Extremrauschen bei sommerlichen Temperaturen.

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eckehardt70

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Hallo,

habe dir klare Nacht genutzt, um ein paar Aufnahmen mit der 600da am 250/1200 Newton zu erstellen.
Die Einzelbilder waren schon extrem verrauscht, und das Summenbild aus 16x7min bei 800ASA ist auch nur ein Rauschbild.
Bei ähnlichen Einstellungen ist mir das so nicht bekannt. Die Sensortemperatur betrug nach Exif Daten 32°C und die Außentemperatur gegen Mitternacht etwa 21°C.
Das das Rauschverhalten mit steigender Temperatur zunimmt ist klar, aber das die Rohbilder im Hochsommer nicht mehr zu gebrauchen sind ist mir neu.
Tritt das Problem bei euch auch so extrem auf. Gibt es Lösungsansätze, außer dem Kauf einer gekühlten CCD Kamera.
Da ich befürchte, man kann nichts machen, werde ich heute Abend mit dem Dobson losziehen ;-)

Habe mal 2 Bilder angehangen, die das Problem verdeutlichen.
Ausschnitt aus NGC7000 ( Cygnus Wall) Einzelbild und 16x7 min addiert.
Link zur Grafik: http://thomas.frankcoburger.de/pictures/Rauschen_32C.jpg

verkleinertes Rohbild
Link zur Grafik: http://thomas.frankcoburger.de/pictures/Rauschen_32C_voll.jpg

Gruß
Thomas




 
Hallo Thomas,

Außer Dichtern und Darks bzw. Bias Abzüge zu machen, fällt mir nicht viel ein. Ich nutze ja auch ne 600da, aber nur bei iso 400, meine Subs rauschen zwar auch, wie deine, aber in Summe geht es noch.
Mein Hantelnebel ist bei ähnlichen Temperaturen entstanden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Thomas,

also das Rauschen im Rohbild sehe ich grundsätzlich ein, so haben die Übersichtsaufnahmen meiner 60D bei 32 Grad Sensortemperatur gestern auch ausgesehen.

Was mich mehr irritiert ist das gleichmässige Muster dass Du im Summenbild erhälst. Mir kommt das aus meinen Anfangstagen mit DeepSkyStacker recht bekannt vor, kann mich aber nimmer erinnern was ich damals an DSS falsch gemacht hatte.

Geh mal wie Sodiac meinte mit Bias und Darks ran, die kannst ja bei gleicher Sensortempertur auch jetzt noch machen, und schau ob sich daran was verbessert.

Tom
 
Hallo Thomas

Gegen das Rauschen (nicht nur bei 32 Grad Sensortemperatur) helfen nur viele, oder sehr viele Aufnahmen. Das bedeutet allerdings eine viel höhere Gesamtbelichtungszeit.

Außerdem ist Dithern sehr wichtig! Allerdings nicht nur 1 oder 2 Pixel, sondern etwas großzügiger (12 - 16 Pixel)

LG
Thomas
 
Hallo Thomas,

Meine Aufnahmen sahen Gestern bei 40 Grad Kameratemperatur noch viel schlimmer aus.

Passende Darks entfernen das rauschende Fest.

Natürlich ist dort, wo das Rauschen war kein Signal. Also müssen mehr Einzelbelichtungen gemacht werden und beim Dithern, wie Tommy schrieb, die Pixelanzahl erhöhen.

Ich habe Gestern auf 12 Pixel erhöht.

Liebe Grüße
Heiko
 
Also Leute.

Alles was recht ist, aber bei 12-16 px Dithern bei einem 18 MPix-Sensor da kann ich doch gleich einen Weichzeichner verwenden. !!
Und seit wann kann man denn mit Darks Rauschen entfernen = das S/N Verhältnis erhöhen ????
 
Hallo Peter,

Warum sollte das Bild durch dithern weichgezeichnet werden?
Das Einzige, was passiert ist, daß der Stackingrand, der weggeschnitten werden muß größer wird.

Darks entfernen nicht das Sensorrauschen?
Warum verschwinden dann die Rauschpixel, wenn ich das Dark von Light subtrahiere?

Vielleicht kannst Du das genauer erläutern.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo Freunde der Nacht,

freut mich, das ihr mir mit rat zur Seite steht. Danke dafür.
Ja Dithern habe ich schlicht und ergreifend vergessen und die Darks mache ich gerade bei annähernd gleichen Temperaturen im Garten.
Ich probiere einfach aus, ob sich was verbessert. Kann nur besser werden.
Dithern verschmiert nicht das Bild. Man verliert nur etwas an Bildfeld. Die Montierung lief gestern sehr genau und es war totoal windstill. Die Einzelbilder liegen fast exakt übereinander und das kann die Muster im Summenbild erklären.

Ja viele Einzelaufnahmen würde ich ja machen, wenn ich nicht immer in die Pampa fahren müsste. Nach 2max 3h Belichtung mache ich mich Müdigkeitsbedingt auf den Rückweg. Das ich über mehrere Tage dranbleiben kann, gibt meist das Wetter oder die Freizeit nicht her.
Wohl dem, der eine Sternwarte in einer dunklen Gegend hat.
Mich wundert nur, wie stark das Rauschen bei zunehmender Temperatur zunimmt. Bei den Summenbilder bei Temp. um 10°C
ist der Hintergrund schwarz und "glatt".
Ist ja auch bald vorbei mit der Hitzewelle und beim nachsten mal wird gedithert und gedarkt ;-)

Danke nochmal für eure Anregungen und Tips.

Gruß
Thomas




 
Hallo Thomas,

Der Anstieg des Rauschens mit steigender Temperatur ist in der Tat beeindruckend.

Zum Glück lässt es sich mit Darks und vielen Einzelaufnahmen sehr gut in den Griff bekommen.

Ich habe mal eine Animation erstellt, in wie weit sich Darks auswirken.

Link zur Grafik: http://cdn.astrobin.com/images/6422/2016/a0897afd-4b7b-4835-8fa7-7a9584c5defc.gif

Ich denke, das veranschaulicht ganz gut, daß man ruhig Darks machen sollte.
Besonders bei hohen Temperaturen und langen Einzelbelichtungszeiten.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hallo Heiko,

na wenn das keinen Unterschied macht! Den Unterschied hätte ich so stark allerdings nicht erwartet.
Vielen Dank für die anschauliche Animation.
Meine 600D macht gerade im Keller jede Menge Darks bei 21°C, zufällig genau der Temperatur der Aufnahmenacht.
Mal sehen, ob sich auch so ein Qualitätssprung darstellen lässt.

Gruß und CS
Thomas
 
Hallo Heiko.

Ich glaube, da liegt ein kleiner Irrtum vor.

Natürlich sind Darks sehr nützlich, um Aufnahmefehler zu mindern oder auszugleichen wie z.B. die Interferenzstreifen in Deiner H-Alpha-Aufnahme. Das Rauschen wird damit aber nicht beseitigt oder vermindert, allenfalls durch das Rauschen des Darks bzw. Masterdarks überlagert.

Rauschen läßt sich nur durch mehrfaches Mitteln [n] vermindern und dadurch das Signal-Rausch-Verhältnis um n^1/2 verbessern. Deshalb eine möglichst lange Bilderserie fertigen und diese stacken.

Dies gilt übrigens nicht nur für die eigentliche Bildserie sondern auch für Darks, aus denen dann ein Masterdark erstellt wird, bevor es von den zu mittelnden Bildern subtrahiert wird.

Deine Animation zeigt lediglich die kombination zweier verrauschter Aufnahmen, die als RGB-Bild abgespeichert wurden, aber s/w-Aufnahmen sind. Zudem scheint mir, daß diese Aufnahmen nicht mit einer EOS mit APS-C-Sensor gemacht wurden.

Es wäre schon hilfreich zur Beurteilung, wenn auch die Aufnahme- und Kameradaten angegeben würden.
 
Hallo Peter,

Die Aufnahmen sind mit meiner modifizierten EOS600D und Astronomik 12nm Ha Clipfilter gemacht.

48x1200" ISO800

Das entstandene gestackte RGB in Greyscale umgewandelt.

Einmal ohne Darks gestackt und einmal mit Darks.

Auf den gleichen Wert gestreckt und Crops von dem selben Ausschnitt angefertigt. Als Gif animiert.

Liebe Grüße
Heiko

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Tjaja, das Rauschen im Sommer...
Ich habe im tiefsten Winter bei meist unter -10°C mit der Astrofotographie begonnen (auch SLR, APS-C). Dann aufgrund des Wetters im Frühjahr eine Pause eingelegt und irgendwann im Sommer mal wieder eine Aufnahme bei ~20°C nachts gemacht. Da ist mir genau wie dir die Kinnlade runtergefallen, ob des dramatischen Rauschens :-)

Viele Grüße,
Johannes
 
Hallo Leute

Peter und Heiko reden von 2 verschiedenen Sachen.

Rauschen ist zufällig, es kann, wie Peter richtig schrieb, durch Mitteln mehrerer Aufnahmen vermindert werden. Kann aber auch durch die Kalibrierung ins Rohbild reingerechnet werden, wenn man zu wenige Darks, Flats und Bias verwendet (dagegen hilft Dithern auch)

Das was Heiko mit Darks verringert, wird zwar landläufig als "Rauschen" bezeichnet, ist aber keines. Das sind Artefakte oder Fehler des Sensors, entweder einzelner Pixel, Pixelgruppen (Hotpixel, Coldpixel und Zwischenstufen) oder großflächige Störungen am Sensor (Streifen, Bögen usw.). Diese sind auch nicht zufällig verteilt, sondern immer an der gleichen Stelle.

Sieht man gut an Heikos "verrauschten" Bild: kleinere Flecken, die durch einen Versatz zwischen den Aufnahmen (Einnordung?) in die Länge gezogen wurden. Diese Fehler kann man sehr gut mit Darks eliminieren.

LG
Thomas
 
Guten Abend,

heute wird es nichts mit spechteln, da gerade ein Gewitter durch ist und noch ein paar folgen sollen.
Ich habe mal die 10 Darks aus dem Keller mit unter die Aufnahmeserie gehangen und DSS rechnen lassen.
Die Sensortemperatur war mit 34°C allerdings um 2 Grad höher als auf dem Acker.
Mit den Kellerdarks sieht das ganze viel freundlicher aus. Den unterschied hätte ich so nicht erwartet.
Die Struktur ist natürllch noch vorhanden, da hätte der Harken am MGEN bei Dithern geholfen;-)
Jetzt helfen nur noch mehr Aufnahmen!

Links nur Lights gestackt. Rechts Lights + 10 Darks ( alles 7min bei 800 ASA 600da)

Link zur Grafik: http://thomas.frankcoburger.de/pictures/Rauschen_mit_Dark_32C.jpg
CS
Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ganz normales Rauschen fürn Sommer. Hier helfen nur die angesprochenen Mittel, v.a. viele Frames und das Leben mit mehr Rauschen im Endbild. Wegen Schlafproblem. Einfach Isomatte und Schlafsack einpacken und unter freien Himmel campieren. Ist wunderschön.
 
Hallo Tommy,

Vielen Dank für Deine Erläuterung und Aufklärung.

@Thomas

Na guck, schaut ja schonmal besser aus.

Die noch verbliebenen Streifchen gehen dann mit Dithering weg. Also beim nächsten mal.

Ich weiß nicht welche Einstellungen Du in DSS benutzt.

Diese hier haben sich bewährt:

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Unter Stacking Parameter/Lights/Hintergrund Kalibrierung?
Unbedingt "pro Kanal" einstellen, und unter Optionen Kalibrierungs-Mathode "rational"
und RGB-Hintergrund Kalibrierungs-Methode "keine".

Bei Stacking Einstellungen:

Ergebnis: Standardmodus
Light: Kappa Sigma Clipping
Dark: Kappa Sigma Clipping, Hot Pixel erkennen und entfernen, Dark Optimierung
Flat: Kappa Sigma Clipping
Bias: Kappa Sigma Clipping
Ausrichtung: Automatisch
Kosmetik: Nichts auswählen!!!!


Bei RAW/FITS DDP Einstellungen:

Nur AHD auswählen.
---------------------------------------------

Ich freue mich aufs fertige Bild.

Liebe Grüße
Heiko
 
Hi,

ich fotografiere ich mit einer 600D, beider aber aktiv gekühlt. Die Kühlung schafft ca. 25° Delta.
Letzte Woche ging mir mal der Saft aus, so das ich ein Bild noch ungekühlt gemacht habe. Der Unterschied ist eklatant. Anscheinend ist gerade die 600D sehr empfänglich für die Sommerlichen Temperaturen. Dithering hilf da schon, aber dazu braucht mal auch viele Bilder damit das gut funktioniert.
Ich schaue mal ob ich das ungekühlte Bild noch finde, dann zeige ich mal den Vergleich.

Gruß Markus
 
Auch ich habe bis vor kurzem mit einer ungekühlten 450D fotographiert. Letztes Jahr im August bei fast 30° zu Beginn der Dunkelheit war das Rauschen enorm.
Letzte Woche zur Hitzeperiode hatte ich dann eine gekühlte ATIK Kamera im Einsatz, ebenfalls bei fast 30° zum Beginn der Session. Konnte Sie dann auf gut 0° runterkühlen. Damit habe ich das Rauschen in den Griff bekommen.

Es hilft eigentlich nur kühlen, oder deutlich länger belichten. Allerdings sind meine Nächte mit guten Bedingungen sehr rar, da möchte ich das Maximum rausholen :).
 
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