Fluchtungsfehler beim Montierungsbau

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PeterSurma

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Ciao all,

ich wollte mal hier ein Problem beim Bau von deutschen Montierungen
diskutieren. Die Fluchtungsfehler.

Dieser Montierungstyp enthält ja oft Kegelrollenlager (oder
andere Lager). Diese Lager müssen ja in die Lagersitze eines Achsehäuse
eingepasst werden. Ausserdem müssen Lagersitze/Passungen auf der Achse hergestellt werden.

Von Jörg Oulabi von OTE Astrotec habe ich den Hinweis, dass beim Herstellen
der Montierung für den Rundlauf der Montierung vor allem die genaue Fluchtung der Sitze im Achsgehäuse und auf den Achsen von Bedeutung sind. Der Rundlauf an sich ist entscheidend, weil die Schnecke sonst einen Höhenschlag hat und damit
Nachführungsfehler und zusätzliches Spiel in dem Eingriff zwischen Schnecke
und Schneckenrad enstehen.

Um die Fluchtung der Sitze möglichst gut herzustellen, dreht man die beiden
Sitze üblicherweise auf der Drehbank 'zwischen den Spitzen' (sowohl Lagergehäuse als auch die Passungen auf den Achsen).

Meine Frage ist: Wie gut bekommt man die Fluchtung erfahrungsgemäss hin ?

Wenn man das Werkstück nicht umspannen (umdrehen) muss wahrscheinlich sehr gut. Aber wenn man z.B. das Achsgehäuse einmal umdrehen muss ? Das kann vorkommen, wenn das Achsgehäuse z.B. sehr gross ist und man auf einer kleinen Dreh-Maschine nur von einer Seite her drehen kann (wegen kleiner Bettlänge + Spitzenhöhe).

Ich NEHME AN (aber weiss es nicht), dass der Fehler der Spitzen-Fluchtung
nach dem Umspannen geringer gehalten werden kann als sagen wir 0.5mm. Der Reitstock sollte eigentlich so reproduzierbar geklemmt werden können, oder ?Mein Achsgehäuse ist 300mm lang, da wären 0.5mm also maximal 6 Bogenminuten
Fluchtungsfehler. Soweit ich bei SKF im Lagerkatalog gelesen habe, sollte
das tolerabel sein bei Kegelrollenlagern.

Hat jemand Erfahrungen mit sowas oder kann es kommentieren ?

Schöne Grüsse aus der Werkstatt,
Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Peter...

Diese Probleme bei der Fertigung grosser Lagergehäuse tauchen eigentlich immer auf, selbst an grossen Maschinen.
Man kommt nicht drum herum das Lagergehßäuse einmal umzuspannen. Eine Ausnahme bildet das Verfahren des beitseitigen ausspindelns. Dazu allerdings benötigt man grosse Fräsmaschinen mit einer Rotationsachse am Fräskopf und zumindest eine numerische Steuerung. Auf so einer Maschine kann man das Gehäuse waagerecht spannen und mit einem Ausdrehgopf erst die eine Seite ausspindeln und dann die andere.

Auf Drehmaschinen muss man wohl oder übel umspannen.
Wir gehen dabei üblicherweise wie folgt vor: (in Stichworten)
- Das Werkstück in einem 4-Backen Futter spannen.
- Die freie Seite anzentrieren.
- Umspannen und die andere Seite ebenfalls anzentrieren.
- Das Futter abbauen und das Werkstück zwischen die Spitzen nehmen.
- Innerhalb des gewünschten Passungsdurchmessers wird nun eine "Stirnnute" eingestochen. (Diese wird später als Vermessungsreferenz genutzt.)
- Das Werkstück zwischen den Spitzen umdrehen und auch in die andere Stirnseite eine Nute einstechen.
- Das 4-Backen Futter wieder aufspannen und das Werkstück darin aufnehmen.
- Mit einer Messtaster (0,001mm) in die Stirnnute greifen und den Rundlauf auf 0,001mm ausrichten und spannen.
- Passung fertig drehen.
- Umspannen und das Werkstück diesmal mit Innenbacken in der Passung spannen (Die Innenbacken sollten in den Radius passen um die Passung nicht zu beschädigen)
- mit Messtaster wiederum an der Stirnnute ausrichten.
- die 2. Passung fertig drehen.

Die Fluchtungsfehler die nach dieser Vorgehensweise noch bleiben, werden durch die Kegelrollenlager spielend ausgeglichen ohne jegliche Beeinträchtigung des Rundlaufs.

Beste Grüsse
Jörg

 
- Umspannen und das Werkstück diesmal mit Innenbacken in der Passung spannen (Die Innenbacken sollten in den Radius passen um die Passung nicht zu beschädigen)

der letzte hinweis scheint mir sehr wichtig. allerdings habe ich da so meine bedenken wie ein gehäuse mit einer länge von z.b. 300mm (ziemlich massiv) die ausrichtung beibehalten soll wenn es nur auf der passung gespannt (10-20mm) fertiggedreht werden soll.

wieso müssen die passungen eigentlich direkt am gehäuse angebracht werden ? da kann doch mehr schiefgehen als gut.
eine andere möglichkeit wäre einfach herzustellende *lagerdeckel* an das gehäuse zu schrauben und dann (evtl. über langlöcher) zueinander auszurichten.
wenn dann die fluchtung stimmt, müsste man diese lagerdeckel nur noch mit wurmschrauben oder spannstiften fixieren. natürlich sieht das dann nicht sooo gut aus aber man erspart sich unter umständen ein wenig ärger.
nur so ein gedanke.
 
Hi Peter,
ich würde das Problem von der anderen Seite angehen:
Mach die Lagersitze gerade soviel größer als Sollmaß, dass die Achse mit den Lagern leicht "reinzuwerfen" ist. Dann schmier etwas Zweikomponentenkleber in den Lagersitz, Stecke den ganzen Krempel rein und vergiss mal das exakte Handwerk (Ich weiß, das ist Pfusch, aber gekonnter !). Die Belastungen auf die Lager sind so gering, dass der Kleber nie heiß wird und die Kräfte auf den Kleber sind im wesentlichen keine Scherkräfte, werden also gut vertragen.
Ich sehe ein, dass die Demontage dann evtl. per Warmmachen gemacht werden muss, aber auch das ist bei Alugehäuse und 80 Grad C kein Problem.
Lockere - nein, feste Grüße und
cs
Jorgos

 
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