Frage an die Zeiss-Spezies!

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Plejadenkieker

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Hallo,
neulich bei ebay.....
da ich mittlerweile auch zu den Leuten gehöre, die sich bei ebay eine Suche nach " Jenoptem,Dekarem, Deltrintem" formuliert haben, bin ich neulich auf ein Angebot besonderer Art gestossen. Ein (mir bereits anderweitig eigentlich positiv bekannter) Verkäufer hatte ein Jenoptem zu verkaufen, die Beschreibung ganz auf Englisch - für den Weltmarkt halt - und mir fiel ein Satz auf der lautete:

"This binoculars provides the Zeiss T3M multi-coatings on the eyepiece optics"

Woraufhin ich mich und dann auch den VK fragte, was denn die Objektive für ne Vergütung hätten, wenn hier doch ausschließlich von den Okularen die Rede ist. Nun ja, nachdem er mich erstmal völlig falsch verstanden hatte,
schrieb er mir auf meine zweite Frage sinngemäß:

"Ja die Objektive sähen wohl so aus als hätten sie nur eine einfache Vergütung "

Jetzt die Frage an die Zeiss Spezies unter euch. Gibt's sowas serienmäßig von Zeiss, dass die verschiedene Vergütungen in ein Glas gebaut haben? Ich kann das gar nicht glauben! Oder hat da jemand ein bisschen gebastelt?!

Grüße und schöne Weihnachten
Micha
 
Hi !
Ich besitze u.a. ein CZJ 8x30 bei dem die Objektive eher bläulich schimmern und die Okulare (nach Expertenmeinung) die jüngste eher blau-gelbliche TM3-Vergütung haben.

Was wir nicht wissen ist, ob dies bereits der Zustand bei Werksauslieferung war. Wer weiss schon genau, wer in den letzten 15 Jahren die Finger am Glas hatte ...

Grüsse
Carsten
 
> Gibt's sowas serienmäßig von Zeiss, dass die verschiedene Vergütungen in ein Glas gebaut haben?

Hallo Micha,

ich halte es für unwahrscheinlich, dass ein Fernglas mit einer MC Vergütung auf den Okularen und einer einfachen Vergütung ("Blaubelag") auf den Objektiven serienmäßig das Werk verlassen hat. Es gab Ferngläser, wo die MC Vergütung der beiden Objektive in einem unterschiedlichen Farbton schimmerte. Das war aber kein Problem und ich vermute, solche Exemplare wurden eher für den Verkauf im Inland (DDR) vorgesehen. Ansonsten gibt es noch andere Möglichkeiten einer Erklärung. Das Glas könnte von einem Bastler stammen oder es ist ein älteres Modell, was beim Service zwei neue Okulare bekommen hat. Wer war denn der Verkäufer von dem Fernglas? Oder ist das streng geheim? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ich möchte die Gelegenheit gleich nutzen und allen Freunden der binokularen Beobachtung ein frohes Fest, schöne Feiertage und hoffentlich auch mal ein paar klare Nächte wünschen!

Frank.
 
Dieser Verkäufer hat mir vor kurzem ein Dekarem geliefert, welches "fine clear optics" haben sollte, aber einen deutlich sichtbaren Muschelsprung aufwies; ich hatte das hier gepostet. Stellte sich auf den Standpunkt, das müsse ein Transportschaden sein, alle Kommentatoren waren aber der Ansicht, das dies bei adäquater Verpackung unwahrscheinlich sei. Hat letztlich 45 EUR zurücküberwiesen als Reparaturkosten. Derzeit weilt das Glas zur Instandsetzung bei Herrn Ros in Eisfeld, 2 Prismen sollen defekt sein, wird inclusive einiger kosmetischer Reparaturen ca. 140 EUR kosten. Ich hoffe dann ein innerlich und äusserlich neuwertiges Glas zu haben und hoffe noch einigermassen auf meine Kosten zu kommen...
Gruss Carsten
 
Hi Micha,

auf Grund der von Dir angesprochenen englischsprachigen Beschreibung hatte ich schon einen dringenden Verdacht, wer der Anbieter ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. Ich habe von Jens auch ein paar Sachen gekauft (vorwiegend mikroskopische Optik) und würde jederzeit wieder zuschlagen. Er ist einer der wenigen ebayer, der seine Optik vernünftig mit Fotos dokumentiert. Wenn ich mir da manch andere Auktion mit kleinen oder unscharfen oder zu dunklen Fotos (oder alles zugleich) anschaue, dann sind diese Auktionen schon beinahe beispielhaft (was die Fotos betrifft). Beim Innenleben eines Fernglases kann man in der Beschreibung auch mal was übersehen. Solange der Anbieter mit sich verhandeln läßt, sehe ich da kein großes Problem.

Die Objektive bei dem Jenoptem sehen tatsächlich etwas verdächtig aus. Man kann sich bei der Einschätzung an Hand eines Fotos auch vertun, aber für mich sieht das nach Objektiven mit einer sehr frühen Form der MC-Vergütung aus (falls überhaupt MC). Mein altes Binoctem mit einer 503xxxx-er Seriennummer hat auf den Objektiven schon eine MC-Vergütung, welche bei schrägem Blick dunkel-rot-violett schimmert. Möglichwerweise wurden bei dem angebotenen Jenoptem doch mal die Objektive ersetzt. Nach der Seriennummer sollte die Vergütung eigentlich etwas anders aussehen.

Frank.
 
Hallo alle zusammen!

Ich freue mich sehr dass Ihr euch alle so um meine Angebote und die Gläser sorgt, vor allem finde ich Frank´s Beitrag sehr vorbildlich *lol* !
Nun, nobody is perfect. Die Sache mit den optiken die NICHT multivergütet sind kann ich selbst leider nicht nachvollziehen, ich hatte aber auch schon ein Pentekarem 15x50 mit mc-vergüteten Objektiven, was werksseitig ausgeschlossen ist. Bei den Gläsern, die zu DDR-zeiten mal im werkseitigen oder privaten Service gelandet sind, ist alles drin! Ich habe schon die seltsamsten Dinge erlebt.
@ Carstem: Wir beide hatten uns glaube ich fair geeinigt. Leider war es in der tat ein Transpoirtschaden, obwohl ich die Gläser sorgfältig verpacke, wie Du sicher bestätigen kannst. Die Post bekommt ALLES kaputt, glaub mir. Ich habe mal ein Nobilem gekauft, das ca. 5cm dick mit LP-Folie verkleidet war. Ich war erstaunt dass die post offenbar sogar mit LKW darüber fährt *g*.
Also Leute: Wenn Ihr Fragen habt, bitte mich kontaktieren, ich bin immer gesprächsbereit und lerne auch gerne mal dazu!
Apropos Nobilem: Natürlich habe ich wieder eines drin vor Weihnachten, die Auktionsnummer ist 7206619946.

Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest mit vielen Geschenken und einem klaren Himmel zu den Feiertagen!!!

Jens
 
Hallo Frank,
wie groß würdest du denn den Unterschied zwischen der T-Vergütung und der T3M-Vergütung bezeichnen? Liegen da "Welten" zwischen?

Grüße
Micha
 
OK, Jens,
ich bestätige gerne, dass das Glas sehr gut verpackt war. Der äusserliche Zustand entsprach auch haargenau den Fotos im Angebot, ich wusste also, dass ich ein Glas mit äusserlichen Gebrauchsspuren kaufe.
Die Sache mit dem Prismenschaden ist schwer einzuschätzen, ein Ebay-Verkäufer auf die Enfernung auch, so entstand etwas Unsicherheit, letztlich finde ich aber auch, dass wir uns fair geeinigt haben.
Gruss Carsten
 
Hallo Jens,
schön dass du dich hier selber zu Wort meldest. Hätte mich ja auch gewundert, wenn du hier nicht mitlesen würdest.
Ich denke wir sorgen uns weniger um deine Angebote und Gläser sondern mehr darum, für unser Geld einen gescheiten Gegenwert zu erhalten.
Ich sehe in diesem Forum eine vorteffliche Möglichkeit Erfahrungen auszutauschen und da werde ich ebay-Verkäufer auch in Zukunft nicht von ausnehmen.
Deine von mir zitierte Beschreibung finde ich - naja - grenzwertig! Du schreibst groß und fett was von T3M Vergütung und wer nicht ganz genau liest, der übersieht leicht dass damit nur die Okulare gemeint sind und kauft in gutem Glauben ein Spitzenglas das keines ist! Und wenn du darauf hingewiesen hättest, dass die Objektive KEINE T3M Vergütung haben, hättest du wahrscheinlich einige 10 Euros weniger bekommen.
Ich will dir überhaupt nicht "an's Bein pinkeln", aber manche Umstände finde ich halt bemerkens-wert!

Schöne Weihnacht
Micha
 
wie groß würdest du denn den Unterschied zwischen der T-Vergütung und der T3M-Vergütung bezeichnen? Liegen da "Welten" zwischen?

Hallo Micha,

kommt drauf an. Ein CZJ Fernglas (z.B. 8x30) aus den 50-er Jahren mit der einfachen, bläulich schimmernden Vergütung (T-Belag) bringt es ungefähr (jetzt schätze ich mal) auf knapp an die 80% (vielleicht eher 75%?) Transmission. Ein jüngeres Exemplar mit MC Vergütung müsste etwa 85% Transmission erreichen. Die Unterschiede sind nicht riesig, aber im direkten Vergleich merkt man natürlich deutlich den Vorteil des jüngeren Glases mit weniger Streulicht und besserem Kontrast. Bei einem unvergüteten Glas derselben Bauart müsste die Transmission irgendwo zwischen 50 und 60% liegen.

Im Fall des angesprochenen Jenoptem würde es etwas anders aussehen, falls nur die Objektive ausgetauscht wurden. Das wären gerade mal 2 Glas-Luft-Flächen mit T-Vergütung (verkittetes Objektiv), die die Transmission nur um einen geringen Betrag reduzieren. Das Fernglas hat ja auf jeder Seite ein Objektiv, ein Okular und zwei Prismen. Mit einem Okular im 2-1-2 Design (5 Linsen in 3 Gruppen) und mit den zwei Prismen kommen also nochmal 10 Glas-Luft-Flächen hinzu. In dem Fall würdest Du kaum einen Unterschied sehen, wenn einmal ein MC-vergütetes Objektiv und einmal eins mit T-Vergütung vorn drin steckt (vorausgesetzt: Okulare und Prismen sind MC-vergütet). Ich hatte es mal zum Spaß an einem Pentekarem 15x50 ausprobiert. Die alten Objektive mit T-Belag hatte ich durch zwei nagelneue, MC-vergütete ersetzt. Ein Gewinn war kaum sichtbar. Ich hatte mir zwar einen leicht verbesserten Kontrast eingebildet, würde aber darauf das Pentekarem keinesfalls verwetten. Das ist ja auch kein Wunder. Wenn ich die Vergütung bei nur 2 von insgesamt 12 Glas-Luft-Flächen etwas verbessere, dann bleiben immer noch 10 Glas-Luft-Flächen mit dem alten T-Belag, welche den Großteil der Transmissionsverluste ausmachen.

Signifikante Unterschiede bei der Bildhelligkeit und beim Kontrast merkt man nur dann, wenn man ein altes Fernglas komplett mit T-Belag nimmt und gegen ein neues mit MC-Vergütung antreten läßt. Stecken nur zwei neue Objektive in einem ansonsten alten Fernglas oder umgekehrt zwei alte Objektive in einem ansonsten neuen Exemplar, dann sind die Unterschiede zum jeweiligen Originalzustand (also alles T-Belag oder alles T3M) kaum sichtbar. Oder noch kürzer ausgedrückt: ich hätte das betroffene Jenoptem wahrscheinlich ohne Bedenken gekauft (wenn der Preis nicht zu hoch ist), da zwei Objektive mit T-Belag die Gesamtleistung einer ansonsten MC-vergüteten Optik nur wenig herabsetzen.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Micha,

ja, ich verstehe das. Bei diesen speziellen fall war es aber nicht ganz so einfach. Sollte ich was weglassen oder was anderes dazuschreiben...? Letztendlich habe ich in der kopfzeile geschrieben was es hat und in der beschreibung was es nicht hat. ich denke das war ein ganz guter Kompromiss, oder. Ich gehöre nicht zu den leuten die durch Schachtelsätze oder verschleierte Beschreibungen versuchen, einen Maximalgewinn herauszuholen. ich versuche es immer so gut wie möglich zu machen. Die Amis die von mir kaufen sagen fast durch die Bank dass die Gläser besser sind als von mir beschrieben. Vielleicht sind auch hier die Ansprüche schon unterschiedlich und das ist eben der Punkt...

Bis dann!

Jens
 
Hallo Frank,
vielen Dank für deine umfassende und lehrreiche Antwort. Ja daran hab ich nicht gedacht, dass es ja um die Gesamtanzahl der Luft-Glas-Flächen geht und dass dann die beiden Flächen des Objektivs gar nicht so sehr ins Gewicht fallen.


@ Jens:
danke für deine Antwort. Ich hab zwar nicht alles ganz verstanden, mag da aber jetzt nicht weiter insistieren.
Vielleicht sieht man sich ja mal wieder bei ebay (jetzt wo ich weiß worauf ich bei dir achten muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />)


Schöne Weihnacht
Micha
 
>>>Nach der Seriennummer sollte die Vergütung eigentlich etwas anders aussehen.

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Hallo Frank,

Das stimmt, jedoch schreibt Albrecht Koehler dazu auf seiner Web-Seite:

Außer in Zusammenhang mit der UV-Unterdrückung/Kontraststeigerung werden bei den DOCTER-Produkten nur Breitband-Entspiegelungsbeläge eingesetzt, die auf maximale Transmission in einen großen spektralen Bereich optimiert sind. Auftretende Farbnuancen auch innerhalb einer Serie haben dabei keine technische Relevanz. Typischerweise werden die Objektive bei einem Fernglas vom Farbton her paarig ausgewählt.

Er redet zwar von Docter, aber dasselbe galt auch fuer Zeiss Jena, insbesondere in der fruehen Phase der MC Technik. Je nach Position der Linse in der Vakuum-Verdampfungsanlage konnten die Schichten mal etwas mehr oder weniger dick ausfallen, und das wirkte sich auf den Farbton der Verguetung aus. Man hat hinterher einfach mit der Hand sortiert: Die blauen Linsen in einen Korb, die gelben in den anderen etc. Standard war offensichtlich der Bernsteinfarbige Belag, weil man ihn am haeufigsten findet, aber falls man mal Abweichungen sehen sollte, bedeutet das nicht unbedingt Qualitaetsverlust beim Durchsehen.

Das schliesst natuerlich nicht aus, dass dieses spezielle Modell tatsaechlich nur einfach verguetete Linsen hat. Hier hast Du voellig Recht: Die Verguetung des Objektivs spielt eine geringe Rolle (solange es keinen Luftspalt hat, wie die Teleobjektive des Nobilem S), viel wichtiger ist das Okular, in dem ja bei schlechter Verguetung auch die Geisterbilder entstehen.


Frohes Fest!
Holger
 
Hallo Micha,

so ist es! Nun wird die Verguetung wegen leichter Variationen der einzelnen Schichten nicht gleich unbrauchbar. Das wenige Restlicht, das am Ende doch noch reflektiert wird, reagiert sehr empfindlich auf diese Variationen und aendert dann schon mal seine Farbe, weil seine spektrale Zusammensetzung verschoben wird. Das muss noch lange nicht bedeuten, dass damit der Lichtanteil, der durchgelassen wird, signifikant fluktuiert - hier handelt es sich um einen Einfluss von vielleicht Bruchteilen eines Prozents.

Gruss,
Holger
 
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