Ernüchternder Jupiter heute früh (20.5.)

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NONSENS

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Hallo allerseits!

Weil der Himmel gestern pünktlich zum Sonnenuntergang aufklarte und Mond, Venus und Merkur wieder eine Augenweide für das bloße Auge waren, habe ich heute kurz vor zwei noch mal einen Blick aus dem Fenster gewagt. Und weil immer noch hell glänzende Sterne zu sehen waren, habe ich die Schnellspechteleinheit (Scopos 80/560 aus Vixen NP) rausgestellt, um Jupiter anzusehen. Kaum stand alles draußen, zogen erste Wolken durch, und leider auch im Süden bei Jupiter. Trotzdem habe ich versucht, in den (sehr klaren!) Wolkenlücken alles rauszuholen, was drin war. Aber das war so gut wie nichts. Lediglich ein etwas kräftigerer Anteil des NEB am O-Rand des Planeten war auszumachen, außerdem fiel auf, daß das NEB gut gegen die Äquatorzone abgesetzt war. Weitere Einzelheiten waren nicht zu sehen. Abends hatte ich noch überlegt, Stativ und Montierung für den 6"er vorzubereiten. Der hätte aber auch kaum mehr gezeigt als die 80mm.

Das war mal wieder so eine Beobachtung, die einem Einsteiger jede Lust an weiteren Jupiterbeobachtungen nehmen kann. Aber schon in der großen Zeit der visuellen Jupiterüberwachung waren die Jahre der niedrigen Deklinationen ein Kreuz, an dem die Beobachter schwer zu tragen hatten. Was heute bei hochstehendem Planeten mit Amateurmitteln möglich ist, zeigen z.B. die Beobachtungen von Christopher Go.

Auch, wenn wir hier Jupiter nie so hoch stehend sehen werden, sind auch von unseren Breiten aus ähnliche Beobachtungen möglich, wie die Fotos der vergangenen Jahre zeigten.

Mir ist vor kurzem aufgefallen, wie genau die Positionsbestimmungen z.B. des GRF in den letzten Jahren geworden sind. Vor Jahren konnte mit aufwändiger Statistik nachgewiesen werden, daß der GRF in 90 Tagen eine kleine Schwingung in der jovigrafischen Länge macht, heute braucht man sich nur die Kurve der Meßpunkte (überwiegend aus Amateurbeobachtungen) ansehen und sieht diese Schwankung sofort.

Trotz widriger Umstände werde ich natürlich weiter versuchen, Details von der Jupiteroberfläche zu erbeuten und werde diese hier vorstellen.

Grüße von Michael.
 
Hallo Astrogemeinde,
zu dem roten Fleck hätte ich mal ein paar Fragen. Diese Zyklone ist ja nun schon seit Ewigkeiten populär und wurde mittlerweile von zig Generationen bewundert.....wenn das Wetter auf Jupiter so turbulent ist, müsste diese Zyklone doch irgendwann mal eine Veränderung erfahren, da Wetter ja etwas sehr vergängliches ist.....auf Erden haben wir zwar ständig große Zyklone irgendwo aber doch nicht immer denselben, wie eben dieser rote Fleck auf Jupiter.....man sieht ja deútlich an den Wolkenbändern, dass hier eine gewaltige Dynamik zugange ist, mit all ihren GEsetzen! Doch immer sieht man das Gleiche! DAs Verstehe ich nicht....hat das was mit anderen Zeitdimensionen zu tun?
Grüßle von Anette
 
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Hallo Anette!

Der GRF ist ein kompliziertes Gebilde, welches ich Dir im Detail auch nicht erklären kann. Ich weiß, daß es da mehr gibt als strömungsphysikalische und thermische Phänomene. Der GRF ist wärmer als seine Umgebung, es muß also darin/darunter einen Prozeß geben, der Wärme produziert. Die Strömung verläuft neben der Zirkulation auch von unten nach oben. Der GRF liegt einige km höher als seine Umgebung. Ähnliche Eigenschaften hat übrigens auch der kleine rote Fleck angenommen, als er die Farbe nach rot wechselte. Da konnte man sehr schön beobachten, wie die Temperatur stieg und die Strömung von oben->unten nach unten->oben wechselte. Das rote Material wird von unten nach oben gebracht. Mit der Umgebung gibt es reichlich Wechselwirkungen. Die meisten Wolken leitet der GRF um sich herum. Gelegentlich wird auch helles Wolkenmaterial in den GRF hineingewirbelt. Auch kleinere Flecken können in den Wirbel hineingezogen werden, bewegen sich dann auf ihm, verlassen ihn wieder oder werden aufgelöst. Selten sind größere Teile der hellen Wolkenbänder über den Rand des GRF hinweggezogen, manchmal scheint er komplett unter Wolken zu liegen und ist nicht zu sehen. Schließlich hat er schon oft seine Farbe gewechselt, von kräftigem rot bis weiß mit allen möglichen Zwischenstufen. Sicher gibt es Modelle des GRF, mir ist aber keines so richtig bekannt. Ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe und hoffe, daß ich das noch lange machen kann!

Grüße von Michael.
 
Hallo Michael,
na danke für diese ausführliche Erklärung....da schwant mir nun einiges....vielleicht ein Vulkan, der daueraktiv ist und rötliche Partikel in die Atmospähre schleudert? Marsens Oberfläche ist ja rot! Also darunter muss sich in geologischer Hinsicht gigantisches abspielen.....bei der aktuellen Deklination bekomm ich in meinen 10" Dobs auch nur wabbeliges Zeugs rein...ach schade, schade...dass der Juppi auch so tief stehen muss....letztes Jahr sah ich auf dem Jupiter mehr im 102/1000 als im Dobsi...Gruß von Anette <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
 
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Jupiter ist ein Gasplanet und hat kein festes Inneres. Also auch keine Vulkane.

Aber das ist ein Teil der Erklärung. Unsere Erfahrungen mit der Atmosphäre lassen sich nicht auf Planeten anwenden, die nur aus "Atmosphäre" bestehen.
 
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