NeutraleNull
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Hallo zusammen,
mir kam gestern Mittag urplötzlich der Gedanke, hey in den meisten Computerspielen und in vielen Programmen gibt es Hilfmodi für Farbenblinde, die Farben entsprechend anpassen. Was ist eigentlich mit der Astronomie? Denn gerade Rot-und Grünschwäche sind die am häufigsten vorkommenden mit zusammen über 5% der männlichen Bevölkerung. Aber genau diese Farben, Rot und Grün, sind diejenigen die wir am meisten aufnehmen durch Wasserstoff Emissionen im roten Bereich und Sauerstoff im grünen Bereich.
Ich selber habe eine Grünschwäche, die mir unter anderem, eine Karriere als Fluglotse unmöglich gemacht hat, mich im Alltag eigentlich nicht beeinträchtigt. Wie auch, wenn man es anders nicht kennt. Hier stellte ich mir aber die Frage, ist das bei der Bildbearbeitung ist das ein Problem? Denn Leute mit Probleme in der Farbwahrnehmung werden Bilder anders Farblich saturieren und anpassen, als es normalsichtige tun. Mir bleibt immer noch gut im Gedächtnis in der Grundschule einen Hasen grün angemalt zu haben.
Bevor ich jetzt zu meinen Tests komme zunächst ein kleiner Exkurs um alle auf den selben Stand zu bringen was Farbenblindheit überhaupt bedeutet.
Farbenblindheit, auch als Farbsehschwäche bezeichnet, bedeutet nicht unbedingt, dass eine Person überhaupt keine Farben wahrnehmen kann. Vielmehr ist es oft eine Schwäche in der Wahrnehmung bestimmter Farben. Diese Schwäche variiert stark in ihrer Intensität.
Die häufigsten Formen der Farbsehschwäche sind die Rot-Grün-Sehschwächen, zu denen Deuteranomalie (verminderte Empfindlichkeit für Grün) und Protanomalie (verminderte Empfindlichkeit für Rot) gehören. Eine weitere Form ist die Tritanomalie, eine Schwäche in der Wahrnehmung von Blautönen.
Diese Farbsehschwächen kommen durch Variationen oder Defekte in den Photorezeptoren des Auges zustande, die als Zapfen bekannt sind. Menschen haben normalerweise drei Typen von Zapfen, die empfindlich für langwelliges Licht (rot), mittelwelliges Licht (grün) und kurzweiliges Licht (blau) sind. Defekte oder fehlende Zapfen führen zu den verschiedenen Formen der Farbsehschwäche. Das bedeutet auch das die Farbfehlsichtigkeit nicht heilbar ist, allerdings gibt es auf dem Gebiet Forschungen mithilfe CRISPER die Gensequenzen auszutauschen. Bereits mit Erfolg an Resusaffen getestet).
An der Stelle der Einwurf: Falls ihr schon mal von diesen Gläser wie Encroma gehört habt, die angeblich helfen sollen oder die Wahrnehmung ganz wiederherstellen; das ist alles ein ganz großer Schwindel. Was nicht da ist kann auch nicht wiederhergestellt werden mit irgendwelchen Farbfiltern. Man reduziert höchstens den Kontrast weiter indem man versucht andere Farben zu filtern.
Bei einer Grünschwäche wie der Deuteranomalie sind nicht nur die Grüntöne betroffen, sondern auch die Wahrnehmung von Rot- und Brauntönen sowie deren Kontraste. Das liegt daran, dass die Zapfen, die für die Wahrnehmung von mittelwelligen Licht (grün) zuständig sind, auch auf andere Wellenlängen in der Nähe dieser Farbspektren reagieren.

Quelle: A Comprehensive Guide to Different Types of Colour Blindness
Falls ihr euch jetzt fragt ob ihr selber eine Grünschwäche habt, dann werft einen Blick auf diese Ishira Farbtafel. Dies ist mit der gänigste Test auf eine Farbschwäche.

Quelle: Rot-Grün-Sehschwäche – Infos | Kontaktlinseninfo.de
Leute mit einer Rot-Grünschwäche werden hier verzweifelt die Zahl suchen (mich selber eingeschlossen).
Aber was bedeutet das nun konkret für die Astronomie, insbesondere der Astrofotographie?
Ich habe eine meiner letzten Aufnahmen genommen und durch ein Tool gejagt um die Farben entsprechend zu verarbeiten.
Hier einmal das Originale Bild, von mir bearbeitet (man beachte ich habe eine Grünschwäche)
Hier eine für Grünschwäche angepasste Version. Für mich sind die Roten Töne deutlich besser zu erkennen. Jemand ohne Grünschwäche sieht das eher Orange
Hier eine Simulation für normalsichtige, wie das Bild in etwa für mich aussehen könnte.
Betrachte ich die Version für Grünschwäche kommt mir das Bild etwas übersaturiert vor und ich frage mich dementsprechend ob die originale Version das für normalsichtige ebenfalls ist.
Betrachten wir nun noch zwei daltonised (angepasste) Versionen für Rotschwäche und für Blauschwäche.
Hier die für Rotschwäche (Protanope) angepasste Version.
Hier die Blauschwäche (Tritanope) angepasste Version.
Zufälligerweise konnte ich das bereits mit jemanden austesten der eine komplette Tritanope hat. D.h. hier sind keine Zapfen vorhanden die das blaue Licht verarbeiten können. Für diese Person war die Tritanope angepasste Version eindeutig am besten.
Interessanterweise sind seine Bilder ähnlich dieser Version gefärbt und kontrastiert.
Deswegen auch der Aufruf, wenn ihr merkt das ein Bild sehr komisch Farbkalibriert ist. Das ist nicht um bedingt ein Zeichen schlechten Geschmacks oder technischem Unverständnisses, sondern vielleicht einfach ein Zeichen das hier eine Farbenblindheit vorliegt.
Ich hoffe ich habe mit diesem Beitrag jetzt keine persönlichen Krisen ausgelöst, da jemanden die Farbschwäche noch gar nicht bekannt war
Falls ihr es selber mal an euren Bildern ausprobieren wollt, dann könnt ihr es gerne mit meinem Tool ausprobieren: Image Converter
Geht mit allen JPG und PNG Bildern bis 50mb. Ihr könnt sowohl eine Simulation erstellen, als auch für Farbenblinde eine angepasste Version erstellen.
Eine letzte Anmerkung noch. Farbe ist sehr subjektiv und für jeden Menschen einzigartig. Ich wollte euch hier mal einen Einblick in die Welt der Farbenblindheit geben und welche Bedeutung dies auch für die Astronomie hat. Im Alltag erwischt man öfter schon mal Situationen, bei denen man sich gewünscht hätte Sachen wären anders gefärbt gewesen. Sei es Legenden die einem nicht sonderlich kontrastreich erscheinen oder Overlays am Computer in z.B. Computerspielen.
In dem Sinne, Clear Skies,
Oliver
mir kam gestern Mittag urplötzlich der Gedanke, hey in den meisten Computerspielen und in vielen Programmen gibt es Hilfmodi für Farbenblinde, die Farben entsprechend anpassen. Was ist eigentlich mit der Astronomie? Denn gerade Rot-und Grünschwäche sind die am häufigsten vorkommenden mit zusammen über 5% der männlichen Bevölkerung. Aber genau diese Farben, Rot und Grün, sind diejenigen die wir am meisten aufnehmen durch Wasserstoff Emissionen im roten Bereich und Sauerstoff im grünen Bereich.
Ich selber habe eine Grünschwäche, die mir unter anderem, eine Karriere als Fluglotse unmöglich gemacht hat, mich im Alltag eigentlich nicht beeinträchtigt. Wie auch, wenn man es anders nicht kennt. Hier stellte ich mir aber die Frage, ist das bei der Bildbearbeitung ist das ein Problem? Denn Leute mit Probleme in der Farbwahrnehmung werden Bilder anders Farblich saturieren und anpassen, als es normalsichtige tun. Mir bleibt immer noch gut im Gedächtnis in der Grundschule einen Hasen grün angemalt zu haben.
Bevor ich jetzt zu meinen Tests komme zunächst ein kleiner Exkurs um alle auf den selben Stand zu bringen was Farbenblindheit überhaupt bedeutet.
Farbenblindheit, auch als Farbsehschwäche bezeichnet, bedeutet nicht unbedingt, dass eine Person überhaupt keine Farben wahrnehmen kann. Vielmehr ist es oft eine Schwäche in der Wahrnehmung bestimmter Farben. Diese Schwäche variiert stark in ihrer Intensität.
Die häufigsten Formen der Farbsehschwäche sind die Rot-Grün-Sehschwächen, zu denen Deuteranomalie (verminderte Empfindlichkeit für Grün) und Protanomalie (verminderte Empfindlichkeit für Rot) gehören. Eine weitere Form ist die Tritanomalie, eine Schwäche in der Wahrnehmung von Blautönen.
Diese Farbsehschwächen kommen durch Variationen oder Defekte in den Photorezeptoren des Auges zustande, die als Zapfen bekannt sind. Menschen haben normalerweise drei Typen von Zapfen, die empfindlich für langwelliges Licht (rot), mittelwelliges Licht (grün) und kurzweiliges Licht (blau) sind. Defekte oder fehlende Zapfen führen zu den verschiedenen Formen der Farbsehschwäche. Das bedeutet auch das die Farbfehlsichtigkeit nicht heilbar ist, allerdings gibt es auf dem Gebiet Forschungen mithilfe CRISPER die Gensequenzen auszutauschen. Bereits mit Erfolg an Resusaffen getestet).
An der Stelle der Einwurf: Falls ihr schon mal von diesen Gläser wie Encroma gehört habt, die angeblich helfen sollen oder die Wahrnehmung ganz wiederherstellen; das ist alles ein ganz großer Schwindel. Was nicht da ist kann auch nicht wiederhergestellt werden mit irgendwelchen Farbfiltern. Man reduziert höchstens den Kontrast weiter indem man versucht andere Farben zu filtern.
Bei einer Grünschwäche wie der Deuteranomalie sind nicht nur die Grüntöne betroffen, sondern auch die Wahrnehmung von Rot- und Brauntönen sowie deren Kontraste. Das liegt daran, dass die Zapfen, die für die Wahrnehmung von mittelwelligen Licht (grün) zuständig sind, auch auf andere Wellenlängen in der Nähe dieser Farbspektren reagieren.

Quelle: A Comprehensive Guide to Different Types of Colour Blindness
Falls ihr euch jetzt fragt ob ihr selber eine Grünschwäche habt, dann werft einen Blick auf diese Ishira Farbtafel. Dies ist mit der gänigste Test auf eine Farbschwäche.

Quelle: Rot-Grün-Sehschwäche – Infos | Kontaktlinseninfo.de
Leute mit einer Rot-Grünschwäche werden hier verzweifelt die Zahl suchen (mich selber eingeschlossen).
Aber was bedeutet das nun konkret für die Astronomie, insbesondere der Astrofotographie?
Ich habe eine meiner letzten Aufnahmen genommen und durch ein Tool gejagt um die Farben entsprechend zu verarbeiten.
Hier einmal das Originale Bild, von mir bearbeitet (man beachte ich habe eine Grünschwäche)
Hier eine für Grünschwäche angepasste Version. Für mich sind die Roten Töne deutlich besser zu erkennen. Jemand ohne Grünschwäche sieht das eher Orange
Hier eine Simulation für normalsichtige, wie das Bild in etwa für mich aussehen könnte.Betrachte ich die Version für Grünschwäche kommt mir das Bild etwas übersaturiert vor und ich frage mich dementsprechend ob die originale Version das für normalsichtige ebenfalls ist.
Betrachten wir nun noch zwei daltonised (angepasste) Versionen für Rotschwäche und für Blauschwäche.
Hier die für Rotschwäche (Protanope) angepasste Version.
Hier die Blauschwäche (Tritanope) angepasste Version.Zufälligerweise konnte ich das bereits mit jemanden austesten der eine komplette Tritanope hat. D.h. hier sind keine Zapfen vorhanden die das blaue Licht verarbeiten können. Für diese Person war die Tritanope angepasste Version eindeutig am besten.
Interessanterweise sind seine Bilder ähnlich dieser Version gefärbt und kontrastiert.
Deswegen auch der Aufruf, wenn ihr merkt das ein Bild sehr komisch Farbkalibriert ist. Das ist nicht um bedingt ein Zeichen schlechten Geschmacks oder technischem Unverständnisses, sondern vielleicht einfach ein Zeichen das hier eine Farbenblindheit vorliegt.
Ich hoffe ich habe mit diesem Beitrag jetzt keine persönlichen Krisen ausgelöst, da jemanden die Farbschwäche noch gar nicht bekannt war
Falls ihr es selber mal an euren Bildern ausprobieren wollt, dann könnt ihr es gerne mit meinem Tool ausprobieren: Image Converter
Geht mit allen JPG und PNG Bildern bis 50mb. Ihr könnt sowohl eine Simulation erstellen, als auch für Farbenblinde eine angepasste Version erstellen.
Eine letzte Anmerkung noch. Farbe ist sehr subjektiv und für jeden Menschen einzigartig. Ich wollte euch hier mal einen Einblick in die Welt der Farbenblindheit geben und welche Bedeutung dies auch für die Astronomie hat. Im Alltag erwischt man öfter schon mal Situationen, bei denen man sich gewünscht hätte Sachen wären anders gefärbt gewesen. Sei es Legenden die einem nicht sonderlich kontrastreich erscheinen oder Overlays am Computer in z.B. Computerspielen.
In dem Sinne, Clear Skies,
Oliver