Fokussiermotor Eigenbau

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obelix

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Hallo,
ich will mir einen Fokussiermotor für mein Meade 8" SC bauen.
Dabei stelle ich mir nun die Frage, ob ich einen Schrittmotor oder einen Gleichstrommotor mit Getriebe verwenden soll.

Beim Schrittmotor sehe ich den Vorteil, dass man ihn sehr genau platzieren kann, jedoch kann es auch passieren, dass der exakte Fokuspunkt genau zwischen zwei Schritten liegt. Ich kann allerdings jetzt nicht genau einschätzen, ob eine Positionierung auf 0,9° ausreichend ist (oder besser mit Getriebe auf ,15°??). Was meint Ihr dazu??

Beim Gleichstrommotor sehe ich dieses Problem nicht, allerdings kann man ihn nicht so präzise Positionieren.

Welchen Motor würdet Ihr benutzen??

Im Voraus schonmal vielen Dank für Eure Hilfe!!
 
Hallo,

wenn Du einen Stepper verwendest, benötigst Du eine Ansteuerung dazu. Die ist preiswert und trotzdem sogar PC-steuerbar als "Universeller Schrittmotor-Fokussierer" als Amateurentwicklung im Web verfügbar. Auch gibt es entsprechende Antriebe mit Steuerung fertig.

Bei DC-Motoren wäre für die nötige Feinfühligkeit ein Faulhaber-Motor (Glockenankermotor) mit Getriebe hilfreich, die es in nahezu jeder gewünschten Abstufung gibt und die bereits bei kleinen Spannungen (3V) laufen. (2 Batterien, 2 Taster in einen Winzig-Gehäuse und fertig)

Allgemein kann man Deine Frage also kaum beantworten, möchtest Du den Motorfokus fernsteuern, also z.B. mit einem Fokussierprogramm, dann kommst Du um einen Stepper-Fokuser nicht herum, sonst tut's auch die Einfachlösung.

Jörg
 
Hallo Obelix,

für den Schrittmotor (keine Angst, alles ganz einfach):

Du musst ausrechnen, um welchen Betrag sich der Fokus pro Schritt verändert. Das muss unterhalb einer gewissen Toleranz sein, innerhalb der man keine Schärfeänderung feststellen kann (oder zumindest innerhalb der es nicht auffällt). Dafür brauchst Du das Auflösungsvermögen Deines Teleskops.

Eine Fokusänderung, die die Auflösung Deines Teleskops halbiert, ist (F=Brennweite, D= Öffnung, selbe Einheiten):
dfok = 0,000177mm * Pi * (F/D)^2

Da will man üblicherweise drunter bleiben (obwohl das mit manchen Teleskopen selten im Seeing-Bereich liegt). Im Hobbybereich kann man z.B. den Faktor 2 nehmen:
dfok_max = dfok/2.

Dann brauchst Du das Untersetzungsverhältnis von Motor zu Fokussierer. Am Auszug hast Du eine Achse mit Antriebsradius (Crayford-Auszug) oder ein Antriebszahnrad mit Wirkradius (circa halbe Zahnhöhe). Mit Getriebefaktor U ist Deine Gesamtuntersetzung G (ohne Getriebe ist U=1):
G = 2 * Pi * Radius / U
Hast Du stattdessen einen Spindelantrieb, so ist:
G = Spindelsteigung pro Umdrehung / U

Die minimale Anzahl der benötigten Schritte pro Umdrehung ist:
N = G / dfokmax

In maximalen Grad pro Schritt heißt das:
360 / N

Gruß, Henning


Ps: Herleitung:

Faustformel Auflösung in Bogensekunden visuell:
d = 115mm / D (D=Öffnung in mm)

Auflösung in Fokalebene in mm (F=Brennweite in mm):
df = d * Pi * F / (3600*180)

"Fokusänderung pro Auflösungseinheit":
dfok = df * F / D
= 0,000177mm * Pi * (F/D)^2

 
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