Frage zu Dark-Bibliothek und Masterdarks

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astra1400

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Hallo,

ich bin gerade dabei mir eine Dark-Bibliothek für meine 1000D aufzubauen.
Da ich ja nicht für jede mögliche Temperatur eine Aufnahmereihe machen kann, weil die Sensortemperatur der 1000D
durch die Umgebungsbedingungen gegeben ist (die Sensortemperatur lasse ich mit Astrojantools im Dateinamen abspeichern),
habe ich zur Erstellung passender Masterdarks folgende „blöde“ Idee.
Kann ich Darks mit unterschiedlichen Sensortemperaturen zu einem Masterdark kombinieren, um nicht vorhandenen Zwischentemperaturen
zu erhalten? Zum Beispiel habe ich Darks mit 18°C und Darks mit 12°, wenn ich jetzt ein Masterdark für 15°C brauche kann ich da zehn 18°C-Darks
mit zehn 12°C-Darks zu einem Masterdark für 15°C kombinieren? Ich könnte auch dann mit passenden Kombinationen auch Masterdarks für andere
Zwischentemperaturen erzeugen. Geht das?

Uwe
 
Hi Uwe,

glaube nicht, dass das Funktioniert. Kann es dir leider nicht wirklich begründen, aber ich denke nicht, dass das Rauschen des Chips linear mit der Temperatur steigt oder sinkt.

Ich versuche aktuell jeden Abend meine Kamera auf den Balkon zu legen und nehme dort Dark-Frames auf. Mit BackyardEOS wird die aktuelle Chip-Temperatur im Dateinamen gespeichert. So bekomme ich aktuell je nach Wetter und Temperatur Dark-Frames zwischen 9°C und 16°C Chip-Temperatur. Aktuell arbeite ich mit ISO 800 und 120s Belichtungszeit, deshalb ist das auch die Einstellung der Dark-Frames die ich anlege. So baut sich nach und nach eine recht brauchbare Bibliothek auf. Ich versuche aber trotzdem jede Nacht beim Abbauen noch mindestens 5-10 Darks zu machen.

Hoffe das hilft dir ein wenig!
 
Hallo Uwe,

das "Problem" an der Sache ist, dass du meist bei der Aufnahme keine konstante Temperatur hast. Wenn du z.B. um 23:30 bei 12° anfängst, kann es durchaus sein, dass du um 1:30° nur noch 9° hast. Wann machst du dann die Darks? Vor der Aufnahmeserie ein paar und nachher ein paar?

Ich schlage mich gerade mit dem gleichen Thema herum und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass eine 5°-Staffelung ausreichen sollte.

Da aber auch die Darks idR. bei sinkenden Temperaturwerten aufgenommen werden, kkönntest du auch einfach entsprechend viele Serien machen, dabei sollten dann über kurz oder lang für jede Temperatur entsprechend viele Darks zustande kommen, so dass du quasi entsprechend der Temperaturkurve die passenden Darks wählen könntest... Aber das ist schon extrem viel Aufwand und ob der sich in den Ergebnissen wiederspiegelt wage ich noch zu bezweifeln.

Die Frage ist ja auch, welche Belichtungszeiten nutzt du? Aktuell mache ich 600s Subs, wenn ich da beim abbauen noch mal eben 10 Darks machen wollte, wäre ich nochmal fast 2h weiter...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

eine Dark Library wäre sicherlich nicht schlecht, aber so einfach kann man das wohl nicht realisieren. Denn bei vielen Canon Kameras sitzt der Temperatursensor nicht mal in der Nähe des Sensors selbst. Am besten mal den Liveview für 5 Minuten eingeschaltet lassen und dann die Temperatur auslesen. Ist die dann deutlich höher wird "in der Nähe" des Sensors gemessen. Ist diese weiterhin eher Umgebungstemperatur wird auf dem Mainboard gemessen. Bei den neueren Canon´s ist der Sensor vom Gehäuse bzw. dessen Alu-Rahmen thermisch sogar entkoppelt!

Ebenso muß klar sein das es genügend Einzebilder sein müssen um nicht noch mehr Rauschen ins bild zu bekommen.

"Nach der Quadratwurzel-Regel wird man "saubere" Master-Frames (Dark-, Bias- Flatframes) nur mit einer großen Menge an Frames erreichen können. Denken Sie daran, dass Sie bei der Kalibrierung nur versuchen das Bias- und Dark-Signal zu entfernen und nicht das in den Lightframes vorhandene Rauschen."

Das ganze ist mit einer DSLR nicht so ohne weiteres reproduzierbar. Ich habe mir für meine gekühlte DSLR auch eine Darklibrary angelegt, aber da bringen die Darks nichts mehr. Ihr solltet testen in wie fern die Darks überhaupt was bringen. Im Sommer sicherlich etwas, aber bei den kühlen Temperaturen eher weniger.
Ich würde mir die Library mit +- 2° anlegen. Ich denke 5° ist zu viel.

Gruß Markus
 
Hallo,

ich habe jetzt abendlich ein paar Aufnahmereihen mit Darks auf meinem Balkon gemacht. Ja nach der gerade herrschenden Außentemperatur habe ich jetzt je ein Reihe mit 12, 16 und 18°C.
Ich denke, dass der Temperatursensor auch in der Nähe des Aufnahmesensors liegt, da die Temperatur nach der ersten Aufnahme um ca. 3-4°C ansteigt und dann aber stabil bleibt.
Das mit dem Kombinieren verschiedener Temperaturen war halt so eine spontane Idee, die mir gestern Abend beim Starten einer neuen Aufnahmereihe, gekommen ist. Kommt halt mal auf einen Versuch an. Da brauchte ich aber noch ein paar mehr Reihen mit verschiedenen Temperaturen. Das kann ich aber leider nicht so leicht steuern, man ist halt von den Außentemperaturen abhängig.

Uwe
 
Hab grad mal ne Reihe bei 16,7° Aussentemperatur gemacht, nach den ersten beiden 600s Darks hat der Sensor meiner 600D(a) laut Exif 30°, daher vermute ich mal ganz stark, dass der Sensor der 600D ziemlich nah am Aufnahmesensor liegt und weit weg vom Gehäuserand...
 
Hi Markus,

gerade bei der 600D ist das NICHT der Fall. Ich habe ja eine gekühlte 600D, da hat der Sensor in der Regel um die -20°, aber lt. exifs habe ich +10° oder so. Das ist der Grund warum ich die Sensortemperatur mit einem extra Fühler messe.
Ich denke aber wenn man die Kamera lange genug temperieren läßt kann man schon Rückschlüsse ziehen.

Gruß Markus
 
Hallo,

fast 15°C Temperaturunterschied finde ich schon sehr viel.
Kann es sein, dass da bei der Erstellung der EXIF-Datei ein Bug ist, der die gespeicherte Temperaturangabe verfälscht?
Bei meiner 1000D habe ich keine so große Abweichungen.
Ich habe seit kurzem auch eine 1200D für Urlaubfotos und so, da werde ich mir auch mal die Temperatur auslesen. Leider erkennt Astrojan-Tools die 1200D nicht (noch nicht).

Uwe
 
Hallo zusammen,

meine Erfahrung mit der 1000D ist, dass sich die Chip-Temperatur recht schnell ändert wenn man den Live-View benutzt oder auch nach den ersten paar Belichtungen ansteigt. Ich glaube die 1000D ist da relativ genau was die Chip-Temperatur angeht. In meiner letzten Nacht hatte es ca. 5-8°C Außentemperatur und die Chip-Temperatur war anfangs bei ~11°C und nach ein paar Aufnahmen + Live-View bei ~16°C.
 
Hallo,

gestern Abend konnte ich mal Belichtungsreihen mit der 1000D und der 1200D parallel machen um die Temperaturunterschiede der beiden Kameras zu ermitteln.
Während die 1000D etwa 4°C über Umgebungstemperatur anstiegt, und dann aber stabil bleibt, ist die Temperatur bei dr 1200D auf fast 10°C über Umgebungstemperatur angestiegen. Die beiden Kameras habe ohne Live-View und mit abgeschaltetem Display nebeneinander stehend betrieben.
Ob es an dem unterschiedlichen Position des Temperatursensors liegt, oder die Temperatur des Aufnahmesensors wirklich so groß unterscheiden, kann ich jetzt leider nicht sagen.

Gruß
Uwe
 
Hallo Uwe,
ich habe mit der EOS 40D die Erfahrung gemacht das sich vor allem die Anzahl und teilweise sogar die Lage von mehr oder weniger als "hot" zu bezeichnenden Pixeln teilweise von Bild zu Bild ändert auf jeden Fall aber massiv innerhalb einer Aufnahme Nacht und eine Dark-Bibliothek bei dieser Kamera nutzlos ist. Das effektivste bis jetzt war stets der interne Dark-Abzug kombiniert mit Dithern. Wenn das nicht ging, dann halt paar Darks vor den Lights, paar Darks nach den Lights und eventuell dazwischen auch noch welche. Oder eben auf Darks verzichten, gut Dithern und vor allem Flatfield Korrektur, dann aber auch zwingend Kappa-Sigma Stacking.

mfg
Rainer
 
Hallo Rainer,

vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich werde endlich heute Abend (habe seit 3 Wochen keinen klaren Himmel mehr gehabt) mal Testaufnahmen machen, auch wenn der Mond noch stören sollte.
Ich werde sicherheitshalber mal vor, während und nach der Aufnahmeserie auch Darks aufnehmen, und später mal beim Stacken Vergleichstests mit den schon gemachten Darks aus meiner Bibliothek machen. Mal sehen was am Ende besser ist.
Wie ditherst du eigentlich? Ich selber führe mit PHD nach, und würde dann gerne die Dithermöglichkeit von Astrojan-Tools verwenden.
Das konnte ich aber bisher nicht testen.

Gruß
Uwe
 
Hallo Uwe,
Danke für den Hinweis auf Astrojan-tools, muss ich mal selber probieren, das hatte ich eine Weile aus den Augen verloren.
Bis jetzt habe ich das manuell gemacht, ganz zu Anfang ganz mühselig mit phd, dann etwas komfortabler mit guidemaster denke ich und nun bin ich bei PHD2, da gibt es seit einer weile unter "Manuelle Steuerung" oder so einen Dither Knopf.

Theoretisch sollte das ja ganz einfach gehen, in PHD2 den Server aktivieren und dann sollte jede Aufnahme Software die das unterstützt damit kommunizieren können, theoretisch, muss ich selber noch probieren.

mfg
Rainer
 
Hallo Rainer,

am Donnerstag Abend konnte ich endlich mal wieder mein Teleskop auf der Terrasse aufbauen und habe dann Testaufnahmen gemacht um das Zusammenspiel der Komponenten und Programme zu testen.
Auch habe ich dabei die Ditherfunktion von Astrojan-Tools und PHD2 getestet. Das hat nach ersten Augenschein auch problemlos geklappt, bei jeder Pause zwischen den Aufnahmen hat Astrojan-Tools eine Ditherbefehl an PHD2 gesendet, das daraufhin auch augenscheinlich diesen durchgeführt hat. In der Log-Datei von PHD2 sind diese jedenfalls aufgeführt. Das Dihtern muss dann wohl auch geklappt haben.

Gruß
Uwe
 
Ich bin auch gerade dabei eine Dark-Bibliotek zu erstellen für meine Canon 50d.

Bei 300s Aufnahmen habe ich gemerkt dass die Sensortemperatur während der Nacht zur Zeit von ca. 17C auf ca. 27C steigt. Dementsprechend haben meine Light-Aufnahmen eine Verteilung von Temperaturen zwischen diesen Werten.

Mein Plan ist, soviele Darks bei verschiedenen Temperaturen zu erstellen, dass ich ungefähr die gleiche Temperaturverteilung bei Lights und Darks bekomme. Zum Beispiel wenn ich bei den Lights 3x 18C, 5x 22C, 8x 25C und 10x 27C habe, würde ich aus der Bibliotek die gleiche Verteilung zusammenstellen um die Masterdark für diese Aufnahme zu erstellen.

Keine Ahnung ob ich hier einen Logikfehler begehe.. aber das müsste doch ziemlich gut klappen, oder?

Das einzige schwierige ist dann die Bibliotek zu erstellen, aber das geht ja tagsüber. Gerade stelle ich die Kamera eine weile in den Kühlschrank, dann hole ich sie raus und wickele sie in vielen schwarzen Jacken. Dann mache ich mit BYEOS 10 Dunkelaufnahmen mit 200s pause zw. jeder Aufnahme. So kriege ich eine gute Verteilung von Temperaturen. Wenn ich das 10x wiederhole habe ich eine ordentliche Dark-Bibliotek erstellt (wenigstens bei ISO 1600 und 300s--ich muß das ganze für andere Aufnahmezeiten wiederholen natürlich), und spare mir dann wertvolle Zeit nachts, weil ich da nie Darks aufnehmen muß!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von ghubing:
Bei 300s Aufnahmen habe ich gemerkt dass die Sensortemperatur während der Nacht zur Zeit von ca. 17C auf ca. 27C steigt. Dementsprechend haben meine Light-Aufnahmen eine Verteilung von Temperaturen zwischen diesen Werten.

Mein Plan ist, soviele Darks bei verschiedenen Temperaturen zu erstellen, dass ich ungefähr die gleiche Temperaturverteilung bei Lights und Darks bekomme. Zum Beispiel wenn ich bei den Lights 3x 18C, 5x 22C, 8x 25C und 10x 27C habe, würde ich aus der Bibliotek die gleiche Verteilung zusammenstellen um die Masterdark für diese Aufnahme zu erstellen.

Das kann man machen, aber Sinn macht es nur, wenn man dann einen Stack für die 18C-Bilder, einen Stack für die 22C-Bilder und einen für die 27C-Bilder macht. Also in DSS beispielsweise drei Gruppen anlegen. Ob das aber gute Ergebnisse bringt weiß ich nicht, was macht man mit Gruppen, die nur aus einem Light bestehen?

Das in einem Stack zu machen wird vermutlich nichts bringen, dann kann ich auch einfach 12 beliebige, von der Temperatur nur annähernd passende Darks nehmen. Das masterdark wird dann für die einen Lights zu heftig und für die anderen zu lasch sein, oder?

Viele Grüße,
Felix
 
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