First Light Orion Newton 10” 1200mm f/4,8

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anima

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Hi geneigte Astro-Community

Hier nun mein versprochener First Light Bericht des 10” Orion Newtons auf Eq6.
Möchte mich gleich dafür entschuldigen das er so lang ist, hab einfach drauf los geschrieben. Es sind Absätze drin so könnt ihr auch gleich an die euch interessierenden Stellen springen.

22.12.06

Die lange Reise des Orions….

Nach langem warten auf passendes Wetter nahe Neumond und der Gelegenheit wahr es am Freitag endlich so weit. Meine 10” Röhre hat ihr erstes Sternenlicht gebündelt!
Voller Vorfreude machte ich mich daran meine Ausrüstung klarzumachen, hierbei lag der unangenehmere Teil darin alles aus dem ersten Stock zu tragen. Puh ganz schön viel zeug was sich da angesammelt hat. Das Gesamtgewicht des Teleskops mit Montierung einer Eq6 beträgt etwa 52 Kg. Das schwerste Teil ist die Montierung mit 16 Kg.
Als nächstes kam die Hürde ob der ganze kram überhaupt ins Auto passt?
Theoretisch hatte ich es mir schon durch überlegt aber praktisch noch nicht ausprobiert. Vor allem ob der Newton auf die Rückbank passt. Das hatte ich natürlich vor dem Kauf ausgemessen, doch dabei nicht die Schutztasche berücksichtigt in welcher das gute Teil jetzt schlummert. Na dann mal hoffen und die Sache angehen .Und siehe da er lag da wie als währ das Auto extra dazu gebaut 10” 1200mm Newtons auf der Rückbank zu transportieren. Auf jeder Seite zu den Armlehnen hin wahr etwa noch 1cm! Platz. Puh Glück gehabt. Als alles gut verstaut im Auto ruhte, was etwa eine 1/2 - ¾ beanspruchte, fehlte nur noch heißer Tee und warme Klamotten, dann kann´s losgehn. Dick verpackt setzte ich mich hinters Steuer und kam an einen meiner Beobachtungsplätze an, welcher etwa 25 km weck ist. Es wahr ca. 17.00 und fast dunkel. Steig aus dem Wagen und setzte einen Fuss nach dem anderem erstmal voll in den Matsch. Patsch nah klasse das fängt ja gut an. Wie es so oft ist sollte das eine Unglück dem andrem folgen. So dastehend im Dreck drehten sich meine Augen natürlich erstmal gehn Himmel und was sehe ich? Wolken haufenweise Wolken. Nah klasse das kannste hier knicken dachte ich nur. Enttäuscht setzte ich mich wieder in den Wagen und fuhr naja ich versuchte es erstmal, wirklich weck kam ich nicht da die Räder voll durch drehten .In einer leicht auf kommenden Panik gelang es mir zum Glück doch noch mit viel Gefühl das Auto aus dem Schlamm zu bewegen. Spechteln kann doch so abenteuerlich sein. Schlecht gelaunt fuhr ich die gesamte Strecke wieder Richtung Heimat Dorf. Hmm seltsam zuhause wahr´s total klar gewesen und da oben nicht. Kurzer hand entschloss ich mich auf meinem nah gelegensten aber leider auch hellsten Spechtelplatz mal nachzuschauen was Petrus hier veranlasst hat. Und siehe da ich stand endlich unter schwarzem, funkelndem Firmament.
Was für ein Segen. Naja viel zu hell wahr´s eigentlich aber wenigstens trockenen Fusses.


Doch noch irgendwo angekommen….

Als rein in die dicken Moon Boots, die Dinger sind wirklich genial, man haben die warm gehalten. Campingtisch, Tritt und Astrobügelstuhl raus. Stativ im Blei ok. Uuuuund Montierung drauf puh schwer ok. Der Polsucher an der Eq6 ist klasse einfach Rektaszensionsachse so lange drehn bis die Bildzeichen von Cas und Uma mit den Sternen am Himmel in der selben Lage liegen. Dann den Polarstern in den kleinen Kreis einstellen und fertig. In der Dunkelheit das Zweiarmspannweite Lange Teleskop auf der Montierung zu befestigen hatte ich mir schwerer vorgestellt. Innerhalb von ca. 30 min hatte ich alles aufgebaut, austariert und die Justage überprüft. Da stand es nun einsatzbereit und leistungs-versprechend. Die Freude darüber jetzt damit hinzuschwenken wo ich will und das dann dadurch betrachten zu können platze in mir.

Dann gings los….

Zuerst hatte ich schnell einen Sternentest am Deneb unternommen. Meiner unerfahrenen Beurteilung nach sahen die Beugungsscheibchen in Ordnung aus. Im fokussiertem Bereich wahr Deneb scharf als Sternenpünktchen abgebildet. Der Abend meinte es doch noch gut mit mir, der Himmel wahr zwar hell aber dafür hatte ich ein ausgezeichnetes Seeing. Würde sagen ohne zu übertreiben ne 8 von 10.Im intra- und extrafokalen Bereich sah ich ein großes Beugungsscheibchen (keine Ringe wie in den Fachbüchern beschrieben?) und in der Mitte das schwarze Loch der Fangspiegelabschattung .Sieht ganz ok aus. Mal sehn was meine Astrokollegen dazu meinen.
Jetzt wahr der lang ersehnte große Moment endlich gekommen und ich wurde zittrig nicht vor Kälte, was auch hätte gut sein können so Windig wie es wahr aber ich hatte ja für eine gute Verpackung gesorgt. Welches Objekt nun verwenden für´s First Light? Natürlich M31!Das musste sein. Die stand auch gerade günstig nahe des Zenits. Ca. 20.00 Uhr. Also schnell das 31mm Nagler rein und dann die Riesen-Universum-Absuchmachine ausrichten. Das einstellen der Objekte fiel mir dann doch noch den ganzem Abend etwas schwer. Das Problem bei der Sache ist die klammern der Achsen schnell genug zu erwischen bevor der Tubus sich wieder bewegt. Wobei M31 noch ziemlich schnell ging dank des Tellrads. So sah ich sie schnell schon im 8x50 Sucher und brauchte sie darin nur noch zu zentrieren. Habe fertig. Die Aufregung stieg. Der Newton stand jetzt fast senkrecht gehen Himmel und wahr genau auf die Andromedagalaxie ausgerichtet. Die Lage wahr günstig so konnte ich bequem in fast Augenhöhe in das Okular schauen. Und da wahr sie dann auch drin. Inmitten eines Meeres von einzelnen Sternen. Das schönste Gefühl beim spechteln ist jedes mal das scharfstellen. Zuerst sieht man nur ein verschwommenes Bild und dann plötzlich Bämm. Hast du´s vor Dir. Von M31 selbst konnte ich nur das Galaxiezentrum mit einem leichten Nebel drumrumm erkennen. Ich nehm an das lag an dem viel zu hellem Standort mit einer Grenzgröße von ca. 4-5 mag. Sehr schön anzusehen wahr aber das große Gesichtsfeld in dem die Galaxie lag. Das vermittelte richtig Tiefgang. Mit dem 13mm LVW sind auch nicht viel mehr Details erkennbar geworden, ebenso bei 8mm mit dem Seben Zoom. Das ganze eben nur vergrößerter. Die Plejaden lachten mich schon an. Na dann mal schnell hin. Im Nagler tat sich ein mir ungewohntes Bild auf. Wo sind die ganzen Sterne geblieben? Na ganz einfach über das gesamte Riesengesichtsfeld verteilt.Die scharfe der Bilder faszinierte mich aufs neue,was woll auch an dem überdurchschnittlichem Seeing lag,hatte aber vorher auch noch nie durch ein Nagler geschaut. Die Sterne sahen aus wie Steckköpfe von Nadeln. Ganz regungslos ohne funkeln. Wahnsinn. Ich genoss diesen schönen Anblick eine Zeitlang dann wollte ich wieder mehr sehn. Mehr hmm wo ist mehr drin? Da kam mir H und Chi in den Sinn welche ich schon im Sommer durch einen 8”er Orion Newton so schön gesehn hatte. das wahr dann auch der Knaller des Abends. Einfach umwerfend. Unzählige Sternlein welche sich da tummelten als wollten sie miteinander tanzen. Und wie das Glück wollte geschah etwas was ich liebe, just in dem Augenblick der Beobachtung flog ein kleiner Meteor mit Leuchtspur vor H und Chi vorbei. Das wahr ein Anblick. Das vergisst man nicht mehr. Verückt ist das ich derartiges trotz der geringen Beobachtungszeit schon 3 mal sehn habe. Vor M31,dem Cirrus und jetzt H und Chi. Hat so was schon mal einer gesehn? Wie findet ihr das?Als nächstes kam noch der Orionnebel, von welchem ich im 13mm die Vier Riesen trennen konnte. Wie immer auch sehr schön anzusehen.Nun wollte ich noch ein etwas schwerer zu beobachtendes Objekt finden. Hab mich für Krebsnebel M1 im Taurus entschieden. Durch den Deep Sky Reiseatlas, in welchem angezeigt wird wie die Tellrad Kreise stehn müssen konnte ich ihn mit etwas geduld lokalisieren. Zum Schluss noch schnell den mittlerweile im Osten stehendem Saturn begutachtet. Der wahr nur winzig aber sauber abgebildet. Naja nicht gerade aufregend. Noch schnell einmal die Pleyaden, das konnte ich mir nicht verkneifen. Dann fuhr ich alsbald so gegen 00.30 nachhause weils doch recht windig wurde. Der Rest mag mal dahingestellt sein da das hier ja eh schon total ausgeartet ist. Jedenfalls lag ich glücklich und Astroträumlich in den Federn und ich muss gestehn auch sehr müde. Jetzt kann ich das Argument Dobson umso besser verstehn. Trotzdem ist mir die Mühe Wert eine Stabile und sich selbstnachführende Montierung zu haben. Ich wollte sie nicht missen.

Danke für euer Interesse. Dieses Erlebnis wahr für mich der Abschluss des Astrojahres 2006.
Ich wünsche schon mal in diesem Sinne allen einen guten Rutsch ins neue Jahr ,Gesundheit und viel Erfolg im Hobby und ein darin anhaltenderes Astrowetter als in diesem.
 
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