Erstes Beobachtungsobjekt in einer Nacht mit mittelmäßigem, aber nicht ganz schlechtem Seeing ist der Saturn und danach der Jupiter. Ich hatte diese kurz zuvor in besagtem 76mm Billigreflektor beobachtet und dies hatte mich "scharf" gemacht. Das Ergebnis im GSO war dann doch so, wie ich es erwartet hatte. Bei langer Beobachtung konnte man durch das Seeing hindurch eine scharfe Abbildung des Planeten erkennen. Ab und an "leuchtete" die Cassiniteilung auf und eine handvoll Monde umlagerten ihn. Der Planet warf einen Schatten auf seine Ringe und dennoch war das Seeing nicht so gut, um einen richtigen "Whow"-Effekt zu erzeugen. Dazu war weder ich gut genug adaptiert, da es hier im Großraum Stuttgart eine ganz furchtbare Lichtverschmutzung hat und in direkter Nachbarschaft Straßenlaternen, Fensterbeleuchtungen und vorbeifahrende Autos eine Adaption nicht zulassen, noch reichten die Sichtverhältnisse dazu aus. Ich kann mir aber vorstellen, dass an dunkler Stelle und gut adaptiert hier noch einiges möglich ist. Für meine Balkonbeobachtungen ist das Ergebnis aber so wie ich es mir vorgestellt und gewünscht habe. Für die erste Nacht am GSO ziemlich gute Bilder. Der Jupiter, um dies noch zu vervollständigen, zeigte - im Vergleich zu meinen bisherigen Teleskopen - sofort zwei dunkle, wellige Streifenfelder mit schwarzen Punktflächen und den vier größte Monden. Nur im 4mm (250x, Super-Plössl-Okular, wie alle von TS) erscheinte das Bild - ab und zu - etwas "körnig", aber es war auf jeden Fall nutzbar.
Vorteilhaft war die schnelle Nutzbarkeit des Gerätes, kein Tubusseeing oder irgendwelche Wartezeiten wegen der Abkühlung des Gerätes. Auf jeden Fall waren die Objekte kurz nach dem Aufbau auch Schlierenfrei - bis aufs Seeing - zu beobachten. Auch machte ein größeres Gerät für mich keinen Sinn, weil ich - bedingt durch die Lichtverschmutzung - sowieso keine lichtschwachen Objekte anpeilen und somit finden konnte. Dafür benötigte ich dann eine Goto-Steuerung, aber das war ja nicht die Lösung der Aufgabenstellung. Noch ein großer Vorteil eines Teleskopes mit geradliniger Durchsicht ist, dass man im Sitzen bequem beobachten kann. Ganz schlimm fand ich die Durchsicht durch das 114mm Newton damals. Das Stativ war etwas kurz und so musste ich ständig gebückt schauen. Oder, falls sehr hoch im Zenit, sehr verrenkt.
Während meiner weiteren Beobachtungen gab es eine Nacht, bei dem mir die gute optische Qualität des Refraktors auffiel. Bei Übervergrößerung wurden Sternabbildungen als kleine Scheibchen mit einem kreisrunden und scharf abgebildeten Beugungsring dargestellt. Die Vergrößerung machte also keinen Sinn, dennoch war die Abbildung sehr schön und "ruhig". Bei einer anderen Beobachtung wurde mir der Einfluß des Seeings auf das Bild mal wieder vorgeführt. Tatsächlich sind die Abende (zumindest nun im Sommer, im Winter habe ich das Teleskop noch nicht verwendet) mit wirklich guter Sicht selten. Aber, während ich an manchen Abenden eigentlich nur den Jupiter im Blickfeld habe und nur auf diesen einen Bruchteil der Sekunde warte, in der ein perfektes Bild erscheint, meistens bleibt es beim Warten. Da die Lichtverhältnisse hier mangelhaft und sehr störend sind, gebe ich dann, nach etwa 1-2 Stunden Beobachtung auf. Aber dieses eine Mal gab es diesen berühmten Augenblick: ein wirklicher Augenschlag und Jupiter erschien nicht nur als weisse Scheibe mit grauen Bändern und weiteren aber nicht klar auszumachenden Strukturen in seiner Atmosphäre, sondern als gestochen scharfes Planetenbild mit Wellenstrukturen, verschiedensten Graustufen und Wolkenbändern. Ich war begeistert. Nun wußte ich, ich hatte ein gutes Teleskop. Ich werde mich nicht gegen die größeren Newtonteleskope aussprechen, auch wenn mich eine Art Refraktorvirus gefangen hat, denn meine Erfahrungen mit Teleskopen reicht nicht aus, um hier irgendwie Partei zu ergreifen. Fakt ist, dass der Refraktor ein besseres Bild hat, als der Vixen 114er Newton und erst Recht als das C8. Wobei ich damals nichts von Justierung der genauen Art gewußt habe und demnach eine Wertung nur subjektiv sein kann. Oh wie sehr ich bereue mein C8 - nicht unerheblich wegen der Montierung - verkauft zu haben ;-)
bin neu hier und weiß nicht ob es in Ordnung ist, wenn ich keine Frage stelle sondern einfach nur meine Eindrücke zu einem Einsteigerteleskop äußere (die hab ich nämlich vor dem Kauf nicht genau finden können). Also:
GSO 90/1000mm Refraktor Teleskop Erfahrungsbericht:
Nach einigen teleskoplosen Jahren habe ich mich wieder dazu entschieden, ein Teleskop zu kaufen. Nun, ganz teleskoplos bin ich nicht gewesen, ich hatte immer noch so ein 76mm Newton mit billigen Okularen und einer miesen Montierung. Aber ab und an schaute ich da durch und erkannte Saturn und Jupiter und in mir arbeitete es.
Ich war schon im letzten Jahr fast soweit gewesen mir ein richtiges Teleskop zuzulegen. Mein C8 auf der SP-DX Montierung hatte ich verkauft und das Bett was ich mir für den Gegenwert gekauft hatte, nutzte ich wenigstens in fast jeder Nacht. Aber irgendwo vermisste ich die Optik und die Möglichkeiten, die mir solch ein ausgewachsenes Gerät geboten hatte. In den letzten Jahren hatte es einfach keinen Sinn gemacht, das C8 war - bedingt durch seine Konstruktion - einfach nicht schnell genug - mal so - aufbaubar. Wenn es denn mal aufgestellt war, dauerte die Auskühlzeit meist sehr lange. Oft war mir nicht klar, ob die schlechte Sicht durch schlechte Sicht oder durch ein nicht abgestimmtes Teleskop entstanden war. Also überlegte ich: welches sollte mein nächstes möglichst schnell zu nutzendes, gutes Teleskop sein? Zuerst war ich dabei ein 8" oder gar 10" Dobson auszuwählen, aber nach ausführlicher Recherche und Erinnerung an meine eigenen Erfahrungen wußte ich, dass ich in den schlechten Lichtverhältnissen mit großen Öffnungen eher vom Seeing abhängig war, als mit kleineren Teleskopen. So war es zumindest mit meinem C8. Oft kam ich nicht dazu es sinnvoll zu nutzen, weil es einfach nicht zu einer guten Sicht kam. Mal abgesehen von dieser verdammten Schmittplatte, die ständig zutaute oder zufror. Soweit ich wusste hatte man mit Refraktoren die beste Bildqualität auf die Öffnung, aber auch die Kosten waren verhältnismäßig hoch. Newton-Dobsons waren einfach günstiger. Im Internet fand ich mehrere Händler und der Markt wurde wohl überschwemmt mit chinesischen Produkten mit teilweise seltsamer Qualität. Wenn ich mir die Bilder der Teleskope anschaute, so kamen mir die Mediamarkt, oder Kaufhaus-Plastikteile in den Sinn. Das schreckte mich wieder etwas ab. Aber günstig waren diese Dinger schon. Bei Teleskop-Service fiel mir auf, dass dieser Händler einen 90/900 Refraktor mit einer einfachen Montierung aus chinesischer Herkunft sehr anpries. Ich war kurz davor zu bestellen, als ich einen - eher versteckten, vielleicht war hier die Gewinnspanne geringer, was weiß denn ich - taiwanesischen GSO Refraktor mit einem Meter Brennweite und einer stabileren Montierung und auch noch einem 2" Auszug entdeckte. Ich recherchierte nochmals im Netz über etwaige Erfahrungsberichte und erkannte, dass man mit diesem Teleskop wohl gute Erfahrungen gemacht hatte und wenn es nicht reichte, so konnte man das Teleskop immer noch später als Leitrohr für größere Teleskope verwenden. Auch konnte ich den Refraktor mit einem sogenannten Ronchi-Test bestellen, was ich auch tat, um zumindest einigermaßen sicherzugehen, dass ich ein ausreichend gutes Produkt gekauft hätte. Also bestellte ich den GSO Refraktor.
Die Qualität des Tests besagte, dass ich wohl ein sehr gutes Exemplar erstiegen hatte, aber das sollte der Einsatz am Himmel später noch beweisen. Die Montierung war eine SkyView-Montierung, angeblich vergleichbar mit einer Vixen GP-Montierung, was ich aber von der Materialqualität nicht bestätigen kann, denn mein erster Vixen 114/900 Newton hatte genau so eine. Die Schrauben und Klemmungen erschienen eher fragwürdig und zerbrechlich, aber vor Ort reicht diese Montierung zumindest für visuelle Beobachtungen aus. Manuelle Nachführung und Okularjustage erzeugen kurze Verwacklungen im System, die allerdings in weniger als einer Sekunde ausschwingen. Dennoch enttäuscht mich das etwas, auch wenn ich nicht mehr erwartet habe und wohl auch erwarten konnte. Denn immerhin hat mich das gesamte System mit einem Satz sogenannter Super Plössl Okulare - von diesem Schnäppchenkoffer habe ich abgesehen, da der Inhalt sich zum einen mit den mitgelieferten Okularen überschneidet und zum anderen meiner Ansicht nach für mich und dieses Teleskop nicht sinnvoll gewesen wäre - etwa 500 Euro gekostet. Wenn ich mir überlege, dass ich vor etwa zehn Jahren für das 114er Newton 700 Euro mit nur einem Okular bezahlte, so ist der Preiskampf auf dem Markt schon ein Vorteil für den Amateur. Sollte ich mit dem Gerät also in Zukunft nicht mehr zufrieden sein, so werde ich eben Geld in eine bessere Montierung, möglichst mit Teilkreisen oder Computersteuerung verwenden. Diese kann gerne auch ein Vielfaches des Refraktors kosten, weiss ich doch nun aus eigener Erfahrung, dass man als Basis ein gutes Gerät fürs Leben kauft und wenn etwas fehlt, so kauft man dazu. Nur schlechte oder unpraktikable Geräte verkauft man wieder. Eben so wie mein C8, was ich dennoch etwas vermisse. Zurück zur Praktikabilität: obwohl die Montierung enttäuschend wirkt, so fällt doch auf, dass die Nutzung des Gerätes besser ist als die der GP-Montierung - zumindest meine damals - . Die Wellen laufen - nach einer kurzen Losbrechung - sehr geschmeidig. Die Teilkreise kann man - genauso wie bei der GP - nur andeutungsweise als Orientierung verwenden.
Erstes Beobachtungsobjekt in einer Nacht mit mittelmäßigem, aber nicht ganz schlechtem Seeing ist der Saturn und danach der Jupiter. Ich hatte diese kurz zuvor in besagtem 76mm Billigreflektor beobachtet und dies hatte mich "scharf" gemacht. Das Ergebnis im GSO war dann doch so, wie ich es erwartet hatte. Bei langer Beobachtung konnte man durch das Seeing hindurch eine scharfe Abbildung des Planeten erkennen. Ab und an "leuchtete" die Cassiniteilung auf und eine handvoll Monde umlagerten ihn. Der Planet warf einen Schatten auf seine Ringe und dennoch war das Seeing nicht so gut, um einen richtigen "Whow"-Effekt zu erzeugen. Dazu war weder ich gut genug adaptiert, da es hier im Großraum Stuttgart eine ganz furchtbare Lichtverschmutzung hat und in direkter Nachbarschaft Straßenlaternen, Fensterbeleuchtungen und vorbeifahrende Autos eine Adaption nicht zulassen, noch reichten die Sichtverhältnisse dazu aus. Ich kann mir aber vorstellen, dass an dunkler Stelle und gut adaptiert hier noch einiges möglich ist. Für meine Balkonbeobachtungen ist das Ergebnis aber so wie ich es mir vorgestellt und gewünscht habe. Für die erste Nacht am GSO ziemlich gute Bilder. Der Jupiter, um dies noch zu vervollständigen, zeigte - im Vergleich zu meinen bisherigen Teleskopen - sofort zwei dunkle, wellige Streifenfelder mit schwarzen Punktflächen und den vier größte Monden. Nur im 4mm (250x, Super-Plössl-Okular, wie alle von TS) erscheinte das Bild - ab und zu - etwas "körnig", aber es war auf jeden Fall nutzbar.
Vorteilhaft war die schnelle Nutzbarkeit des Gerätes, kein Tubusseeing oder irgendwelche Wartezeiten wegen der Abkühlung des Gerätes. Auf jeden Fall waren die Objekte kurz nach dem Aufbau auch Schlierenfrei - bis aufs Seeing - zu beobachten. Auch machte ein größeres Gerät für mich keinen Sinn, weil ich - bedingt durch die Lichtverschmutzung - sowieso keine lichtschwachen Objekte anpeilen und somit finden konnte. Dafür benötigte ich dann eine Goto-Steuerung, aber das war ja nicht die Lösung der Aufgabenstellung. Noch ein großer Vorteil eines Teleskopes mit geradliniger Durchsicht ist, dass man im Sitzen bequem beobachten kann. Ganz schlimm fand ich die Durchsicht durch das 114mm Newton damals. Das Stativ war etwas kurz und so musste ich ständig gebückt schauen. Oder, falls sehr hoch im Zenit, sehr verrenkt.
Während meiner weiteren Beobachtungen gab es eine Nacht, bei dem mir die gute optische Qualität des Refraktors auffiel. Bei Übervergrößerung wurden Sternabbildungen als kleine Scheibchen mit einem kreisrunden und scharf abgebildeten Beugungsring dargestellt. Die Vergrößerung machte also keinen Sinn, dennoch war die Abbildung sehr schön und "ruhig". Bei einer anderen Beobachtung wurde mir der Einfluß des Seeings auf das Bild mal wieder vorgeführt. Tatsächlich sind die Abende (zumindest nun im Sommer, im Winter habe ich das Teleskop noch nicht verwendet) mit wirklich guter Sicht selten. Aber, während ich an manchen Abenden eigentlich nur den Jupiter im Blickfeld habe und nur auf diesen einen Bruchteil der Sekunde warte, in der ein perfektes Bild erscheint, meistens bleibt es beim Warten. Da die Lichtverhältnisse hier mangelhaft und sehr störend sind, gebe ich dann, nach etwa 1-2 Stunden Beobachtung auf. Aber dieses eine Mal gab es diesen berühmten Augenblick: ein wirklicher Augenschlag und Jupiter erschien nicht nur als weisse Scheibe mit grauen Bändern und weiteren aber nicht klar auszumachenden Strukturen in seiner Atmosphäre, sondern als gestochen scharfes Planetenbild mit Wellenstrukturen, verschiedensten Graustufen und Wolkenbändern. Ich war begeistert. Nun wußte ich, ich hatte ein gutes Teleskop. Ich werde mich nicht gegen die größeren Newtonteleskope aussprechen, auch wenn mich eine Art Refraktorvirus gefangen hat, denn meine Erfahrungen mit Teleskopen reicht nicht aus, um hier irgendwie Partei zu ergreifen. Fakt ist, dass der Refraktor ein besseres Bild hat, als der Vixen 114er Newton und erst Recht als das C8. Wobei ich damals nichts von Justierung der genauen Art gewußt habe und demnach eine Wertung nur subjektiv sein kann. Oh wie sehr ich bereue mein C8 - nicht unerheblich wegen der Montierung - verkauft zu haben ;-)