First Light vom Intes Micro Alter M 603

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Hallo Christian!

Schöner Bericht. Aufgefallen war mir allerdings folgender Satz:
" Die Optik ist wirklich toll, sie liefert knackscharfe punktförmige Sterne bei geringer Obstruktion."

Ist das ein Schreibfehler mit der "geringen Obstruktion"? 36% Obstruktion ist ja nicht gerade wenig.


Ich war selber mal Besitzer eines 6" Russenmaks (MK67 Deluxe) und weiss daher, dass diese eine gute Abbildungsleistung haben. Allerdings kann ein guter 6" Dobson am Planeten locker mithalten sogar bessere Bilder liefern. Denn ist der Newton erstmal ausgekühlt (geht schneller als ein 6" Mak ohne Lüfter), dann kann der Newton alle Vorteile ausspielen: Geringere Obstruktion, weniger optische Flächen, weniger justageempfindlich (bei f/8).


Gruß Harald
 
Nunja, das gering ist eher bezogen auf ähnlich kompakte Newtons, also eher schnellere Geräte mit dem entsprechend größerer Obstruktion. Klar, so eine ellenlange Röhre kann das natürlich noch weit unterbieten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Christian
 
Hallo Christian,

Nunja, das gering ist eher bezogen auf ähnlich kompakte Newtons

einen solchen kompakten Intes 6"-Maksutov-Newton besitze ich, dieser hat aber statt 36% nur 18% Obstruktion (!!!), ist zwar etwas länger aber - da Eigenbautubus - auch nur 5,5 kg schwer.
Ich konnte meinen MN-61 mehrfach mit dem 6" TMB-Apo wie auch mit 6" Maks.-Cassegrains von Intes-Micro vergleichen.
Der Kontrastunterschied zum Apo ist bei nur 3,5% Flächenobstruktion kaum wahrnehmbar, der Apo-Besitzer selbst konte keinen signifikanten Unterschied erkennen und war sichtlich überrascht.
Der Mak.-Cassegrain dagegen hat fast die dreifache Flächenobstruktion, das Bild z.B. von Jupiter, Saturn und M42 war merklich dunkler, kontrastärmer und unschärfer. Im MN 603 waren auf Jupiter die Farben der Wolkenbänder nur zu erahnen, im MN-61 dagegen sogar noch Farbnuanzen innerhalb der Bänder und Zonen auf den ersten Blick zu erkennen!
Der große Fangspiegel des Mak.-Cass. führt zu einer Verstärkung der Beugungsringe bei gleichzeitiger Abschwächung der Intensität des Beugungsscheibchens in der Mitte. Bei nicht perfektem Seeing verschwimmt die zentrale Beugungsfigur mit den Ringen der 1. und 2. Ordnung, so dass das reale Auflösungsvermögen sinkt. Das ist umso bedauerlicher, da die russischen Optiken von spitzenmäßiger Qualität sind! Schade, dass sich viele Maksutov-Interessenten für die bequemere kurzbauende Cassegrain-Variante entscheiden.
Aber da Du noch Schüler bist, wird das M 603 bestimmt nicht Dein letztes Fernrohr sein. Und wenn ich bedenke, dass mein Schülerfernrohr damals ein 2"-Zeiss-Refraktor war, kann ich Dir mit Deinem Sechszöller nur viel Spaß wünschen.

clear skies,
Ralf
 
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