Firstlight - 12" Lightbridge

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carex

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Hallo zusammen!

Endlich war es heute soweit. Die Wetterkarten versprachen ja schon seit Längerem ein Zwischenhoch mit einigermassen guten Bedingungen am 28. und 29. November. Leider stand mir heute die Familienkutsche nicht zur Verfügung, also musste das Firstlight im Garten unter ziemlich lichtverschmutztem Himmel stattfinden. Aber 12 Zoll Öffnung sollten auch unter diesen Bedingungen überzeugen!

Bereits am Nachmittag wurde die Lichtbrücke ins freie gestellt, um die Optik auskühlen zu lassen. Wenige Handgriffe und das Teil steht einsatzbereit vor einem. Wer eine EQ 6 gewohnt ist, freut sich da einen sprichwörtlichen „Haxn“ aus!

Endlich ist es dunkel genug um zum Sterntest zu kommen. Polarstern im Leuchtpunktsucher angepeilt. Ein Blick ins Okular und er steht im Zentrum des Gesichtsfeldes. Das 6 mm SWA rein. Intrafokal sowie extrafokal sind schulmässige Abbildungen zu sehen, Beugungsringe, kein Astigmatismus, vielleicht kann man dem Spiegel eine gering abfallende Kante nachsagen. Der Spiegel erfüllt aber in jedem Fall die Bezeichnung „beugungsbegrenzt“.

Los geht’s:

M 57 sollte das erste Objekt sein. Mit dem 32 mm Superplössl aufgesucht . Mann ist der hell, kein Vergleich zum 8-zöller bei gleichen Bedingungen. Das mitgelieferte 26 mm QX liefert entgegen meinen Erwartungen ein wirklich gutes Bild. Dann das neue 22 mm LVW – wunderschön, mit Einzelheiten in der Ringstruktur, die „Ohren“ erscheinen weniger hell als die anderen Ringpartien und ich meine ein bläulich-grünliches Schimmern wahrzunehmen. Dann alle Okulare durch – 13 mm LVW, 10 mm Speers, 8 mm Hyperion und das 6 mm SWA – der beste Eindruck entstand im 8 mm Hyperion.

M 27 erscheint ebenfalls um Vieles detailreicher und heller als im 8-zöller. Die „Ohren“ sind deutlich zu sehen. Eine Fülle an schwachen Einzelheiten tut sich in der Nebelformation auf. Etwas dunklerer Himmel wäre hier aber schon gut. Der schönste Eindruck entsteht im 13 mm LVW.

Ich schwenke kurz mit dem Teleskop über die Gegend des Cirrus-Nebels, eigentlich nicht erwartend in der Lichtsuppe etwas zu sehen. Aber halt, ich kann die Filamente eigentlich recht deutlich verfolgen. Das mag daran liegen, dass sich der Cirrus zu diesem Zeitpunkt an der „besten“ Stelle „meines“ Himmels befand!

M 33 und M 31 enttäschten unter diesen schlechten Bedingungen natürlich ein wenig. Aber M 31 zeigte zumindest ein Staubband indirekt recht gut und ein zweites konnte ich blickweise erahnen. Hier kommt übrigens das 26 mm QX gut zur Geltung. Die Randverzeichungen des Okulares finde ich im Übrigen gar nicht so schlimm. Vor dem 22 mm LVW hatte ich ein 21 mm Hyperion, diese Randunschärfen waren für mich wesentlich störender als jene des Meade!

Weiter zu M 15. Das war dann ein Aha-Erlebnis. Der 8-zöller lieferte hier ein matschiges Fleckerl, das unter besten Bedingungen als granuliert wahrnehmbar war. 4 Zoll mehr zeigen hier einen wunderschön aufgelösten Kugelsternhaufen, der zur Mitte hin stark konzentriert ist. Im 10 mm Speers wirklich ein umwerfender Anblick. Ich kann es nicht erwarten M 13 durch den Dob zu sehen!!!

Ach ja, da war ja noch ein Komet! Holmes ist mit blossem Auge wirklich gut sichtbar, besser ncoh der Eindruck im 10 x 50. Eine tropfenförmige Nebelmasse mit einem etwas helleren und ebenfalls tropfenförmigen Zentrum. Das 26 mm QX rein und draufgehalten. Was für ein Anblick! Fast das ganze Gesichtsfel ausfüllens schwebte er vor mir. Eine große glockenartige äußere Koma, darin eine hellere Kernregion an die sich ein jetartige Struktur anfügte!

h & chi Persei bildeten den Abschluss der ersten Beobachtung mit 12 Zoll. Im 26 mm QX vermittelten die beiden Haufen den Eindruck von Edelsteinen auf schwarzem Samt. Meine Finger und Zehen vermittelten mir gar nichts mehr. Nach einer kurzen Aufwärmzeit und einem Tee baute ich wieder ab. Ich hoffe auf einen wolkenlosen Abend am 29. November!

Ich bin begeistert von dem Teleskop. Es war eine gute Entscheidung und 4 Zoll mehr machen schon Einiges her! Ich werde morgen, so das Wetter mitspielt meinen Beobachtungsplatz in den Voralpen aufsuchen um dort dann einen Freudentanz um die neue Gerätschaft zu vollführen!!

Schöne Grüße und CS, David
 
Hallo David,

ein feiner Bericht von einem offensichtlich sehr erfreulichen "First-Light".
Ich hatte schon öfter das Vergnügen, meinen 8-Zöller und einen 12-Zöller direkt nebeneinander stehen zu haben, was mich in die Lage versetzt, Deine Einschätzungen gut nachvollziehen zu können.
Du wirst auch weiterhin noch viel Freude haben.

CS
*entfernt*
 
Re: Firstlight - 12" Lightbridge

Hallo David,
das liest sich ja toll....meinen Glückwunsch zu Deinem Astroglück! Das Du den Ringnebel noch gut erblicken kannst ist ja irre, den sehe ich nur noch als vergangenen Sommertraum, langsam hoch im Westen zu verinnen. Konntest Du Cirrus ohne Filter etwa sehen? Dann hast du sehr gute Bedingungen in Deinem Garten....das geht bei mir absolut nicht ohne Filter....weiterhin viel Spaß mit Deinem 12er wünscht Dir Anette
 
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Gratulation David!

So ähnlich erging es mir, als ich meine beiden rausstellte. 8" f6 und 12" f5. Der Dicke zeigt schon eine ganze Menge mehr.
- Aber Cirrus habe ich ohne Filter nur gefunden, weil ich genau die Stelle kenne. Ohne Filter war er mir bislang (nahezu) unsichtbar.

...Zum Schlafen wirst Du in nächster Zeit wohl kaum kommen...

CS
Winfried

- übrigens ein ganz ausgezeichneter Bericht! Danke
 
Re: Firstlight - 12" Lightbridge

Hallo zusammen und Danke!

Der Garten ist meines Erachtens nach kein guter Standort. Ich hab die Beobachtungen dort eigentlich aufgegeben. Der ganze Südhimmel ist von der Beleuchtung der Ortschaft überstrahlt und zudem wohne auch ich in einer (kleinen) Siedlung. Aber das ist sicher relativ.

Meinen bevorzugten Beobachtungsplatz in den niederösterreichischen Voralpen kann ich mit dem Auto in ca. 30 min. erreichen und dort hab ich eigentlich immer, sofern kein Mond stört, einen Himmel mit einer Grenzgröße von ca. 6,5 mag. In sehr guten Nächten kann ich dort auch M 33 mit bloßem Auge indirekt sehen. Mit dem 8-zöller ist der Cirrus Nebel dort auch ohne Filter überhaupt kein Problem und recht deutlich zu sehen. Ich bin also schon gespannt wie sich der 12er dort macht!!

Wer sich an diesen Standort einmal gewöhnt hat, für den ist mein Garten ein grottenschlechter Beobachtungsplatz.

LG und CS, David

PS: Hoffentlich trifft die Front erst in der zweiten Nachthälfte ein. Wenn ich heute dort beobachte, werde ich berichten...
 
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Re: Firstlight - 12" Lightbridge

Hallo David

Glückwunsch zum 12er-Lichteimer.
Ja, wenn Du damit dann den von Dir erwähnten M13 anschaust, bitte VORHER Helm, Ellbogenschutz und Handschuhe anziehen denn Dich wird es sicher aus den Stiefeln hauen....

Kleine Tipps die viel bringen:


- Bobs Knobs Schrauben ( http://www.bobsknobs.com ) montieren, damit wird justieren zum Genuss.
- Bei "Gartenspechtelei" einen Streulichtschutz besorgen ( http://www.astrosystems.biz ) der Kontrastgewinn ist erheblich

viel Spass mit der LB wünscht
Peter
 
Hi Carex,
schöner Start.
M13 wird Dich freuen mit 6mm Oku.
Cirrus ist ein großer Unterschied bei Top Himmel
aber schon bei 5 mag direkt. Wenn Du dann aber noch einen OIII zupackst gehen Dir die Augen auf.
BTW mit 12 geht auch der Pferdekopf, wenn wenigstens ein OIII da ist, besser Hbeta. Nur mal so eingeworfen :)
CS
 
Hallo!

Peter: "Aus den Stiefeln hauen" - coole Sache!
Einen Sterulichschutz hab ich mir aus 2 alten Isomatten zusammengeschustert. Mit Klettverschluss kann man den passgenau umschnallen. Das Material ist nicht ganz matt aber da werd ich mit Veloursfolie nachhelfen...

Antares: Mein Budget ist jetzt bis auf weiteres aufgebraucht. Der Pferdekopf schlummert ohnehin schon länger inmeinem Hinterkopf. Ohne OIII wird das halt eher weniger werden...

Hab gestern übrigens einen abendlichen Ausflug unternommen der leichte Züge des Wahnsinns trägt. Bin über Bergstrassen in Richtung Nebelfrei und Klar gefahren. Und das bei dichtestem Nebel und wirklich zeitweiliger Eisfahrbahn. Hab mich da nicht mehr wirklich wohlgefühlt.
Nach 40 min. nervenaufreibender Fahrt hab ich einen kleinen Holzladeplatz genutzt. In 10 min. aufgebaut und justiert. Gut - die Optik war nicht temperiert, aber für einen kurzen Blick zu M 31 und zu M33 hat es gereicht, unter dunkelstem Himmel und guten Bedingungen.
M 31 zeigte deutlich 2 Staubbänder und weitere Strukturen. M 33 war toll, ziemlich hell, die Spiralarme waren recht gut zu erkennen und die ganze Galaxie zeigte eine Art scheckige Strukturierung. Super! Dann trafen aber schon von Westen die ersten Wolken der Kaltfront ein - aus!
Wie wird das sein, wenn die Optik ausgekühlt ist...

LG, David
 
Hallo alle.

Tolle Beobachtungsberichte.

Ich will jetzt auch mehr Öffnung (min.12") haben.

Gruss aus Lünen (nähe Dortmund)

120/1016 APO
 
Hallo,

das liest sich doch sehr gut! Wie kommst Du als EQ-6ler mit dem Dob zurecht?

Ich selber bin ein alter Äquatorialer, habe nen äquatorialen 10" Meade-Newton (Starfinder 10" EQ) sowie nen 6"-Refraktor auf ner EQ-6. Mit dem Dob eines Arbeitskollegen komm ich irgendwie net klar. Mit äqu. Montierung find ich den halben Messier Katalog aus der Hüfte auswendig, mit dem Dob rühr ich wie zu Anfängerzeiten planlos am Himmel rum und treff fast nix. Naja, und das Nachführn... Redmer net drüber ;-)
Ich glaub,ich bin für nen Dob zu blöd.


Gruß

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de



 
Hallo Markus!

Also für mich musste bis nach dem Kauf der Lichtbrücke eine äquatoriale Montierung als Pflicht unter der Optik sein. Ich wollte unbedingt 12 Zoll, der Sprung von 8 auf 10 wäre doch etwas mager. Ich muss oder will ausserdem mit dem Auto eine halbe Stunde zu meinem wirklich guten Beobachtungsplatz fahren. Mir blieb also die Wahl zwischen einem Gitterohr- Dobson oder einem teuren Orion England mit okularkritischem Öffnungsverhältnis.

Hab mich dann einfach mal informiert und den 12er auf gut Glück gekauft. Bei Meade direkt hat man ja ein Monat Rückgaberecht.

Mit dem Leuchtpunktsucher sind die Objekte recht schnell aufgefunden. Kein Problem also. Eine kurze Eingewöhnungsphase brauchte ich aber auch. Das Nachführen ist eigentlich auch kein Problem, man beobachtet zwar nicht so entspannt wie an einer Montierung, aber bis 250 fach hab ich da kein Problem. Das einzige sind die Filzlagerungen im Azimut, da muss ich basteln. Da ist der Schlupf definitiv etwas zu stark....

Sonst bereue ich nix, ganz im Gegenteil. Mein Vorschlag wäre: Vielleicht bei irgendwem mal einen Beobachtungsabend lang mit einem guten Dobson rumprobieren, dann weisst du sicher ob dir das liegt oder nicht. Ist halt einfach nicht jedermanns Sache.... und für Planetenbeobachtung im Hochvergrösserungsbereich nehm ich immer die EQ6, für Deep Sky ist der Dobson schon eine Macht..

LG, David
 
Hallo Markus,

ob Du es glaubst oder nicht, bei mir ist es geanu umgekehrt.

Ich weiß inzwischen kaum noch wie und wo ich bei der parallaktischen Monti schrauben muss, der Newton-Einblick verändert sich ständig in Richtung ungünstig und wenn ich gerade so langsam klar komme, muss ich umschlagen.
Ich glaube, man muss ich für das jeweils andere, ungewohnte System etwas mehr Zeit nehmen und man muss vor allen Dingen WOLLEN und nicht schon mit Abneigung dran gehen.

Man hat halt seine eingefahrenen Abläufe und das ist ja auch gut so. Mein Dobson ist getuned und ich komme super damit klar. Andere Sternenfreunde, die Ihr Gerät gewöhnt sind, haben damit oft zunächst Probleme und ich dann auch mit Ihren Geräten. Die persönlichen "Abstimmungen" sind auch bei Selbstbauten oder getuneten Dobsons doch sehr unterschiedlich und individuell.

CS
*entfernt*
 
Hallo Markus,
mit dem Lidl hatte ich Altazimutlerin zum erstenmal im Leben was Parallakitsches in der Hand und wurde ganz girre. Der Dobson ist mir deshalb sofort vertraut geworden und ging mir in Fleisch und Blut über.
Aber wie alles im Leben ist das ja reine Übungssache, wie man Laufen lernt so fährt man später weiter. Meine Mutter näht auf einer 50 Jahre alten NÄhmaschine, sie findet den Hightech, der sicherlich viel bequemer ist grottenschlecht. Mit einer (davon träum ich noch) EQ-6 käm ich wohl anfangs auch kaum klar....aber die Herausforderung reitzt mich trotzdem....Grüssle von Anette
 
Hallo zusammen

Also Ich bin mit meinen Geräten total vertraut, Ich denke es ist so, je öfter man sein Neues Teleskop zum beobachten
mit nemmen tut um so mehr kann man damit umgehen, verstehen und Lehrnen naja bei mir ist das halt mal so.
Aufjeden fall möchte Ich eines Jahres sowieso mit der Astrfotografie etwas machen, dazu möchte Ich mir weitere
Geräte kaufen.
Der weg ist noch weit erst Haus abzahlen, und Auto denn Famiele geht vor, evtl Losmandy oder EQ6 Pro :gutefrage:
dazu 1 Apo Refraktor :gutefrage: ?) und das heist dann für mich meine weitere anschafung verstehen. Der weg ist weit mit Steinen verlegt.

Mit gruß Manfred
 
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