Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachführung

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martinkruse

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Hallo, ich hab mir in letzter Zeit mal überlegt, für meine Eos 400d eine Nachführung zu basteln. Zur Verfügung habe ich hier eine Gabelhalterung die mal bei einem billigen Teleskop dabei war. Jetzt überlege ich, wie ich die Nachführung antreibe. Ich dachte da an ein Uhrwerk mit übersetzung, das einen Tragarm um die Stundenachse rotieren lässt. An diesem Tragarm würde ich dann die Kamerabefestigung und auf er anderen Seite ein Gegengewicht anbringen.
Nun ist meine Frage, in wie weit der Antrieb mit dem Uhrwerk praktikabel ist (ich will eigentlich auf eine größere Stromquelle verzichten wegen der Mobilität).
Außerdem würde ich noch gerne wissen, woher man Schnellwechselplatten oder -vorrichtungen für die Kamera kriegt, hab mal bei Conrad geschaut, aber da gab es sowas nicht (zumindest nicht ohne Stativ).

Mfg. M. Kruse
 
Hi

Schnellwechselplatten sind leider nicht standartisiert, daher muss sie passend für den jeweilligen Kopf zugekauft werden.
Falls für einen bestehenden Kopf ohne Schnellwechselsystem dieses nachgerüstet werden soll --> das gibts z.B. von Hama.
Kaufen lässt sich das bei jedem Fotohändler (auch wenn ich leider immer mehr Läden sehe, die nur noch kleine Kompaktkameras führen und sonst alles bestellen müssen etc.)

Eine zu motorisierende Gabel eines Billigteleskopes klingt nach den Kaufhausteleskopgabeln der 76/700 Newtons---> das wird nicht funktionieren. Ein solides Fotostativ mit Neiger dürfte eine bessere Polhöhenwiege abgeben.

Eine Nachführung mit Uhrwerk ist möglich, nennt sich Purus und gibts leider nur noch gebraucht.
Alternativ wäre eine EQ1 mit 9V Motornachführung auch möglich.
Einen Selbstbau mit Küchentimerantrieb hab ich im Barndoorforum (http://www.fk-jena.de/phpBB2/) mal vorgestellt; es dauert allerdings wohl doch länger, bis ich ihn mal fertig hab und testen kann.

CS
Jürgen
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Hi!

Schnellwechselplatten gibt's unter anderem von Manrotto, Vertrieb bei Astrohändlern z. B. durch Fernrohrland, such mal nach Kugelkopf.

Die Manfrotto sind nicht billig, aber Qualität.

Etwas sperriger wäre ein Videoneiger mit Schnellwechselplatte, z. B. bei TS.

Gruß,
Alex
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Hmm... Danke erstmal für die Ratschläge.
In der Tat ist das Stativ von einem Newton (70/700).
Wegen der stabilität mache ich mir keine Sorgen, da das ganze ziemlich robust gebaut ist und kaum wackelt, wenn man die Schrauben festgezogen hat.
Die Gabel an sich will ich nicht motorisieren, sondern lediglich einen Rotationsarm (Rotation um die Stundenachse), den ich (mit Kugellager) an einem "Balken" befestigen will (inklusive Feststellschrauben am Balken, der in der Gabel ruht).
Wenn ich mal schnell webspace finde lade ich mal eine Konstrukionsskizze hoch.
Und sehe ich es richtig, dass ich zum Ausgleich der Erdrotation die Nachführung mit einer Winkelgeschwindigkeit von 360°/24h bewegen muss was dann zu einer 2 zu 1 übersetzung von Stundenzeiger auf Rotationsarm führt?

Mfg. M. Kruse
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Jein.
Eigentlich sind es grob 15,04° pro Stunde, nicht 15°. Bei einer komplizierten Getriebelösung (um eben einem 12h Uhrwerk so einen krummen Gang zu entlocken) dürfte aber eine größere Fehlerwahrscheinlichkeit liegen.
Ebenso wie in der exakten Polausrichtung.

CS
Jürgen
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

hier mal die Konstruktionsskizze

und hier mal ein Bild vom "Ende" des Stativs

An ein Getriebe hab ich auch nicht gedacht, wollte eher eine simple Riemenübertragung ausprobieren. Da würde ich dann einen Riemen um den Stundenzeigerrotor und um einen Zylinder auf dem Rotationsarm legen.

Mfg. M. Kruse
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Hi

die Winkelgeschwindigkeit, die Nasus angibt, mag zwar stimmen, aber der Fehler, der gegenüber einem normalen Uhrwerk entsteht, liegt unter 3 Promille. Das sind also pro Stunde weniger als zehn Sekunden, die das übersetzte Uhrwerk zu langsam nachführt.

Er hat auch recht damit, daß man den Stativkopf garnicht so genau wird ausrichten können, daß eine Abweichung in dieser Größenordnung bei der Nachführung erkennbar wird.

Selbst bei einer Zeiss 1b-Montierung wird davon ausgegangen, daß bei Benutztungs eines Stativs der Fehler der Nachführung sowieso klein ist gegen andere, aufstellungsbedingte Fehlerquellen (die Montierung wurde nachgeführt über einen 50Hz-Synchronmotor (3000 U/min) und eine Untersetzung von 1:4320000, wobei die Netzfrequenz ja auch um einige % schwanken kann, und nur gemittelt recht exakt ist).

Ich würde mir also um die genaue Untersetzung des Uhrwerks keine Sorgen machen, sondern eher einen Feintrieb vorsehen, der eine winzige Korrektur der Nachführung ermöglicht.

Das Problem wird auch darin liegen, daß ein Uhrwerk im Regelfall nicht dafür gemacht ist, daß an der Zeigerachse in irgendeiner Form größere Drehmomente angreifen.
Vielleicht hast Du bei einem altmodischen mechanischen Wecker das meiste Glück; ich würde allerings nicht viel Erwarten, was die Ganggenauigkeit betrifft.
Aber wahrscheinlich ist auch diese Fehlerquelle in der Größenordnung wie der Unterschied zwischen Sonnentag und Sternentag, also in der dritten Stelle nach dem Komma.

Schöne Grüße (und viel Erfolg mit dem Projekt),
Kai.
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Hi Kai

mit meinen 15,04° wollt ich nur ein wenig klug[zensiert]n :D
Selbst wenn so eine Nachführung _perfekt_ eingescheinert ist finden sich noch genug Fehlerquellen (Ganggenauigkeit, mechanische unzulänglichkeiten...), die sich stärker auswirken.
Wegen dem vermutlich recht dürftigen Drehmoment, selbst bei großen Uhrwerken von Weckern, wollte ich mal einen Küchentimer ausprobieren; durch die größere Untersetzung sehe ich da bessere Chancen. Die Konstruktionsskizzen finden sich im oben verlinkten Forum.

CS
Jürgen
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Hab jetzt fast sämtliche Pläne nochmal überarbeitet.
Anstatt des alten stativs werde ich mir eine Art Dobson/ Rockerbox-montierung bauen. Zur genaueren Poleinstellung werde ich ein paar Gewindestangen an den Elementen anbringen.
Die Halterung für die Kamera wird dann auch selbst gebastelt, hab noch eine Schnellwechselplatte hier...
Anstatt des Uhrwerks habe ich mich für einen alten Motor eines Rasierers und übersetzung entschieden. Dazu kommt dann ein Poti und ein ausgedienter Fahrradtacho zur Geschwindigkeitssteuerung.
Wenn ich ganz viel Langeweile hab, werd ich noch mein altes Newton einbauen und über 3 Spiegel mit der Ausrichtung der Kamera in Übereinstimmung bringen, aber eben nur, wenn mir wirklich langweilig ist.
Werd wahrscheinlich nach der letzten schriftlichen Abiprüfung, also am Donnerstag anfangen, wenn es was neues gibt, lade ich Bilder hoch.
Danke erstmal für die Tipps.
Mfg. M. Kruse
 
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Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

So, ich habe herausgefunden, weshalb ich den Rasierer nicht mehr benutze, der Motor läuft nicht...
Dafür habe ich aber einen voll Funktionstüchtigen Motor aus einem alten Plattenspieler ausbauen können! Sogar mit Optokoppler (oder wie das Ding heißt), den man an den Tacho anschließen könnte um die Drehfrequenz zu ermitteln.
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Hallo Martin,

es ist aber schon so dass an den beiden Lagern wo "Feststellschraube" dransteht die Polhöhe eingestellt wird, und du die Deklination dann mit dem Kugelkopf einstellen musst?

Nur so zur Sicherheit, deine Skizze hatte ich zuerst anders interpretiert ;)

cs
Martin
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Zur überprüfung der Idee:

Die Achse, die motorisiert ist, muss zum Polarstern zeigen (ganz grob gesagt).

CS
Jürgen
 
Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Also, mein Konzept sieht zur Zeit so aus, dass ich einen Zylinder habe, den ich parallel zur Stundenachse stellen kann (durch diverse Gewindestangen und Hebelsysteme). Dieser Zylinder wird drehbar in einem Rahmen hängen und vom Plattenspielermotor samt übersetzung angetrieben werden.
Am Zylinder (oder in ihm) bringe ich dann die Montierung an, die die Kamera trägt, also baue ich insgesamt ein um 4 Achsen drehbares Irgendwas ;)
Wie gesagt, ich habe die Pläne noch einmal komplett überarbeitet.

Mfg. M. Kruse
Ich fang morgen an, die ersten Teile zurechtzusägen.
Vielleicht poste ich nochmal ein Paar Pläne.

Edit: So, ich habe mal grob zu Papier gebracht, wie das ganze am Ende aussehen soll. Hier der Plan.
 
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Re: Frage zu Selbstbauäquatorialmontierungsnachfüh

Was für ein Glück! Heute war Sperrmülltag.
Ich konnte zwar bis auf ein paar Bauteile die ich zum Feststellen der Drehelemente gebrauchen kann nichts finden, dafür aber sage und schreibe 7 Planspiegel.
Jetzt wird aus der anfänglichen Montierung wohl eher eine art Coelostat werden. Das müsste auch das Problem der Gleichrichtung von Kamera und Teleskop erheblich vereinfachen.
Gesegnet sei die Abizeit, in der man frei hat.

Mfg. M. Kruse
 
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