Etwas größeres Teleskop gesucht

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Loony

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Hallo allerseits,

ich bin blutiger Anfänger was die praktische Beobachtung angeht. Hab vor 5 Jahren ein Kaufhausteleskop geschenkt bekommen (NP ca. 150 DM; 3x durchgeguckt und in die Ecke geknallt, da jeder Stern grundsätzlich in allen Regenbogenfarben abgebildet wurde - bei einem Reflektor!!!!!)
Da ich mich aber seit meiner Kindheit für Astronomie interessiere, bin ich nun seit 5 Jahren (kein Witz!) auf der Suche nach was Anständigem.
Das Problem ist: Je mehr ich mich 'informiere', desto mehr bin ich verwirrt. Selbst Händler sind unterschiedlicher Meinung. Wohnort in etwas aufgehelltem Himmel. (Städchen/Vorort)
Also, was suche ich eigentlich??
ein Planeten- und Deep Sky-Gerät, vorerst (aber nicht nur) für visuelle Beobachtung. Möglichst mit GOTO und wenn möglich soll es auch noch schick aussehen. Habe hohe Ansprüche!!
Budget: bis 3000 € (Kein Kunststück, wenn man 5 Jahre spart)

Meine erste Idee war: 6' Meade LX55 Achromat . ein Händler hat davon abgeraten, da f/8 und daher Farbfehler zu groß

2te Idee: 8' oder 10' Meade LX55 Schmitt-Newton. Sollen ja ganz vernünftig sein. Aber: eher für Astrofotografie wegen großer Obstruktion.

OK, dann eben doch ein 8''SC von Meade(LX90) oder Celestron(Nexstar): Aber, was lese ich da: die Dinger sollen eine Netto-Kontrastöffnung von nur 3' sowie eine Netto-Lichtsammelöffnung von nur 5.5' haben. Schock!
Ich bin also wieder am Anfang meiner Überlegungen, will aber keine weiteren 5 Jahre warten ( wobei ich dann wohl 6000€ zur Verfügung hätte).

WER KANN MIR HELFEN??????

PS: Newton mag ich nicht so, wegen dem offenen Tubus. Sehen irgentwie billig aus. So ein 12'Dobson passt optisch auch nicht wirklich in mein Wohnzimmer

Schöne Grüsse und danke im Vorraus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
 
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Re: Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hi,

na mit einem 6 Zoll Achromaten oder ggfs. Neoachromaten von Vixen liegst du doch dann gar nicht schlecht.

Das mit dem Farbfehler bei f/8 würde ich jetzt nicht überbewerten. Vorallem nicht beim Neoachromaten. Und es gibt ja Filter, die den Farbfehler deutlich reduzieren.

Das SC würde ich nur in Erwägung ziehen, wenn ich viel Fotografiere und es dabei hauptsächlich (zu dunklewm Himmel) transportieren muß.

BTW: Mein 10 Zoll f/6 Starsplitter Dobson (oben zu mit schwarzer Staubschutzkappe) und sehr schöner Holz-Rockerbox macht auch im Wohnzimmer einen guten Eindruck!
 
Hallo Loony!

Was hast Du denn für ein Kaufhausteleskop?
Bevor man das billigte Teleskop in die knallt, sollte man erstmal gucken, woran es liegt.
Mit guten Okulare habe, sehe ich meinem Tchibo-Newton auch keine Regenbogenfarben mehr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Das mit dem "Sich informieren" kenne ich, wobei man bei 3000 EUR natürlich eine gewisse Auswahl hat.

Auch Du scheinst auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau zu sein.

Oft hilft es, einfach mal zu überlegen, was man wohl am häufigsten machen wird.
Fotografie oder visuell?
Ich schätze ersteres, oder? Ich weiß es nicht.

Zitat
"Newton mag ich nicht so, wegen dem offenen Tubus. Sehen irgentwie billig aus."

Das kann man so nicht sagen.

Schau Dir mal die Gitterrohrdobsons von Stathis Kafalis an.
Die sehen weder billig aus, noch sind sie billig.;)
Es sind Meisterwerke, für mich jedenfalls.

Gegenüber den SC haben Newtons einen Vorteil: Sie SIND billiger, und man kann sie justieren.
Sollte ein SC nämlich durch Stoß dejustiert sein, können die Newtonianer, wenn ihnen das Gleiche

passiert, nach etwa 10 Minuten wieder beobachten, während sich Dein SC auf den Weg zu einem Experten, evtl. sogar zum Hersteller machen muss....

Also, überleg Dir einfach, was Du am häufigsten tun wirst, danach würde ich urteilen.

Grüße
Thomas
 
Hi Loony,

dass Dir verschiedene Händler zu verschiedenen Telekopen raten, ist nur eine Folge der Tatsache, dass es das ideale Telekop nicht gibt, sondern nur viele gute Lösungen, unter denen sich pro speziellem Anwendungsfall eine oder mehrere positiv herausheben können.

Also wenn Du mich fragst, würde ich nicht (wieder) gleich so gross einsteigen. Selbst wenn Du die 3000 Euro unbedingt unter die Leute bringen willst: Das Risiko, etwas zu kaufen, was Dich auf Dauer nicht zufriedenstellt ist nace bei 100%. Wenn Du dann durch ein (oder meherer) weitere Teleskope das Spektrum komplettieren kannst, ist das der gute Fall. Wenn aber das eingangs erworbene teure Stück dann in der Ecke steht, wirds auch bei reichlich gefülltem Geldbeutel bitter.

Deswegen würde ich, wenn ichs nochmal machen müsste, wirklich mit einem einfachen und billigen Gerät ohne jeden Schnickschnack einsteigen. Kurz gesagt, ich würd mir erstmal nen 8" Billig-Dosbso holen und lernen, mich am Himmel zurechtzufinden. Die vhm. grosse Öffnung beschert ziemlich schnelle Erfolgserlebnisse. Ein Steinchen im Puzzle zum bei-der-Sache-bleiben. Nach einiger Zeit hätte ich dann etwas mehr Einsehen durch praktische Erfahrung und könnte mit weniger Risiko eine Entscheidung für was "Besseres" treffen.

Kleiner solltest Du nicht einsteigen, da Du ja Dein Kaufhausteleskop wohl recht rasch in die Ecke geknallt hast. Vermutlich hätten ein, zwei brauchbare Okulare und etwas Angstschweiss beim Justieren ganz Erstaunliches aus Deinerm Gerät herausholen können... Siehe dazu z.B. die Tchibo FAQ von Michael Hahn.

Wäre auch eine gute Idee, mal auf ein Teleskoptreffen zu gehen und sich verschiedene Geräte anzuschauen...

Aber ganz unabhängig davon, was Du dir als Gerät aussuchen wirst, um ein wenig Ausdauer wirst Du nicht herumkommen, auch wenn Du gross und teuer einsteigst.

Viele Grüße vom
 
Hallo,
ich kann mich der Meinung von "Mainzelmann" nur anschließen. Du steigst ja praktisch "neu" in die Beobachtung ein, da ist es sicherlich schwierig heute schon zu wissen, was man morgen mit seinem Fernrohr wirklich machen will. Wenn man mehr visuell schauen will, ist ein Dobson nicht schlecht, wenn man fotografiern will, muß es schon was auf einer guten Montierung sein.

Ich würde es an Deiner Stelle erstmal wieder mit einem preiswerteren teleskop probieren, denn "jedes Teleskop hat seinen Himmel". Ich hatte als Schüler auch mit einem 60mmm Kaufhausteleskop angefangen. Als ich das erste Geld verdient habe, bin ich auf ein Bresser Uranus (100mm Refraktor) umgestiegen. Der hat damals so um die 1000 DM gekostet. Und es hat Jahre gedauert, bis ich nach meiner eigenen Meinung an die "Grenzen" dieses Rohrs gekommen bin und wirklich eine größere Öffnung brauchte. Jetzt bin ich auf ein C8 von Celestron umgestiegen. Und werde sicherlich wieder Jahre brauchen, bis ich alle Möglichkeiten, die mir nun dieses Gerät bietet, ausgereizt habe. Denn ich hbe ja auch noch ein paar andere Hobbies oder Verpflichtungen, man kann eben nicht jeden Abend draußen sein. Und wenn man mal Zeit hat, regnet es oder....

Für deutlich unter 1000 Euro bekommst Du heute z.B. die kleineren Nexstar geräte, welche Dir durch die goto Führung schon eine ganze Menge am Himmel zeigen können. Mit einem Dobson hast Du fürs gleiche Geld noch mehr Öffnung, mußt aber sicherlich mehr lernen über die richtige Orientierung. Bis Du die Möglichkeiten dieser Geräte ausgereizt hast, werden schon viele, viele Beobachtungsabende vergangen sein.

Probier doch erstmal mit diesen einfachen Geräten aus, ob Du z.B. wirklich fotografieren willst.Das braucht nämlich schon eine ganze Menge Geduld und auch die eine oer andere Mark fürs richtige Zubehör.

Hast Du diese Geduld?

Es wäre schade und wirklich eine schlechte Investition, wenn Du Dir für 3000 € ein zwar sicherlich tolles Gerät hinstellst, aber es wegen schlechten Wetters und des Aufwands (Gewicht!? Größe?) dann doch nur ein oder zweimal im Jahr tatsächlich nutzen würdest.

Liborius

 
Hi Loony,

ich denke auch, daß Du als erstes ein Experimentierfernrohr brauchst.
Stell Dir mal vor, Du hättest Dir das LX 90 andrehen lassen - für Fotografie eine Katastrophe, denn dieses Gerät ist azimutal Montiert und erzeugt so für Langzeit-Belichtung eine Bildfeld-Drehung. Die kann bei so einem Gerät nur mit dem schweineteuren Bildfeld-Derotator behoben werden...

Allerdings, Du schreibst "habe hohe Ansprüche" und Goto möchtest Du auch. Das arme Billigteleskop wurde in die Ecke geknallt...
Folgendes: Gerade und ganz besonders Astrofotografie ist ein Hobby für Leute mit Durchhaltevermögen und festem Willen.
Es gibt praktisch (und in Deiner Preisklasse schon gleich gar nicht) kein Gerät, daß sofort perfekt zur Astrofotografie geeignet wäre. Ausnahme: Planeten- und Mondfotografie. Aber auch in diesem Bereich will die Technik gelernt sein!

Und auch wenn es um Beobachtung geht - Dir ist doch klar, daß es Nachts noch viel kälter und dunkler ist, als draussen? Der Satz ist mit Absicht so krumm.
Astronomie ist nunmal kein Hobby fürs geöffnete Dachfenster. Da klemmt man sich mit viel Entschlossenheit hinter das Teleskop, sucht sein Objekt selbst anhand der Karte und versucht möglichst viel zu erkennen. Das ist bei allen Teleskopen gleich, mit der Grösse wächst nur die Objektauswahl.

Meiner Meinung nach ist deshalb das beste Einsteigergerät mit unübertroffener Allround-Leistung der 114/900 Newton auf einfacher parallaktischer Montierung.
Damit hat man:
- die hellen Messier-Objekte für DeepSky
- befriedigend bis gute, bei excellenter Justage sehr gute Planetenleistung
- Die Chance, von Hand mit biegsamer Welle 5 Minuten eine Kamera mit Tele (bis 135mm) nachzuführen
- mit der Webcam tolle Planetenbilder, z.B. auf Jupiter GRF, Schattendurchgänge, am Saturn Cassiniteilung, Bauchbinde... - könnte aber ohne Motor schwierig sein.
- chemische Mondfotos

Vor Regenbogen bist Du auch da nicht gefeit, wenn Dir beschissene Okulare beigelegt wurden. Für ein 114/900 Newton empfehle ich, einfache Plössl-Okulare zu verwenden. Die sind bei f/8 erste Sahne scharf.

Clear Skies
Sven
 
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Und auch wenn es um Beobachtung geht - Dir ist doch klar, daß es Nachts noch viel kälter und dunkler ist, als draussen? Der Satz ist mit Absicht so krumm.
Astronomie ist nunmal kein Hobby fürs geöffnete Dachfenster. Da klemmt man sich mit viel Entschlossenheit hinter das Teleskop, sucht sein Objekt selbst anhand der Karte und versucht möglichst viel zu erkennen. Das ist bei allen Teleskopen gleich, mit der Grösse wächst nur die Objektauswahl.

Na das klingt ja aber arg martialisch. Man kann auch bei bei geöffneten Dachfenster spechteln, man muss aber dann auch mit gewaltigen Einbussen bei der Sichtqualität durch die wabernde Luft rechnen. Ich fahre auch mal 50 km raus zu den Wildschweinen und den jähzornigen Jägern, werde dort mit einer fantastischen Sicht belohnt, aber man muss dann auch Lust dazu haben. Manchmal reicht es mir völlig, ohne Hintergedanken mit dem Teleskop über die Sternenfelder zu streichen, ganz ohne Entschlossenheit möglichst viele Doppelsterne auf einmal zu identifizieren. Die erträgliche "Leichtigkeit des Seins" der Birgit ist mir dabei immer ein Vorbild. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hi Loony,
viel ist ja hier schon gesagt worden. Zum LX55 6 Zoll-Refraktor kannst Du ja mal meinen Kurzbericht vom 15.Feb. auf der Teleskope-für-Fortgeschrittene Seite nachlesen. Das ist auch schon das größte Instrument, das ich auf diese Montierung setzen würde. Zudem bliebe dann noch reichlich Geld für gutes Zubehör (Okulare) übrig. Vielleicht geht ja auch erstmal ein kompaktes Teleskop, auch als Reiseinstrument, und später dann ein richtig großes, wenn man seine astronomischen Vorlieben gefunden hat.
Reiseteleskope werden hier an anderer Stelle auch sehr ausführlich behandelt.
Gruß Roland
 
Hallo,

warum nur einen Tubus kaufen? Nur eine Idee von mir ;-). Für 3000 Euro stehen Dir bereits eine Menge Türen offen. Du möchtest Planeten beobachten und gleichzeitig brauchst Du die Öffnung für Deep Sky. Ich erzähl wohl keine wissenschaftliche Neuheit wenn ich sage, dass absolute ?allesbeobachtende? Gerät gibt es nicht.

Aus diesem Grund kaufe Dir eine relativ solide Montierung (GP, GP-DX, LXD-55, EQ-6 o.ä.). Möchte in diesem Zusammenhang aber keine Diskussion zu den Montierungen lostreten. Selbstverständlich haben die genannten Exemplare differenzierte Ansprüche und auch Preisklassen (GoTo ist vorhanden oder nachzurüsten).

Als Tubus erwirbst Du einen 8 Zoll Newton (auch wenn er für Dich nicht schön aussieht ;-)). Parallel kannst Du Dir einen Achromaten zulegen. So hast Du Planeten und Deep Sky versorgt. ?Einwand, dann passt das Budget nicht mehr!? Also, Augen offen halten, auf dem Gebrauchtmarkt aktiv werden und Messen besuchen. Ich denke für 3000 Euro kannst Du Dir ein schönes ?Set? zusammenstellen. Es bleibt auch noch genügend Geld für Zubehör übrig.

Dieses Posting hat Dir bei Deiner Wahl wahrscheinlich nicht geholfen (ggf. noch mehr verwirrt ;-)), dafür könnest Du alle Deine Wünsche erfüllen! Trotzdem bin auch ich der Meinung, Du sollest unbedingt vor dem Kauf Amateurastronomen und Teleskoptreffen aufsuchen, um durch unterschiedliche Instrumente zu beobachten. Auch über einen längeren Zeitraum. Es wäre wirklich schade, 3000 Euro ?in den Sand zu setzen? und dieses/diese Teleskop/e in die Ecke zu stellen.

In diesem Sinne viel Spaß bei der Suche und sternenklare Nächte,



Christoph Lohuis.

NightSky - Die Astronomiezeitschrift
 
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