Sund0se
Aktives Mitglied
Hey Leute,
will euch hier von meiner ersten klaren Nacht mit meinem GSO Dobson 1250/250 (30mm Erfle, 8mm Expanse) berichten. Es war meine erste Chance mich mal an Deep Sky Objekte wie Sternhaufen und einige Galaxien zu machen, auch wenn ich dafür noch nicht die Ideale Objektivausrüstung habe, werde ich aber demnächst nachrüsten!
Nun war es ENDLICH wieder mal soweit - eine sternklare Nacht, leider bei -15°, aber davon lies ich mich natürlich nicht abhalten! Ich packte meinen kleinen Koffer mit den Okularen, einer Sternkarte, dem Deep Sky Reiseatlas + Reiseführer und diverse Beobachtungsprotokolle für Notizen, zog zwei Pullover, eine dicke Daunenjacke und eine Skihose an und baute mein Teleskop im Innenhof auf. Es war kurz nach 20 Uhr. Kurz mit dem Laser justiert und schon kann’s losgehen. Von unserem Hof aus sieht man genau nach Süden - am Abend fällt einem da zuerst der Orion ins Auge, welcher hoch am Himmel steht.
Am Anfang orientierte ich mich ein wenig am Orion und versuchte alle Sternbilder in seiner Umgebung zu finden – mit Erfolg. Anschließend machte ich mich an den Jupiter - wie auch schon bei meinen letzten Beobachtungen. Er ist wie immer eine Augenweide, durch mein 8mm Expanse konnte ich schön die Strukturen am Planeten selbst, sowie seine Monde beobachten. Dazu hätte ich gleich noch eine Frage: Da Jupiter ja ziemlich hell ist, wird dadurch schon die Dunkeladaption beeinflusst, oder ist das kein nennenswerter Faktor?
Mein nächstes Ziel war M42, welcher sehr leicht aufzufinden ist. Durch mein 30mm Übersichtsokular tat ich mir schwer, die einzelnen „Wolkenteile“ klar zu erkennen, bzw. ihn vom umgebenden Himmel zu trennen. Das Trapez war im 30mm schon sehr schön zu erkennen. Auch die Sterne in der Umgebung waren toll anzusehen. Durch das 8mm wurden dann die Sterne besser aufgelöst und ich konnte etwas mehr Details in den Wolken erkennen.
Jetzt war es mal an der Zeit für meine erste Pause! Trotz des warmen Tees war mir saukalt in den Füßen - ihr werdet das wohl kennen. 10 Minuten die Füße an den warmen Kamin halten, Tee nachfüllen und schon kann es weiter gehen!
Nun wollte ich erstmals einen Sternhaufen zu Gesicht bekommen – M35 war dank meinem Standort und seiner Helligkeit ein perfektes Objekt für mich als Anfänger! Im Aufsuchen bin ich natürlich noch kein Spezialist und ich musste erstmals sehen wie viel vom Himmel ich überhaupt durch mein Suchfernrohr sehe, um dann mit der Beschreibung zum Aufsuchen des Objekts im Reisführer überhaupt etwas anfangen zu können. Den M35 hatte ich relativ schnell im Blickfeld, sobald ich die 3 „Fußsterne“ des rechten Zwillings im Suchfernrohr sichtete. Durch das 30mm beeindruckte mich der Haufen schon sehr, das dicht besiedelte Zentrum war auch sehr schön anzusehen. Den lichtschwachen NGC 2158, gleich daneben, konnte ich auch erkennen, wenn auch nur ganz leicht!
Das nächste Ziel war der offene Haufen M46 und M47 im Sternbild Puppis. Das Aufsuchen über den zu dieser Zeit schon sehr tief stehenden Sirius ging schon viel leichter, da ich schon ein besseres Gefühl hatte, wie weit die Objekte am Himmel zueinander entfernt sind. Bei M47 konnte ich schön die hellsten 3 Sterne erkennen. In der Mitte fiel mir ein Rechteck mit einem Stern im Mittelpunkt auf. Das ganze ähnelte meiner Meinung etwas dem Orion – hier kann man natürlich seine eigene Fantasie spielen lassen
. In M46, unweit von M47 ist einfach eine Ansammlung von vielen Sternen. Beim genauerem Hinsehen konnte ich einen Kleinen fleck entdecken – später stellte sich heraus, dass ich den Nebel NGC 2438 gesichtet hatte! Anschließend suchte ich noch M48 im Sternbild Wasserschlange – wieder ein Klasse Anblick durch das Erfle!
Die Füße sind schon wieder fast gefroren und ich musste eine weitere Pause einlegen. Wie meistert ihr das eigentlich wenn man nicht Zuhause beobachtet bei solchen kalten Nächten
?
Nun wollte ich mein Auge noch auf einige Galaxien richten. Habe vor einigen Jahren mal durch ein Teleskop M31 gesehen, da konnte ich wirklich schon die Strukturen erkennen. Solche Erwartungen hatte ich auch nicht für diesen Abend – zu Recht. Hatte leider diese Nacht von meinem Standort aus keine Möglichkeiten M31 aufzusuchen. Ich schaufelte mir einen Weg zur Mitte des Hofes, wo ich dann mein Teleskop platzierte, um die Sternbilder des Nordens erblicken zu können.
M81 und M82 waren meine ersten Galaxien dich ich nach kurzer Aufsuche im Blickfeld hatte. Durch mein 30mm sah M82 wie eine diffuse Kugel aus und M82 wie eine Scheibe.
Anschließend suchte ich noch weiter Objekte im Großen Bären auf: M108 und M97 waren durch das 30mm sehr schön auf einmal zu erkennen. M97 war für mich als diffuser Fleck ohne Details zu erkennen; M108 war von der Seite zu erkennen und mit dem 8mm sah man einen Lichtpunkt in der Mitte der Galaxie.
Zu guter letzt wollte ich noch die Feuerradgalaxie beobachten. Über das Doppelsternsystem Alkor & Mizar versuchte ich M101 zu erreichen - vergeblich. Jedoch beeindruckte mich der Anblick des Systems im großen Wagen durch das 30mm, da sie sehr schön in blauer Farbe leuchten! Ich beendete meine erste richtig erfolgreiche Nacht, da mir schon höllisch kalt war, auch wenn ich regelmäßig ins Haus ging, um mich aufzuwärmen (natürlich ohne das Licht aufzudrehen, nur mit meiner Stirnlampe, welche ich mit einer roten Folie bedeckt habe
). Ein weiterer Grund war das An-eisen der Linsen. Da konnte man dann nicht mehr viel sehen. Wie löst ihr das Problem? Den Deckel immer wieder rauf-/und runter zu nehmen ist ja sehr nervig!
Jetzt war es eh schon halb 2 in der Nacht und Schule hatte ich auch nächsten Tag. Die Zeit vergeht wirklich schnell wenn man so viel vom Universum sieht! Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Nacht für mich – nicht nur die faszinierenden Objekte durchs Teleskop zu sehen, auch das Auffinden fiel mir immer leichter. Weiteres war hatte ich noch nie so viele Sterne auf einmal gesehen, egal ob mit bloßem Auge oder in einem Sternhaufen durchs Teleskop. Bei uns ist es der Himmel auch sehr dunkel, da wir hier in Oberösterreich, nahe Gmunden keine große Stadt in der nähe ist. Die scheinbare Drehung des Himmels um den Polarstern konnte ich in dieser Nacht auch das erste Mal so richtig mitverfolgen.
Ich freue mich auf meine weiteren Okulare und auf die kommenden (hoffentlich klaren) Nächte!
PS: Hier noch ein paar Bilder von der vereisten Ausrüstung:
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/fs-halterungfebky.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/oazrvzu4.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/rockerboxfqa8p.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/rockerbox2y4ywg.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/suchfernrohr2ana3d.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/tubusq0aes.jpg
Gruß,
Josef
will euch hier von meiner ersten klaren Nacht mit meinem GSO Dobson 1250/250 (30mm Erfle, 8mm Expanse) berichten. Es war meine erste Chance mich mal an Deep Sky Objekte wie Sternhaufen und einige Galaxien zu machen, auch wenn ich dafür noch nicht die Ideale Objektivausrüstung habe, werde ich aber demnächst nachrüsten!
Nun war es ENDLICH wieder mal soweit - eine sternklare Nacht, leider bei -15°, aber davon lies ich mich natürlich nicht abhalten! Ich packte meinen kleinen Koffer mit den Okularen, einer Sternkarte, dem Deep Sky Reiseatlas + Reiseführer und diverse Beobachtungsprotokolle für Notizen, zog zwei Pullover, eine dicke Daunenjacke und eine Skihose an und baute mein Teleskop im Innenhof auf. Es war kurz nach 20 Uhr. Kurz mit dem Laser justiert und schon kann’s losgehen. Von unserem Hof aus sieht man genau nach Süden - am Abend fällt einem da zuerst der Orion ins Auge, welcher hoch am Himmel steht.
Am Anfang orientierte ich mich ein wenig am Orion und versuchte alle Sternbilder in seiner Umgebung zu finden – mit Erfolg. Anschließend machte ich mich an den Jupiter - wie auch schon bei meinen letzten Beobachtungen. Er ist wie immer eine Augenweide, durch mein 8mm Expanse konnte ich schön die Strukturen am Planeten selbst, sowie seine Monde beobachten. Dazu hätte ich gleich noch eine Frage: Da Jupiter ja ziemlich hell ist, wird dadurch schon die Dunkeladaption beeinflusst, oder ist das kein nennenswerter Faktor?
Mein nächstes Ziel war M42, welcher sehr leicht aufzufinden ist. Durch mein 30mm Übersichtsokular tat ich mir schwer, die einzelnen „Wolkenteile“ klar zu erkennen, bzw. ihn vom umgebenden Himmel zu trennen. Das Trapez war im 30mm schon sehr schön zu erkennen. Auch die Sterne in der Umgebung waren toll anzusehen. Durch das 8mm wurden dann die Sterne besser aufgelöst und ich konnte etwas mehr Details in den Wolken erkennen.
Jetzt war es mal an der Zeit für meine erste Pause! Trotz des warmen Tees war mir saukalt in den Füßen - ihr werdet das wohl kennen. 10 Minuten die Füße an den warmen Kamin halten, Tee nachfüllen und schon kann es weiter gehen!
Nun wollte ich erstmals einen Sternhaufen zu Gesicht bekommen – M35 war dank meinem Standort und seiner Helligkeit ein perfektes Objekt für mich als Anfänger! Im Aufsuchen bin ich natürlich noch kein Spezialist und ich musste erstmals sehen wie viel vom Himmel ich überhaupt durch mein Suchfernrohr sehe, um dann mit der Beschreibung zum Aufsuchen des Objekts im Reisführer überhaupt etwas anfangen zu können. Den M35 hatte ich relativ schnell im Blickfeld, sobald ich die 3 „Fußsterne“ des rechten Zwillings im Suchfernrohr sichtete. Durch das 30mm beeindruckte mich der Haufen schon sehr, das dicht besiedelte Zentrum war auch sehr schön anzusehen. Den lichtschwachen NGC 2158, gleich daneben, konnte ich auch erkennen, wenn auch nur ganz leicht!
Das nächste Ziel war der offene Haufen M46 und M47 im Sternbild Puppis. Das Aufsuchen über den zu dieser Zeit schon sehr tief stehenden Sirius ging schon viel leichter, da ich schon ein besseres Gefühl hatte, wie weit die Objekte am Himmel zueinander entfernt sind. Bei M47 konnte ich schön die hellsten 3 Sterne erkennen. In der Mitte fiel mir ein Rechteck mit einem Stern im Mittelpunkt auf. Das ganze ähnelte meiner Meinung etwas dem Orion – hier kann man natürlich seine eigene Fantasie spielen lassen
Die Füße sind schon wieder fast gefroren und ich musste eine weitere Pause einlegen. Wie meistert ihr das eigentlich wenn man nicht Zuhause beobachtet bei solchen kalten Nächten
Nun wollte ich mein Auge noch auf einige Galaxien richten. Habe vor einigen Jahren mal durch ein Teleskop M31 gesehen, da konnte ich wirklich schon die Strukturen erkennen. Solche Erwartungen hatte ich auch nicht für diesen Abend – zu Recht. Hatte leider diese Nacht von meinem Standort aus keine Möglichkeiten M31 aufzusuchen. Ich schaufelte mir einen Weg zur Mitte des Hofes, wo ich dann mein Teleskop platzierte, um die Sternbilder des Nordens erblicken zu können.
M81 und M82 waren meine ersten Galaxien dich ich nach kurzer Aufsuche im Blickfeld hatte. Durch mein 30mm sah M82 wie eine diffuse Kugel aus und M82 wie eine Scheibe.
Anschließend suchte ich noch weiter Objekte im Großen Bären auf: M108 und M97 waren durch das 30mm sehr schön auf einmal zu erkennen. M97 war für mich als diffuser Fleck ohne Details zu erkennen; M108 war von der Seite zu erkennen und mit dem 8mm sah man einen Lichtpunkt in der Mitte der Galaxie.
Zu guter letzt wollte ich noch die Feuerradgalaxie beobachten. Über das Doppelsternsystem Alkor & Mizar versuchte ich M101 zu erreichen - vergeblich. Jedoch beeindruckte mich der Anblick des Systems im großen Wagen durch das 30mm, da sie sehr schön in blauer Farbe leuchten! Ich beendete meine erste richtig erfolgreiche Nacht, da mir schon höllisch kalt war, auch wenn ich regelmäßig ins Haus ging, um mich aufzuwärmen (natürlich ohne das Licht aufzudrehen, nur mit meiner Stirnlampe, welche ich mit einer roten Folie bedeckt habe
Jetzt war es eh schon halb 2 in der Nacht und Schule hatte ich auch nächsten Tag. Die Zeit vergeht wirklich schnell wenn man so viel vom Universum sieht! Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Nacht für mich – nicht nur die faszinierenden Objekte durchs Teleskop zu sehen, auch das Auffinden fiel mir immer leichter. Weiteres war hatte ich noch nie so viele Sterne auf einmal gesehen, egal ob mit bloßem Auge oder in einem Sternhaufen durchs Teleskop. Bei uns ist es der Himmel auch sehr dunkel, da wir hier in Oberösterreich, nahe Gmunden keine große Stadt in der nähe ist. Die scheinbare Drehung des Himmels um den Polarstern konnte ich in dieser Nacht auch das erste Mal so richtig mitverfolgen.
Ich freue mich auf meine weiteren Okulare und auf die kommenden (hoffentlich klaren) Nächte!
PS: Hier noch ein paar Bilder von der vereisten Ausrüstung:
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/fs-halterungfebky.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/oazrvzu4.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/rockerboxfqa8p.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/rockerbox2y4ywg.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/suchfernrohr2ana3d.jpg
Link zur Grafik: http://www.abload.de/thumb/tubusq0aes.jpg
Gruß,
Josef