Fernrohrkauf - Erfahrungsberichte ?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas cfjh
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cfjh

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Hi,
ich möchte mir nun auch ein eigenes Fernrohr zulegen. Da ich noch keine großen Erfahrungen habe (bis auf die paar Beobachtungen mit den geliehenen Tschibo) habe ich die schon oft gestellten 'Welches Fernrohr'-Postings gelesen. Ich persönlich bin jedoch einem Linsenfernrohr zugeneigt, ohne daß ich dafür eine konkreten Grund nennen kann. Meine Preisvorstellung ist etwa 500 Eur. Das Gerät sollte für Planeten und Deepsky geeignet sein, später vielleicht auch fotografieren mit Digicam(keine Webcam), das ist ersteinmal nicht so wichtig.

Konkret liegäugl' ich mit einem Refraktor in der Größenordnung von 90mm und habe mir im Inet ein paar Angebote ausgesucht. Mir geht es darum, abzuchecken, ob die Geräte zu dem Preis was taugen um im Vorfeld einen groben Fehlkauf zu vermeiden.

Refraktor 'Synta' 90/900 mm
http://www.synta.de/einsteiger_refraktoren.htm#90/900, 350 Eur

Refraktor 'Synta' 102/1000 mm
http://www.synta.de/prof_refraktoren.htm#102/1000, 500Eur, ist schon 'hart an der Grenze'

Refraktor 90/910mm
http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Komplettgeraete/gsovorschau.htm#901000, 428 Eur (mit Skyview)

Dazu kommen noch weitere Okulare (je nach dem, welche schon dabei sind) und Filter (für Mars).

... oder sollte ich doch einen Newton nehmen. Ein Arbeitskollege hat mir auch den Einstieg mit einem Refraktor empfohlen, dann könnte ich später als Leitrohr weiterverwenden. Er sagte auch, daß ich den Farbfehler als Anfänger nicht sehen würde.

Jürgen
 
hallo jürgen,

dieser refraktor liefert noch ein recht sauberes, farbreines
bild, ist aber auf der angebotenen montierung EQ2 VIEL zu
schwach montiert. auf dieser montierung wackelt das schöne
gerät wie ein kuhschwanz. ordentliches scharfstellen ist
damit nicht möglich, ebenso wird man beim fotografieren mit
digicam größte probleme bekommen.
absolutes minimum für dieses gerät ist die montierung EQ3,
besser noch eine Astro5 (www.teleskopservice.de) oder
APM-E4 (www.apm-telescopes.de).

dasselbe spiel, der 102/1000 ist auf der EQ3 zu schwach montiert.
vernünftiges beobachten ist damit nicht möglich.
minimum für dieses gerät ist eine Astro5.
außerdem ist bei diesem refraktor der farbfehler schon etwas
größer als beim 90/900er.

die skyview ist etwas stabiler als die EQ3. für den 90/910er ist die
skyview gerade noch ausreichend. das angebot ist von den dreien das
einzige das ok ist. der GSO-refraktor ist aber auch ein 90/1000er,
der farbfehler daher von allen drei geräten der geringste.

den farbfehler siehst du natürlich auch als anfänger, denn er bringt
einen verlust an kontrast. beim 90/900er ist aber noch ok,
beim 102/1000er ist er mir persönlich schon zu groß. das ist
aber auch wahrnehmungssache. ich würde an deiner stelle auf jeden
fall zum 90/1000er auf der skyview greifen. beste abbildungsleistung
und stabilste montierung.

natürlich ist auch ein newton möglich.
hier wäre meine empfehlung der GSO 150/750 auf skyview um 448,-
der würde dir sogar noch mehr zeigen als die obigen refraktoren,
dafür mußt du aber das justieren des newtons erlernen, für den
einen ein hürde, für andere wiederum überhaupt kein problem.

der vorteil beim refraktor:
- kein justieren
- fast keine auskühlzeit
- bessere randschärfe bei günstigen okularen
- später als leitrohr und schnellspechtelteil verwendbar

der vorteil beim newton:
- kein farbfehler
- zeigt mehr bei deepsky und planeten
- mehr licht für planetenaufnahmen mit digicam
- später als instrument zur deepsky-fotografie nutzbar
(allerdings dann auf wesentlich stabilerer montierung)
- man lernt das justieren eines newtons

das beste wäre, du suchst dir noch ein paar astrokollegen in
deiner umgebung und schaust dir live die verschiedenen geräte
an. auf jeden fall machst du weder mit dem GSO-refraktor noch
mit dem GSO-newton einen fehlgriff. beides sind vernünftig
konzipierte geräte die sehr viel freude machen und ausreichend
montiert sind.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hi Cfjh,

ja das mit dem Farbfehler wird häufig überbewertet und man sieht ihn erste ab Vergrößerungen über 100x. Die Vorteile eines Refraktors liegen klar auf der Hand. 1. Keine Justage notwenig, Seeing unanfällig, kurze Auskühlzeit und schärferes Bild gegenüber dem Spiegelteleskop aufgrund von 0% Obstruktion.

Von deinen 3 Angeboten würde ich den Synta 102/1000 nehmen, aber unter der Bedingung das eine stabile Montierung/Stativ drunter ist. Spare lieber noch mal 200 € und investiere die in eine stabile Unterlage.

Gruß

Lots
 
Die Vorteile eines Refraktors liegen klar auf der Hand. 1. Keine Justage notwenig,
schön wärs! das gilt vielleicht für geräte von Vixen und TMB,
bei den Refraktoren aus dem hause Synta und Co. ist aber
praktisch immer der okularauszug zu justieren, was meistens
aber wegen mechanischer mängel gar nicht exakt möglich ist,
desweiteren haben die linsenfassungen zu großes spiel,
was in versatz und dezentrierung der linsen endet. ist
bei gut 80% der exemplare der fall und mehr oder weniger
stark vorhanden, reine glücksache, weil das oft erst beim
transport passiert. wenn der händler vorjustiert nützt das
meistens gar nichts.

da ist ein newton noch unempfindlicher, nach meinen erfahrungen.
hatte von den chinarefraktoren mittlerweile 6 stück
in händen, wovon nur eines ohne bastlerischen eingriff
brauchbar war. die chance ein gutes teil zu erwischen
ist also meiner erfahrung nach 1:6!

ja das mit dem Farbfehler wird häufig überbewertet und man sieht ihn erste ab Vergrößerungen über 100x
genau so ist es und ab 100fach wirds bei den planeten erst
interessant. du gibts also selbst zu, daß der fraunhofer
bei hohen vergrößerungen probleme hat. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

halte ich nach wie vor für ein optikmärchen, welches auf dem
prinzip der dezimeter-großen turbulenzzellen aufbaut, die in der
realität ebenfalls nicht existieren und wenn schon, dann sicher
nicht in zweidimensionaler form, sondern dreidimensional
übereinandergeschichtet, womit sie sich selbst ad absurdum
führen. und wenn die wirklich immer genau 20cm durchmesser
haben bei der enormen dynamik der atmosphäre, dann hat auch
jeder skywatcher-newton einen strehl von 1.0 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
ist schlicht und einfach blödsinn und die praxis beweist es.
auf jupiter sehe ich in meinen großen geräten IMMER mehr
details als in einem meiner kleinen. habe die oft nebeneinander
auf der terasse stehen und schon zig-mal direkt verglichen.
immer dasselbe ergebnis: im größeren gerät wesentlich mehr details!

schärferes Bild gegenüber dem Spiegelteleskop aufgrund von 0% Obstruktion
leider nicht, weil der farbfehler mehr zulasten der MTF geht,
als die üblichen 20-25% obstruktion eines newtons.
einfach mal mit der MTF beschäftigen, dann siehst du es. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hi Jürgen,

ich möchte mich nur zu Deinem Wunsch der DeepSky-Tauglichkeit äussern.
Ich finde, alle 3 genannten Geräte sind für DeepSky-Beobachtung enttäuschend. Der unterschied bei der DeepSky-Leistung zwischen Refraktor und Reflektor ist einfach enorm.
Dank 2" Okularauszug können die Geräte aber schöne Wide-Field-Anblicke bieten. Das macht Spaß, besonders an offenen Sternhaufen und im dichten Sterngewimmel der Milchstrasse.

Wenn man bedenkt, was die doch ein Stück größeren Spiegelteleskope aus dieser Preisklasse leisten würden (noch besser gebraucht), solltest Du Dir schon überlegen, weshalb Du einem Reflektor abgeneigt bist. Im Zweifelsfalle fahr einmal mit jemandem raus, der Dir den Umgang mit einem Newton vorführt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

denn merke: Öffnung ist durch nichts zu ersetzen! Höchstens durch mehr Öffnung!!
Schon der 114/900 Newton hat deutlich mehr Öffnung und gar keinen Farbfehler!!!
Und billiger ist er auch noch!!!!
 
Die hier genannten Refraktoren kosten ja nicht die Welt, bei Nichtgefallen wäre der Maximalverlust noch nicht so erheblich, andererseits ist ein nicht so großer Refraktor wohl auch später als bequemes Zweitgerät ganz brauchbar. Damit kann man schon gucken wenn ein größerer Spiegel auskühlt, und in Dingen Transportierbarkeit ist so ein Ding wohl auch ganz brauchbar. Imo muss das erste Fernrohr noch nicht maximale Leistung am Himmel haben, meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist einfaches Handling das wichtigste, um die Benutzungsschwelle so niedrig wie möglich zu legen.
 
denn merke: Öffnung ist durch nichts zu ersetzen! Höchstens durch mehr Öffnung!!

Das ist einfach nur falsch! Die Qualität der Optik ist viel wichtiger als die Öffnung. Mit einem guten 4" f/12 Refraktor hat man einen besseren Kontrast als mit einem gerade mal beugungsbegrenzten Spiegel.

Der Farbfehler ist vernachlässigbar gering, die Schärfe enorm. Klar, ein 8" Birkmeier Dobson zeigt natürlich mehr als ein sehr guter 4" Refraktor, kostet aber auch seinen Preis. Übrigens: Seit wann ist ein TMB FH "sehr gut"? Wie kann man das beweisen? ich glaube, im Markt sind die TMB FH eher unterdurchschnittlich zu bewerten, weil sie nur ein Label darstellen; die Fertigung ist ja scheinbar in China, siehe Synta. Mit den russischen APo TMB haben die gar nix zu tun, hat MArkus selber gepostet.

Seis drum, der FH ist grundsätzlich ein sehr gutes Gerät, leicht zu bedienen, unempfindlich gegen häufigen Transport, bietet eine gute Haptik und sieht auch noch schön aus!

Es kommt auch sehr darauf an, wie ernsthaft man bestimmte Beobachtungen betreibt. Je systematischer/planvoller man beobachtet, desto unwichtiger wird die Gerätschäft und um so wichtiger wird die eigene sinnvolle Beobachtungsplanung.

Ich glaube, ein guter Beobachter kann mit 4" FH mehr Informationen und Erkentnisse gewinne, als ein Herumspechtler mit 10". Wobei ich das "Pleasure Spechtling" bestimmt nicht abwerten möchte! Jeder entscheidet für sich, wie intensiv er seine Zeit für ein Hobby aufbringen kann/will. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Ansprüche an das Equipment im Durchschnitt nicht mit den eigenen Beobachtungsfähigkeiten mithalten können, woraus ich den Schluss ziehe, dass es letztlich für die meisten Leute egal ist, womit sie beobachten. Klingt arrogant, ist aber nicht so gemeint, weil ich mich in diese Gruppe mit einschließe. Im Grunde könnte ich noch 5 Jahre mit einem 114/900 Newton ernsthaft beobachten, und dabei Erkentnisse gewinnen.

Viele Grüße
Andreas
 
Hi Andreas,

ich glaube Du schiesst mit dieser Antwort ganz wesentlich übers Ziel hinaus.
Wir reden von DeepSky und von schwacher Vergrößerung. Hier gehts für achromatische Refraktoren schon los. Entweder sie sind kurz und farbfehler-behaftet, dann können sie deshalb den Kontrast nicht bringen, oder sie sind lang und arm, aber nur arm an Farbfehler (alles über 80mm wird bei f/15 zu lang). Dafür kommt man mit diesen Geräten nur mühsam auf vernünftige AP - bei einem f/10 wird auch ein 2" Gesichtsfeld klein.

Man braucht hier nichteinmal vom 8-Zöller zu reden, schon ein 6" F/5 spielt die hier genannten Refraktoren beim DeepSky an die Wand, und da er ohne Farbfehler auskommt, bietet er auch am Planeten noch gut Paroli.

Die Qualität der Optik spielt eine Rolle, aber wenn man über normal käufliche Fernrohre spricht, dann spricht man von Qualität die bei Spiegel und Linse einfach vergleichbar ist. Und da liegt der größere Spiegel zum gleichen Preis eben deutlich vorne.

Am schönsten sieht man's, wenn man sich 8 Zoll Öffnung herschaut. Für den 8 Zoll Spiegel bekommt man ein Fahrrad, für den 8 Zoll Achromaten einen neuen Kleinwagen und für den 8 Zoll APO eine Eigentumswohnung.

Clear Skies
Sven
 
Hi Arne,

stimmt. Aber ich persönliche stelle an ein Einsteigerteleskop noch eine weitere Anforderung: Es soll für DeepSky & für Planeten gut brauchbar sein, damit der Einsteiger selbst herausfindet, wonach im mehr der Sinn steht.
Das erwähnt Jürgen selbst als seinen Wunsch. Die Refraktoren aber gehen doch ziemlich in die Planetenecke. Der 100/1000 der von der Öffnung her noch was brächte, macht einem mit f/10 und daher dunklem Bild Probleme, ich glaube mit diesem Gerät kann man einfach kein Gefallen am DeepSky finden.
Wenn man dann Jahre später mal durch ein DeepSky-Gerät schaut, ist man vielleicht verärgert, was man uninteressant gehalten und jahrelang nicht beachet hat.

Aber, ich wiederhole nochmal, recht hast Du, daß einem ein solcher Refraktor gerne als Zweitgerät im Hause bleibt. Mir zum Beispiel mein 90/1000 als Leitrohr. Und natürlich auch einmal für schlechtes Seeing und Spaß mit wenig Schlepperei.

Clear Skies
Sven
 
Hallo cfjh,

Habe selber zwei 250 er Newton (einer Dobson, einer fix) und 102/1000 sowie 102/500 FH Refraktor. Die Refraktoren sind eher keine Zweit- sondern Drittgeraete; wenn es gar nicht anders geht, dann werden die vewendet (z.B.: Urlaub, wo der Platz im Auto beschraenkt ist) ... ansonsten ist fuer mich das Beobachtungserlebnis mit den groesseren Spiegeln um Vieles groesser als den kleinen Linsen ... ich wuerde den groessten Spiegel nehmen, den ich mir leisten kann oder will (und da gibt es ja schon recht guenstige mit guter Qualitaet wie z.B. GSO etc.).

MfG Anton Gabriel
 
ich kann Sven nur völlig zustimmen!

ein 150/750er newton ist mit sicherheit das
universellere gerät. es gibt dem einsteiger
erstmal mehr möglichkeiten zur beobachtung
als ein 4"f10 refraktor.

der newton bietet das größere gesichtfeld,
ist deutlich lichstärker und hat auch
bei den planeten die nase vorn.

das man ihn justieren muß ist nicht nur
ein nachteil. das justieren eines newtons
zu lernen hat noch keinem amateur geschadet,
das gehört meiner meinung nach zur grundausbildung.

was meines erachtens nach am ehesten GEGEN den
newton spricht, ist die anforderung an das
okulardesign, um bei f5 noch randscharf
abzubilden. das die sterne am rand unscharf sind
sieht auch der einsteiger und es wird ihn
mehr oder weniger stören. hier wird er also
gezwungen, sich teurere okulare anzuschaffen
und das in einer phase, wo er selbst noch
nicht sicher ist, ob er überhaupt dauerhaftes
gefallen an diesem hobby findet.

ich finde daher, daß man mit beiden varianten
gut fährt.
jedes der geräte hat vor- und nachteile.
wichtig ist nur, daß der einsteiger diese auch
kennt. so kann er sich entscheiden, welche vorteile
ihm wichtiger sind und welche nachteile er eher
in kauf nimmt. diese entscheidung kann ihn ohnehin
niemand abnehmen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Erst einmal vielen Dank für die Hinweise !
Nachdem sich aus den Beiträgen herauskristallisiert, daß besonders für Deepsky ein Newtwon besser geeignet ist, habe ich nocheinmal bei Teleskopservice gestöbert und folgende (150mm) Newtons herausgesucht:

Chelestron 150/750, EQ3
http://www.teleskop-service.de/Celestronseiten/TeleskopeAstro/astroreflektoren.htm#150

und

Gso 150/750, Skyview
http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Komplettgeraete/gsovorschau.htm#150750

beide haben F/5, was ist der Unterschied zu einer größeren Brennweite (zB. f/10).

Meistens sind bei den Geräten zwei Okulare dabei (25 und 10 mm). Welche Größen sollte man noch sinnvollerweise dazu nehmen ? Bei dem Probieren mit den Tschibo hatte ich teilweise Probleme mit dem Aufsuchen von Objekten, sodaß ich auf jeden Fall für die erste Orientierung ein Okular mit kleiner Vergrößerung nehmen würde (etwa 40mm).

Jürgen
 
Hi Jürgen,

Tja, erstmal vorweg zu den Teleskopen. Ich rate Dir zu dem 150/750 Newton. Das Celestron-Gerät ist kein reiner Newton und erhält seine 1000mm Brennweite durch eine spezielle Vergrößerungslinse, die fest eingebaut ist.
Erfahrungsgemäß ist dieses System recht schwer zu Justieren, ich glaube ohne Laser ist man hilflos. Ich habe genau diese Bauart aber noch nicht in den Fingern gehabt, ich habe da einen Unsicherheitsfaktor. Letzendlich gefallen mir aber auch die Möglichkeiten des f/5 Gerätes besser.

f/5 bedeutet die Brennweite ist 5x so lang, wie der Durchmesser der Optik. Damit ist der Wert eben direkt von der Brennweite abhängig.
Man kann aus diesem Wert ganz gut die Eigenschaften eines Teleskopes erkennen. Das ist nun schwierig allgemein zu erklären. Aber zum Beispiel wird beim achromatischen Refraktor mit kleinerer Öffnungszahl (eben die 5 im "F/5") der Farbfehler immer schlimmer.
Beim Newton erfordert eine kleinere Öffnungszahl einen größeren Fangspiegel. Die Abbildungsqualität, besonders bei Planeten, wird von der Fangspiegelgröße gestört - aber vorsicht, das wird leicht überbewertet.
Während man rein von den optischen Möglichkeiten f/6 als ideal betrachtet, weil man mit solchen Optiken kleine wie grosse Vergrößerungen gut erreicht, ist der von Dir ausgeschaute Newton aus gutem Grund ein f/5 Gerät.
F/6 würde ja für einen 150mm Newton eine Brennweite von 150mmx6=900mm bedeuten. Und in etwa so lang wäre auch das Teleskop. Dadurch würde aber das Gewicht des Spiegels mit einem ziemlichen Hebel auf die Montierung wirken - der f/5 Newton ist ein gutes Stück kürzer und kann nur deshalb noch von den genannten Montierungen getragen werden.
Was für Refraktor und Reflektor gilt: Ab f/5 werden die Geräte anspruchsvoll bezüglich der Okularwahl. Mit f/5 kommt man noch gut zurecht, aber Du wirst bei einigen Okulartypen feststellen, daß die Sterne zum Rand des Gesichtsfeldes hin unscharf werden.

Da sind wir schon bei den Okularen. Tja, beim Suchen von Objekten kommt es weniger auf die Vergrößerung, als auf das reale Gesichtsfeld an. Ich glaube, das 25mm ist hier schon ausreichend. Ein klein wenig mehr reales Bildfeld würde ein 32mm Okular bieten, aber ich halte das nicht für so wichtig.
Das 25mm Okular bietet dir 30x, daß 10mm 75x als Vergrößerung. Um Planeten zu beobachten langt das aber bei weitem nicht. 150x und so bis zu 250x sind sinnvoll. Dazu bräuchte man ein 5mm und ein 3mm Okular.
Statt des 3mm Okulars würde ich Dir empfehlen, es mal mit dem Super 3,6mm Okular zu probieren. Ich habe es selbst und war davon angenehm überrascht.
Was das 5mm angeht, könntest Du diesen Wert "erzielen", indem Du eine 2x Barlow-Linse anschaffst, die Du dann mit dem 10mm Okular kombinierst. Das Okular wird in die Barlow-Linse gesteckt und das ganze dann in das Teleskop. Die Barlow verdoppelt "scheinbar" die Brennweite des Teleskopes. So kommt dann die doppelte Vergrößerung heraus, also eben die gewünschten 150x.
Die Barlow kannst Du dann auch mit dem 25mm Okular verwenden, Du hättest damit 60x als weitere Vergrößerung. Mit dem Super 3,6 kämen 416x heraus, das ist zu viel, das kann ein 150mm Teleskop nicht mehr scharf abbilden. Diese Kombination macht also keinen Sinn.
Eine Alternative zur 2x Barlow-Linse wäre das TS-SW 6mm. Das gäbe 125x. Es wäre verlockend, wenn man das 6mm mit der Barlow kombinieren würde, dann hättest Du die gewünschte Vergrößerung 250x. Ich habe aber leider mit dem TS-SW 6mm zusammen mit meiner älteren Vixen 2x Barlow schlechte Erfahrungen gemacht, es gab schlimme Reflexe bei der Mondbeobachtung.

Tja, soviel erstmal von mir. Es wird sicher nützlich für Dich sein, noch andere Ideen, besonders zu den Okularen, zu hören.

Clear Skies
Sven
 
Hi Antonius_Recker,

so nun will ich auch mal ein bissl Astrolatein loslassen.

Also ich denke jeder gute Refrator mit 90mm Öffnung lässt am Mond/Planeten einen 114mm Newton alt aussehen!!!

1. Der Anfänger fragt nach der Vergrößerung des Teleskops
2. Der Fortgeschrittene nach Öffnung und
3. Der Profi nach der Qualität der Optik.

4. Dunkler Himmel ist durch nichts zu ersetzen.

Gruß

Lots und gute Nacht.
 
Hi Lots,

ich habe einen guten 90/1000. Und ich durfte durch Antonius 114/900 schauen.

Naaaaiiin!
Es muß heissen: Jeder gute 90mm Refraktor lässt den üblicherweise beschissen justierten 114/900 an Mond und Planeten alt aussehen. Aber wehe der 114/900 ist justiert, dann is nimmer, dann versauts der Farbfehler!
Gurken aussen vor! Die gibts auf beiden Seiten.

Clear Skies
Sven
 
Hi,

das klingt wirklich gut. 130mm Öffnung ist zwar ein seltener Wert, aber das hat ja überhaupt nix zu sagen.
Worauf Du unbedingt achten solltest ist, daß Okulare mit 31,8mm Durchmesser eingesteckt werden können. Viele ältere Geräte hatten noch 24,5mm Durchmesser. Aber genau schauen: Einige Geräte haben ein Reduzierstück, und wenn man die Klemmschraube heraus dreht, kann man das Stück wegnehmen und dann sind die 31,8mm auf einmal da!

Die EQ-5 ist bestimmt eine gute Sache. Sie kann nämlich eine ganze Menge. Mit Motoren ist sie prima für den Einstieg in die Fotografie geeignet, und für visuelle Beobachtung kann man ihr später sogar einen leichten 8-Zöller zumuten. Das spart dann natürlich eine Menge Geld, wenn die Zeit gekommen ist.

Du müsstest mal schauen, was für Okulare Du dabei bekommst. Eventuell müsstest Du noch welche zukaufen. Deshalb ist auch der Durchmesser 31,8mm so wichtig.

Ich denke, der Preis geht in Ordnung.

Clear Skies & hoffentlich viel Erfolg mit dem Gerät
Sven
 
Hier ist noch ein Bild von dem Gerät

Link zur Grafik: http://www.speicher-satt.de/tasco3s.jpg

Das Gerät ist 2 1/2 Jahre alt und wenig gebraucht. Von der Bezeichnung und Aussehnen erinnert es an das Vixen-Gerät
Link zur Grafik: http://www.teleskop-service.de/Vixen/Reflektor/NT130GP.gif

Der Okularauszug wird zum Scharfstellen seitlich verschoben, ist mit zwar (noch) unklar wie das funktioniert, wird aber wohl gehen.

Okulare sind nur ein Kellner 6.3mm und ein Justierokular dabei. Ich muß auf jeden Fall noch welche zukaufen.

Jürgen
 
Auf jeden Fall hast Du mit dem 130er auf EQ-5 ein anständig stabil montiertes Gerät. Der Preis ist in Ordnung. Zwei bis drei weitere Okulare lassen sich für kleines Geld sicher am Gebrauchtmarkt erwerben. Was die Optik des Gerätes angeht, mußt Du selbst sehen.

Der Okularschlitten funktioniert, indem der Abstand zwischen Fangspiegel (der auch daran montiert ist) und Hauptspiegel verändert wird. Das Okular bleibt gegenüber dem Fangspiegel unverändert.
 
Hi,

ach, das Bild sagt doch einiges.
Also ich hätte da keine Bedenken mehr.
Der Okularschlitten muß vielleicht je nach dem Gewicht Deines "dicksten" Okulares justiert werden, damit er nicht von alleine vom Gewicht des Okulars wegläuft. Ist aber kein Problem, gibt eine Schraube dafür.
Ein schönes Gerät, damit wirst Du sicher Spaß haben.

Clear Skies
Sven
 
Hallöchen

Also ich kann nur sagen dass der 135mm Newton von Vixen eine super Sache ist.
Die Qualität ist einsame spitze und die Abbildung ist auch sehr gut.
Klar mache auch gerade ein wenig Werbung in eigener Sache: Habe einen auf http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=biete&Number=77572&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1

gebraucht. Wenn du dazu noch ne Monti rechnest kommst du gebraucht mit ner EQ5 auf 280€ +220 für den NEwton komplett auf deine 500€. Mit Motoren kommst du glaube ich auf knapp 600 € .

MfG christoph
 
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