Ursus corpulentus
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... also raus aufs Dach, beziehungsweise in meine Kuppel. Vorher habe ich extra meinen Schwager angerufen, der im Haus hinter meinem wohnt, und hatte ihn gebeten, die Rolläden zu mir herunterzulassen, damit es dunkel ist - nichts geht über perfekte Planung!
ENDLICH!
Liebe Glasaugen,
nach Wochen schlechten Wetters endlich ein, zwei klare Nächte mit guter Sicht und ohne Mond (- selbst Miesmuscheln hat man irgendwann satt; Insiderwitz). Deswegen habe ich gestern Mittag schon meine Siebensachen in die Kuppel verfrachtet, zwei schnelle Refraktoren - einen ES AR102 f/6,5 und einen TS Apo 90 f/6,6. Letzterer soll mein neues Reisegerät werden, nachdem das letzte im Urlaub geblieben ist. Für ihn ist es first light heute Abend.
Mir ging es in erster Linie darum, auszuprobieren, inwieweit sich die 12 Millimeter weniger Öffnung bemerkbar machen.
Sie machen. Aber dafür sehe ich jetzt keine bunten Bilder mehr ab 50-facher Vergrößerung; auch nicht schlecht.
Da wieder eine Reise in die Dunkelheit ansteht und meine Ausrüstung wieder ins Handgepäck des Fliegers soll, wollte ich austesten, was ich an Okularen mitnehmen, beziehungsweise Zuhause lassen soll. Dabei tritt die aktuelle 82°-Serie von Explore Scientific gegen die 30 Jahre alten 4000er UWAs von Meade an. In Verbindung mit dem AR-102 waren das 14er und das 8.8er UWA seinen beiden Pendants von ES am Orionnebel gestern Abend merklich überlegen (mit vorgeschaltetem OIII-, beziehungsweise UHC-Filter). Die Abbildung war bei beiden einfach besser, mehr Detailreichtum, schöner aufgelöst. Ich hätte mir das nicht vorstellen können, dass es überhaupt einen solchen Unterschied gibt, ganz abgesehen davon, dass die beiden alten japanischen Scherben die hochgepriesenen Okulare der (fast) neuesten Generation dermaßen abhängen.
Die kleine AZ Pronto Montierung kommt allerdings an ihre Grenzen, denn das Gewicht der dritten Linse im Objektiv macht sich wirklich bemerkbar. Kritisch wird es, wenn eine der 82°-Astro-Handgranaten mit 30 oder 40 Millimeter Brennweite im 2-zölligen Zenitspiegel steckt – vor allem bei steilen Winkeln und mit der zusätzlich vorgeschalteten Barlow-Linse. Diese Kombi ist eigentlich schon voll im Roten Bereich, denn dann fängt die Rutschkupplung an, ihrem Namen gerecht zu werden – und rutscht.
Das war die erste Lektion in Sachen Ausrüstungszusammenstellung.
Dennoch muss das 40er ES mit (dieses hat allerdings "nur" 68°), denn der Bildausschnitt ist einfach überwältigend und mit gut 6 Millimetern AP perfekt für meine alten Augen. Bedienerfreundlich, Gewicht hin oder her. Das 30er kann somit getrost Zuhause bleiben, es wiegt außerdem noch mehr.
So weit, so gut.
Dann wollte ich, meinem perfekt geplanten Programm folgend, an Jupiter, M42, M35 und noch ein, zwei anderen, schönen Objekten den direkten vergleich zwischen dem Altglas vom Meade und den neuen Okularen wagen. Zumindest bis das Küchenlicht bei meinem Schwager anging. Er hatte freundlicherweise den Rollladen nur halb heruntergelassen. Wahrscheinlich, damit ich mich im Dunkeln da oben nicht fürchte.
Nun gut. Mein "Eulenblick" war erstmal dahin ...
Mit einem leichten Seufzer habe ich die Kuppel ein bisschen weitergedreht und das nächste Objekt angepeilt. Was soll's, man ist ja flexibel, trotz perfekter Vorbereitung.
Dann ging das Badezimmerlicht an.
Auf Augenhöhe von mir, im ersten Stock.
(Wobei sich seine Frau - meine geliebte Schwägerin - vor Kurzem ernsthaft darüber Gedanken gemacht hatte, dass ich ihren Töchtern (im Alter von 22 und 24 Jahren) beim Duschen zusehen könnte. Ich habe es versucht; es funktioniert aber rein technisch nicht. Was ich allerdings nicht thematisiert habe, in der Hoffnung, die Hühner würden sich angewöhnen, das Schei$$ Rollo 'runterzulassen, wenn sie abends ins Bad gehen. Sie tun es nicht. Eine klassische Lose-Lose-Situation also.)
Danke vielmals.
Das mit dem Licht im ersten Stock (nach dem im Badezimmer ging natürlich auch noch das im Schlafzimmer an) war um 22.34 Uhr. Seither koche ich Tee und sitze ich am Rechner und beschreibe diesen "Beobachtungsabend". Ich schätze aber, dass die Ignoranten jetzt langsam alle schlafen sollten.
Das ist gut, ich gehe jetzt nämlich wieder aufs Dach.
Denn ich muss morgen früh nicht aufstehen und arbeiten gehen, weil ich Corona* habe.
Yeeessss!
Ich bin gespannt, wie sich die alten Meades an meinem neuen Aopo machen ... to be continued
Eisige Grüße aus der wolkenlosen Nacht,
Ursus
*Die Krankheit, zur Abwechslung, nicht das gleichnamige Bier.
ENDLICH!
Liebe Glasaugen,
nach Wochen schlechten Wetters endlich ein, zwei klare Nächte mit guter Sicht und ohne Mond (- selbst Miesmuscheln hat man irgendwann satt; Insiderwitz). Deswegen habe ich gestern Mittag schon meine Siebensachen in die Kuppel verfrachtet, zwei schnelle Refraktoren - einen ES AR102 f/6,5 und einen TS Apo 90 f/6,6. Letzterer soll mein neues Reisegerät werden, nachdem das letzte im Urlaub geblieben ist. Für ihn ist es first light heute Abend.
Mir ging es in erster Linie darum, auszuprobieren, inwieweit sich die 12 Millimeter weniger Öffnung bemerkbar machen.
Sie machen. Aber dafür sehe ich jetzt keine bunten Bilder mehr ab 50-facher Vergrößerung; auch nicht schlecht.
Da wieder eine Reise in die Dunkelheit ansteht und meine Ausrüstung wieder ins Handgepäck des Fliegers soll, wollte ich austesten, was ich an Okularen mitnehmen, beziehungsweise Zuhause lassen soll. Dabei tritt die aktuelle 82°-Serie von Explore Scientific gegen die 30 Jahre alten 4000er UWAs von Meade an. In Verbindung mit dem AR-102 waren das 14er und das 8.8er UWA seinen beiden Pendants von ES am Orionnebel gestern Abend merklich überlegen (mit vorgeschaltetem OIII-, beziehungsweise UHC-Filter). Die Abbildung war bei beiden einfach besser, mehr Detailreichtum, schöner aufgelöst. Ich hätte mir das nicht vorstellen können, dass es überhaupt einen solchen Unterschied gibt, ganz abgesehen davon, dass die beiden alten japanischen Scherben die hochgepriesenen Okulare der (fast) neuesten Generation dermaßen abhängen.
Die kleine AZ Pronto Montierung kommt allerdings an ihre Grenzen, denn das Gewicht der dritten Linse im Objektiv macht sich wirklich bemerkbar. Kritisch wird es, wenn eine der 82°-Astro-Handgranaten mit 30 oder 40 Millimeter Brennweite im 2-zölligen Zenitspiegel steckt – vor allem bei steilen Winkeln und mit der zusätzlich vorgeschalteten Barlow-Linse. Diese Kombi ist eigentlich schon voll im Roten Bereich, denn dann fängt die Rutschkupplung an, ihrem Namen gerecht zu werden – und rutscht.
Das war die erste Lektion in Sachen Ausrüstungszusammenstellung.
Dennoch muss das 40er ES mit (dieses hat allerdings "nur" 68°), denn der Bildausschnitt ist einfach überwältigend und mit gut 6 Millimetern AP perfekt für meine alten Augen. Bedienerfreundlich, Gewicht hin oder her. Das 30er kann somit getrost Zuhause bleiben, es wiegt außerdem noch mehr.
So weit, so gut.
Dann wollte ich, meinem perfekt geplanten Programm folgend, an Jupiter, M42, M35 und noch ein, zwei anderen, schönen Objekten den direkten vergleich zwischen dem Altglas vom Meade und den neuen Okularen wagen. Zumindest bis das Küchenlicht bei meinem Schwager anging. Er hatte freundlicherweise den Rollladen nur halb heruntergelassen. Wahrscheinlich, damit ich mich im Dunkeln da oben nicht fürchte.
Nun gut. Mein "Eulenblick" war erstmal dahin ...
Mit einem leichten Seufzer habe ich die Kuppel ein bisschen weitergedreht und das nächste Objekt angepeilt. Was soll's, man ist ja flexibel, trotz perfekter Vorbereitung.
Dann ging das Badezimmerlicht an.
Auf Augenhöhe von mir, im ersten Stock.
(Wobei sich seine Frau - meine geliebte Schwägerin - vor Kurzem ernsthaft darüber Gedanken gemacht hatte, dass ich ihren Töchtern (im Alter von 22 und 24 Jahren) beim Duschen zusehen könnte. Ich habe es versucht; es funktioniert aber rein technisch nicht. Was ich allerdings nicht thematisiert habe, in der Hoffnung, die Hühner würden sich angewöhnen, das Schei$$ Rollo 'runterzulassen, wenn sie abends ins Bad gehen. Sie tun es nicht. Eine klassische Lose-Lose-Situation also.)
Danke vielmals.
Das mit dem Licht im ersten Stock (nach dem im Badezimmer ging natürlich auch noch das im Schlafzimmer an) war um 22.34 Uhr. Seither koche ich Tee und sitze ich am Rechner und beschreibe diesen "Beobachtungsabend". Ich schätze aber, dass die Ignoranten jetzt langsam alle schlafen sollten.
Das ist gut, ich gehe jetzt nämlich wieder aufs Dach.
Denn ich muss morgen früh nicht aufstehen und arbeiten gehen, weil ich Corona* habe.
Yeeessss!
Ich bin gespannt, wie sich die alten Meades an meinem neuen Aopo machen ... to be continued
Eisige Grüße aus der wolkenlosen Nacht,
Ursus
*Die Krankheit, zur Abwechslung, nicht das gleichnamige Bier.